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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.05.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-05-05
- Erscheinungsdatum
- 05.05.1897
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
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Dieser Brief zeugt von dem freundlichen Entgegenkommen, das den Bestrebungen der Vereinigung auch von anderer Seite aus Prinzipalskreisen bewiesen ist Der erwähnte Brief des Schweizerischen Buchhändlervereins an den Vorstand des Börsenvereins lautet: »An den Vorstand des Börsenoereins der deutschen Buchhändler in Leipzig. »Geehrte Herren Kollegen! »In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 26. Mai d. I. teilen wir Ihnen hierdurch mit, daß sich die Hauptver sammlung des Schweizerischen Buchhändlervcreins mit der von Ihnen aufgestellten Lehrlingsfrage beschäftigt und solche sympathisch begrüßt hat. »Die schweizerischen Buchhändler stellen sich prinzipiell auf den Boden, cs sei dem aus Gehilfenkreisen immer zahlreicher werdenden Begehren nach einer Lehrlingsprüfung wenn irgend möglich zu entsprechen. Wir halten es für unsere Pflicht, das Streben nach besserer Berufsbildung nach besten Kräften zu unterstützen; es liegt in unserm In teresse, tüchtige Mitarbeiter heranzubilden, die uns in rich tiger Weise unterstützen und die auch höheren Anforderungen genügen können. »Die Ausführung dieser Aufgabe: 1. im Geschäft ergiebt sich von selber, indem jeder Prinzipal es sich zur Pflicht machen wird, seinen Lehr ling praktisch und theoretisch so anzuleiten, daß er das Examen mit gutem Erfolg bestehen kann; 2. außerhalb des Geschäftes soll der Prinzipalseinen Zögling anhalten und ihm die nötige Zeit gewähren, überall, wo kaufmännische oder sonstige Fortbildungs kurse bestehen, dieselben zu besuchen. In größeren Buchhändlercentren, wie Leipzig, Berlin, Stuttgart rc., ist dahin zu wirken, daß in den Unterrichtsfächern Aufsatz, Korrespondenz, Buchhaltung u. s. w. die unserm Berufe eigentümlichen Verhältnisse berücksichtigt werden. Vorträge über unsere Geschichte und Organisation brauchen nicht so einseitig gehalten zu werden, daß sie nicht auch von andern jungen Kaufleuten mit Vor teil angchört werden können. — In den Universitäts städten sollten die Buchhandlungslehrlinge ein Kolleg über Litteraturgeschichte belegen. — Auch eine Art Handelsethik müßte gelehrt werden. Wenn sich eine solche in einem guten Geschäft von selber ergiebt, so sollten doch auch theoretisch den jungen Leuten Grund sätze eingeprägt werden, wie: Fernhalten aller schlechten Litteratur, Loyalität der Konkurrenz gegenüber rc. »Das Examen selbst würde in den kaufmännischen Kursen statifinden wie für die andern jungen Kauf leute, nur ausgedehnt auf die buchhändlerischen Ge biete. Für die Ucberwachung des letzteren Zweiges, auch für die etwa nötig werdenden Zuschüsse hätte der Kreis- und Ortsoercin, wenn nötig, unterstützt durch den Börsenverein, aufzukommen; 3. Lehrmittel. Es erscheint notwendig, und wird der Börsenverein eingeladen, dafür besorgt zu sein, daß ein Kompendium der Geschichte und Organisation des Buchhandels herausgegeben wird; dasselbe sollte ein wirklich praktisches Vademccum sein, alles in knapper deutlicher Form enthalten, was dem Buchhändler in Bezug auf seinen Beruf zu wissen nötig ist, die Buch händler-Korrespondenz in kurzen klaren Beispielen ge zeigt, die Buchhaltung, die Bilanz des buchhändlerischen Geschäftes, Sortiment, Verlag und Buchdruckerei, jede Branche für sich und miteinander verbunden, auch sollte darin die Litteraturgeschichte vom praktischen buch händlerischen Standpunkt berücksichtigt, sowie endlich auch auf die buchhändlerischen Usancen aufmerksai» gemacht werden. »Wenn der Börsenverein einen derartigen Entwurf aus arbeiten und seinen Mitgliedern zur Begutachtung und Er gänzung vorlegen läßt, so ist nicht zu zweifeln, daß ein für den jungen Buchhändler praktisches Lehrmittel entsteht, an dem er Lust und Freude hat, an dem er sich selber foUbilden kann. Hochachtungsvoll namens des Vorstandes des Schweizerischen Buchhändlervereins »Präsident: A. Francke, Schriftführer: M. Kieschke. »Bern und Winterthur, den 7. September 1896.« Fortbildungskursus für Buchhändler-Lehrlinge in Braunschweig. Auf die erwähnte Eingabe der Mitteldeutschen Buch handlungs-Gehilfen - Vereinigung hin hat sich der Buch händler-Verband Hannover - Braunschweig außer ordentlich eingehend mit der Lehrlingsfrage beschäftigt. Nach einem auf alle in Betracht kommenden Verhältnisse eingehen den Referat des Herrn B. Göritz (siehe Börsenblatt 1896, Nr. 72) und längeren Ausführungen des Herrn De. Stege mann, des Syndikus der Handelskammer, wurde in der Versammlung vom 1. März 1896 beschlossen, »mit den Handelskammern in Hannover und Braunschweig in Ver bindung zu treten, um den Lehrlingen den Besuch der kauf männischen Fortbildungsanstalten unter Rücksichtnahme auf die besonderen Anforderungen unseres Berufs zu ermöglichen«. Infolgedessen ist auch, wie mir Herr vr. Stegemann kürzlich mitteilte, in Braunschweig ein besonderer Kursus für Buch handlungs-Lehrlinge eingerichtet, der den allgemeinen Unterricht in der dortigen kaufmännischen Fortbildungsschule ergänzt. Herr Seminarlehrer Hecke, der vom Oktober 1896 an den Unterricht übernahm, nachdem von Mai bis September Herr Professor Dahn unterrichtet hatte, war so freundlich, mir nähere Angaben darüber zu machen. Es wurde für die Buchhandlungslehrlinge ein Kursus von wöchentlich 2 Stunden Litteraturgeschichte eingerichtet Anfangs waren über 20 Schüler daran beteiligt, später sank deren Zahl auf 11. Der Unter richt wurde nicht nach Art des an Schulen üblichen, sondern vorwiegend in encyklopädischer Weise erteilt und während der letzten 4 Monate die ganze Zeit von Klopstock bis zur roman tischen Schule behandelt Im neuen Schuljahre sollte dann außer der Fortführung des Genannten bis zur Gegenwart unter dem Namen »Encyklopädie« eine Zusammenfassung des buchhändlerischen Wissens dem Unterricht eingefügt werden, wie etwa Aehnliches sich bereits in der Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig findet. — Auf die Abhaltung einer Lehrlings prüfung wurde Verzicht geleistet, dagegen den betreffenden Schülern im Jahreszeugnisse auch eine entsprechende Censur erteilt. .... Man betrachtete dies ganze erste Jahr der neuen kauf männischen Fortbildungsschulen vorwiegend als eine Zeit des Experimentierens In didaktischer und methodischer Be ziehung müssen auf dem Gebiete des buchhändlerischen Unter richts die Wege erst noch gebahnt werden; selbst in der Leipziger Buchhändler-Lehranstalt unterscheidet sich der Litteraturunter- richt fast gar nicht von dem auf höheren Schulen üblichen. — Soweit die Mitteilungen des Herrn Hecke. Es ist dies nur ein bescheidener Anfang; aber aller An fang ist schwer, und es werden sich noch Mittel und Wege finden, um in Zukunft zu einem bessern Erfolge zu gelangen. Die Oeffentliche Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig wird aus den Mitteln des Vereins der Buchhändler zu Leipzig durch freiwillige Beiträge der Mitglieder und das Schulgeld, das 30 ^ beträgt und vom Lehrherrn bezahlt wird, erhalten. Zur Aufnahme sind nur Lehrlinge der Vereinsmitglieder be rechtigt. Es wird erwartet, daß jeder Lehrling die Kenntnisse mitbringt, welche in der obersten Klasse der Bürgerschule er-
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