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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.07.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-07-09
- Erscheinungsdatum
- 09.07.1896
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- Deutsch
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157, 9. Jul, 1896. Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 4097 scheinen in der Hauptverhandlung entbunden worden) verhandelt und zwar wegen eines Artikels, der am 14. Januar d, I. im Berliner Lokalanzeiger enthalten war. In diesem Artikel war ge sagt, Fräulein L. T., die kürzlich vom Breslauer Schwurgerichte von der Anklage der Tötung ihres unehelichen Kindes freigesprochcn ivorden sei, habe sich jetzt mit dem Or. wscl. D. in Erfurt verlobt. Leider war nun dem Verfasser dieser Notiz, dem Angeklagten Neisser, ein arges Mißverständnis untergelaufen. Der Landgerichts rat T. hatte nämlich in den Breslauer Blättern die Verlobung seiner Tochter, die zufällig den gleichen Vor- und Familiennamen wie die freigcsprochene Dame führt, bekannt gemacht, und der An geklagte hatte dann angenommen, es handle sich um eine und dieselbe Person. Der Landgerichtsrat L. und sein zukünftiger Schwiegersohn hatten nun gegen die beiden Angeklagten Strafantrag wegen Be leidigung gestellt und die Sache in Breslau anhängig gemacht, »wo auch Exemplare der betreffenden Nummer verbreitet worden sind-. Das Gericht erachtete sowohl eine Beleidigung des Landgerichts rates und seiner Tochter als auch des Arztes für vorliegend und verurteilte Or. Gcbcl als verantwortlichen Redakteur zu 100 Geld strafe, Neisser als Verfasser zu einem Monat Gefängnis. — Die Revision Neisscrs gegen seine Verurteilung wurde am 7. Juli d. I. vom Reichsgerichte verworfen, dagegen hob dasselbe auf die Revision des Staatsanwalts das Urteil gegen beide Angeklagte unter Zurückweisung der Sache an das Landgericht Breslau auf, weil dem Anträge des Staatsanwalts, die Angeklagten zum persön lichen Erscheinen in einem neu anzuberaumenden Termin zu laden, nicht Folge gegeben worden war. Der Staatsanwalt hatte diesen Antrag im Interesse der Angeklagten gestellt, weil ihm daran lag, daß sie sich über seinen erst in der Hauptverhandlung gestellten Antrag auf Publikation des Urteils äußern könnten. Das Reichs gericht nahm, entgegen der Ansicht der Reichsanwaltschaft, die die Revision der Staatsanwaltschaft als unzulässig bezeichnete, an, daß der Antrag des Staatsanwalts nur zu grinsten der Angeklagten gestellt worden sei. Die Publikation des Urteils sei als Strafe auszufasscn, wie das Reichsgericht schon öfter ausgesprochen. Von der Chicagoer Weltausstellung 1893. — Dem Rcichsanzeiger entnehmen wir folgende Mitteilung: Auf der Weltausstellung in Chicago 1893 ist von den an der Deutschen Unterrichtsausstellung beteiligten Ausstellern (Behörden, Universitäten, Instituten, Schulanstalten, Gelehrten, Firmen rc.) eine große Zahl (über 400) durch Preise ausgezeichnet worden. Die Auszeichnungen, bestehend aus Medaille und Diplom, sind in den letzten Wochen im Reichsamt des Innern eingegangen und den Beliehenen übermittelt worden. Auch aus das Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegen heiten als solches sind mehrere Preise entfallen. Das für die Unterrichtsausstellung im ganzen bestimmte Ehrendiplom lautet in der Uebersetzung aus dem Englischen folgendermaßen: -Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die National- Kommission der im Jahre 1893 in der Stadt Chicago, Staat Illinois, veranstalteten Weltausstellung durch Kongreß-Akte er mächtigt, für hervorragendes Verdienst, welches unter Beifügung der Unterschrift des prüfenden Einzelrichters hier unten näher dargelegt ist, auf Beschluß eines internationalen Richter-Kollegiums eine Medaille zuzuerkennen Seiner Excellenz, dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten in Berlin, Deutschland. -Unterrichts-Ausstellung. Ehrenpreis: Für die umfassende Gestaltung der Ausstellung, welche die Leistungen jeder Art von Unterrichtsanstalten vom Kindergarten bis zur Universität ein schließt; für die erschöpfende Darstellung der Arbeit innerhalb der einzelnen Unterrichtsgebiete; für die unbegrenzte Teilnahme der Staatsregierung an allen, die höchsten pädagogische» Fragen berührenden Interessen, sowie für den Geist, der sich in ihrer Pflege bekundet; für die außerordentliche Wirkung der Erziehungs arbeit. Die Pädagogik in ihrer höchsten Entfaltung ist in glän zender Steigerung zur Darstellung gebracht. Ihre Grundlehre» sind durch Beispiele in wundervoller Mannigfaltigkeit erläutert. Gute Pläne und Zeichnungen sind in großer Zahl vorhanden. Eine Ausführung von seltener Vorzüglichkeit krönt das Ganze, das eine Ehre für das Reich ist und ein Beispiel für die Welt. K. Bucnz, Präsident des Abteilungs-Komitees; Josiah H. Shinn, Einzelrichter; Geo. R. Davis, General-Direktor; John Boyd Thacher, Vorsitzender des ausführenden Ausschusses für Aus zeichnungen; T. W. Palmer, Präsident der Nationalkommission für die Kolumbische Weltausstellung; Ino T. Dickinson, Sekretär der Nationalkommission.» Unrichtige Angaben über die Auflage einer Zeitung. — Aus Stettin wird dein Breslauer Generalanzeiger gemeldet: Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts hatte sich der Zeitungsverleger Gustav Moritz von hier wegen Betruges zu verantworten. Anfang Oktober v. I. hatte der Angeklagte in Stettin eine -Landwirtschastliche Hausfrauenzeitung- begründet. Während die erste Nummer des Blattes in einer Auflage von 10000 Nummern erschien, wurden von den anderen Nummern immer nur 500 Exemplare gedruckt. Moritz hatte nun mehreren Inserenten Probenummern mit entsprechendem Prospekt übersandt, durch welchen die Inserenten in den Glauben versetzt werden mußten, das Blatt erscheine nicht in 500, sondern in 10000 Exem plaren. Die Geschädigten stellten gegen Moritz Strafantrag, und der Gerichtshof verurteilte ihn wegen Betruges in drei Fällen zu 6 Monaten Gefängnis und 300 ^ Geldstrafe. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. Uaebwsistsr's Litsrarisobsr Nonatsbsriebt kür Lau- null lugsuisur- wiessosvbaltsv, LIsictrotsebuiic uuci vsrrvauclts Lsbists. 2. labr- gavg. Nr. 7. (1. lull 1896.) 8°. 8. 97-112. Vorlax von Luobiuslstsr L Ural in Lsignig. — clo. 8eblüsssl ciaau. 2. llabrgavg. Nr. 7. (1. lluii 1896.) 8". 8. 97—112. Vorlag vou Laobmsistsr L Vbal iu Lsixrug. luristisobos Littoraturblatt. Nr. 76. Lcl. VlII, Nr. 6. (4. lluii 1896.) 4". 8. 129—152. Oarl L o> mauus Vortag iu Lorliu VI Ilmrieds' Limsjadrs-Xat-rlog clor im clsutsedsu Lueddrmäol sr- sobisoousu Lüobsr, 2oitsebristsr>, Lauälcartoo sie. ll'itsivsrxvieduis uuci 8aebrsgistor. Nsuutor üauci. 1891—1895. Loarbsitot v. Lsiurieb VVoiso. 1.—8. Listoruug: llabsl—Lrobubäussr. 4". 8. 1—384. Leipzig 1896, 4. 0. Uinrieds'sodg Luobbaucl- luug. Lrosod. ä Liolrg. 2 40 H orä. Jahresbericht der Handelskammer zu Leipzig. 1895. Erster Theil. Einleitung des zweiten Theils. gr. 8". 132 S. Leipzig 1896, I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. Ooutsoko Littoratur cles XVIII. unä XIX. llakrliuuclorts u. Ilobor- soteuugsu. Nob8t Huaaug: VsrsobioäsusIVIssouLebaltou. rlvtiq.- Xatalog No. 10 vou Nax 8odwiclt's Luobbauclluug uuci Xutiguariat iu Naumburg a/F. 8". 41 8. 6a. 1300 Nru. Aus dem Antiquariat. — Die umfangreiche Bibliothek des in Tübingen verstorbenen Professors der Chemie vr. Lothar von Meyer wurde von dem naturwissenschaftlichen Antiquariate von Richard Jordan in München erworben. Die Herausgabe des Katalogs erfolgt in mehreren Abteilungen, von denen die erste in den nächsten Tagen erscheinen wird. Ausstellungspreis. — Die Firma Ernst Heitmann in Leipzig erhielt auf der Sport-Ausstellung in Münster i. W. für das ausgestellte Werk Schwanebergcrs Briefmarkensammelbuch, sowie für andere philatelistische Werke und für Ansichts-Postkartcn- Albums die silberne Preismedaille nebst AncrkennungSdiplom. Sprechsaal. Ein Lehrer als Buchhändler! Es ist eine bekannte Thatsache, daß vielfach die Herren Ver leger sich über die wenig thätige Verwendung für ihren Verlag seitens der Sortimenter beklagen; anderseits merkt aber auch der thätige und noch mehr der nichtthätige Sortimenter einen steten Rückgang des Bücherabsatzes und eine fortwährende Abnahme der festen Bestellung seitens seiner Kunde». Dies ist jedoch kein Wunder, wenn man sich einmal davon überzeugt, wer alles im Buchhandel herumarbeitet, und wie sorglos, ohne jede Prüfung auf Echtheit der Firma, ein jeder Verlangzettel vom Vcrlagsorte oder den Ver lags - Auslieserungsstcllen gegen bar mit höchstem Rabatt er ledigt ivird. Einen derartigen Fall haben wir jetzt in hiesiger Stadt zu verzeichnen. Herr Oscar May, Lehrer der IV. Bezirksschule in Chemnitz, unterhält, was uns bisher unbekannt war, seit Jahren eine ständige Vertretung in Leipzig, und zwar durch die Firma L. Fernem daselbst, verschreibt sich aus mit seinem Namen Unter zeichneten Bestellzetteln sämtliche bei ihm bestellten Bücher, die er sich von seinem Kommissionär nach hier senden läßt und hier vertreibt. Der Umstand, daß der Name betreffenden Herrn Oscar May's mit der am hiesigen Platze befindlichen O. May's Buchhandlung gleichlautend ist, ohne daß jedoch eine nähere Be ziehung zwischen beiden bestände, scheint der sofortigen Erledigung seiner Bestellungen von Seite der Herren Verleger besonders günstig gewesen zu sein. 558
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