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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.09.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-09-12
- Erscheinungsdatum
- 12.09.1906
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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8680 Nichtamtlicher Teil. 212, 12. September 1908. 2. Verhinderung der beliebigen Vermehrung der Klein händler durch die Leipziger Grossisten. 3. Beschränkung der Wohltaten unsrer Organisation auf die wirklichen Buchhandels-Firmen. 4. Abweisung der sich noch zur Aufnahme ins Adreß buch meldenden Warenhäuser und Beschränkung auf die leider schon in unfern Beruf aufgenommenen Firmen, sowie Kaltstellung der Hintermänner der Schleudergeschäfte. Wenn in der genannten Broschüre hinzugefllgt wird: »die Aufgabe, dis in diesem Programm liegt, erscheint mit Recht schwer-, so schließen wir uns dieser Meinung voll inhaltlich an. Wir halten die Aufgabe für so schwer, daß auch ihre nur teilweise Lösung in kurzer Zeit nicht zu er hoffen sein wird. Vor allem müßten durch gründliche Erörterung aller einschlägigen Verhältnisse erst die Grund lagen geschaffen werden, um praktische Mittel in Aussicht nehmen zu können. Erfahrungsgemäß sind nun die Tags um Kantate in Leipzig so mit Aufgaben aller Art überhäuft, daß zur ausgiebigen Besprechung von Fragen grundsätzlicher Be deutung nicht immer die nötige Zeit bleibt. Besser geeignet wäre eine außerordentliche Versammlung, deren Programm nicht mit bestimmten Vorschlägen und Abhilfemitteln be schwert und gebunden sein würde, um die freien Meinungen zu hören und dadurch Material zu einer eventuellen weitern Verfolgung der Angelegenheit zu gewinnen. Die Ein berufung einer solchen Versammlung ist bei uns angeregt worden, und wir werden dieser Anregung gern Folge geben, sofern die Mehrheit der Vereine den gleichen Wunsch hegt. Als Zeitpunkt fassen wir die zweite Hälfte des Oktober, als Ort eine mitteldeutsche Stadt ins Auge. Wie üblich, würden jedem Verein die Fahrtkosten für einen zu ent sendenden Abgeordneten aus der Verbandskasse ersetzt werden. Sodann würden wir den Deutschen Verleger-Verein und den Verein Leipziger Kommissionäre zur Teilnahme einladen, damit eine möglichst erschöpfende Aussprache stattfinden kann Wir bitten nun Sie, geehrte Herren Kollegen, uns so bald als möglich mitteilen zu wollen, ob Sie eine solche Versammlung für zweckmäßig halten und beschicken werden. Die Zeit ist knapp! Je nach Ausfall der erbetenen Ant worten werden wir sofort die Versammlung einberusen, oder Ihnen von der gegenteiligen Meinung der Mehrheit der Vereine Kenntnis geben. Falls Sie etwa noch eine andre Angelegenheit be sprochen zu haben wünschen, bitten wir um gefällige um gehende Mitteilung, damit wir die Tagesordnung ent sprechend erweitern können. Ihre Antwort, wenigstens eine provisorische der betreffenden Herren Vorsitzenden, erbitten wir bis spätestens den 20. d. M. Falls wir bis dahin ohne jede Nachricht bleiben, würden wir das als eine Ablehnung des Vorschlags auffassen. In kollegialischer Begrüßung Der Vorstand des Verbände» der Kreis- und Orts-Vereine im Deutschen Buchhandel: (gez. gez.) Hermann Setppel. Justus Pape. Otto Meißner. Franz Freiherr von Lipperheide 1'. Ein Genie der Tat. ') (Nachdruck verboten.) Die nachfolgend wiedergegebene Todesanzeige ging mir soeben zu: »Heute nacht entschlief sanft nach schwerem Leiden in München mein geliebter Mann, der Verleger Franz Freiherr von Lipperheide, im Alter von 68 Jahren. Berlin V. SS, den 30. Juli 1S06. In tiesster Trauer Elisabeth Freifrau v. Lipperheide, geb. Rouge, zugleich im Namen aller Hinterbliebenen.« Mit Franz Lipperheide ist eine der hervorragendsten und originellsten Erscheinungen der Berliner Buchhändler welt und Gesellschaft dahingeschieden, ein Mann von ausge prägter Persönlichkeit, ein ganzer Charakter und ein Genie der Tat. Als ich ihm in den achtziger Jahren nähertreten konnte, stand er bereits aus der Höhe seiner Erfolge — aber wenn auch, wie er selber zugab, zeit seines Lebens das Glück sein treuer Begleiter war, so hätte er doch nimmer so Staunenswertes schaffen und so Gewaltiges erreichen können ohne eine geniale Veranlagung und eine geradezu bewundernswerte Arbeitskraft. Auf dem Wege kühner Spekulation find oft über Nacht ungeheure Reichtümer verdient worden. Auch Franz Lipper heide hat sich die Grundlagen seines großen Vermögens in verhältnismäßig kurzer Zeit schaffen können; aber bei ihm war nicht eine skrupellose Spekulationswut der treibende Faktor, sondern ein riesiger Fleiß, der sich mit ungewöhn lichem Organisationstalent verband. Lipperheide, ein Sohn der roten Erde — geboren am 22. Juli 1838 zu Berleberg in Westfalen — begann seine buchhändlerische Laufbahn im Geschäft des Kommerzienrats von Schäsfer-Voit, eines höchst tüchtigen Industriellen, der Ende der fünfziger Jahre das weltbekannte Berliner Moden blatt »Der Bazar« erworben hatte, zu dessen Redakteuren damals auch Julius Rodenberg gehörte. Eine der jungen Damen, die in den Zeichnerateliers des »Bazar- beschäftigt wurde, war ein Fräulein Frieda Gesteseld, eine Hannove ranerin; sie wurde die Braut Lipperheides, der nach seiner Heirat den Entschluß faßte, sich selbständig zu machen. Am 15. August 1885 hatte Franz Lipperheide dem Buchhandel seine Etablierung angezeigt, und einen Monat später teilte er den Fachkreisen das bevorstehende Erscheinen der »Modenwelt, Illustrierte Zeitung für Toilette und Handarbeit- mit. Eine Monographie der »Modenwelt wurde als Privatdruck des Verlegers im Herbst 1890 aus Anlaß des sünfundzwanzigjährigen Bestehens der Zeitschrift verausgabt. 1885 gab es in Berlin zwei große Modenblätter: den -Bazar- und die »Victoria«. Dazu kamen außerhalb noch die Stuttgarter »Allgemeine Modenzeitung-, »Frauenzeitung« und »Damenkleider-Magazin«, die Hamburger »Jahres zeiten« und »Mode» und die alteingeführle Leipziger »All gemeine Moden-Zeitung«. Die meisten dieser Blätter pflegten neben der Mode auch die literarische Unterhaltung, gaben kolorierte Kupfer als Beilagen und waren dem entsprechend teuer. Die »Modenwelt- des Ehepaares Lipperheide bot inso fern etwas Neues, als sie von literarischem Inhalt gänzlich absah, sich nur mit Mode und Handarbeit beschäftigte und sehr billig war: 10 Silbergroschen vierteljährlich bei *) Mit gütiger Erlaubnis des Herrn Verfassers abgedruckt aus Nr. 534 der -Hamburger Nachrichten« vom 1. August 1906. Red.
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