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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.06.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-06-08
- Erscheinungsdatum
- 08.06.1897
- Sprache
- Deutsch
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geschaffen, das große Anziehungskraft auf das Publikum aus zuüben scheint, wie der stets rege Besuch beweist. Vorausgeschickt sei noch, daß wir keineswegs an den einzelnen vorgeführten Ausstellungsstücken der Buch gewerbe Kritik üben und durch vergleichende Nebeneinander stellung gleichartiger Leistungen dem Preisrichterkollegium Vorarbeiten wollen. Unsere Aufgabe soll vielmehr sein, durch kurze Schilderung der einzelnen Ausstellungsgruppen ein Bild des Buchgewerbes, wie es in der Ausstellung zum Ausdruck kommt, zu geben und zu näherer Besichtigung anzuregen. Es ist ja klar, daß alle Firmen das Beste zur Vorführung bringen; Kritik ist also da sehr schwer, zumal eine gerechte, die auch die Bedingungen, unter denen eine Arbeit entstanden ist, genügend berücksichtigt. Den guten Leistungen die ver diente Aufmerksamkeit zuzuführen, das Hervorragende und für den Buchhändler Interessante hervorzuheben, das ist der Gedanke, der uns bei unserer Betrachtung leiten soll. Gleich an der Treppe, die hinunter nach dem zweiten Raum führt, bringt die Firma E. G. Lochmann L Co. in Leipzig-Gohlis, die sich bisher hauptsächlich mit der Herstellung mechanischer Musikwerke befaßte, eine neue Spezialität ihrer Fabrikation in einem schönen Tempel zur Anschauung. Als Nebenzweig des Sortimentsbuchhandels erregen die Stereo- skopen-Apparate, Transparentbilder und ein neuer Automat zur Vorführung der beliebten Transparent-Ansichten, »Kal- loskop« genannt, unsere Aufmerksamkeit. Die Transparent bilder auf Films (nach eigener und geschützter Methode auf einem uns noch unbekannten Stoff hergestellt) besitzen, wie der Augenschein lehrt, in ihrer prächtigen Wirkung alle Vorzüge der sogenannten Glasstereoskopen, außerdem rühmen ihnen die Verfertiger noch die Vorzüge der bequemen Handlichkeit, des leichten Gewichts, der Unzcrbrechlichkeit und llnvergäng- lichkeit wohl mit Recht nach. Die neuartigen Stcreoskopen- Apparate mit automatischem Bilderwechsel, nach eigenen, von den veralteten Systemen gänzlich abweichenden Konstruktionen, sind in ihrer leichten Handhabung und in Verbindung mit den transparenten Filmsbildern, von denen schon eine große Anzahl vorliegt, wohl geeignet, die stereoskopischen Bilder wieder mehr in Aufnahme zu bringen. — An den Wänden der Treppe treffen wir neben Proben von Photographie»» und einer Empfehlung des Auskunftsbureaus »Victoria« Auskunftei Paul Eisler in Dresden noch Nahmen mit vier von Marie Jsler in Leipzig künstlerisch angefertigten Holzschnitten und Zeichnungen zu Holzschnittillustrationen des Tylographen und Illustrators Emil Klarholz in Leipzig-Gohlis. Die Innung Leipziger Buchdruckereibesitzer, die vor zwei Jahren ihr drcihundertjähriges Bestehen (gegründet 1595) feierte, ist auf der Ausstellung durch eine Kollektiv ausstellung sehr würdig vertreten. Sie hat links der Treppe ein großes Viereck eingenommen, in dessen Mitte verschiedene Maschinen in Thätigkeit zu sehen sind: zunächst drei Tiegel druck-Schnellpressen »Phönix« der Firma I. G. Scheller L Gies ecke in Leipzig, auf denen den Besuchern der Aus stellung der Dreifarbendruck praktisch vorgeführt wird, und dann drei verschiedene Setz- oder Zeilengießmaschinen, von denen noch die Rede sein soll. An der Kollektivausstellung haben sich folgende Firmen beteiligt: Gebrüder Arnold. Frühauf L Lippmann. Bär L Hermann. Wilhelm Fugmann. Oscar Brandstetter. Bruno Georgi. Brcitkopf L Härtel. Greßuer L Schramm. F. A. Brockhaus. C. Grumbach W. Drugulin. Günther L Müller. Fischer L Wittig. Hallberg L Büchiing. Frankenstein L Wagner. Rich. Hahn (H. Otto). Emil Freier. Hartmann <L Wolf. Radelli L Hille. Ramm L Seemann. Fr. Richter. C. G. Röder. Herrn. Schlag Nachf. C. Schönert. Spamersche Buchdruckerei. Oskar Sperling. Emil Stephan. Jul. Süß jun. B. G. Teubner. I. I. Weber. Ed^ar Herfurth L Co. Emil Herrmann sen. Hesse L Becker. Jüstel L Göttcl. Julius Klinkhardt. G. Kreysing. Rudolf Loäs. Julius Mäser. Adolf Mehnert. Metzger L Wittig. C. G. Naumann. Pöschel L Trepte. August Pries. Einen guten Eindruck macht es, daß ein Vordrängen einzelner Firmen nicht gestattet worden ist. Auf den gleich großen Tischen liegen gleichmäßig ausgestattete, dickleibige braune Musterbände, die von den Erzeugnissen der betreffenden Firma dem Fachmann genügende Auskunft geben, während die Rückwände der Tische auch gleichmäßig mit Satz- und Druckproben unter Rahmen und in sonstiger geschmackvollen Anordnung bekleidet sind. Einzelne Firmen haben auch ganze Werke als Proben ihrer Leistungen im Werksatz und Jllustrationsdruck aufgelegt, ohne dadurch das wirkungs volle und einheitliche Bild der Kollektivausstellung zu stören. Es würde zu weit führen, alle die vortrefflichen Arbeiten und die Spezialitäten der einzelnen Firmen hier hervor zuheben. Stundenlang könnte man sich in die Musterbände mit ihren gediegenen Leistungen vertiefen; jeder Fachmann wird hier Belehrung und Anregung in Hülle und Fülle finden. Einzelne Zweige der typographischen Kunst sind, wie es bei der Blüte des Druckgewerbes in Leipzig gar nicht anders zu erwarten war, ganz vorzüglich vertreten: z. B. Accidenzen (Julius Mäser, C. G. Naumann, Ramm L Seemann), Auto- graphieen und Diplome (Jul. Süß jun.), Farbendrucke (Gebr. Arnold, C. Grumbach, Rudolf Löss u. a.), Formulardrucke (C. G. Naumann, G. Reusche, Emil Stephan, G. Kreysing), fremdsprachiger Satz und Druck (Russisch und Griechisch: Bär L Hermann; Griechisch: B. G. Teubner; Orientalische Sprachen: W. Drugulin, G. Kreysing, August Pries), Jllu strationsdruck und Buntdruck (Fischer L Wittig, C. Grumbach, Hesse L Becker, Metzger L Wittig, August Pries, I. I. Weber), Katalogsatz (Jul. Klinkhardt, G. Kreysing, Metzger L Wittig u. a.), Notendruck und Notenstich (Oscar Brandstetter, Breitkopf L Härtel, C. G. Röder) und Schulliniaturen (Wilhelm Fugmann). Daß all diesen leistungsfähigen und blühenden Betrieben das nötige fachkundige und geschulte Arbcitspersonal nicht fehle, dafür sorgt die 1886 gegründete, unter der Leitung des Herrn Oe. O. Kr an eher stehende Buchdrucker-Lehr anstalt zu Leipzig, die an der Südseite der Jnnungs- aussiellung einen Tisch mit Ausstellungsobjekten belegt hat. Sie gehört hierher, denn die Anstalt, die früher der städtischen Gewerbeschule angegliedert war, wurde 1893 von der Innung zu einer selbständigen Schule erhoben. Sie erhielt einen voll ständig neuen Lehrplan, der sich in allen Disziplinen aufs innigste der Praxis anschmiegt, sowie eine selbständige Direktion, und wird mit vielen Opfern seitdem von der Innung unterhalten. Welche Bedeutung die Anstalt für das Buchgewerbe im allgemeinen und für das Leipzigs im be sonderen Hut, beweist die hohe Besucherzahl der Schule, die gegenwärtig in zwei Teile, die Setzer- und Druckerabteilung geschieden ist. Erstere besuchen in diesem Jahre 260, letztere 150, zusammen also gegen 410 Schüler, die von 20 Lehrkräften, 14 wissenschaftlichen und 6 Fachlehrern, unterrichtet werden. Aus den ausgestellten Lehrbüchern, Lehrplänen und Schul berichten kann man sich über die Unterrichtsgegenstände und Ziele der Anstalt vollständig orientiere», die ausgelegtcn Rein-
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