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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.07.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-07-09
- Erscheinungsdatum
- 09.07.1896
- Sprache
- Deutsch
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4094 Nichtamtlicher Teil. 157, 9. Juli 1896. timent pflegte er auch den Verlag, und es bedarf nur der Nennung von Namen wie Pettenkoser, Veit und Ziemssen, die er zu seinen Autoren zählte, um darzuthun, wie erfolgreich er auch auf diesem Gebiete gewesen ist. Gleichfalls im Alter von 60 Jahren verstarb am 20. Mai d. I. Friedrich Stattmann, der Inhaber der schon über hundert Jahre bestehenden Firma Karl Aue i» Stuttgart, die er im Jahre 1888 übernahm und bis zu seinem Tode erfolgreich wcitcrführte. Seine Ausbildung erhielt er seiner Zeit in der Franckh'schcn Verlagshand lung hier, wo er seine Lehrzeit verbrachte, und später als Gehilfe in einer Anzahl geachteter Häuser, die ihm alle das Zeugnis eines sehr tüchtigen und fleißigen Arbeiters gaben. Im Jahre 1867 kaufte er C. Fr. Meyers Buchhandlung in Weißenburg, die er später gegen die Firma Karl Aue vertauschte. Vor wenigen Tagen erst haben wir Kommerzienrat Carl Grüninger, der im rüstigen Mannesalter einem qualvollen Herz leiden erlegen ist, die letzte Ehre erwiesen. Grüninger wurde im Jahre 1843 in Enzklösterle geboren. Schon im jugendlichen Alter von vicrundzwanzig Jahren übernahm er 1867 die Hofbuchdruckerci zu Gutenberg, die er unter Mitwirkung seiner Brüder Gustav und Adolf zu schönster Blüte brachte. Neben diesem Geschäftszweig widmete er sich auch dem Verlagsbuchhandel, auf welchem Gebiete er gleichfalls bedeutende Erfolge erzielte. In einer in Metz etablier ten Filiale wirkte er durch Herausgabe der -Lothringer Zeitung» mit Hingebung für die Ausbreitung des Deutschtums im Reichs lande. Trotz seiner anstrengenden Thätigkeit im eigenen Geschäft fand der rastlose Mann noch Zeit, sich öffentlichen Interessen in reichstem Maße zu widmen, und das ungemein zahlreiche Trauer» gefolge, das ihn zur letzten Ruhe begleitete, bewies, welch allge meiner Achtung und Verehrung sich der durch hervorragende Eigen schaften des Geistes und namentlich des Herzens ausgezeichnete Bcrufsgenosse in allen Kreisen zu erfreuen hatte. Diesen hochgeachteten Mitgliedern unseres Vereins wollen wir stets ein freundliches Gedenken bewahren, und ich bitte Sie nach alter Gepflogenheit, sich zu ihrer Ehre von Ihren Sitzen zu erheben. Mußte Ihnen Ihr Vorstand seit einer Reihe von Jahren regel mäßig von erneuter Einreichung unserer Petition gegen die den Buchhandel bedrohenden Bestimmungen des dem Reichstage zu- gegangenen Antrags bctr. die Abänderung der Gewerbeordnung berichten, so kann ich Ihnen heute die erfreuliche Mitteilung machen, daß unsere Bemühungen im Verein mit denen anderer Korpora tionen bekanntlich den Erfolg gehabt haben, daß die schwersten Schädigungen des Buchhandels aus dem Entwürfe entsernt wurden. Sehr wünschenswert wäre es, wenn bei Gelegenheit der noch aus- stehenden dritten Lesung auch noch die Bestimmung fiele, wonach jedem durch Kolportage zu vertreibenden Licferungswerkc die Zahl der Lieferungen aufzudrucken wäre, doch ist, wie es scheint, hierzu so gut wie gar keine Aussicht vorhanden. Meine Herren! Es ist schon oft an dieser Stelle ausgesprochen worden, daß die direkte Beteiligung an den den Buchhandel be treffenden gemeinsamen Maßregeln dem Süddeutschen Buchhändler» verein durch den Börsenverein und die Kreis- und Ortsvereine ab genommen worden ist. Um so wichtiger scheint es mir, daß unser Verein sich durch gegenseitige Aussprache in unserer Generalver sammlung mit wichtigen Fragen unseres Berufslebens besaßt, damit der große Einfluß, den er stets auf den Gang der Dinge gehabt hat, ihm auch ferner erhalten bleibe. Das ist ja doch der vornehmste Zweck unseres Zusammenseins, daß wir uns über das aussprechen, was unserem lieben Buchhandel frommt; und wenn wir auch keine direkte Initiative haben, so giebt es doch genug Mittel und Wege, dem Geltung zu verschaffen, was wir im freien Meinungsaustausche, sei es hier in der Versammlung, sei es im zwanglosen Verkehr der einzelnen, für gut und zweckmäßig erkennen. Ich lade Sie daher ein, sich recht rege an der Ihnen von Ihrem Vorstande vorgeschlagenen Besprechung über buchhändlcrische Fragen zu beteiligen. Es ist bei Gelegenheit unseres so schön gelungenen Jubiläumsfestes im vorigen Jahre hervorgehoben worden, wie großen Einfluß der Süddeutsche Buchhändlervcrein auf die Ge staltung unserer Organisation ausgeübt hat. Wachen wir eifer süchtig darüber, daß dem auch ferner so sei und daß unsere Stimme nie stumm bleibe, wenn es gilt, zum Heile des Buchhandels zu wirken! Von Fragen, die gegenwärtig auf der Tagesordnung stehen und zu deren Besprechung unsere heutige Versammlung die beste Gelegenheit bieten dürfte, hebe ich die folgenden hervor: Die leidige Thatsache, daß ein bekannter Schriftsteller zum Ver triebe seiner Erzeugnisse sich mit Umgehung des Buchhandels der Zeitungsverleger bedient, fordert ernstlich auf, nach Mitteln und Wegen zu suchen, diesem den Buchhandel schädigenden Vorgehen zu begegnen. Sollte, wie leider zu besürchten ist, diese Vertriebs- wcise noch an Ausdehnung gewinnen und Nachahmer finden, so wäre das Sortiment schwer dadurch bedroht. Jeder gangbare Vorschlag, wie dieser Gefahr entgegengetrelen werden könnte, wäre um so mehr zu begrüßen, als bisher ein Radikalmittel vergeblich gesucht wurde. Die Hauptversammlung des Börsenvereins hat beschlossen, den vorliegenden Entwurf einer Nestbuchhandels-Ordnung noch auf ein Jahr zurückzustellen, um Gelegenheit zu geben, diesen Entwurf einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Auch über diesen Gegen stand , der von großer Tragweite ist, wäre eine Aussprache an dieser Stelle erwünscht. Ferner soll die nächste Hauptversammlung über eine Revision der Verkehrsordnung Beschluß fassen. Die Verkehrsordnung ist bei den meisten geschäftlichen Differenzen zwischen Verleger und Sor timenter nicht nur im privaten Verkehr maßgebend geworden, sondern sie hat sich auch bei den Gerichten allgemeine Geltung verschafft. Der Beschluß der nächsten Hauptversammlung wird die Verkehrsordnung voraussichtlich auf lange Zeit festlegen. Wir haben daher gewiß alle Veranlassung, den bisherigen Text sorg fältig zu prüfen, damit alle Punkte, die sich etwa nicht bewährt haben sollten, entsprechend geändert werden. Also auch hierüber dürfte eine Aussprache förderlich sein. Wenn ich diese Punkte als die wichtigsten hervorhebe, so soll damit aber durchaus nicht gesagt sein, daß sich unsere Beratung hierauf zu beschränken hätte, vielmehr ist es höchst willkommen, wenn aus der Mitte der Versammlung irgend eine Frage zur Sprache gebracht werden sollte, die für uns Buchhändler von Interesse ist. Wie alljährlich erlaube ich mir, Ihnen auch heute einige statistische Zahlen über die Bücherproduktion und den Bücher oersand von Stuttgart vorzutragen. Die Zahl der litterarischen Erscheinungen betrug im Jahre 1894: Periodische Einzel- Erscheinungen erscheinungen Deutschland 1894 10 546 22 570 Frankreich 1893/94 5 800 13 091 Großbritannien mit seinen Kolonieen 1894 4 300 6 485 Im Jahre 1895 betrug die Zahl der Veröffentlichungen in Deutschland (mit Ausnahme der periodischen) 23 607 Nummern, also über 1000 mehr als im Vorjahr. Zum Versand kamen 1895 in Stuttgart 4,24 Millionen Kilo gramm Bücher gegen 4,10 im Vorjahr. Aus diesen Zahlen ergiebt sich, daß im Anwachsen der Pro duktion, die man namentlich im Hinblick auf andere Länder wohl, ohne Widerspruch besürchten zu müssen, eine lleberproduktion nennen darf, kein Stillstand eingetreten ist. Mit der oben erwähnten Zunahme des Versands von Büchern von unserem Kommissionsplatz hat dieser den höchsten je dage wesenen Stand erreicht. Der Umstand, daß diese Zunahme eine ganz stetige ist, erfüllt uns mit der frohen Zuversicht, daß unser Bcrufszweig mit der allgemeinen Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse trotz mancher unerfreulichen Erscheinungen wacker Schritt hält, und daß namentlich auch der süddeutsche Buchhandel mit seinem Central punkt Stuttgart von frischem, gesundem Leben durchpulst wird. Damit schließe ich meine Ausführungen und frage Sie, ob etwas dazu bemerkt werden will. (Es meldet sich niemand zum Wort.) Wenn nicht — und Ihr Stillschweigen ist mir die Bürg schaft dafür —, so erkläre ich den Jahresbericht für genehmigt und erledigt. II. Der Vorsitzende: Meine Herren! Da ich im ver gangenen Jahre das Amt eines Kassierers des Süddeutschen Buchhändlervereins bekleidet habe, so habe ich Ihnen auch den Kassenbericht zur Kenntnis zu bringen. (Die Gesamteinnahmen betrugen 3587 93 H, einschließlich eines Barvortrags von 1404 27 H und des Erlöses aus ver kauften Wertpapieren (1015 15 -H). Die Gesamtausgaben be trugen 343! F II -Z, woran die Kosten der Jubiläumsscstlich- keiten im Jahre 1895 mit 3144 ^ 52 beteiligt sind. ES verbleibt ein Guthaben von 39 80 ein Kassabestand von 117 ^ 2 L und ein Besitz an Wertpapieren von 4400 V6.) Zur Prüfung des soeben vorgetragcnen Kassenberichts sind bekanntlich zwei Revisoren zu berufen; ich bitte Sie daher, zwei der anwesenden Herren hierzu vorzuschlagen. (Es werden die Herren Alfred Bonz-Stuttgart und Hermann Wildt-Stuttgart vorgeschlagen.) Ich ersuche die beiden genannten Herren, sich zur Prü fung des Kassenberichts an den Vorstandstisch zu begeben. (Geschieht.)
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