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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.06.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-06-08
- Erscheinungsdatum
- 08.06.1897
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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129, 8. Juni 1897. Nichtamtlicher Teil, 4175 denen die Berufswahl des Heranwachsenden Geschlechts oft nicht wenig Sorge macht, in den ausgestellten 47 Bändchen erschöpfend und gewissenhaft beantwortet ist. — Eduard Avenarius in Leipzig hat darunter seine Verlagsartikel zur Anschauung gebracht, besonders Werke von A. Bartels, Wil helm Jensen und Friedrich Zarncke (Goethe-Schriften). Das von letzterem im Jahre 1850 gegründete, seit 1891 von Pro fessor Eduard Zarncke herausgegebene Literarische Central blatt für Deutschland hat sich noch immer trotz der Hochflut litterarischer Blätter durch seine wertvollen kritischen Beiträge den ersten Platz unter ihnen zu behaupten gewußt. — Ein schönes Tableau mit Titelblättern und anderen Proben ihres Zeitschriftenverlags (Daheim, Velhagen L Klasings Monatshefte, Zeitschrift für Bücherfreunde) hat die Firma Velhagen L Klasing in Bielefeld und Leipzig an der Rückwand befestigt. Darunter breitete sie Schulbücher, Jugend schriften (Worishöffer rc.), Belletristik, Geschichtswerke und Atlanten (aus ihrer eigenen Geographischen Anstalt in Leipzig hcrvorgegangen) als würdige Vertreter ihres gangbaren Ver lages aus. Unter den Atlanten sind die bekannten Andree schen Atlanten, vor allem der Allgemeine Handatlas, der Billigkeit und vollendete technische Ausführung in sich ver einigt, hervorzuheben, auch der eben erst erschienene Atlas für Mittel- und Oberklassen höherer Lehranstalten, von Lehmann und Petzold, scheint berufen zu sein, durch seine eigenartige methodische Anlage und die angewandte fortgeschrittene Technik der Kartendarstellung ein recht gangbares Schulbuch zu werden. Das neue Unternehmen des Verlags, die Zeit schrift für Bücherfreunde, vermissen wir; die Anheftung des Titels auf das Tableau genügt nicht; sie müßte in einigen Probeheften ausliegen. Hier in der Bücherhalle, die von Bttcherliebhabern bekanntermaßen viel ausgesucht wird, ist sie am Platze, kann sie am besten für sich selbst arbeiten. — Auf eine beinahe 120jährige Thätigkeit blickt die Leipziger Firma Johann Ambrosius Barth zurück. Das Bildnis ihres Begründers blickt herab auf eine achtung gebietende, von deutscher Wissenschaft und deutschem For schungsgeist zeugende Ausstellung des Verlages, der unter dem neuen thatkräftigen Besitzer neuer Blüte entgegengeht und jetzt, wie die lehrreiche Ausstellung zeigt, hauptsächlich Naturwissenschaften und Medizin pflegt. Daneben werden die eingeführten Gebiete, wie Philologie, Sprachwissenschaft und Theologie, wacker weiter bebaut. Die »Annalen der Physik und Chemie«, 1799 begründet, ein Hauptunter nehmen der Firma, hat es bis jetzt auf 297 Bände gebracht, denen sich die 163 Bände des »Journals für praktische Chemie« würdig an die Seite stellen. — Nur um 12 Jahre jünger als Barth ist Baumgärtner's Buchhand lung in Leipzig, die daneben eine Auswahl gediegener Werke aus den Gebieten der Bau- und Jngenieurwissenschaft, Technologie rc. ausgestellt hat. Die erwähnten Gebiete sind das vornehmste Arbeitsfeld der Firma schon seit mehreren Jahr zehnten, und dieser gesunden Spezialisierung verdankt der deutsche Buchhandel eine Reihe äußerst wertvoller Sammelwerke und brauchbarer Handbücher. Aus dem hervorragenden Pracht werk von Heinrich Köhler: Polychrome Meisterwerke der monumentalen Kunst in Italien vom 5.—16. Jahrhundert, 12 Blatt Jmp.-Format, kplt. in Prachtband 250 sind 2 Blatt unter Glas und Rahmen ausgehängt, von denen uns das eine: ck>s, Inbrsria m Lieos, besonders interessiert. Es zeigt uns den an den Dom von Siena angrenzenden schönen Bibliotheksaal (1495 erbaut) mit Fresken Pinturicchios aus dem Leben Pius' II. An den Wänden ist eine stattliche Reihe mit Miniaturen verschwenderisch ausgestatteter Folianten (Chorbücher) ausgelegt, an denen die alte Büchersammlung besonders reich sein soll. — Mit seiner »Deutschen Schirm- macherzcitung« ist ferner Wilhelm Meyer in Leipzig auf dem Platze erschienen und noch nachträglich F. Cavael in Leipzig, der mit Originaltuschzeichnungen, verkleinerten Wieder gaben in Kupferätzung, Pracht- und Geschenkwerken seinen Platz wirkungsvoll geziert hat. Der Platz vor dem Bureau des Ausstellungsleiters, Herrn A. Woernlein, ist jetzt auch noch ausgenutzt worden. In 11 Rahmen präsentiert sich hier eine Kollektiv-Ausstellung der periodischen Presse des Ausstellungsgebietes. Auf Vollständig keit kann sie aber keinesfalls Anspruch erheben; die politischen Zeitungen, je in einer Nummer herangezogen und nach ihrein Erscheinungsort zusammengesteckt, scheinen noch leidlich sorg fältig zusammengetragen zu sein, die Fachpresse dagegen ist ganz unvollständig vertreten. Wie viel erscheinen allein in der Druckerstadt Leipzig Fach- und wissenschaftliche Zeitschriften! Wenn sie alle, der angebrachten Ueberschrift entsprechend, hier hätten Platz finden müssen, so hätte man ein gut Teil Rahmen mehr füllen können. Unser Börsenblatt fehlt auch hier wieder. — Gegenüber hat Carl Flemming's Verlag in Glogau mit seinen klaren und deutlich ausgeführten Wandkarten, mit seinen Kreiskarten, der gangbaren Kollektion: Flemmings vaterländische Jugendschriften und anderen Verlagsartikeln, worunter besonders das Töchteralbum und Herzblättchens Zeitvertreib heroorstechen, Platz genommen. — Ein neuer Zweig des Sammelsports tritt uns nebenan entgegen. Brief marken, Siegelmarken, Ansichts-Postkarten, Liebigbilder, alles dies ist noch nicht genug, um den fast in jedem Menschen ruhenden Sammelgeist zu befriedigen. O. R. Seemann in Friedenau-Berlin hat die Idee gehabt, in den Porträtmarken ein neues Objekt für die Sammelwut zu finden. Diese Marken, sauber in Kupferdruck und auch in Steindruck bei Giesecke L Devrient in Leipzig ausgeführt, zeigen die meist scharfen Porträts hervorragender Persönlichkeiten (gekrönte Häupter, berühmte Frauen, Staatsmänner, Dichter, Gelehrte, Komponisten, Maler u. s. w.) aller Zeiten und Länder. Durch die jedem Bildnisse gegebene symbolische Umrahmung wird zugleich die Bedeutung der Persönlichkeiten oder ihrer Zeit angedeutet, kurze biographische Notizen, auf einem coupon artigen Streifen angefügt, erhöhen den Wert der Marken als Bildungs- und Unterrichtsmittel. Die Marken werden in zwei Ausgaben, der Liebhaber-Ausgabe (Kupferdruck) und der Jugendausgabe (Steindruck) geliefert. Jeder kann sich also jetzt für geringes Geld in eigens dazu gelieferten Albums eine interessante Porträt-Sammlung anlegen. Mit der Betrachtung des ersten Raumes glauben wir jetzt fertig zu sein, wenn nicht etwa inzwischen eingetretene Veränderungen uns zu nochmaliger Rückkehr veranlassen sollten. Wir wenden uns einige Stufen hinab zu dem zweiten Teil der Buchgewerblichen Kollektiv-Ausstellung, der die Hilfsgewerbe des Buchhandels, Schriftgießerei, Gravierkunst, Galvanoplastik, die graphischen Künste, Photographie, die mechanischen Künste und auch wieder die Buchbinderei in ihren verschiedensten Zweigen enthält. Eine strenge Gruppierung ist auch hier nicht durchgeführt — selbst reiue Buchhandlungen finden wir hier noch untergebracht —, so daß die Betrachtung in der Reihenfolge, wie sich die einzelnen Aussteller bei einem Rund gang zeigen, uns auch hier am zweckmäßigsten erscheint. An die buchgewerbliche Kollektivausstellung schließen sich dicht die Kojen und Tempel der Papierfabrikation, der Geschäftsbüchcr- fabrikation und verwandter Gewerbe an; auch sie sollen, so weit sie wenigstens für Buchhändler Interessantes bieten, in unsere Betrachtung einbezogen werden. Ein kurzer Ver bindungsgang führt dann vom Papier hinweg unmittelbar in die mächtige Maschinenhalle, in der an erster Stelle und in direktem Anschluß an die Buch- und Papicrausstellung die verschiedenen Maschinen für das Buchgewerbe Aufstellung gefunden haben. Auf diese Weise hat man ein zusammen hängendes und übersichtliches Bild des gesamten Buchgewerbes 560*
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