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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.06.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-06-08
- Erscheinungsdatum
- 08.06.1897
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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129, 8. Juni 1897. 4197 Vermischte Anzeigen. Wichtig für alle Auchhändler! 124816) Die verschiedenen Versuche in neuester Zeit, ein Vermilte- lungsorgan zwischen Buchhandel und Publikum zu schaffen, ver anlassen mich, mit einem schon lange erwogenen Plane jetzt an die Oeffentlichkeit zu treten. Ich beabsichtige die Herausgabe eines in zwanglosen Heften erscheinenden Organs unter dem Titel Deutsche Wucherei. Blätter für ^»elbstanzeigen der Verfasser und Verleger. Der Inhalt ergiebt sich aus dem Titel, im besondern aus dem Untertitel, von selbst. Die „D. B." soll statt der üblichen Kritiken, denen sich gerade genug Zeitschriften und Tages zeitungen widmen, nur Selbstberichte der an einem Buche meist Interessierten, nämlich des Verfassers oder des Verlegers, ent halten. Dies Programm wird einem nur aufs Ideale gerichteten Sinne gering erscheinen; zugegeben — es liegt mir aber mehr daran, etwas Praktisches zu schaffen. Letzteres glaube ich vor allem — von der Gestaltung des Inhalts spreche ich später noch einmal — durch eine eigenartige Verbreitung des neuen Organs zu er reichen. Dieselbe wird von Anfang an eine weite, sich gleich mäßig über das ganze deutsche Sprachgebiet erstreckende sein. Und zwar soll das dadurch erzielt werden, daß die 2755 in der „Blauen Liste"' der Leipziger Bestellanstalt (s. Adreßbuch (1897, V. Abtlg., S. 865) vertretenen ausgewählten Sortiments firmen dauernd ohne alle Kosten je 10 Exemplare der „D. B." erhalten. Auf besonderes Ersuchen wird auch einzelnen Firmen, die nicht in jener Liste aufgeführt sind, die obige Anzahl geliefert werden, so daß, rechnet man noch die Belegexemplare rc. hinzu, eine Gruudauflage von 30 000 Exemplaren herauskommt. Für eine Mindestauflage in dieserHöhe und Versendung der selben in der oben angegebenen Art wird jede Garantie geboten. — Kleineren Handlungen werden die 10 Gratisexemplare genügen; die größeren Sortimentsfirmen indes sind gebeten, nach Kräften für eine möglichst ausgedehnte Verbreitung des neuen Organs zu sorgen, indem sie Abonnenten beschaffen. Denn die „D. B." soll nach außen keineswegs als Gratisoffertenblatt aus- ireten. Sic hat ihren Preis, wie die Hinrichs'sche Bibliographie ihn hat und wie ihn auch die entschlafenen „Nachrichten aus dem Buchhandel"' hatten, die aber trotzdem von vielen Sortimentern den Kunden unberechnet geliefert wurden bezw. werden. Ich bin noch nicht schlüssig, ob ich den Heften einen Verkaufspreis (20 -H) ausdrucken soll oder nicht. Meinungsäußerungen über diesen Punkt sind mir nicht unwillkommen. Den Nettopreis bestimme ich bis auf weiteres auf 10 bar. Ich komme zur Ausstattung, aus welche ich größten Wert lege. Nach dem, was ich im Anfänge gesagt habe, lege ich auf gutes Aus sehen den größten Wert. Für ganz wesentlich muß ein handliches Format erachtet werden. Handlich ist aber doch wohl nur Oktav. Dies habe ich gewählt (ca. 21:14 om). Es hat auch den Vorzug vor den großen Formaten, daß es nicht zum Einwickeln von Butterbrot v. s. w. zu benutzen ist. Das Papier wird holzfrei, fest und weiß sein. Der Druck wird in einer der ersten Druckereien Leipzigs erfolgen und soll nichts zu wünschen übrig lassen. Der Satzspiegel wird ca. 17 om hoch und 10 om breit sein. Auf die Seite gehen 40 Zeilen (Borgis), die im Durchschnitt je 19 Silben bezw. 64 Buchstaben enthalten. Die Hefte werden mit einem kräf tigen Umschlag versehen, broschiert und ausgeschnitten. — Nach diesen Angaben kann sich jeder Buchhändler das Aeußere der „D. B." sofort vergegenwärtigen, und niemand braucht eine Ent täuschung zu befürchten, wie sie mir und wohl manchem außerdem durch andere Mittel zur Hebung des Bücherabsatzes bereitet wurde. In Format und Umfang wird die „D. B." am meisten den weitbekannten Heften von Hardens „Zu kunft" entsprechen. Auf den Inhalt zurückkommend, erwähne ich, daß der Text aus Fraktur gesetzt wird; Orthographie nach Duden. Hervorhebung einzelner Werke und Sätze im Text ist nur durch gesperrten Druck zulässig, da sctlc Schrift für die Titel Vorbehalten ist, welche biblio graphisch und je nach Vorlage bezw. nach der Schrift des angezeig ten Werkes aus Fraktur oder Antiqua gesetzt werden. Die An zeigen werden systematisch geordnet nach Anleitung der Einteilung in den Hinrichsschen Katalogen. Jedes Heft enthält drei Register: 1) Aufzählung der vertretenen Wissensgebiete (ohne Titel); 2) Abgekürzte Titel, geordnet nach dem Alphabet der Ver fasser; 3) Alphabet der Verleger. — Die Hefte werden zu Bänden zusammengefaßt, für die Titel und Register geliesert werden; auch werden Einbanddecken zur Verfügung stehen. Es wird nur aus Anzeigen besserer Werke gerechnet; deshalb muß sich der Herausgeber Zurückweisung von Aufträgen Vorbehalten. Damit ist nicht gesagt, daß die „D. B." im Sinne einer be stimmten Richtung oder Partei geleitet werden soll; vielmehr werden in dieser Beziehung lediglich die Grundsätze jedes anständigen Blattes, z. B. des „Börsenblattes"', maßgebend sein. Auf die Beigabe von Erzählungen und anderem Untcrhaltungs- stoff wird absichtlich verzichtet. Ich erachte es für ein durch, aus falsches Prinzip, durch Novellen u. dergl. Interesse für Bücher- Anzeigen zu erwecken. Wer aus schlechtem Papier schlecht gedruckten Gratisunterhaltungsstoff liest, ist gewiß kein Bücherkäuser oder doch höchstens für Unterhaltungslitteratur in der Art des Kolportageromans empfänglich Und wenn die Bücher anzeigen nur so nebenher laufen und rein zufällig Beachtung finden sollen, dann bedarf es dafür doch keines besonderen Organs; da inseriert der Verleger ja besser in den bestehenden illustrierten rc. Zeitschriften, die ihm wenigstens anständiges Papier und sauberen Druck bieten. Nein, soll ein neues Blatt überhaupt Berechtigung haben, so muß die litterarische Anzeige den Hauptbestand, teil bilden, der nicht übersehen werden kann. — Jeder in der „D. B." Inserierende hat es in der Hand, seine Anzeige fesselnd und anregend zu Hallen, ohne der Laune oder der Urteils fähigkeit eines Kritikers preisgegeben zu sein. Es wird aber sicher zweckmäßig sein, in der Empfehlung eine vornehme Zurückhaltung zu beobachten, da überschwengliche Lobpreisungen auf das gebildete Publikum, welches Bücher kauft, eher abschreckend wirken dürften. Der Preis einer Zeile ist 2 ^ 50 H. Bei der garantierten hohen Auflage ist dies keineswegs übermäßig, wie der Vergleich mit einer illustrierten Zeitung, deren 4,5 vm breite Nonpareillezeile 1 kostet (in andern kostet dieselbe Zeile sogar 1 ^ 50 und 1 80 ->)) sofort ergiebt. Bei 40 Zeilen kostet eine ganze Seite in der „D. B." 100^; der entsprechende Raum in jener illustrierten Zeitung würde aber 152 ^ kosten, wobei ein Streifen von 1 em Breite in der ganzen Höhe der Seite außer Betracht bleiben muß, da meine Ko lumne 10 ew, 2 Spalten jener Zeitung aber nur 9 om breit sind. Letztere ist also um mindestens 50°/„ teurer. Bei 30 000 Auflage kostet eine ganze Seite der „D. B." pro Exemplar nur H, eine halbe Seite nur '/« -Z. Steigt die Auflage infolge meiner Reklamen und der gewiß nicht fehlenden Bemühungen des Sortimentsbuchhandels z. B. auf 50 000, so kostet — da der Ankündigungspreis ja keine Erhöhung erfährt, und wenn einige 100,000 Exemplare Absatz finden — 1 Seite pro Exemplar nur noch L, 'Z Seite nur '/iö H und so fort immer weniger bei steigender Auflage. Bei diesen Preisen dürfte es sehr zu empfehlen sein, die Anzeige nicht zu knapp zu bemessen. Aber auch kleinere Inserate können infolge der syste matischen Anordnung und der Register nicht übersehen werden; nur bloße Titelanzeigen sind ausgeschlossen; es müssen einige Begleit worte hinzugesügt sein, wären es auch noch so wenig und be schränkten sie sich auch auf eine reine Inhaltsangabe. Von besonderer Bedeutung kann die „D. B." für Werke werden, die beim Erscheinen aus irgend welchem Grunde nicht genügende Beachtung beim Sortimentsbuchhandel und beim Publikum ge funden haben. Solche Bücher find ja die wahren Schmerzenskinder der Verleger und Schriftsteller. — Zur Empfehlung von Zeit schriften ist die Veröffentlichung des Inhalts derselben in der „D. B." anzuraten; auch können einzelne Aufsätze wie selbständige Bücher gleichsam angezeigt werden, wobei auf die ganze Zeitschrift hinzu weisen wäre. — Ich unterbreite den vorstehenden Plan der wohlwollenden Prüfung des gesamten Buchhandels und richte im besonderen an die Herren Verleger die ergebene Bitte um Unterstützung durch Zuweisung von Aufträgen. Der Zustimmung des Sortimentsbuchhandels glaube ich sicher zu sein, da ihm ja nach diesem Plane das wert vollste Agitationsmaterial in der bedeutenden Höhe von 30000 Exemplaren vollkommen unentgeltlich geliefert wird. Es ist wohl nur billig, daß der Verlagsbuchhandel als der kapitalkräf tigere Teil das erste Risiko, welches nach der ganzen Anlage und Verbreitung der „D.B." eigentlich keins ist, übernimmt. Ist das Unternehmen erst im Gange, so wird ohne Zweifel die Auflage durch Bestellungen des Sortiments bald in die Höhe gehen. Aber der erste Schritt muß unbedingt von den Herren Verlegern gethan werden und nochmals bitte ich deshalb um schleunige Aufträge. Heft 1 soll 2-3 Bogen stark werden. Gehen mehr Bestellungen ein, so vermerke ich die letzten für Heft 2 vor. Es wird gebeten, nicht einen bestimmlen Raum für die Anzeigen vorzuschreiben, da derselbe, weil die Schrift für den ganzen Text gleich ist, lediglich durch den Umfang des letzteren bestimmt wird. — Die Herren Auf traggeber erhalten Korrektur vor dem Druck. Hochachtungsvoll Max Sampi. (Vertreter in Leipzig Herr K. 3i. Sleinacker.) Hamburg, Hohe Bleichen 34, 3. Juni 1897.
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