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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.10.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-10-27
- Erscheinungsdatum
- 27.10.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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251. 27. Oktober 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 12011 oder heimlich bezahlt werden, wird kein Gericht jemals eine Grenze finden können, um zu sagen: dieser Artikel ist ein In serat, also steuerpflichtig, jener ist es nickt, also steuerfrei. Kommt nun eine Jnseratensteuer, so wird die moralisch erlaubte ge schäftliche Reklame, die der inserierende Interessent offensichtlich selber macht, aus dem steuerpflichtigen Inseratenteil in den steuerfreien redaktionellen Teil gedrängt und hier dem Publikum unter dem heuchlerischen Schein einer un parteiischen Redaktionsmeinung vorgesetzt. Es wird bald eine eigene literarische Industrie geben, die derartige redaktionelle Reklame in »einwandfreier« Form liefert. Der erfahrene Zeitungsmann sieht ihre Anfänge längst; eine Jnseratensteuer würde diese Wandlung begünstigen wie ein warmer Regen das Wachstum der Pilze. Daher tastet eine Jnseratensteuer die Ehrlichkeit der deutschen Publizistik an — eine sehr ernste Sache für den Charakter des deutschen Volkes. Sie legt sich wie Blei klumpen auf die anständigen Organe und verhilft feilem Lumpentum zu Erfolgen.« Der Verfasser läßt die Frage unerörtert, ob nicht die Verleger der periodischen Presse infolge der Mindereinnahmen durch den Inseratenteil den Raum für redaktionelle Besprechungen von neuen Erscheinungen der Literatur und Kunst künftig karger be messen werden. Es scheint, die Jnseratensteuer wird ein Hemmnis des geistigen Verkehrs werden, wenn sie wirklich beschlossen und eingeführt werden sollte. * Wilhelm Busch-Ausstellung in Berlin. (Vgl. Nr. 227, 233 d. Bl.) — Die Wilhelm Busch-Ausstellung in Berlin (im Künstlerhause, Bellevuestraße 3) ist bis zum Sonntag, 1. November, verlängert worden. * Bom »In8tLLut äs I'i-s.nos« in Paris. — Das 1n8t,itut äs Kranes hielt am 24. d. M. seine jährliche öffentliche Plenar versammlung ab, bei der alle fünf Akademien versammelt waren und die des allgemeinen Interesses nicht entbehrte. Den Vorsitz führte der Akademiker Babelon, Vorsitzender der ^eaäsmis äs8 Akademien ehrendes Gedenken widmete. Die Todesfälle unter den Akademikern waren diesmal be sonders zahlreich. Die ^erräsmis k>an§a,i86 verlor vier Mitglieder, nämlich ihren lebenslänglichen Sekretär Gaston Voissier, ferner Emile Gebhart, Ludovic Halsvy und Francois Coppse. — Die ^saäsmis äs8 Leisness hatte den Tod von fünf ordentlichen Mit gliedern zu beklagen, nämlich Albert de Lapparent, Henri Bec querel, Jules Janssen, Alfred Giard und Nicolas Mascart. Auch verlor sie eins ihrer auswärtigen Mitglieder, den englischen Phy siker William Thomson. — Der ^oackswis äs3 In8orip1ion8 st öslls«- 1,6ttr68 entriß der Tod außer Gaston Boissier zwei andere ordent liche Mitglieder, Barbier de Meynard und Hartwig Derenbourg, ein freies Mitglied: Arthur de Boislisle, und ein auswärtiges Brochard. Der Vorsitzende erteilte hierauf mehreren Rednern das Wort zu Vorträgen, von denen derjenige des Delegierten der H.e3.ck-mjs äs8 8eisnes8, A. Lacroix, über: »Die letzten Tage von Herku- lanum und Pompeji« einer der interessantesten war. Der Vor tragende zog Schlüsse aus den letzten Ausbrüchen des Vesuv und aus demjenigen des Mont Pels auf Martinique, der im Jahre 1902 in ganz ähnlicher Weise die Hafenstadt St. Pierre zer störte, verglich die Aufzeichnungen des Plinius und kam zu der Ansicht, daß Pompeji nach und nach durch die Auswürfe des Vesuv an Asche und Steinen verschüttet, Herkulanum jedoch durch einen später versteinerten Schlammstrom, nicht durch einen Lava strom vernichtet worden sei. Internationale Bereinigung der medizinischen Presse. — Die diesjährige Versammlung des Ausschusses der »Jnter- des Herausgebers der Berliner Klinischen Wochenschrift, Professor Posner, statt. Außer dem Vorsitzenden waren noch vierzehn andere Abgeordnete anwesend, die Deutschland, Großbritannien, hatte zum erstenmal einen Vertreter entsenden können, nachdem sich Ende des vorigen Jahres dort eine ungarische medizinische Preß- vereinigung gebildet hat. Es wurden aus den verschiedenen Ländern kurze Berichte über die Tätigkeit der medizinischen Presse sowie über Standesangelegenheiten erstattet, von denen namentlich die Frage der Zulässigkeit der Empfehlung bestimmter Heilmittel durch Zeitungsartikel und Anzeigen in Zeitungen zu lebhaftem Meinungsaustausch führte. Ein Beschluß über die Frage wurde Pest stattfinden soll. Auf Anregung Professor Posners wurde beschlossen, während der nächsten Tagung eine öffentliche Versammlung abzuhalten, zu der alle an der medizinischen einigung erörtert, sowie ein Aufruf an alle Länder, in denen medizinische Preß-Vereinigungen noch nicht vorhanden sind, zur Schaffung solcher Vereinigungen gerichtet werden sollen. Lebhaft wurde auch die llbung mancher medizinischen Schriftsteller er örtert, den gleichen Artikel mehreren Zeitschriften zugehen zu lassen. Dieser Gebrauch wurde einstimmig verurteilt; es wurde beschlossen, der Versammlung in Budapest einen Bericht darüber vorzulegen. Verschiedene Redner betonten die Gleichartigkeit der Hindernisse, die die medizinischen Schriftsteller in allen Ländern heute finden, und die guten Wirkungen, die eine internationale Folge Haben müsse. (Nach: »Ids Kritik Usäieal äournal«.) * Verein der Lesezirkel-Inhaber zu Leipzig. — Ein »Verein der Lesezirkel-Inhaber zu Leipzig« ist am I. Oktober gegründet worden. Der Hauptzweck dieser Bereinigung ist Fest setzung von Einheitspreisen für Journallesezirkel, mit deren Be arbeitung eine Kommission betraut wurde. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: Alwin Schmidt, I. Vorsteher; E. O. Jahn, 2. Vorsteher; Jaroslav Ferda, Schriftführer und Otto Himly, Kassierer. — Als vorläufiges Vereinslokal wurde das Restaurant »Hopfenstock«, Dresdnerstraße I, gewählt. * Dichterabende bei Hugo Heller Cie. in Wien I. — Im Kunstsalon der Buchhandlung Hugo Heller L Cie. in Wien wird am 12. November Franz Karl Ginzkey neue Ge dichte vorlesen, am 29. November Thomas Mann seinen neuen Roman »Königliche Hoheit«. * Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. — Wie die National-Zeitung erfährt, ist der neue Entwurf des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb im Reichsamte des Innern fertig gestellt worden. Die kommissarischen Verhandlungen zwischen dem Reichsamte des Innern und dem preußischen Handels ministerium wurden Ende voriger Woche beendet. Das Handels ministerium hat vor Beginn der kommissarischen Verhandlungen die Gutachten von mehr als 80 Handelskammern eingeholt. Eine bisher unbekannte Börne-Ausgabe. — Von einer bisher völlig unbekannten Ausgabe der Börne'schen Schriften, die er so glücklich war im August dieses Jahres aus einem Dresdener Antiquariat zu erwerben, macht im letzten Heft der »Zeitschrift für Bücherfreunde« der bekannte Berliner Literar historiker Professor Ludwig Geiger Mitteilung. Es ist eine sehr stattliche, fünfbändige Ausgabe in Groß-Oktav, die ohne Angabe eines Herausgebers, einer Jahreszahl unter dem Titel: »Gesammelte Schriften von Ludwig Börne, New Uork, Joseph Wieck, 17 North William Street« erschienen und nach einer Angabe am Schluß jedes Bandes »in der Offizin des Atlas Milwaukee, Wis.« gedruckt worden ist. Geiger hatte vom Dasein dieser Ausgabe, die z. B. auch in Goedekes Grundriß nicht verzeichnet ist, wohl Kenntnis, unterließ aber von ihr zu sprechen, bis er den Nachweis ihres Daseins führen konnte, wozu er nun mangelnden Datierung, weder äußere noch innere Merkmale da für sichere Anhaltspunkte bieten. Jedenfalls muß das Erscheinen nach 1840 angesetzt werden, da die nichtgenannten Herausgeber 1666*
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