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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.11.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-11-30
- Erscheinungsdatum
- 30.11.1907
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19071130
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13040 Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. ^ 279, 30. November 1907. ?rofessvk klecker's V/ortsckstr in allen eu^opslscken Zwacken. vis vn«js äes Isiires liegen vor: 26 vsnäe in 2 Sprechen Preis pro vsnil sieg. geb. 2 6 vsntis in 3 Sprachen Preis pro ösnci sieg. ged. 2.50 N. 6 ösn<is in 4 Lprscksn Preis pro vsn«I sieg. Zeb. 3 O. ven küsinvertried übsrnskmsn: für vngisnti: Muäie's Lsieck i.!brsrv, i.on«ion für öis Sciiv/sir: Arnoici vopp, Surick. vis SsmmIunZ ist vorrstiz un<j viril suck in Partien rum vriSInsIbsepreise Ssliefei'» von äen Sarsortimenten: l.eiprig: ttoekler, Hsiei', Stssckmsnn, Volckmsk kisv-Vorll: Internstions! Nens Company Stuttgart: KIbert Kock L Oo., diett 4 tioskter Vien: frivss Si l.sng. . öekr's VeklsZ, öerlin wird schon bei unseren bildenden Künsten ansragen müssen um diese schlichte, liebevolle Art wiederzufinden, diesen scharfen Blick für das scheinbar Nichtige. In der Tat, wenn Verlag von Robert Mohr, Wien I, Domgafle No. 4. S-^r Ed. Pötzls Gesammelte Skizzen V-D Bom Berfasser durchgesehene Ausgabe in 18 Bändchen. > Mit e. Vorwort v. Peter Rosegger u. dem Bildnis d.Verfassers. Preis des vollständigen Werkes in 18 Bändchen mit eleganter Kassette ^ 30.—. Ludwig Hirsch selb schrcibt^tn der „Neuen Freien Presse", Wien: Pötzl schildert, so glaubt man Nacherzählungen Altscher Aquarelle zu lesen. Auch die Poesie des Kaffeehauses (natürlich des altmodischen) hat er entdeckt, und die ver schiedenen Formen und Zustände des Rausches sind von ihm ernst, sachlich, wissenschaftlich in einer ganz unnachahmlichen Weise dargestellt worden. Aber Pötzl ist nicht bloßer Schilderer und Stimmungsmensch, wie er sich überhaupt nie in empfindsamer Duselei verliert, was in unseren Breitegraden eine rare Eigenschaft ist, er vermag auch Gestalten zu schaffen, Szenen voll urwüchsigen und drastischen Humors. Er unterhält sich mit „Pilgern", er be lauscht Sommerkellner beim Fracktausch oder zeichnet mit sicherer Hand, wie ein Novellist ersten Ranges, die eigen artige Mönchsgestalt des Paters Makarius. Und vor allem der Herr v. Nigcrl, dieser wienerische Falstaff, den sein Wanst aber nicht ruiniert, sondern immer urwüchsiger und unver wüstlicher macht. Mit dieser ständigen Figur des Wiener Spießers hat Pötzl das Meisterstück geleistet, das ihm die Aufnahme in die Gilde der großen Humo risten erwirkt. Letztes Bändchen: „Wiener Tage." — Man sieht, erhält mit der Zeit gleichen Schritt und ist bemüht, auch sein Wien, seinen humoristischen Wirkungskreis, zu erweitern. Hier schlägt er wieder die ernsten, nachdenklichen Töne seiner Jugend an, wie sich ja überhaupt die reifen und die unreifen Jahre in manchem ähneln, zumal in dem Staunen über Gottes Welt, über ihre Wunder und ihre Schönheit. Und auf einer Fahrt nach Kaiser-Ebersdorf passiert es ihm, daß Erstes Bändchen: „Im Kriminal". Mit einer Schilderung des Landgerichtes beginnen die gesammelten Werke des Humoristen. Dort hat er als Zeitungsberichterstatter die stark von Dickens beeinflußte Kunst erlernt, ein staubiges Milieu, das scheinbar allem Licht und allem Lachen streng verschlossen ist, mit Sonne, mit Leben und Humor zu er füllen, bis sogar der Staub lebendig wird und in bunten Kringeln im Sonnenlichte zu tanzen beginnt — was vielleicht das Geheimnis des echten Humors ist. Hier meldet sich auch schon der zünftige Humorist in der Schaffung von Originalen und Sonderlingen; hier hat Pötzl schon seine Lieblinge: das Komfortablerpferd, das „in Gedanken" den Standplatz ver läßt, oder den böhmischen Kanalräumer, der angibt, an nichts gedacht zu haben, „weil Nacht war". Zweites Bänd chen: „Rund um den Stephansturm", so könnte die ganze Sammlung heißen, oder auch: „Hoch vom Kahlenberg", denn dazwischen liegt Pötzls Welt, zwischen diesen beiden Wahr zeichen seiner Kunst, in der sich die Reize der ewig jungen Wiener Natur und der alten Stadt liebevoll vermählt haben. Pötzl ist durch die alten finsteren Gäßchen der Innern Stadt geschritten, über den Franziskanerplatz, den Universitätsplatz, hat Durchhäuser entdeckt, mit alten Bauten und Büchern Zwiesprache gehalten und derart ein Stück Wien für ewig vor dem Demolieren bewahrt. Da gibt es in diesem Bändchen eine Skizze: „Sonntagsruhe"; nichts weiter als die Schilderung des Heiligenkreuzerhofes an einem Sonntag-Nachmittag. Aber ich weiß nicht, ob man in der gesamten Wiener erzählenden Literatur etwas finden wird, das von dem undefinierbaren Hauche der Heimat so . „ ... . . . . . m ... . -> intensiv umweht ist, wie diese bescheidene Skizze, und man ^ gerührt wird beim Anblick Wiens, „der holden Stadt, die, nach dem Dichterworte, ein Märchen ist dem Sinnenden, der ihr ins Herz gesehen". Das wäre das richtige Motto für Eduard Pötzls gesammelte Skizzen gewesen.
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