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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.08.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-08-18
- Erscheinungsdatum
- 18.08.1906
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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191, 18. August 1906. 782k> korrigierte Schülerarbeiten. Besonders wertvoll ist, daß künf tig einzelne Schlüssel als Warenproben verschickt werden können. Als solche werden auch zugelassen abgeschnittene frische Blumen, ferner Tuben mit Serum, sowie pathologische Gegenstände, sofern ihre Zubereitung und Verpackung Gefahren für die Postbeamten ausschließt. Die Zulassung von Clichss als Warenproben ist von der Mehrheit des Postkongrcsses abgelehnt worden. Bei den Warenproben, die Gegenstände aus Glas ent halten, ist aber eine andre Verpackung als Kästchen von Holz oder Metall nicht mehr zulässig. — Es ist aber noch abzuwarten, ob alle diese Erleichterungen wirklich im deutschen Jnlands- verkehr eingeführt werden. Hohes Neujahr als Festtag in Sachsen. (Vgl. Bbl- Nr. 179.) — Weitere Gutachten von Gewerbegerichten, die bekannt lich das Ministerium des Innern einfordert, liegen zu dieser Frage vor. Das Gewerbegericht in Bautzen hat ebenso wie das Dresdener einstimmig das Gutachten abgegeben, daß es zu empfehlen sei, den Hohenneujahrstag als Festtag abzuschaffen. Gleichfalls hat der Ausschuß des Gewerbegerichts der Stadt Leipzig sein Gutachten einstimmig dahin abzugeben beschlossen, daß im Interesse der ge samten werktätigen Bevölkerung der Hoheneujahrstag als be sondrer allgemeiner Feiertag aufgehoben und an dem auf den 6. Januar folgenden Sonntag kirchlich gefeiert werden möchte. Der Kaiser und das Volkslied. — In der Unterhaltung, die der Kaiser kürzlich bei seinem Aufenthalt in Essen mit den Leitern des aus Kruppschen Beamten und Arbeitern bestehenden Gesangvereins -Gemeinwohl- hatte, kam er auf das Wesen des Volksgesangs und die Aufgaben der Gesangvereine zu sprechen. Auf eine Äußerung, daß auf dem Kasseler Gesangswettstreit das reine Volkslied doch eine geringe Bedeutung gespielt habe, fiel der Kaiser lebhaft ein: Sicherlich, diese ganze Art der Gesangswettstreite sei nicht geeignet, das Volkslied zur Geltung zu bringen. In Frankfurt und Kassel sei nur ein Volkslied herausgekommen. Diese Wettstreite seien allzusehr Kunstgesang mit den schwierigen Parti turen, den kaum erreichbaren Höhen. Dadurch werde das Natür liche des Vereinsgesangs gestört. Darin sei auch wohl der Grund zu suchen, daß so ziemlich der vortrefflichste Männergesangverein beim letzten Wettstreit durch ein kleines Versehen gescheitert sei. Das eigentliche Volkslied schwinde aus den Gesangvereinen zu seinem größten Bedauern, denn er höre doch lieber ein Lied wie z. B. -Wer hat dich, du schöner Wald-, als irgend eine geschraubte Partitur. Deshalb sei die neue Ausgabe der Volkslieder, die soeben erschienen sei, herzlich zu begrüßen, und auch bei den Wett streiten müsse auf das eigentliche Volkslied mehr Wert gelegt werden. Kunsterziehung in den Volksschulen Württembergs. — Wie in Württemberg wenigstens etwas Kunsterziehung in die Volksschule eingeführt worden ist, darüber gibt eine Notiz der -Kölnischen Zeitung« Aufschluß. Es stehen dem Kultusministerium aus Etatsmttteln 1000 ^ jährlich für drei Schulbezirke zur Ver fügung; von diesen drei Schulbezirken gehören, entsprechend der Bevölkerungszahl, zwei der evangelischen und ein Bezirk der katholischen Konfession zu. Für die evangelischen Teile be stimmt das Konsistorium als Oberschulbehörde die beiden Be zirke, und der betreffende Bezirksschulinspektor darf mit einer Kommission von Lehrern und Geistlichen die Bilder wählen. Die unmittelbare Bezugsquelle für einen dieser Bezirke ist eine Kunsthandlung in Stuttgart, während die von dieser beschafften Bilder aus dem Hanfstaenglschcn, dem Voigtländerschen oder dem B. G. Teubnerschen Verlag stammen und vielfach Steindrucke aus dem Karlsruher Künstlerbunde bilden. Die leitenden Gesichts punkte für diesen Versuch, der den offiziellen Titel trägt: -Einführung von künstlerischem Wandschmuck für die Volks schulen-, waren die, die Kinder mit faßlichen und edeln Bildern aus der religiösen Kunst der Gegenwart, ferner aus dem nationalen Leben mit besondrer Berücksichtigung der Heimatkunst, mit Darstellungen aus dem Gebiet des Märchens, der Landschaft, der Geschichte, dann aber auch aus der Stoffwelt von Handel und Gewerbe vertraut zu machen. Der Umlauf geschieht auf voll- ständig geregelte Art und wechselt monatlich, bei einfallenden Ferien zweimonatlich. Durch Beiträge der Amtskorporation und Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 73. Jahrgang. der Einzelgemeinden sind Mappen, sowie kleine Holzkästen zum Versand der Bilder angeschafft, ferner die Rahmen zum Auf hängen der Bilder. Daß die Bilder hinter Glas angebracht sind, wird den Kunstfreund wegen des Spiegelns etwas ärgern, aber es ging im Interesse der Bilder, aus Schonung vor Schul staub und Fingerberührung, nicht anders. Von der ersten empfangenden Schule an ist durch eine aufgedruckte Umlaufkarte samt Datum der Versand geregelt, der jedesmal drei Bilder um faßt. Zum Schluß sollen die Bilder in die einzelnen Gemeinden frei durch Verlosung als Andenken gelangen. Was nun die pädagogische Verwertung betrifft, so werden die Bilder von den Lehrern den Kindern erklärt; es ist sogar schon ein Buch »Erklärung des Wandschmuckes- herausgekommen, und in einem württembergischen Schulblatt hat ein Schulinspektor das berühmte Bild Böcklins -Die Toteninsel- zum Gegenstand einer Unterredung zwischen Lehrern und Kindern in Form von Fragen und Antworten gemacht. Daß der künstlerische Wandschmuck für den sogenannten Anschauungsunterricht gut verwertet werden kann, steht über allem Zweifel; dann aber kommt seine Benutzung für den Aufsatz in Frage. Auch hier darf ohne Optimismus gesagt werden, daß viele dieser Bilder, es sind im ganzen 72, das kindliche Gemüt ansprechen, den Geist anregen und einen günstigen Stoff zu Aufsatzthemen und Bearbeitungen liefern, so daß dieser Versuch in den württembergischen Volksschulen bis jetzt als gelungen be zeichnet werden darf. Das Deutsche in den englischen Schulen. — Die -Morning-Post- stellt fest, daß in allen höhern englischen Schulen das Studium des Deutschen, das nie sehr geblüht habe, im Ab nehmer: begriffen ist, und beklagt das als -alarmierendes Zeichen der Zeit-. Sie sucht, so entnehmen wir den -Hamb. Nachr.-, zu zeigen, daß der Unterricht im Deutschen für die eng lischen Sekundärschulen absolut notwendig ist, ob sie sich nun Förderung der Kultur ihrer Schüler oder nützliche Vorbereitung für ihre künftige Laufbahn zum Ziel setzen. Vom Nützlichkeitsstandpunkt aus betrachtet, sei daran fest- zuhalten, daß Deutschland auf allen Gebieten Englands wichtigster Rivale sei. Es sei aber unmöglich, zu wissen, was der Rivale tue, und von ihm zu profitieren, wenn man seine Sprache nicht kenne. -Der Hauptgrund, warum uns Deutschland auf so vielen Ge bieten geschlagen hat, ist einfach der, daß die führende Klasse in England nicht Deutsch kann. Sie spricht französisch und unsre Staatsmänner, Matrosen, Soldaten und Diplomaten sind mit französischen Ideen vertraut. Sie sind ihnen aber seit Generationen so wohl vertraut, daß sie nicht mehr frisch und anregend wirken können. Inzwischen hat Deutschland Riesenfortschritte gemacht. Es hat das Geheimnis der Organisation bewältigt und es auf Armee und Flotte, Wissenschaft und Industrie, auf die staat lichen und sozialen Probleme angewandt. Durch Organisationen haben seine Fabriken die Eroberungen gemacht, seine Reeder eine große Handelsflotte gegründet, seine Schulen die bestunter richtete Bevölkerung der Welt produziert. Und doch haben unsre führenden Klassen Deutschland beinahe auf jedem Gebiet ver nachlässigt.- Sehe man die Aufgabe der Schule in der Förderung der Kultur, so sei Deutsch nicht weniger nötig. Jede Theorie der Kultur, die das deutsche Element ausstoße, sei lahm und einseitig. Denn das ganze moderne Europa sei das Resultat einer Wechselwirkung von zwei Elementen, des deutschen und des griechisch-lateinischen. Und wie könne jemand die euro päische Literatur verstehen, der nichts von Luther und Lessing, von Kant, Goethe, Schiller, Heine wisse. Besonders ernst sei aber die Vernachlässigung des Deutschen für Armee und Flotte, denn die ganze moderne Kriegsliteratur sei deutsch oder von deutschen Vorbildern kopiert. Jeder Mann, der die Kriegswissen- schast seit Napoleons Tode gefördert habe, sei ein Deutscher gewesen. Im Kriegsamt und auf der Admiralität spreche man von einer Ermutigung des Studiums des Japanischen, und doch seien die Japaner in militärischen Dingen nur die intelligenten Schüler der Deutschen. Sind Schreiber in einem Geschäft als Handlung?- gehilfen zu betrachten? — Die vorstehende Frage ist schon häufig auch in Buchhandlungen aktuell geworden, besonders hin sichtlich der Kündigungsfristen. Es dürfte daher ein unlängst oor- 1029
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