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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.10.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-10-25
- Erscheinungsdatum
- 25.10.1906
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- Deutsch
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10586 Nichtamtlicher Teil. ^ 249, 25. Oktober 1906. mungen für Bibliotheken zu erlangen. Die Berliner Sorti menter durften vom 1. April d. I. ab den Bibliotheken nicht mehr zu den bisherigen Rabattsätzen liefern, die Bibliotheken hatten aber von: Ministerium die Genehmigung zum Bezüge von Büchern mit dem verkürzten Rabatt nicht erhalten. Es war eine für die Bibliotheken wie für den Buchhandel recht unangenehme Lage eingetreten. Es handelte sich nun darum, den Herrn Kultusminister zu überzeugen, daß der Berliner Sortimentsbuchhandel bei den ständig in die Höhe gehenden Geschäftsspesen nicht mehr in der Lage sei, den bisherigen Rabatt weiter zu gewähren. Von der »Vereinigung« wurden mehrere Geschäftsabschlüsse von Berliner Sortimentshandlungen vorgelegt, aus denen zu er sehen war, daß unsere Sortimenter im allgemeinen sich wirklich in einer Notlage befinden. Da sahen wir uns ver anlaßt, auch im Namen unsrer Korporation dem Herrn Kultusminister die Bitte zu unterbreiten, die neuen Rabatt bestimmungen zu genehmigen und dadurch den weiteren Geschäftsverkehr zwischen dem Buchhandel und den Seiner Exzellenz unterstehenden Bibliotheken zu ermöglichen. — Wenn uns auch eine direkte Antwort auf diese Eingabe seitens des Kultusministeriums nicht zuging, so können wir doch mit Freuden feststcllen, daß die Bemühungen erfolgreich gewesen sind. Untern: 7. Juli 1906 erklärte sich der Kultusminister mit den Vorschlägen einverstanden. In dem Schreiben heißt es u. a: »Ich lege auf die Erhaltung und Förderung der buchhändlerischen Institutionen wie auf den Ausbau der Beziehungen des Unterrichtsressorts zu diesen im Interesse von Wissenschaft und Literatur auch meinerseits besonderen Wert Ich erkenne dankbar an, daß der deutsche Buch handel sowohl in der Gesamtheit wie in zahlreichen aus gezeichneten Vertretern zur Durchführung nationaler Auf gaben bei jeder Gelegenheit vielfach seine opferwillige Gesinnung betätigt hat, wobei ich gern der Neubegründung der Straßburger Bibliothek und der Posener Kaiser Wilhelms-Bibliothek gedenke Zudem haben sich bei den inzwischen gepflogenen Verhandlungen eine Reihe von Ge sichtspunkten ergeben, von deren Verwirklichunng — wie von der Gründung einer Börsenvereinsbibliothek bei der hiesigen Königlichen Bibliothek und der Ermäßigung der Bücherpreise für wissenschaftliche Werke — eine durch greifende Förderung der gemeinsamen Interessen der Wissenschaftspflege und des Buchhandels zu erhoffen ist.« Die Rabattüewegung im deutschen Buchhandel ist damit zum Abschluß gebracht; möge er dem Sortiment zum Segen gereichen! Der Arbeitseinstellung am 1. Mai d I im Buch bindergewerbe war ein Ausstand und dann ein Streik gefolgt, der den Berliner Buchhandel naturgemäß in Mit leidenschaft gezogen hat, um so mehr als der Streik von einer dreimonatigen Dauer war. Endlich, am 28. Juli, konnte der Streik als beendet erkürt werden Ein neuer, in einigen Punkten etwas erhöhter Tarif wurde vereinbart. Der Akkordtarif soll im Januar 1907 von einer gemeinschaftlich besetzten Kommission revidiert werden und bis zum 1. Juli 1911 laufen. Ihr Vorstand konnte zu freudigen Gedenkfeiern in diesem Jahre mehrern Korporationsgenossen herzliche Glück wünsche aussprechen. Herr Ferdinand Berggold beging am 14. April seinen achtzigsten Geburtstag.— Herr Wilhelm Lobeck, erlebte am 27. April den Tag, an welchem er vor sechzig Jahren in den Buchhandel getreten war. — Am 1. September waren hundert Jahre seit der Begründung der Amelangschen Sortiments-Buchhandlung verfl ssen. — Am 1. Oktober feierte die Langenscheidtsche Verlags buchhandlung das fünfzigjährige Bestehen ihrer Firma. — Am gleichen Tage waren fünfzig Jahre verflossen, seitdem Herr Ernst Buschbeck dem Buchhandel angehört Auch der Berichterstatter, Ihr jetziger Vorsteher, konnte im Frühling dieses Jahres auf fünfzig Jahre buchhändlerischer Tätigkeit zurückblicken; mit herzlichem Danke nahm er die freundlichen Glückwünsche des Vorstandes und vieler Korpo rationsmitglieder entgegen. Sehr schmerzliche Verluste durch den Tod erlitt die Korporation im vergangenen Jahre. Am 21. Februar starb in Tempelhof bei Berlin der Verlagsbuchhändler und Schrift steller " De. Hans Natge. Er war am 26. September 1851 geboren und gehörte seit 1897 zu unsrer Korporation Der Verstorbene hat sich auf litera rischem Gebiet, namentlich im Kriegervereinswesen, einen geachteten Namen erworben. Er war Herausgeber verschie dener Zeitschriften, und auf Befehl unsers Kaisers wurden seine Textunterlegungen für die preußischen Armeemärsche von Ferdinand Hummel herausgegeben. Am 21. April verschied sanft, fern von der Heimat, in Nervi bei Genua, der Geheime Kommerzienrat vr. Hermann Paetel in seinem siebzigsten Lebensjahre Über 35 Jahre zählten wir den Verstorbenen zu unsrer Korporation, und viele ihrer Mitglieder durfte er zu seinen Freunden rechnen. Sein Bruder, der Geheime Kommerzienrat Elwin Paetel, der später wiederholt zur Leitung unsrer Korporation berufen war, erwarb mit ihm am 1. Januar 1870 den Buchverlag Alexander Dunckers in Berlin. Der Verstorbene hatte vorher als Oberlehrer am Königlichen Wilhelms-Gymnasium gewirkt. Seit dem 2. Juni 1871 wurde die Firma »A. Dunckers Buchverlag (Gebrüder Paetel)« in die Firma »Gebrüder Paetel« verändert Am l. April 1884 trat l),-. Hermann Paetel aus dem bedeutend und umfangreich gewordenen Verlagsgeschäft aus und übernahm am 15. Mai 1884 den Verlag des Allgemeinen Vereins für Deutsche Literatur. Daneben errichtete er eine Verlagshandlung unter der Firma »Hermann Paetel«, von der er später ein besonderes Verlags konto für den Vertrieb der Monatsschrift »Himmel und Erde« abzweigte Mit besonderm Interesse verfolgte er koloniale und kolonialpolitische Ziele. In all diesen Unternehmungen stand ihm sein Sohn und Teilnehmer, unser Mitglied Alfred Paetel, treu zur Seite. — Auch außerhalb des Buchhandels wußte vr. Hermann Paetel gemeinnützige Veranstaltungen zu fördern, z. B. das Berliner Schiller-Theater, ferner das Institut »Urania«, die beide segensreich wirken. — Viele Auszeichnungen wurden unseren hochgeschätzten Kollegen zu teil, hohe Orden wurden ihm verliehen, und im Jahre 1905 erfolgte seine Ernennung zum preußischen Geheimen Kom merzienrat. Wir trauern mit den Angehörigen des Verstorbenen um den herben Verlust, den wir durch das Hinscheiden des lieben, allgemein verehrten Kollegen erlitten haben. Am 26. Juli starb Otto Mühlbrecht in seinem 69. Lebensjahre auf seiner Besitzung in Groß-Lichter- felde. Er war am 28. Februar 1838 in Braunschweig geboren. Im Jahre 1853 trat er bei Grüneberg L Bock in Braunschweig in die buchhändlerische Lehre, als Gehilfe war er dann tätig in Göttingen, Kiel, Elberfeld, Amsterdam, Leipzig und Berlin. Im Jahre 1868 übernahm er mit seinem Freunde Albert Puttkammer die Buchhandlung für Staats- und
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