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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.01.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-01-24
- Erscheinungsdatum
- 24.01.1908
- Sprache
- Deutsch
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^5 IS, 24 Januar ISO«. Nichtamtlicher Teil. «SiskNbtE f. d. Dlschn. Buch,»„del. S63 der Anzeige wurde handschriftlich hinzugefügt: »Veväitvr Conrad Sweynheym und Arnold Pannaitz in Rom haben bekanntlich die Druckkunst in Italien eingeführt, sie hinterließen eigene Berichte über ihre Tätigkeit, aus denen wir willkommene Mitteilungen über Preise und Auflagen höhe entnehmen: Livius von 1469 (Hain 10128) 7 Dukaten. Cäsar, 1469 (Hain 4212), 2V» Dukaten. Cicero, spistolas aä Lrutum, 1470 (Hain 5213), und opistolas iawiliaium, 1469, zusammen 5 Dukaten. Biblia in äuobns voluwmibus, 1470—71 (Hain 3051), 10 Dukaten. Von 19 in einem Verzeichnis aufgeführten Werken waren 16 in einer Auflage von 275 Exemplaren erschienen, drei in 300 Exem plaren. Die meisten der Druckwerke dieser Firma erlebten zwei und drei Auflagen; dennoch konnten die Inhaber keine Seide spinnen; Sweynheym trat daher 1474 aus und widmete sich der Kupferstechkunst, während Pannartz noch kurze Zeit im Hause der Masstmi druckte. Aus der Presse des großen Gelehrten Regiomontan (Johannes von Königsberg) in Nürnberg sind nur wenige Werke hervorgegangen, vorwiegend seine eigenen astrono mischen, geographischen, mathematischen und musikalischen Bücher. Im letzten Satze seiner Anzeige (Tafel 15) sagt er rkostrenw orouium artew illam miriüeam litteraruw korwa- trlevw mouiweutis etabillbns wauäare äeeretnw ests, dem nach will er durch den Satz hergestellte Druckwerke in irgend einer Weise so sichern, daß ihnen nicht durch die Sorglosig keit der Arbeiter Schaden geschehen kann. Ob er dies durch sorgfältige Überwachung der Korrekturen oder durch eine Art von Stereotypie zu bewerkstelligen gedachte, bleibt frag lich, Daß er, wie Wilhelm Meyer meint, den Holztafeldruck in erhöhtem Maße heranziehen wollte, ist wohl schon wegen der bedeutenderen Kosten zu bezweifeln. Johann Sensenschmidt war zuerst allein, dann mit Heinrich Kefer geschäftlich vereinigt; erst 1474 verband er sich mit Andreas Frisner. Mitte 1475 vollendeten sie den Voäox ckllstinianus, aus den sie stolz waren. Schrift und Druck waren in der Tat von hervorragender Schönheit, so daß man es begreifen kann, wenn die Drnckherren von sich selbst sagten: »non soluw äieo Iwpriwunt, 86Ü ita iwpriwrmt, ut aäwiranäi sunt longo lacilius gnaw iinitanäi«; denn sie konnten wirklich leichter bewundert als nachgemacht werden. Man sieht es dem Zirkular (Tafel 18) deutlich an, daß es auf einen Deckel aufgeklebt war, es befand sich in einer Inkunabel und ist nun Besitztum des Britischen Museums in London. Von kleinem Umfang nur, ein Zettel in Quer-Oktav ist die Ankündigung Bernhard Richels in Basel von 1482 (Tafel 24), durch Vornehmheit des einfachen Satzes in zwei Schriftgrößen aber und Anfügung des Signets als Schluß vignette ist ein wahres Muster gediegensten Akzidenzsatzes geschaffen worden, das seinen geschäftlichen Zweck sicher er reicht hat. Nicht minder vornehm in der äußern Erscheinung ist das Blatt von Erhard Ratdolt, ein Teil seines 45 Nummern umfassenden Verlagsverzeichnisses von 1484. Es ist in Schwarz und Rot in Ratdolts Type Nr. 9 gedruckt und war wohl für einen Buchführer bestimmt. Gheraert Leeu in Gouda, von dem in Tafel 29 ein illustrierter Prospekt reproduziert ist, gehörte zu den fleißigsten Druckern der Niederlande in der Zeit des letzten Drittels des fünfzehnten Jahrhunderts. Burger konnte von ihm über 200 Drucke der Offizinen Leeus in Gouda und Antwerpen Nachweisen. Meist sind es Erbauungsbücher, Chroniken, Unterhaltungsschriften und Volksbücher, von denen besonders die letztem heute sehr selten sind. Die Melusine, der dieser Prospekt gedient hat, ist nur in einem einzigen Exemplar auf uns gekommen. Der Prospekt ist Eigentum der Bibliothek des Börsenocreins. Er stammt aus dem Jahre 1491 und dürfte wohl eine der ersten illustrierten Buchhändlerankün digungen sein. Antonius Kobergers Anzeige der Schedelschen Chronik ist offenbar mit farbigen Initialen reich geziert gewesen, leider ist sie hier nur in Schwarzdruck wiedergegeben. Die Überschrift lautet: »Oowwenckaiw operis uovi obronioarum cum iwagwibus tswxoruw et Luropa Lensas ?ii«. Des weitern wird (ebenfalls in lateinischer Sprache) ganz schlicht auf den reichen Bilderschmuck hingewiesen und gesagt, man finde darin nicht nur die Bildnisse aller berühmten Leute, Kaiser, Päpste, Dichter, Philosophen usw., sondern auch die Ansichten aller großen Städte in Europa. Den Schluß der Ankündigung bilden 12 Distichen, eine Ansprache an das Buch mit einer kurzen Inhaltsangabe alles dessen, was man darin finden wird. Im Vergleich zu der Bedeutung dieses großartigen Unternehmens ist die Sprache des Zirkulars von großartiger Einfachheit. In damaliger Zeit ein illustriertes Werk mit Hunderten von Bildnissen berühmter Männer und zahlreichen Städteansichten von Wohlgemut und Pleyden- wurf herauszubringen, war eine verlegerische Tat ersten Ranges. Allerdings war Koberger, der »König der Buch drucker«, wie ihn seine Zeitgenossen nannten, mit seinen 24 Pressen und über hundert Gesellen, nur gewohnt, große Unternehmungen herauszubringen. Von seinen 26 Kindern setzte ein Sohn gleichen Vornamens das Riesengeschäft fort. Mit Ausnahme von Blatt 1: Diebold Lauber, Hagenau, und Blatt 6: Conrad Sweynheym und Arnold Pannartz, Rom, die handschriftlich auf uns gekommen sind, wurden alle Ankündigungen gedruckt ausgegeben. Sämtliche 32 An zeigen sind textlich und typographisch ebenso lehrreich wie berufsgeschichtlich. Den Druck des Textes besorgten Poeschel L Trepte in Leipzig. Möchten wohlhabende Private und Buchhändler, wie auch buchhändlerische Vereine nicht zögern, sich das Werk anzuschaffen; die öffentlichen Bibliotheken sind zu gering an Zahl, um dem opfermutigen Verleger die Kosten decken zu können. Paul Hennig. Neuigkeiten des russischen Büchermarkts. (Mitgeteilt von W. Henckel.) P. f. -- Preis fehlt. Abramow, S., Pathogene Mikroorganismen. Ihre Nolle in der Ätiologie, Pathologie und Epidemiologie der ansteckenden Krankheiten. Kurzes Hilfsbuch zum Studium der Bakteriologie für Arzte und Studenten. 3 R. Abramowitsch, D., Beschreibung der Handschriften der St. Peters burger geistlichen Akademie. Die Bibliothek von Sophia. Agafonow, N., Kasan und die Kasaner. 2. Tl. P. f. Agrajew, G., Eltern, Lehrer, Schüler. Das Leben der Mittel schule in den letzten Jahren. Eltern-Komitees und -Orga nisationen. 1 R. Alexandrowskij, G., Vorlesungen über die neueste russische Literatur. Lfg. 1 u. 2. ä. 1 R. 25 K. Almanach, Literarisch-künstlerischer, der Verlagshandlung --Schipow- nik-. 3. Buch. 1 R. Amfiteatrow, A., Die aus dem achten Jahrzehnt. Roman. Bd. 2. Ein Seelenkrach. 1 R. Andrejew, A., Unsere Feldartillerie. (Feld- und Berggeschütze, Haubitzen.) Mit 5 Abbildgn. P. f. Anissimow, A., Das Kriminal-Kriegsreglement, erläutert durch Motive und Resolutionen des Haupt-Kriegsgerichts, auf die es begründet ist, und ergänzt durch die Verordnungen und Zirkulare der Kriegsverwaltung. 3 R. (Annalen). Vollständige Sammlung der russischen Annalen, herausgegeben auf allerhöchsten Befehl von der kaiserl. Archäv- graphischen Kommission. Bd. XVII. Westrussische Annalen. 2 N. 125*
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