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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.09.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-09-07
- Erscheinungsdatum
- 07.09.1906
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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8480 Nichtamtlicher Tell. — Sprechsaal. ^ 208, 7. September 1906. Manuskript zum ersten Bande des kritischen Katalogs der Leibniz- Handschriften wird im Herbst dieses Jahres fertig vorliegen. Der Katalog verfolgt einen doppelten Zweck. Einmal will er für den Historiker sowohl wie für den Philosophen ein zuver lässiger Wegweiser durch Leibniz' Werke sein, genau verzeich nen, welche Werke gedruckt, welche ungedruckt handschrift lich vorhanden sind, wo und in welchem Zustande sich die Handschriften befinden. Dann aber soll der Katalog die Grundlage für die bereits 1901 im Prinzip beschlossene kritische Gesamtausgabe von Leibniz' Werken bilden. Eine ganze Anzahl für die spätern Herausgeber wichtiger kritischer Vorfragen war bereits bei der Herstellung des Katalogs zu beantworten. Für die Anordnung hat man nach sehr reiflicher Erwägung die Zeitfolge der Schriften zugrunde gelegt. Eine Fülle von Pro blemen war bereits hier zu lösen, um undatierte Stücke von Leibniz nach Unterbrechungen wieder aufgenommene Arbeiten richtig einzuordnen. Auch die technischen Fragen der Katalogi sierung boten manche Schwierigkeit. Allein der Katalog wird von neuem die Riesenhaftigkeit des Geistes Leibniz' zu monumentaler Anschauung bringen. »Saldo-, Verein jüngerer Buchhändler, Hannover.— In der außerordentlichen Generalversammlung vom 4. September wurden die verwaisten Ämter des Kassierers und Bibliothekars zusammensetzt: Vorsitzender: Wilhelm Riedel (Helwingsche Verlagsbuchhdlg.); Kassierer; Max Seyffart (Carl Meyer fGustav Priors); Schriftführer: Ernst Eber (Fr. Weidemanns Buchhdlg.); Bibliothekar: Max Jost (Ludwig Ey). Die Sitzungen finden von jetzt an jeden Dienstag abend im Restaurant »Zum Schultheiß-, Langelaube 14, statt, da der Ver ein gezwungen war, sein altes Versammlungslokal, in dem er nahezu zwei Jahrzehnte sein Heim hatte, wegen baulicher Erneue rung einstweilen zu verlassen. Kollegen sind stets herzlich will- Volksliederbuch für Männerchor. — Wie die National zeitung erfährt, sind die Arbeiten der vor drei Jahren vom Kaiser eingesetzten, unter dem Vorsitz des Freiherrn R. von Liliencron stehenden Kommission zur Herausgabe eines Volksliederbuchs für Männerchor so weit gefördert, daß das über 600 Volkslieder um fassende Manuskript, an dem die ersten deutschen Autoritäten auf zum Druck gegeben werden konnte. Die ehrenamtliche Mitwirkung hervorragender Bearbeiter bei Herstellung des Manuskripts, das Entgegenkommen von Verlegern und Komponisten bei der Über lassung bereits anderweit veröffentlichter Chöre und nicht zuletzt die überaus günstigen Bedingungen der Firma C. F. Peters in Leipzig (Inhaber Henri Hinrichsen), die in entgegenkommendster und völlig uneigennütziger Weise den Verlag übernommen hat, werden cs möglich machen, die Ausgabe des Volksliederbuchs bei würdiger Ausstattung besonders wohlfeil herzustellen. Von den 610 Chören der neueren Sammlung erscheinen über 430 in der hier gebotenen Form zum erstenmal gedruckt. Es steht zu hoffen, daß das Liederbuch Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres im Buchhandel erscheint. (Vgl. Nr. 205 d. Bl.) — Der durch Handwerker veranlaßte unheilvolle Brand der alten Universität in Groningen hat zwar auf das Akademiegebäude beschränkt werden können, aber er ist, nach Mitteilungen der Frankfurter Zeitung, doch ver nichtend genug gewesen. Die unersetzlichen wertvollen Samm lungen des Naturhistorischen Instituts, die der hochverdiente Professor van Ankum in langen Jahren mit unermüd lichem Eifer zusammentrug und ständig vermehrte, sind den Flammen ganz zum Opfer gefallen. Ebenso sind das chemische Laboratorium und das pharmazeutische Institut mit ihrem ganzen Inhalt vernichtet. Die Kuratorenstube konnte noch eben rechtzeitig geräumt werden. So wurde unter vielen in ihr be wahrten alten Kostbarkeiten auch die Universitätsfahne aus dem Jahre 1672 gerettet. Vor allem aber ist die Erhaltung der reichen Bibliothek zu begrüßen, von deren Verlust erste Berichte auch schon sprachen. Die berühmte Textausgabe des Neuen Testaments von Erasmus mit Randbemerkungen von der Hand Luthers ist glücklicherweise also unbeschädigt. (Beilage z. Allg. Ztg.) Personalnachrichten. Steckbrief. — Das deutsche Fahndungsblatt Stück 2266 vom 5. September 1906 bringt (mit Bild) folgenden Steckbrief: Gegen den ^nachfolgend zu l abgebildetcnj Buchhandlungs gehilfen, zuletzt Kassierer Alfred Tiarks, geboren 23. November 1881 in Schalke bei Gelsenkirchen, der von Ende Dezember 1904 bis März 1905 Buchhandlungsgehilfe Hierselbst war, dann nach Mexiko verzog und von da sich Ende Mai 1906 vermutlich nach Deutschland begeben hat, ist wegen in Mexiko begangener Unter schlagung und Untreue — Objekt 10000 Pesos — die Unter suchungshaft verhängt. Verhaftung. Ablieferung in das nächste Gerichtsgefängnis und Mitteilung. Beschreibung: Größe: etwa l,68 w, Gestalt: schlank, Haare, Schnurr- und Spitzbart: dunkel blond, Stirn: hoch, Augen: braun, Gesicht: länglich, Gesichtsfarbe: blaß, Sprache: Hannoverscher Dialekt, sonst noch sehr schlecht spanisch und ganz wenig englisch. Kennzeichen: lispelt etwas beim Sprechen, besonders der Buchstaben sp und st. Anmerkung: Ver mutlich führt er ein kleines braunes Teleskop-Köfferchen (Imitation von Leder) bei sich. 10. I. No 802/06a. Hannover, 1. September 1906. (gez) Der Erste Staatsanwalt. (Sprechsaal.- Unverlangte Sendungen. »nach Verlangen vom- und improvisiert ein Datum dazu. Die Herren Kommissionäre befördern auf diese Weise bezeichnte Pakete weiter an ihre Kommittenten, während die Annahme von ä cond. - Beischlüssen ohne ausgefülltes Bestell-Datum seitens der Kommissionsgeschäfte vielfach verweigert wird. Der Sortimenter glaubt dann schließlich häufig selbst, angesichts des ausgefüllten Bestelltermins, das Buch bezw. die Sendung bestellt zu haben. Die Firma Carl Siwinna in Kattowitz sandte mir am 10. Apcil 1906 eine a cond. - Sendung mit dem Vermerk »Nach Verlangen vom 3./3. 06-. Auf meine Bitte vom 10. Mai um Einsendung des Verlangzettels zwecks Einsichtnahme, wiederholt am 7. Juni, zum drittenmal gesandt am 12. Juli, schweigt sich Herr Siwinna aus. Hamburg, 25. August 1906. Carl Stöckicht. Erwiderung. der zwischen der Firma Carl Stöckicht in Hamburg und meinem Verlag schwebenden Differenz. Ich habe darauf folgendes zu erwidern: 1. Mein diese Konten bearbeitender Gehilfe, der am 1. April bei mir eintrat, hatte von mir keinen Auftrag erhalten, auf Machtvollkommenheit getan. 2. Eine Anfrage vom 10. Mai ist hier nicht eingegangen. Die Anfragen vom 7. Juni und 12. Juli sind hier eingetroffen, während ich mich auf Reisen befand. Durch die Nachlässig keit meines Gehilfen sind sie nicht erledigt worden. 3. Ich selbst finde an der oben geschilderten Praxis durchaus kein Gefallen, sondern verurteile sie aufs entschiedenste. Ich habe auch dem betreffenden Herrn wegen mangelnden Geschäftsinteresse am 15. August gekündigt. Kattowitz, den 1. September 1906. Carl Siwinna.
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