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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.07.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-07-27
- Erscheinungsdatum
- 27.07.1906
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- Deutsch
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7220 Nichtamtlicher Teil. 172, 27. Juli 1S06. Götz bei dem Bibeldruck zurück. Hierin findet er auch eine befriedigende Erklärung für das Fehlen der Druckadresse bei der Bilderbibel, die schwerlich deshalb weggelassen sein könne, weil die Urheber des Drucks ihre Namen nicht hätten nennen wollen. Der Ursprung eines Werks von der Bedeutung der Bilderbibel habe sich wohl kaum verheimlichen lassen. Den ersten datierten und mit Namen versehenen Druck Quentells, das umfang reiche Werk Astesanus' Li-mraa äs es5ibus covsoisnt.ias, kennen wir in vier zum Teil erheblich von einander abweichenden Ausgaben, die sämtlich das Datum des 31. August 1479 tragen. Dieses auffallende Experimentieren erklärt Zaretzky damit, daß wir in dem Werk den ersten selbständigen Druck Quentells vor uns haben, bei dessen Herstellung es ihm nicht an technischer Fertigkeit, wohl aber noch an ziel- bewußter, konsequenter Durchführung eines so umfangreichen Werks gebrach. Dieses Rätsel scheint mir allerdings noch einer andern Lösung zu bedürfen. Ist es wohl anzunehmen, daß die Schlußschriften dieser verschiedenen Ausgaben des Astesanus, die in Textabbreviaturen, Zeilen- und Seitenzahl variieren, die Wahrheit sprechen? Daß sie nicht an einem Tage vollendet worden sind, ist doch wohl ziemlich sicher an zunehmen. Wenn aber die Angabe des Datums nicht zu verlässig ist, darf man doch wohl auch Zweifel an dem Jahre haben. Ich glaube wenigstens nicht daran, wenn ich auch den Grund zu dieser auffallenden Vorliebe für den 3l. August 1479 nicht nennen kann. Die Bibel ist nach Zaretzky auf Quentells Presse gedruckt worden. Götz kann demnach höchstens bei ihrer Ausstattung und ihrem Vertrieb versucht haben, im Trüben zu fischen Das Schicksal der Holzschnitte der Bibel, die, wie gesagt, 1483 bei Koberger in Nürnberg wieder auftauchen, legt Zaretzky die Vermutung nahe, daß Götz bei der Ausstattung der Bibel seine Hand irgendwie im Spiel hatte Er nimmt an, daß Götz bei Helman und Quentell die Stöcke beschafft und sie bei seinem Weggange von Köln — mit oder ohne Be rechtigung — als Unterpfand für seine vermeintliche Forde rung mitgenommen und schließlich, als er mit dieser bei Helman nicht durchdrang, verkauft hat. Urkundlich ist nach zuweisen, daß Götz sich nach Süddeutschland gewandt hat. Im Dezember 1483 war er in Graz. »Auf dem Wege dorthin wird er auch Nürnberg berührt und hier die Stöcke an Koberger ve.räußert haben.« Diese Hypothese ist recht einleuchtend; hoffentlich gelingt es dem bisher so glücklichen Forscher, eins der wichtigen Do kumente zu finden, von deren Vorhandengewesensein wir nunmehr wissen und die über die einzelnen Beziehungen des Götz zu Helman und Quentell nähere Auskunft geben. Dann erst könnte die Frage nach dem Drucker der Kölnischen Bilder bibel aus der Welt geschafft werden, die schon so viele Federn in Bewegung gesetzt hat. G. Hölscher. Kleine Mitteilungen. * III. Deutsche Kun st gerne rbe-Ausstellung in Dresden. Auszeichnungen im Buchgewerbe. (Vgl. Nr. 160, 169 d. Bl.) — Zu denjenigen Ausstellern, die mit dem höchsten Preise, der Ehrcn-Urkunde ausgezeichnet worden sind, ist im Verzeichnis in Nr. 169 d. Bl. (S. 7127) nachzutragen die Firma: Eugen Diederichs Verlag, Jena. * Philipp Reclam jun. in Leipzig. — Herr Hans Heinrich Reclam hat am 1. Juli 1906 seine beiden Söhne, die Herren vr. pbil. Philipp Ernst Reclam und Hans Emil Reclam als Teilnehmer in seine Firma Philipp Reclam jun., Verlagsbuchhandlung und Buchdruckcrei, in Leipzig ausgenommen. Die Prokura des Herrn F. W. Binder bleibt unverändert be stehen. Perles' Adreßbuch für den Buch-, Kunst- und Musi kalienhandel und verwandte Geschäftszweige in der österreichisch-ungarischen Monarchie. (Vgl. Nr. 162 d. Bl. Seite 6899.) — Der Verein der österreichisch-ungarischen Buch händler richtete an Herrn Hofbuchhändler Moritz Perles folgendes Schreiben: »Sehr geehrter Herr! In der letzten Sitzung unseres Vereinsausschusses wurden neuerdings Klagen vorgebracht, daß in Ihrem Adreßbuch in der Rubrik »Buchhandel» auch Firmen verzeichnet sind, die keine Konzession besitzen, keine Buchhändler sind und denen daher nicht zu dem eigentlichen Buchhändlerpreis geliefert werden dürfte. Da die Verleger Ihr Adreßbuch als ein offizielles Adreßbuch auffassen, so geschieht cs, daß häufig zum Schaden des regulären Sortiments solchen Firmen ein Rabatt eingeräumt wird, den sie nicht oder nicht in diesem Uinfange zu fordern berechtigt sind. Es ist daher der Wunsch ausgesprochen worden, daß die erste Rubrik Ihres Adreßbuchs nur die Adressen vollkonzessionierter Buch-, Kunst- und Musi kalienhändler enthalten möge. Wir glauben, daß diese Frage am besten durch eine gegenseitige Aussprache unsers Vorstandes mit Ihnen geregelt werden könnte, und werden wir sie daher, Ihre prinzipielle Geneigtheit vorausgesetzt, zu unsrer nächsten Vor standssitzung einladen.« Hierauf erhielt der Verein der österreichisch-ungarischen Buch händler folgendes Schreiben aus Binz a. Rügen: »Ihr Wertes vom 10. Juli 1906 wird mir nach hier ge sendet, und bin ich selbstverständlich bereit, Ihrer Einladung nach Absolvierung meiner, aus Gesundheitsrücksichten bis Ende August dauernden Ferien Folge zu leisten. In der Sache selbst wird wohl schwerlich etwas Positives erzielt werden, insolange mir vom Verein nicht ein authen tisches Verzeichnis der Vollkonzessionierten zur Verfügung gestellt wird. Ich habe schon einmal im Vorjahre auf die Schwierigkeit hingewiesen, die ein solches Verzeichnis macht. Beantwortet werden von den Firmen die Fragen auf Voll konzessionen meistens nicht, zudem kann ich die Richtigkeit der Angaben nicht kontrollieren, und außerdem gibt es in Ungarn keine Vollkonzessionäre. Ich habe nie mein Adreßbuch als ein offizielles bezeichnet und sorge nur dafür, ein für den geschäft lichen Verkehr möglichst brauchbares und komplettes Adressen verzeichnis zu schaffen. In dieserRichtung ist niemals über mangel hafte Redaktion des Perlesschen Adreßbuchs geklagt worden; dieses gehört vielmehr zu den vollständigsten und verläßlichsten Branchenadreßbüchern, die existieren, und genießt auch den Ruf dafür. Wenn der Verein ein Adreßbuch herausgeben will, wird er sich zwar ziemlich sicher, wie ich aus Erfahrung weiß, kein Ver mögensobjekt damit schaffen, jedoch werde ich auch dann mein Adreßbuch nicht aufgeben, da es mein erstes selbständiges Unter nehmen war, das ich aller Voraussicht nach bei meinen Leb zeiten stets fortsetzen werde. Im Rahmen dieser prinzipiellen Anschauungen bin ich gern bereit allen Wünschen des Vereins nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, und bin somit zunächst zu einer mündlichen Auseinandersetzung bereit. Da das Protokoll der Vorstandssitzung vom 3. Juli einen, nach obigen Auseinandersetzungen ganz unverdienten Angriff gegen ein nützliches Privatunternehmen enthält, erwarte ich von der Loyalität des geehrten Vorstandes auch die Veröffentlichung meiner Antwort und zeichne hochachtend Moritz Perles.- (Österreichisch-ungarische Buchhändlcr-Correspondenz.) * Aus dem Antiquariat. — Die von dem Geheimrat vr. Gustav Waldemar Freiherr von Biedermann in Dresden hinterlassene Büchersammlung, die wertvolle Werke aus dem Gebiet der Philosophie, Länder- und Völkerkunde, Folklore, deutscher und fremdländischer Literatur, Kunst und Geschichte ent hält, ist in den Besitz des Antiquariats von Max Perl in Berlin 7V. übergegangen. Ein Teil der Sammlung wird in Ver bindung mit der an hervorragenden Seltenheiten aus Literatur und Kunst reichen Bibliothek des Herrn Kurt von Mutzenbecher in Wiesbaden Mitte Oktober durch genannte Firma zur Ver steigerung gelangen.
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