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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.08.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-08-04
- Erscheinungsdatum
- 04.08.1900
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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5788 Nichtamtlicher Teil. 179, 4. August 1900. viele Mitglieder des Vereins eingesehen haben, daß sie Unrecht hatten, nach gewissen Orten außerhalb Berlins mit 10 Prozent zu rabattieren, und sich verpflichtet haben, es nicht wieder zu thun. Aber die Sache ist die, Sie erfahren nicht, was der Vorstand thut. Sie werden wohl alle Jahre im Rechenschafts bericht einmal darüber summarisch aufgeklärt, aber die vielen Details erfahren Sie nicht. Deshalb muß ich diese Vorwürfe gegen Leipzig und Berlin hier zurückweisen. Es kann nicht loyaler vorgegangen werden, als es geschieht; nur muß man diesen Vereinen die erforderlichen Unterlagen bringen. (Zuruf: Es ist von keinem Vereine die Rede gewesen. Die Städte sind genannt worden!) Es wird allgemein gesagt, von Berlin und Leipzig aus werde überallhin geschleudert. Daraus kann man schließen, es geschehe ungestraft und werde von den Vereinen einfach geduldet. Wie jener Bericht des Herrn Seippel im Börsen blatt erschien, habe ich im Vorstande angeregt: wir müssen einmal dieser Legende begegnen, es wird zwar nicht direkt behauptet, sieht aber so aus, als wenn das alles ungestraft geschehen dürfe. Darauf erschien die Bekanntmachung im Börsenblatt, worin wir gesagt haben: »Der Börsenvorstand giebt bekannt, daß jeder ihm mitgeteilte Fall von unerlaubter Schleuderet energisch untersucht wird, rc.« Es hat aber nichts genützt. Dieselbe allgemeine Klage wurde auch in der letzten Zeit von Herrn Seippel wieder erhoben. Ich kann ihm diesen Vorwurf nicht ersparen, aber sein Aufsatz war so gehalten, daß der nicht Eingeweihte glauben konnte: es kann von hier aus jeder ungestraft schleudern, so viel er will. Das ist aber nicht der Fall, und das mußte konstatiert werden. Wenn dabei scharfe Worte gefallen sind, so bin ich nicht berufen, das zu ver teidigen; das werden wohl andere thun. Aber um Ihnen einen Beweis zu liefern, wie sehr Leipzig den Börsenvereins vorstand unterstützt, will ich Ihnen Mitteilen, daß vor zwei Tagen in Leipzig ein Beschluß gefaßt worden ist, zu dem sich der ganze Sortimentsbuchhandel gratulieren kann. Cs ist damit ein langersehnter Erfolg erzielt worden, der Ihnen eigentlich erst übermorgen mitgeteilt werden sollte; ich bin aber ermächtigt, heute schon davon zu sprechen. Der Verein Leipziger Kommissionäre hat den Beschluß gefaßt: alle gesperrten Firmen auszuschließen. (Bravo!) Bedenken Sie, was das heißt, welcher große Schritt damit gemacht ist, welche Unterstützung der Börsenvereins vorstand dadurch erhält, daß die gesperrten Firmen durch die Kommissionäre einfach ausgeschlossen werden. Es thut mir leid, daß ich so ausführlich sein mußte; ich hätte gewünscht, Herr Engelhorn hätte an meiner Stelle das Wort ergreifen können. Aber ich wollte anderseits zeigen, inwiefern der Verbandsvorstand unsere Wege gekreuzt hat. Wir hatten damals die Absicht, an die Verleger heran zutreten, sie zu bitten, klipp und klar nochmals zu erklären, daß sie treu und fest zum Börsenverein halten wollen, daß sie auch die Lieferung mit gekürztem Rabatt fallen lassen und allen Firmen, die der Börsenverein sperrt, überhaupt nichts mehr liefern. Wir sind auf dem besten Wege ge wesen; diesen Schritt können wir aber nicht thun, wenn Sie eine so weitgehende Agitation anfangen, da können wir nicht gleich hinterher kommen; das ist mindestens auf ein halbes Jahr, vielleicht auf ein ganzes vereitelt. Daß das aber geschehen sollte, werden meine Kollegen im Vorstande bestätigen, und es ist uns der Gedanke nicht etwa nachträg lich gekommen. Wir wollen aber nicht einen Scheinvorstand bilden, wir wollen lieber zurücktreten, wenn wir sehen, daß wir keine Fortschritte erzielen; aber ich darf sagen, daß in den letzten Jahren große Erfolge erzielt worden sind. Es ist das allein ein nicht zu unterschätzender Erfolg, daß Berlin und Leipzig offiziell erklärt haben, sie ständen heute auf dem Standpunkte, nur an Ort und Stelle den erlaubten Rabatt zu gewähren, nicht aber nach außerhalb, wo weniger als 10 Prozent gestattet ist. (Zuruf.) Ja, das war bisher nicht so präcis von Berlin anerkannt, wie es jetzt geschehen ist, und wir halten das für einen großen Fortschritt. (Zuruf: Was nutzen die Versicherungen?) Wir wissen auch genau, daß die beiden Vereine die Sachen streng verfolgen und untersuchen; deshalb wollte ich nur dem Ausdruck gegeben haben, daß der Börsenvereins vorstand lebhaft bedauert hat, in seinen Schritten gehindert worden zu sein, und ich möchte wünschen, daß Ihre Agita tion recht bald zu den Akten gelegt wird. Es ist ein schätz bares Material, was uns gewiß nützen wird, wenn wir unsere Schritte thun; aber es wäre besser, die Sache würde bald abgeschlossen, damit der Börsenvereinsvorstand, so lange er Ihr berufenes Organ ist, in der Lage ist, selbst weitere energische Schritte zu thun. (Vielfaches Bravo!) Vorsitzender: Ich glaube, aus meinen Ausführungen vorhin ging klar hervor, daß wir uns mit unserer Agitation durchaus nicht in Opposition gegen den Bvrsenvereinsvorstand haben stellen wollen. Weshalb wir uns nicht an den Börsen vereinsvorstand wenden wollten, habe ich klar und deutlich ausgesprochen: weil wir Stellen treffen wollten, die vom Börsenverein nicht getroffen werden, und die zu treffen dem Sortimentsbuchhandel sehr angelegen sein muß. Sie können ja viel besser als ich aus Ihrer Erfahrung aussprechen, welche Schwierigkeiten Ihnen auch gerade durch den kleinen Sortimentsbuchhandel draußen bereitet werden. Ich möchte mich nicht weiter darauf einlaffen. Wir mußten uns auf dasjenige verlassen, was uns aus den Kreis- und Orts vereinen berichtet wurde, und mußten auch die erwähnten Firmen, die außerhalb des Börsenvereins stehen, in der Agitation zu treffen suchen. Herr Credner: Ich kann mich sehr kurz fassen, nachdem durch die Ausführungen des Herrn Müller die Situation in dankenswerter Weise geklärt worden ist. Ich danke ihm aber noch besonders, daß er in diesem Angriffe auf Leipzig auch einen Angriff auf den Börsenvereinsvorstand erkannt hat, indem dem Börsenvereinsvorstand der Vorwurf gemacht wurde, daß er gegen Leipzig eine besondere Nachsicht aus übe. Eine solche Nachsicht haben wir nicht verlangt; wir wollen sie nicht. Wir haben stets treu zu dem Börsen vereinsvorstand gestanden; der Leipziger Verein war einer der ersten, der im Jahre 1888 voll zum Börsenverein über gegangen ist. Wenn nun trotzdem, während die ganze Signatur der Zeit darauf hinweist, daß nur durch Ver söhnung etwas zu erzielen ist, immer wieder gegen Leipzig angekämpft wird und gegen Leipzig Vorwürfe erhoben werden, — ich habe das vorhin schon bei Gelegenheit des Jahresberichts bemerken müssen: wer wird sich aufdrängen wollen, wenn er nicht gewünscht wird? Man muß doch ein geladen werden — so kann, wenn auch immer nur von Leipzig gesprochen wird, damit nur der Verein Leipziger Buch händler gemeint sein; er ist der Vertreter des gesamten Leipziger Buchhandels, und wenn so allgemein gesagt wird: in Leipzig wird geschleudert, so trifft das jeden Leipziger. Es dreht sich aber nur um specielle Fälle. In Hamburg haben die Herren mit einer bekannten Doppelfirma zu kämpfen und vermögen nichts gegen sie auszurichten. ksoeg,tnr intrg, wuro8 st sxtrrr. Wenn das nicht vorkäme, brauchten wir überhaupt keinen Vereinsausschuß, der auf die Sachen aufzumerken hätte. Es handelt sich doch um einige tausend Menschen, unter denen immer einige sein werden, die da glauben, ihr Interesse auf eine besondere Art und Weise wahren zu müssen, und die in unanständiger Form Kon kurrenz machen. Um gegen diese anzukämpfen, haben wir doch mühsam die ganze Organisation geschaffen, die
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