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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.10.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-10-27
- Erscheinungsdatum
- 27.10.1908
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- Deutsch
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-v 251, 27. Oktober 1908. Nichtamtlicher Teil. Mrl-Nbl»u I. d. Doch». vuchh»nb-l. 12007 Nichtamtlicher Teil. Zum VI. internationalen Verleger-Kongretz in Madrid 1908. Herr Arthur Sellier hat auf dem Internationalen Ver legerkongreß in Madrid im Namen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, des Deutschen Verleger-Vereins und des Vereins der Deutschen Musikalienhändler eine Erklärung gegen die Verlängerung der urheberrechtlichen Schutzfrist aus 50 Jahre in Deutschland abgegeben. Wenn Herr Sellier nach den vorhergegaugenen Besprechungen, an denen auch die offiziellen Vertreter des Vereins der Deutschen Musikalienhändler teilgenommen haben, auch glauben durfte, diese Erklärung zugleich im Namen des Vereins der Deutschen Musikalienhändler abgeben zu dürfen, so erklärt dessen Unterzeichneter Vorstand hiermit, daß die Mehrheit seiner Mitglieder mit dieser Erklärung nicht einverstanden ist, sondern nach wie vor daran festhält, daß die Verlängerung der Schutzfrist auf fünfzig Jahre im Interesse des Musikalten handels zu erstreben ist. Der Vorstand des Vereins der Deutschen Musikalienhändler zu Leipzig. Carl Linnemann, Carl Reincckc, Vorsteher. Schriftführer. Hartmann Schedel und seine Bibliothek. Der kürzlich verstorbene Münchener Professor Ludwig Traube hat vor etwa drei Jahren auf die große Bedeutung der mittelalterlichen Bibliothekskataloge hingewiesen und die Akademien zu München, Berlin, Leipzig und Güttingen für den schönen Gedanken der Sammlung und erneuten, vervollständigten kritischen Herausgabe der mittelalterlichen Bibliothekskataloge zu gewinnen vermocht. Wenn man auf die Geschichte mittelalterlicher Bibliotheken in neuerer Zeit ein besonderes Augenmerk richtet, um wie Joachimsen (Aus der Bibliothek Sigism. Gossembrots, Zentralblatt für Bibliothekswesen 1894, S. 24S) sagt, aus ihnen als dem -geistigen Bildungsmittel« einer Persönlichkeit auf den »Bildungszustand« dieser Persönlichkeit selbst Schlüsse zu ziehen, so vermag vielleicht die Schedelsche Biblio thek ganz besonderes Interesse zu beanspruchen. Wenn Hartmann Schedel einerseits eine wenig produktive Natur war und aus seinen Werken nicht genügend beurteilt werden kann, so war er um so mehr rezeptiv veranlagt, und die reichhaltigen in seinen Sammelbänden sich findenden litera rischen Erzeugnisse gestatten einen Einblick in die Vielseitig keit und das umfassende Wissen dieses Mannes. Anderseits ist es gerade bei der Schedel-Bibliothek möglich, diese — wenn auch nicht mehr in ihrem ganzen früheren Umfange — so doch zu einem großen Teile heute wieder zusammenzu stellen. Die Schedelsche Bibliothek bildet nämlich einen Bestandteil der Münchener Kgl. Hof- und Staatsbibliothek, nachdem sie 1552 in den Besitz von Hans Jakob Fugger übergegangen und von diesem für die Hofbibliothek des Herzogs Albrecht V. von Bayern erworben worden war. Auf Anregung des Professors I)r. Hermann Trauert unter nahm ein Beamter der Münchener Kgl. Hof- und Staats bibliothek, vr. Richard Stäuber, die schwierige Aufgabe, die Bibliothek Harlmann Schedels in ihrer Entstehung, ihrem Wachstum und ihrer Bedeutung für die Geisteskultur im Zeitalter der Renaissance und des Humanismus zu beleuchten, vr. Stäuber hat sein Werk über die Schedelsche Bibliothek zum Abschluß gebracht, erlebte aber dessen Druckvollendung nicht mehr, da er am 1. Juni 1907 starb. Sein Kollege vr. Olto Hartig hat die Herausgabe des Werkes besorgt, das kürzlich unter dem Titel erschienen ist: Die Schedelsche Bibliothek. Ein Beitrag zur Geschichte der Ausbreitung der italienischen Renaissance, des deutschen Humanismus und der medizinischen Lite ratur von vr. Richard Stäuber. Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben von vr. Otto Hartig, Assistent an der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München (XVI, 277 S.). Freiburg i. Br. 1908, Herdersche Verlagshandlung. Diese Veröffentlichung bildet auch das 2. und 8. Heft des VI. Bandes der von Professor vr. H. Trauert heraus gegebenen »Studien und Darstellungen aus dem Gebiete der Geschichte«. Sie wird ihrem Verfasser den gebührenden Platz in der Geschichte der Wissenschaften und das dankbare Andenken der Bücherliebhaber und Sammler sichern. Hartmann Schedel war am 13. Februar 1440 in Nürnberg geboren. Da Hartmanns Mutter schon 1445, sein Vater 1451 starb, so nahm sich sein Vetter Hermann Schedel, geboren 1410, des frühverwaisten Knaben an. Hermann Schedel studierte von 1433—38 in Leipzig, von 1439—1444 in Padua Medizin und wurde bald darauf Leibarzt des Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg. Seit 1446 ist Hermann Schedel, »Doctor der Arzenie«, urkundlich in Prenzlau und Spandau zu finden. Aus seinem Briefwechsel ergibt sich, daß Hermann Schedel >451/53 in seine Vaterstadt Nürnberg zurückgekehrt ist und eine Stelle als Arzt bei dem Domkapitel in Eichstätt mit 150 Gulden rhein. jährlicher Besoldung angenommen hat. Der Bischof Johann von Aich, ein Freund des Enea Silvio Piccolomini, war nach Schedels Bericht den humanistischen Studien eifrig ergeben und zog gelehrte Männer nach Eich stätt. Im Verkehr mit ihm bot sich auch Hermann Schedel Gelegenheit zur Betätigung der neuen Geistesrichtung. So war Schedel z. B. 1454 mit der Abschrift von Werken Petrarcas, Boccaccios, Filelfos, Enea Silvios u. a. beschäftigt. 1456 wurde Hermann Schedel Stadtarzt in Augsburg, von welcher Stellung er mehr befriedigt gewesen zu sein scheint, als von seiner bisherigen) vielleicht weniger der ärzt lichen Praxis wegen, als um des Kreises willen, der ihn umgab. Ähnlich wie in Nürnberg um Gregor Heimburg, später um Harlmann Schedel und Kon ad Celtis oder in Straßburg um Jakob Wimpheling, so hatte sich in Augsburg um den alten Bürgermeister Sigismund Gossembrot eine humanistische »Sodalität« gebildet, deren Mittelpunkt später Hermann Schedel wurde. Um die Vermehrung seiner Bibliothek war Hermann Schedel durch Erwerbung und Ab schreiben von Werken eifrig bemüht. Von Laurentius Blumenau, der sich als erster Deutscher des Besitzes eines Sextus Rusus erfreute, erhielt er 1461 eine Abschrift davon. 1467 begab sich Hermann Schedel nach Nürnberg und wurde 1472 an der neu errichtete» Universität Ingolstadt intituliert, wo er wahrscheinlich nicht ganz ein Jahr geblieben ist In Nürnberg verkehrte Hermann Schedel auch mit dem be rühmten Johannes Müller aus Königsberg in Franken (Regiomontanus), der von 1471 bis 1475 in Nürnberg lebte. Am 4. Dezember 1485 starb Hermann Schedel in Nürnberg. Neben seiner ärztlichen Berufsarbeit widmete sich Hermann Schedel eifrig der Pflege der schönen Wissenschaften und der Vermehrung seiner Bibliothek, die im Vergleich zu den Handschriften auffallend wenig Druckschriften enthalten zu haben scheint. In seinem Testament vom 26. November 1485 hat Hermann Schedel verschiedene Bibliotheken und 1S8S*
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