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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.05.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1897-05-07
- Erscheinungsdatum
- 07.05.1897
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- Deutsch
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104, 7. Mai 1897. Nichtamtlicher Teil. 3373 einen, Lehrer Elias als Vertreter des anderen Vereins begründeten den Plan, der u. a, vom Reichstagsabgeordneten vr. Osann be fürwortet wurde. Der Direktor der Hosbibliothek, Or. Nick, er- wartetete von der Volksbibliothek, sie werde in weiteren Kreisen den Wunsch, die Quellen kennen zu lernen, wecken und dadurch auch den Verkehr bei der Hofbibliothek fördern. Man sprach die Erwartung aus, daß die Stadt das Unternehmen unterstützen werde, nahm eine Resolution zu Gunsten des Planes an und wählte aus den Vorständen der beiden einladenden Vereine einen Ausschuß mit Zuwahlrecht, In Düsseldorf ist durch Schenkung eines wohlhabenden Mit gliedes an den dortigen Bildungsverein eine Lesehalle zustande ge kommen und am 10, August eröffnet worden. Es stehen Bücher und eine Anzahl Zeitschriften zur Verfügung, politische Zeitungen liegen nicht aus. Die Benutzung ist ganz frei und von Anfang an sehr stark; die Ziffer betrug bis zum 5, Dezember über 18000 Bände. Die Stadt Düsseldorf hatte bereits drei städtische Volksbibliotheken ohne Leseräume: nun sind solche bei der ersten Volksbibliothek in der Bleichstraße eingerichtet und am 22, November der Oeffentlich- keit übergeben worden. Die Zahl der ausliegenden Zeitschriften, ca, 30, ist für die Größe der Stadt viel zu gering. Diese -Städtische Bücher- und Lesehalle- wurde bis zum 10. Januar 1897 von 7801 Personen benutzt. In Frankfurt a, M. besteht seit dem 8, Oktober 1894 die von der dortigen Zweiggesellschaft der Gesellschaft für Ethische Kultur gegründete Freie Bibliothek und Lesehalle, Sie führt Bücher, Zeitschriften und Zeitungen aller politischen Richtungen, Da in Frankfurt außerdem stark benutzte städtische Volksbibliotheken be stehen, da ferner die wissenschaftliche Stadtbibliothek (Bibliothekar vr. Fr. El. Ebrard), in deren nunmehr auch abends geöffnetem großen Lesesaal auch Zeitschriften und Zeitungen ausliegen, und schließlich die populär-wissenschaftliche Rothschild'sche Oeffentliche Bibliothek (Bibliothekar l)r. Ehr, Berghöffer) vorzügliche Benutzungs einrichtungen hat, so darf man getrost sagen, daß die Bücherhallen frage in Frankfurt so gut wie gelöst ist. Die gleichfalls von der Gesellschaft für Ethische Kultur im Jahre 1893 gegründete Volksbibliothek und Lesehalle in Frei- burg i, Br, hatte im Herbst 1895 eine Krisis zu bestehen. Aus Anlaß der bekannten Artikel in sozialdemokratischen Zeitungen ge legentlich der vorjährigen Kriegsgedenkfeier hatte der Vorstand gegen eine Minderheit beschlossen, keine politischen Zeitungen mehr aufzulcgen, und die Folge war, daß das Lesezimmer verödete trotz der Zeitschriften. Nun hat aber jetzt, nach einem Jahre, der Vor stand die Wiederauflegung der Zeitungen aller Parteien beschlossen. Die Benutzung ist stark, obwohl das Lokal sehr abseits liegt. Die im Gegensätze zu dieser Volksbibliothek gegründete katholische Volks bibliothek legt in ihrem Lesezimmer Zeitschriften und Zeitungen ausschließlich katholischer Richtung aus. Beide Bibliotheken beziehen städtische Unterstützung. In Greifswald ist Gymnasialprofessor Or. M. Schmidt be müht, eine Bücher- und Lesehalle zustande zu bringen. Erstere, die .Volksbibliothek- wurde am 2, Februar 1897 eröffnet, die Lesehalle sollte am 1, April eröffnet werden. In Güstrow i, M, ist auf Anregung des Dompredigers Wil- helmi eine Volksbibliothek entstanden; im Frühjahr d. I. bat ein kleiner Kreis von Arbeitern daselbst eine WohlthätigkeitSvorstellung veranstaltet und den Ertrag für die Drucklegung des Katalogs be stimmt. Dieser liegt jetzt vor; er verzeichnet über 1000 Bände, In Hagen i. W, giebt es mehrere kleine städtische Volksbiblio theken bei den Volksschulen; in dem dortigen Comenius-Kränzchen (Prof, Bötticher) ist die Gründung einer Lesehalle angeregt worden. In Hamburg ist zwar bei der (rein wissenschaftlichen) Stadt bibliothek ein auch abends offenes Zeitschriftenlesezimmer eingerichtet worden, aber der allgemeinen Bildung ist damit wenig gedient, da fast ausschließlich wissenschaftliche Zeitschriften ausliegen. Da Volksbibliotheken in Hamburg nur in bescheidenen Anfängen existieren, so steht diese große Stadt in dieser Beziehung ziemlich in der letzten Linie aller deutschen Großstädte. Nun wird von seiten der Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe (sogenannten Patriotischen Gesellschaft), die Gründung von Bücher- und Lesehallen geplant; bei dem bekannten Gemeinsinn der Hamburger darf man hoffen, daß etwas Großes daraus wird. In Jena*) hatten sich die Comenius-Gesellschast und die Ge sellschaft für Ethische Kultur zusammengethan, um eine Lesehalle ins Leben zu rufen. Man gründete einen besonderen Lesehallenverein, dem es gelang, von der Karl Zeiß-Stiftung einen Jahresbeitrag von 4000 und die Bestreitung der Einrichtungskosten zu er wirken. So konnte denn die Lesehalle und Volksbibliothek am I. November feierlich eröffnet werden. Elf Räume eines günstig gelegenen Hauses, Unterer Löbdergraben Nr. 15, täglich von morgens 9 bis abends 10 Uhr geöffnet, dienen als Bücher- und Leseräume; *) Vgl. Börsenblatt 1896, Nr. 262; 1897, Nr. 88. Vtkrundseihü-Mr Iahraana. es liegen etwa 260 Zeitschriften und Zeitungen aller politischen Richtungen aus. Die Benutzung übertrifft alle Erwartung. In Kiel giebt es seit dem Jahre 1874 eine sehr gute Volks bibliothek im Hause der seit 1793 bestehenden Gesellschaft frei williger Armcnfreunde und wird von dieser unterhalten. Um, wo möglich in Verbindung mit ihr, eine Lesehalle zu schaffen, hat sich auf Einladung des evangelisch-sozialen Arbeitervereins, die an alle Vereine und an viele Privatpersonen ergangen war, ein Komitee gebildet, aus dem dann eine -Gesellschaft Lesehalle- hervorgegangen ist. Diese Gesellschaft, in deren Vorstand auch die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter vertreten sind, ist daran, die Mittel für die Lesehalle zu sammeln. Die genannte Gesellschaft hatte 1893 bei ihrer Jubelfeier 60000 ausgesetzt als Jubiläumsgabe, um damit zur Erinnerung etwas Dauerndes zu stiften. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Bücher- und Lesehalle davon geschaffen wird. In Köln sollen nach einer Schenkung des Bankiers Camp hausen, bei den städtischen Volksbibliotheken Lesehallen eingerichtet werden. In Königsberg i. Pr. ist auf Anregung der Gesellschaft für Ethische Kultur (vr. Jeßner) und mit städtischer Unterstützung am 1. November die erste Lesehalle eröffnet worden; sie ist an den Wochen tagen von 6—9, Sonntags von 4—8 geöffnet. Es liegen etwa 100 Zeitschriften und Zeitungen aller politischen Richtungen aus. In Mainz hat der Verein für Volkswohlfahrt infolge einer Stiftung des Herrn P. Käuffer am 2. Oktober 1895 eine Freie Lesehalle eröffnen können, die unter Leitung des städtischen Ober, bibliothekars vr. W. Velke musterhaft eingerichtet worden ist. Ge öffnet ist sie Wochentags abends von 6 bis */, 10, Sonntags von 10 bis '/gl vormittags. Es liegen 23 vermischte, 71 Zeitschriften für Gewerbe, Industrie und Handel, sowie 32 politische Zeitungen aller Richtungen aus. Eine Handbibliothek steht zur Verfügung; jedoch werden keine Bücher ausgeliehen. In Mannheim besteht ein Verein zur Beschaffung einer Volks bibliothek, Vorsitzender Rechtsanwalt vr. Th. Alt; die Stadt hat ihm 2000 ^ und zwei Säle eines Schulhauses zur unentgeltlichen Benutzung überwiesen, so daß die am 13. Oktober 1895 eröffnete Anstalt auch ein Lesezimmer besitzt. Ein dauernder städtischer Zu schuß von jährlich 1000 ^ steht in Aussicht. Die am 20. Oktober 1895 eröffnete Volksbibliothek mit Lese halle zu Schweidnitz ersteut sich andauernd einer starken Be nutzung; im ersten Halbjahr wurden nahezu 15 000 Bände nach Hause entliehen. Da die Anstalt von der Stadt nur mit 300 ^ jährlich unterstützt wird, so ist sie der Hauptsache nach dauernd auf die freiwilligen Beiträge der Bürgerschaft angewiesen. Allerdings sind ihre Leistungen, wenn man die Zahl und Mittel der Ein wohner in Anschlag bringt, ganz hervorragende, geradezu vorbild liche gewesen. Die Seele des Unternehmens ist Gymnasialprofessor vr. L. Hübner. In Wiesbaden bestehen, von dem Zweigverein der Gesell schaft für Volksbildung (Vorsitzender Professor K. Kühn) ge gründet, drei Volksbibliotheken, — die dritte seit dem 2. Juli 1896 — und eine Volkslesehalle, die am 1. November 1895 eröffnet worden ist. Es liegen in der letzteren jetzt 24 politische Tagesblätter aller Parteien außer der sozialdemokratischen aus; ferner 24 Zeitschriften unterhaltenden und belehrenden Inhalts und etwa 50 Fachzeit schriften. Eine Vervollständigung war zu Neujahr 1897 beabsich tigt. Die Handbibliothek zählt etwa 800 Bände; eine Ausleihe- bibliothek besteht nicht, da die Lesehalle nicht mit einer der Volksbibliotheken zusammenliegt. Aus diesem Umstande, dem Fehlen der sozialdemokratischen Presse und aus dem erhobenen Lesegelde (den Tag 2 H, den Monat 10 -), das Jahr 1 ^) erklärt sich wohl die bisher nicht sehr starke Höhe des Besuchs. Das Lesegeld sollte mit Neujahr 1897 in Wegfall kommen. Die Stadt unterstützt die Volksbibliotheken und die Lesehalle mit 2000 ^ jährlich. Eine Verbindung mit der (wissenschaftlichen) Landes bibliothek, wie Reyer eine solche in Graz erwirkt hat, besteht nicht. Die Ottendorfersche Freie Volksbibliothek in Zwittau (Mähren) versandte ihren vierten Jahresbericht. In den benachbarten Dörfern sind Sammelstellen errichtet. Die Bücherentleihung ist von 55096 Bänden des Vorjahres auf 59503 gestiegen, der Anteil der populär wissenschaftlichen Werke hat gegen den der unterhaltenden etwas zugenommen, leider stehen unter den letzteren die seichten und wert losen in erster Linie. Im Vortragssaal wurden 27 Vorträge ge halten. Die Verwaltungskosten, etwa 12000 trug wiederum der Stifter der Bibliothek, Herr Oswald Ottendorfer, Besitzer der New Parker Staatszeitung in New Park. — Auf der General-Versammlung der Comenius-Gesellschast zu Berlin am 26. Mai und auf dem Verbandstage der Rheinisch- Westfälischen Bildungs-Vereine am 27. September 1896 zu Remscheid war die Bücher- und Lesehalle ein Hauptgegenstand; Schreiber dieses hielt in beiden Versammlungen den Vortrag. Da im Gebiet des rheinisch-westfälischen Verbandes von 26 Städten mit mehr als 25000 Einwohnern sechzehn weder Volksbibliotheken noch Bücherhallen haben, darunter drei Städte mit mchr als 453
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