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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.01.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-01-24
- Erscheinungsdatum
- 24.01.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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^ IS, 24. Januar 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 961 3 kr. 50 ^ äs Oou xiero. 18°. klov-I^oiirrit L OLs. Ln I>arls. Oapäsvislls, ?. 8., k'ils 6s Is. terrs. 16°. 3 kr. 50 o. 65u^us1, ^., 8ouv6llir8 äu Ls-rou äs l'reoill^ 1768—1828. 8°. 7 kr. 50 e. L. 8av6L>t Lc 6is. iv ks.ri8. I^ouis äs 1s. Lalls, 1s rSLekiovvairs. 18°. 3 kr. 50 e. Dokumente frühen deutschen Lebens. Erste Reihe:! Das deutsche Lied, geistlich und weltlich.! bis zum achtzehnten Jahrhundert. - Katalog UI von Marlin Breslauer in Berlin. 8°. S. I—XI, 277-581. Preis 8 Nirgends spricht sich das innere Fuhlen des Volkes deutlicher aus als in seinen Liedern. Das deutsche Gefühls leben war von jeher ein stark ausgeprägtes, und so kann es nicht wundernehmen, daß das Lied in unserm Vaterlande schon sehr früh und sehr reich angebaut wurde. So besitzen wir denn einen so großen und umfassenden Schatz nicht nur von religiös tief emplundenen Kirchenliedern, sondern auch von innigen, gemütvollen, kecken und heileren Volksliedern, wie ihn keine andre Nation neben uns in diesem Umfang auszuweisen hat. Der Berliner Antiquar Martin Breslauer hat sich mit seinem vor kurzem erschienenen Katalog III die Auf gabe gestellt, ein möglichst umfangreiches Bild von diesem deutschen Liederreichtum zu geben. Mit stcherm Blick hat er es verstanden, seinem Katalog ein interessantes Gepräge zu geben; die Materie hat er mit so viel Sachkenntnis behan delt, daß es am Platze wäre, nicht von einem Antiquariats katalog, sondern von einer tüchtigen bibliographischen Leistung zu sprechen. Der typographisch gut ausgestattete stattliche Band von über 300 Seiten, mit 100 Reproduktionen von Holz schnitten, Notenbeispielen und Liedertexten, beschreibt in mustergültiger Weise eine Reihe von 550 Drucken. Die Titelangaben sind bibliographisch genau, bei den Werken vor 1600 in der Regel mit Linieneinteilung; die Angab, der Blatt- bezw. Seitenzahl findet sich bei jeder Nummer, was bei Vergleichungen mit etwa vorkommenden andern Exemplaren von Wichtigkeit ist. Aber von ganz besonderer Bedeutung sind die fast jeder Nummer beigegebenen kri tischen und streng sachlich gehaltenen Anmerkungen, die sich, wie ich mit Vergnügen feststelle, von den jetzt leider recht üblich gewordenen Anpreisungen fern halten. Diese Noten zellen, daß der Herausgeber nicht nur seinen umfangreichen bibliographischen Handapparat mit Verständ nis benutzt, sondern sich auch gründlich in das Studium der beschriebenen Werke vertieft hat. Allein von diesem Gesichts punkt aus betrachtet, ist der Katalog von bleibendem wissen schaftlichen Werte, der von Musikhistorikern, Philologen und namentlich auch von den Kollegen im Antiquariat mit Nutzen zu Rate gezogen werden wird. Der Inhalt, auf den ich in aller Kürze eingehen will, setzt sich zum Teil aus dem Nachlaß des bekannten Hymno- logen Karl Biltz zusammen, einen andern Teil hat Bres lauer selbst im Laufe von Jahren gesammelt. Der Kaialog ist in drei Hauptgruppen eingeteilt. Die erste Abteilung »Vom Liedersingen und Psalmieren- gibt ein reiches Ma terial zu einer Frage, die die geistliche und weltliche Obrigkeit im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 75. Jahrgang. I sehr beschäftigt hat. Die Maßnahmen gegen das ! Singen allzu weltlicher Lieder, der Streit um die Einführung des deutschen Liedes in den Kirchen gesang und dergleichen werden beleuchtet. Die Kirchen ordnungen dieser Abteilung, unter denen wir besonders die von Lübeck <Nr. 6), von Riga (Nr. 31) und »des Deutschen ampts zu Alstadt« von Thomas Müntzer (Nr. 46) als wert voll hervorheben, sind Zeugen für die ersten Versuche, eine feste Ordnung des evangelischen Kirchengesangs einzuführen. Die zweite Abteilung umsaßt die Lieder a) in Einzel drucken mit etwa 130 Nummern und b) in Liedersamm lungen und Werken mit Liederbeitrögen mit etwa 300 Num mern. In dieser Abteilung findet sich eine größere Anzahl wichtiger und seltener Schriften, unter denen ganz besonders Nr. 204 »Ausbund schöner teutscher Liedlein- von Georg Förster, 1549—1552, und Nr. 458 -Wittenbergrsch Deudsch Geistlich Gesangbüchlein- von Johannes Walther, 1551, hervorzuheben sind. Zu erwähnen sind ferner noch die Liederbücher der »Böhmischen Brüder» und der »Herrnhuter- (Nr. 317), sowie der »Wiedertäufer- (Nr. 318). Die dritte Abteilung ist dem Liederstreit Murner- Stiefel gewidmet, mit Schriften ihrer Anhänger und Gegner. Hier sind auch die zahlreichen Reformationsfchriften beachtens wert, die Veranlassung zu dieser Liederfehde gegeben haben. Martin Luther, mit dem eine neue Periode des Kirchen liedes begann, und der nicht nur selbst ein ausgezeichneter Liederdichter war, sondern auch den Gesang im Gottesdienst allgemeiner und volkstümlicher machte, ist im Katalog recht gut vertreten. Siebzig seiner, in den Rahmen des Katalogs passenden Schriften sind ausgeführt, Einzeldrucke seiner vortrefflichen Lieder, die in ihrer großen allgemeinen Verständlichkeit sich bis heute ungeschwächter Anerkennung erfreuen, Schriften, die sich auf seine Psalmenübersctzung beziehen, und Sammlungen, die sich entweder ausschließlich, oder zum größern Teile aus seinen Liedern zusammcnsetzen. Hier müssen auch Luthers »Opvratioues in xsalwos- 1519— 1521 (Nr. 332) angeführt werden, die nur noch in einem einzigen gleich vollständigen Exemplar in der Königlichen Bibliothek in Berlin bekannt sind. Vier vortrefflich ausgearbeiiete Register von 22 Seiten mit über 2000 Nummern erleichtern die Benutzung des Katalogs; 1. Verzeichnis der Licderanfängc (euva 400), 2. Verzeichnis der Melodien (über 12u), 3. Namen- und Sachregister und 4. Angabe der benutzten bibliographischen Hilfswerke und der Abkürzungen. Mit voller Berechtigung sagt Breslauer in der Vorrede seines Katalogs; »Das ist eine Sammlung, wie sie seil der letzten großen Licdersammlung, die vor mehr als dreißig Jahren auf den Markt kam, seit der von Wendelin von Maltzahn, niemals auch nur in annäherndem Umfang und in annähernd guter Wahl öffentlich angeboren wurde-. Im Anschluß an den damals veröffentlichen Maltzahnschen Bücher schatz ist die Anschaffung des Breslauerschen Katalogs für die Handbibliothek des Antiquars angelegentlichst zu empfehlen. Emil Hirsch. 125
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