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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.06.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-06-10
- Erscheinungsdatum
- 10.06.1907
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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5902 Börsenblatt s. d, Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. ^ 132, 10. Juni 1907. Jahres 1608 250 Pfd. Sterl. Im ganzen wurden für die zwanzig kleinen Stücke, von denen wenige über 20 Blätter enthielten, 4748'/, Pfd. Sterl. gezahlt. Vermutlich haben die amerikanischen Millionäre viele der alten Bücher erhandelt. Zusammen haben sie 14 000 Pfd. Sterl. eingebracht. (D. Reichsanzgr.) Post. — Nächste Postverbindungen nach Deutsch-Südwestafrika nach Abgang des englischen Dampfers ab Southampton am 8. Juni nach Kapstadt (letzte Beförderung für diesen Dampfer am 7. Juni ab Cöln 6^ nachmittags, ab Oberhausen 7^ nachmittags, ab Berlin Schlesischer Bahnhof 11"° vormittags): 1. Für Briefsendungen nach Swakopmund und für Pakete nach Swakopmund und Lüderitzbucht mit Woermann-Dampfer -Eduard Woermann-, ab Cuxhaven am 11. Juni vormittags, in Swakopmund am 4. Juli. Schluß in Hamburg am 11. Juni für Briefe 6° vormittags, für Pakete 4^ vor mittags. Letzte Beförderung ab Berlin Lehrter Bahnhof am 10. Juni für Briefe 11^ abends, für Pakete 1°° nachmittags. 2. Für Briefsendungen nach Swakopmund und Lüderitzbucht mit englischem Dampfer über Capstadt, ab Southampton am 1b. Juni, in Capsladt am 2. Juli, in Lüderitzbucht am 7. Juli, in Swakopmund am 10. Juli. Letzte Beförderung am 14. Juni ab Cöln 6^, nachmittags, ab Oberhausen 7^ nachmittags, ab Berlin Schlesischer Bahnhof 11?» vormittags. Die nächsten Posten aus Swakopmund, Abgang am 18. und 22. Mai, sind zu erwarten am 13. und 16. Juni. (Red.) Pers onalnachrichten. Di« Bestattung vr. Karl Trübner». (Vgl. Nr. 128, 129 d. Bl.) — Den -Straßburger Neuesten Nachrichten- entnehmen wir die folgende Schilderung der Bestattung unsers lieben Kollegen vr. Karl Trübner, Straßburg: (Red.) (Nachdruck ohne Quellenangabe verboten.) Straßburg, 6. Juni. Die Beisetzung des am Sonntag verstorbenen Verlagsbuch händlers Kommerzienrat vr. Karl I. Trübner vollzog sich gestern unter herzlicher Anteilnahme der besten Kreise dieser Stadt vom Trauerhause, Schweighäuserstraße 4l, aus zum Friedhofe in der RuprechtSau. Es war ein schwüler, gewitterschwangerer Nachmittag, an dem Trübner zur letzten Ruhe bestattet wurde, und die dumpfe Atmosphäre legte sich um das schöne Haus, das er sich erst vor kurzem bestellt hatte, um an der Seite eines geliebten Weibes noch manch ein Jahr ersprießlicher Arbeit fern vom hastenden Getriebe seines Berufes zu verbringen. Es war ein stilles Kommen und Gehen: Männer des Buchhandels, der Bibliotheken, der Wissenschaft, der Regierung, der Stadt vertretung, des Handels, der Gewerbe und der Kunst betraten dieses würdige, seinem Schönheitssinne und seiner sinnig-ernsten Art entsprossene Heim. Wer ein Trübnersches Buch in die Hand genommen hat, wer einen Raum durchschreitet, den er bewohnte, der sieht überall eine feine Schönheitslinie, der glaubt, einen Zug griechisch-heiterer Anmut in gedämpstem Lichte zu schauen. Im Erdgeschoß war er aufgebahrt. Er lag in Blumen gebettet, Lor beer und Vogesentannengrün, die glänzende Hedera Helix, die hoch auf den Bergen unserer Vogesen steht, dieser Vogesen, die er in seinem Verlage durch Mündels Werk erschlossen hatte, die schlichte Blume aus den Vogesentälern, alles vereinigte sich, um ihm die Totenbahre würdig zu zieren. Unter Spittas Leitung sang ihm der akademische Kirchenchor ein Lied, und dann hielt Konsistorial- präsident Pfarrer v. Gerold die Trauerandacht. In seiner Rede rühmte er den braven und getreuen Knecht, der über wenigem getreu gewesen ist und daher über vielem gesetzt sein wird, und er pries sein Wirken in unsrer Gutenberg- und Goethestadt. Als am letzten Sonntag die Sonne durch die Wolken hindurchbrach und hoch vom Turme des Münsters das volle Geläute erscholl, das er so sehr geliebt hatte, da seine Arbeits- und Wohnstätte dicht am Münster stand, da war die Seele Karl Trübners entschwebt. Mit dem Gebet des Herrn schloß der Geistliche, und der Chor ließ all die Wehmut dieser Stunde im Lied ausklingen. Und nun ging es hinaus zum Gottesacker. Die Brüder und Verwandten, an deren Stelle der Schwager Bankier Engelhorn die Trauergäste empfangen hatte, Vertreter bedeutender Korpora tionen dieser Stadt, viele dankbare Freunde, darunter auch der Aussichtsrat und Vorstand unsers Hauses, das in ihm den weit schauenden, kenntnisreichen und klugen Berater, den Präsidenten eines Aufsichtsrats tief betrauert, — eine würdige Gefolgschaft gab ihm das letzte Geleit. Im schlichten, stillen Friedhof der Ruprechtsau war ihm das Bett bereitet. Hier an der offnen Gruft rief ihm Herr Verlagsbuchhändler Beust im Namen des Elsaß-Lothringischen Buchhändlervereins herzliche Worte des Dankes und der Erinnerung nach In beweglicher Rede rühmte er den Führer und Freund. Herr Verlagsbuchhändler Paul Vom hoff legte im Namen und Auftrag des Börsen- vereins der Deutschen Buchhändler mit schlichtem, herzlichem Ab schiedsgruß einen Kranz nieder. Einen bedeutsamen Nachruf hielt ihm Herr Kommerzienrat Engelhorn-Stuttgart im Namen des Deutschen Verlegeroereins. Er feierte die glänzenden Verdienste Trübners um den Deutschen Verlegerverein, dessen Vorsitzender er jahrelang in schwersten Zeiten gewesen, wobei er auf internationalen Kongressen die Sache des deutschen Ver legers und des gesamten Standes, dank seiner seltenen Beherr schung fremder Sprachen und seiner eminenten Geschäftskenntnis in hervorragender Weise vertreten hat. Ein lieber Gruß ward dem Toten noch aus der Vaterstadt Heidelberg. Herr Stadtrat Lehmann legte im Namen von Heidelberg einen Kranz in den Farben der Stadt nieder und dankte ihm, dem Sproß einer hoch angesehenen alten Heidelberger Familie, für die Erwerbung des kostbaren Schatzes, der Manessischen Liederhandschrift, die nun mehr im Schutz der Heidelberger Universität ruht. Pfarrer v. Gerold sprach ein kurzes Gebet, und Scholle auf Scholle fiel hinab in die Gruft, die einen treuen Bürger unsrer Stadt birgt, auf den wir das Wort anwenden dürfen: -sie haben einen guten Mann begraben, uns war er mehr.- (Sprechsaal.) Sortiment und Verlag. Herr Robert Lutz, Stuttgart, gibt in einem interessanten Artikel (vgl. Nr. 107 d. Bl.) beherzigenswerte Ratschläge zur Verbesserung der Lage im Sortiment. Anderseits enthält der Aufsatz manche Ansichten, die entschieden widerlegt werden müssen. Zunächst bestreite ich, daß der Verlegerrabatt gegen früher bedeutend gestiegen ist. Wenn jetzt manche Firmen auch 50A und mehr Rabatt geben, so sind das Ausnahmen, und gewöhnlich sind derartige Werke schwer unterzubringen, so daß der hohe Rabatt durch Vcrtriebsspesen oder Ladenhüter zusammenschrumpft. Im allgemeinen ist jedoch der Rabatt gegen früher von 33'/, A auf 2b A zurückgegangen, was am besten die Kataloge beweisen. Außerdem ist der Kredit immer beschränkter geworden, und die widersinnige Gepflogenheit, dem Kontoinhaber fest Nachbezogenes bar ohne erhöhten Rabatt auszuliefcrn, greift immer weiter um sich. Ferner schreibt Herr Lutz, daß der Verleger keinen höheren Rabatt geben könne. Das Prosperieren, um nicht zu sagen die großen Kapitalanhäufungen im Verlag — bei den Aktienunter nehmungen beweisen es die Dividenden ziffermäßig — scheint mir eine bessere Rabattierung sehr wohl zu ermöglichen. Schließlich wendet sich Herr Lutz zu der Kapitalarmut im Sortiment. Kann man aber nicht ebensogut von dem Mangel an Geld im Verlag reden? Wenn der Verleger den Betrag einer Zeitschrift mit Nr. 1 für ein ganzes Jahr im voraus erhebt oder ein Werk, das — wenn überhaupt — erst nach Jahren vollständig wird, mit Teil I pro komplett nachnimmt, so arbeitet er doch mit dem Geld des Sortimenters und zahlt nicht einmal Zinsen dafür! Dieser unkaufmännische Gebrauch kann wohl nur im Buchhandel Vorkommen, und cs ist eigentlich ver wunderlich, daß der Börsenverein gegen solche Unsitte nicht längst Schritte getan hat. — Und endlich: werden nicht immer häufiger neu erscheinende Werke, über die sich der Sortimenter kaum durch Prospekte orientieren kann, nur bar angeboten ? Der Verleger will also bei Erscheinen des BucheS, bevor er den Drucker bezahlt hat, den Betrag vom Sortimenter einziehen. Wenn also die guten Lehren, die Herr Lutz über die Macht des Kapitals gibt, auch der Verleger beherzigen möchte, so würden gewiß die oben angedeuteten llbelstände verschwinden, und dann bliebe auch manches Werk zum allgemeinen Nutzen ungedruckt. Osnabrück. O. Büsing i. Fa. G. E. Lückerdt.
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