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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.11.1907
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- 1907-11-11
- Erscheinungsdatum
- 11.11.1907
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- Deutsch
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II970 Börsenblatt f. d, Ltschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 263, 11. November 1907. Nichtamtlicher Teil. Zur Jahrhundertfeier der Firma Hug L Co., vorm. Gebrüder Hug L Co. in Zürich. Eine hochangesehene Musikhandlung, die Firma Hug L Co., vormals Gebrüder Hug L Co. in Zürich, hatte am gestrigen Sonntag, 10. November 1907, die Freude, auf glücklich vollendete hundert Jahre ihres Bestehens zurückblicken zu dürfen. Während dieser langen Zeit der Entwicklung und der Blüte ist das Geschäft bei der Familie des Gründers geblieben, ein Umstand, der dem Gedenktage besonderen Wert gibt, den heutigen In habern sicher die größte Genugtuung gewährt. Der Ursprung des Hauses geht auf noch frühere Jahre als das Gründungsjahr 18o7 zurück, und die Über nahme der Handlung durch den Plärrer Jakob Christoph Hug von Thalwil erfolgte in Sorgen und Nöten, sehr wider Absicht und Willen, dem Zwange der Umstände ge horchend. Im Jahre 1791 hatte der Kaufmann und begeisterte Kunstjünger (in letzterer Eigenschaft tüchtiger als in elfterer) Hans Georg Nägeli, Komponist des Liedes »Freut euch des Lebens«, mit sehr geringen eigenen Mitteln (140 Gulden) eine Musikalienhandlung mit Leihinstitut in Zürich eröffnet und sich alsbald auch in Verlagsunter nehmungen und damit in Sorgen gestürzt. Pfarrer Hug und seine begüterte Gattin Barbara geb. Schultheß waren ihm befreundet und hatten ein sehr beträchtliches Kapital (20 000 Gulden) in sein Geschäft gegeben, dessen drohender Verlust die Geschäftsübernahme durch Jakob Christoph Hug und dessen Bruder Caspar Hug am 10. November 1807 zur unabweislichen Folge hatte. Doch traten die neuen Inhaber zunächst nicht mit ihrem Namen hervor; die Firma lautete fortan Hans Georg Nägeli L Co. Erst Ende 1817 änderte sie sich in Gebrüder Hug. Unter schweren Sorgen und Kämpfen, letztere nicht zum wenigsten mit dem früheren Inhaber Nägeli, der sogar als erfolgreicher und bedrohlicher Konkurrent der Gebrüder Hug auftrat, vergingen die ersten Jahrzehnte. Auch nach 1834, nachdem der zweite Sohn des Grün ders, Jakob Christoph Hug junior, das Geschäft auf eigene Rechnung übernommen hatte, zeigte sich zunächst kein befriedigender Aufschwung. Erst um das Jahr 1849, als das Konkurrenzgeschäft des inzwischen verstorbenen Nägeli von den Erben an Hug übergegangen war, und als gleichzeitig mit dem nach Zürich berufenen Komponisten Franz Abt eine erfolgreiche Verlagstätigkeit der Firma Gebrüder Hug einsetzen konnte, belebte sich der Geschäfts gang. Aber im Beginn dieses Aufschwungs, 1852, rief der Tod den jüngeren Jakob Christoph Hug im Alter von ein undfünfzig Jahren ab. Seine Witwe Frau Susanna Hug-Wild, eine un gewöhnlich willenskräftige und gcschäftskluge Frau, zögerte nicht, persönlich sich der verwaisten, eben im Aufblühen be griffenen Handlung anzunehmen, um sie ihrem beim Tode des Vaters erst zehnjährigen Sohne zu erhalten. Ihrer unermüdlichen Arbeitsfreudigkeil gelang das schwierige Werk, freilich leider mit dem Opfer ihrer Gesundheit. Schon 1862 folgte sie ihrem Gatten in die Ewigkeit nach. Doch hatte sie noch die Genugtuung erlebt, ihren Sohn Emil Hug in das Geschäft einführen zu können. Kaum zwanzigjährig, sah Emil Hug, der jetzige älteste Chef, sich an die Spitze des Geschäfts, vor eine bei seiner jugendlichen Unerfahrenheit fast unüberwindliche Aufgabe gestellt. Zum Glück stand ihm helfend und belehrend der selbe tüchtige und zuverlässige Gehilfe Heinrich Müller (nachmals Müller-Sprecher) zur Seite, der (1840 als Laufbursche eingetreten) als anstelliger Knabe sich bald in den Geschäftsgang eingearbeitet hatte, mit allen seinen Einzelheiten vertraut und schon der Mutter eine wertvolle, unentbehrliche Stütze gewesen war. 1870 wurde der treu bewährte Mann in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste zum Teilhaber der Firma ernannt. 1880 zog er sich in den Ruhestand zurück, und erst vor wenigen Monaten, im Sommer 1907, ist er zur ewigen Ruhe eingegangen. Ein einjähriger Aufenthalt in Leipzig im Hause Friedrich Hofmeister im Jahre 1863, nach zwei voran gegangenen Lehrjahren im eignen Geschäft, genügte dem jungen Emil Hug zur Vollendung seiner Ausbildung und gab ihm zugleich eine fruchtbare Erweiterung seines geschäft lichen Gesichtskreises. Insbesondre richtete Emil Hug seine Aufmerksamkeit auf die Angliederung einer Klavier- und Instrumente-Handlung, wobei ihm das in den sechziger Jahren lebhaft erweckte Musikleben, die Steigerung der Ansprüche der Musikfreunde und die Vervollkommnung der Klaviertechnik hilfreich entgegenkamen. Ihm vor allem ver dankt das Geschäft den bedeutenden Aufschwung und seine große Ausdehnung, den Weltruf, dessen es sich heute erfreuen darf. War die schon früher weit ausgebreitete Kundschaft in vielen Schweizerstädten nur durch Agenten bedient worden, die sich im Verkehr mit der Firma der Botenfuhrleute bedienten, so stellte das inzwischen gesteigerte Musikleben nunmehr größere Ansprüche an schnelle Bedienung. Auch versagte das alte, urwüchsige Verkehrs mittel völlig für den Jnstrumentehandel. So entstanden unter Emil Hug und seinen Söhnen, Mitarbeitern und Gesellschaftern (seit 1893) Arnold und Adolf Hug Filialen in Basel, St. Gallen, Srraßburg, Luzern, Konstanz, Leipzig, Winterthur, Feldkirch, NeuchLtel, Zürich III, und außer diesen selbständigen Tochtergeschäften noch sieben Niederlagen in in Lugano, Bern, Solothurn, Chaux-de-Fonds, St. Immer, Delsberg, Lörrach und Mülhausen (Elsaß). Das Züricher Hauptgeschäft erfuhr großartige innere und äußere Erweite rungen. Nach mehrfachem Wechsel der Räumlichkeiten be findet es sich seit 1899 im Hause zur Müusterburg im Herzen der Altstadt, gegenüber der altehrwürdigen Wasser kirche, wo eine ansehnliche Reihe von elf wohlausgestatteten Schaufenstern die Blicke der Vorübergehenden fesselt. Von den Inhabern der Firma ist leider zu melden, daß Arnold Hug, der Sohn Emil Hugs, ein liebens würdiger, kenntnisreicher, unermüdlich fleißiger und unter nehmender, Mann, der nach dem Tode des tüchtigen Leipziger Geschäftsleiters Karl Peiser auch häufig in der Leipziger Filiale tätig war, nach reicher, fruchtbarer Tätigkeit für die Wohlfahrt seines Hauses am 5. September 1905 einer lange an ihm zehrenden Krankheit erlegen ist. An seine Stelle trat am 31. März 1906 der Schwiegersohn Emil Hugs, Hans Langnese-Hug, der seine bisherige kaufmännische Tätigkeit in Schwerin aufgab und nach Zürich übersiedelte, wo er sich dem ihm neuen Arbeitsgebiete mit großer Hingebung widmet. Die Firma, die 1893 nach dem Eintritt der Söhne Arnold und Adolf Hug in Gebrüder Hug L Co. geändert worden war, mußte nach Vorschrift des schweizerischen Obli gationenrechts nunmehr in Hug L Co. geändert werden, während für den Verlag, dessen rechtliches Domizil Leipzig ist, die Firma Gebrüder Hug L Co. weiter besteht. Das Verlagsgeschäft, dessen Aufschwung durch die mit Begeisterung aufgenommenen Liederkompositionen Franz Abts
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