Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.06.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-06-01
- Erscheinungsdatum
- 01.06.1906
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19060601
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190606014
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19060601
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1906
- Monat1906-06
- Tag1906-06-01
- Monat1906-06
- Jahr1906
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
5502 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 125, 1. Juni 1906. die -Große Fortuna- 1810 für »Ritter, Tod und Teufel- 3830 für »Philipp Melanchthon- 1910 -F, für den -Kleinen runden Hieronymus im Holzschnitt- 2010 >6. Bei den Stichen von Lucas van Leyden brachte den höchsten Preis das Porträt Kaiser Maximilians I. mit 9000 ferner -Die heilige Familie in einer Landschaft- 3850 die -Taufe Christi» 1410 — Unter den Radierungen Rcmbrandts wurden am höchsten die -Landschaft mit den drei Hütten» bewertet, die 8800 brachte. Die -Landschaft mit dem Turm- brachte 6100 »Christus leh rend- 4110 der -Heilige Hieronymus in Dürers Geschmack« 7100 ^ (Berliner Kupfcrstichkabinett), -Clement de Jonghe- 6400 Bei Schongauer wurde die -Geburt Christi» mit 6300 am höchsten bezahlt (Kupferstich-Kabinett Dresden). Der »Heilige Christophorus« brachte 2300 Diese hohen Preise wurden jedoch nur für über das Gewöhnliche hinaus schöne Exemplare angelegt, wobei die Durchschnittsqualität sich auf normaler Höhe bewegte. Erfreulicherweise kam das Ausland bei dieser Auktion wenig zu Worte. Auch bei der Auktion der sich daran anschließenden Bibliothek Becher wurden bemerkenswerte Preise erzielt. So kam ein -Marienleben- Dürers in Probedrucken auf 7800 die »Neunte deutsche Bibel- brachte 980 ein Band der niedersächsischen Bibel von 1494 990 ; -Botho Chronekcn der Sassen- 715 (Germanisches Museum); ein -Leben der Heiligen, Sommerteil» 930 ein andres 1010 ein -Missale Basiliense» 655 ein -Missale Magdeburgense- 1010 ein -Plenarium von 1473 1050 ein -Schatzbehalter« 685 -Schedel-Chronik- 760 »Theuerdank», erste Ausgabe, 1860 Einen außerordentlich hohen Preisdurchschnitt erzielten die Drucke der Reformations- Literatur. Ein -Lutherband- mit 17 Erstdrucken kam aus 605 -Hans Sachs, Wittbergische Nachtigall-, auf 410 ein pracht volles Stammbuch aus dem Anfang des siebzehnten Jahrhunderts wurde mit 2045 eine -Pergamenthandschrift mit Miniaturen« mit 1650 zugeschlagen. * Beschlagnahme. — In Bozen wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Zeitschrift -Jugend- Nr. 22 wegen des Artikels: »Aus Ungarn» beschlagnahmt. * Post. — Vom 1. Juni ab können Postpakete bis zum Ge wichte von 5 leA ohne Wertangabe oder mit Wertangabe bis 2400 ^ einschließlich nach Cuba versandt werden. Die Beförde rung erfolgt über Bremen oder Hamburg mit deutschen Schiffen. Die Pakete müssen frankiert werden; die Taxe beträgt für Sen dungen bis zum Gewicht von 1 üz: 1 60 über 1—3 2 über 3—5 KZ: 2 ^ 40 hierzu tritt bei Wertpaketen eine Vcrsicherungsgebühr von 24 ^ für je 240 ^ des angegebenen Wertes. "Aus Rußland. — Die große Entwicklung des Buchhandels in Rußland in der letzten Zeit und die bedeutend vergrößerte Nachfrage nach russischen und ausländischen Büchern veranlaßt die Firma -Gesellschaft M. O. Wolfs, Hoflieferanten in St. Petersburg und Moskau-, eine neue, zweite internatio nale Buchhandlung in St. Petersburg, im Zentrum der Stadt, an einer der lebhaftesten Stellen, am »Newskij Pro spekt» zu eröffnen. Die innere Einrichtung der neuen Buch handlung soll nach ganz originellem Muster erfolgen. Sie wird in eine Reihe getrennter Abteilungen geteilt, wobei der sozialen und der pädogischen Abteilung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll. Außerdem wird ein bibliographisches Auskunftsbureau mit der Buchhandlung verbunden werden — das erste dieser Art in Rußland. Was den Raum betrifft, so wird die neue Buchhandlung M. O. Wolfs eine der größten der Welt sein. Die Eröffnung findet im August d. I. statt, am Tage des einundfünfzigjährigen Bestehens der Stammbuchhandlung M. O. Wolfs in Gostinyj Dwor in St. Petersburg, die auch künftig unverändert weitergeführt wird. Personalnachrichten. *Ehren-Doktor-Jngenieur. — Der Senat der Großherzog lichen Technischen Hochschule in Karlsruhe hat den Herausgeber der -Papier-Zeitung-, Kaiserlichen Geheimen Regierungsrat Herrn Carl Hofmann, Berlin, durch Verleihung der akademischen Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber ausgezeichnet. Karl Prochaska f. (Vgl. Nr. 123 d. Bl.) — Karl Prochaska, über dessen Ableben wir kurz berichtet haben, hat sich als Verleger zuerst durch Herausgabe der deutschen Klassiker Schiller, Goethe, Lessing im deutschen Buchhandel einen Namen gemacht. Diese Ausgaben erschienen Ende der sechziger Jahre gleich nach dem Freiwerden der Werke unserer großen Dichter und haben sich durch Billigkeit, gute Ausstattung und Sichtung sogleich bestens eingeführt. Man war erstaunt, den Buchhändler einer kleinen österreichischen Provinzstadt mit großen Verlagsfirmen der Buch- Handels-Hauptplätze in Wettbewerb treten zu sehen. Daß Karl Prochaska sich auf ein solches Unternehmen eingelassen hatte, war bezeichnend für seine Eigenart, die in allen ihren Betätigungen ein großzügiges Wesen zeigte. Als er im Jahre 1850, damals erst einundzwanzig Jahre alt, nach dem Tode seines Vaters, die Leitung der schon seit 1806 bestehenden Druckerei übernahm und gleichzeitig eine Buchhandlung in Teschcn eröffnet«, hatte erster« nur zwei hölzerne Handpressen, das Personal bestand aus drei Gehilfen. Heute, da dieser vortreffliche Mann nun für immer die Augen geschloffen hat, arbeiten die technischen Zweige seiner Firma mit 24 Schnellpressen, einer großen Anzahl von Hilfsmaschinen und einem Personal, das die Zahl 300 übersteigt. Allein schon in diesen äußerlichen Tatsachen liegt der Beweis dafür, daß Karl Prochaska eine un gewöhnliche Tatkraft in seinem Berufsleben entwickelt hat; sie sind der sichtbare Ausdruck seines reichen und gesegneten Lebens werks. Und in Österreich wenigstens ist es ohne Beispiel, daß in einer kleinen Provinzstadt, die noch heute, nach ihrem großen Auf schwung in den letzten Jahren, kaum 20 000 Einwohner zählt, eine mit Verlagsbuchhandlung verbundene Druckerei sich zu solcher Höhe entfaltet hätte. Die Bedeutung, die Karl Prochaska als Verleger in Anspruch nehmen durfte, wird im deutschen und ausländischen Buchhandel allgemein gewürdigt. Sein bezügliches Schaffen kommt in seiner Vielseitigkeit und seinem Umfange aber erst dann recht zur Geltung, wenn auch seine zahlreichen speziell österreichischen Ar tikel, die ausschließlich zur Verbreitung in der Monarchie bestimmt waren, mit in Betracht gezogen werden. Er war ein idealer Verleger reinsten Schlags. Für ein von ihm als gut erkanntes Unternehmen trat er voll Begeisterung ein, an Werke oder Periodika, zu deren Verlag er sich entschlossen hatte, alles zu wenden, worüber er verfügte, war er immer bereit. Seine schöne Antiqua-Schiller-Ausgabe, bei der ein beträchtliches Ver mögen verloren wurde, bildet ein Beispiel für diesen Charakter zug. Er wollte stets nur das Beste und Vollkommenste in seinen Verlagswerken bieten, von denen alle bedeutenderen ihn auch als feinsinnigen Buchdrucker zeigen. Karl Prochaska sind für seine Verdienste und hervorragenden beruflichen Leistungen manche Auszeichnungen zu teil geworben. Es wurden ihm von Seiner Majestät dem Kaiser Franz Joseph I. die große goldene Medaille -littsris ot artibue». sowie das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens verliehen; seine Heimatstadt hat ihm durch Verleihung des Ehrenbürgerrechts ihre Anerkennung gezollt. Nun ist auch dieser das Durchschnittsmaß weit überragende Mann, dessen hohe, elegante Gestalt die vornehme, selbstbewußte Männlichkeit schon im Äußern erkennen ließ, dahin gegangen, von wo keine Wiederkehr ist. Möge sein Geist fortleben in seinen Söhnen, den Herren Karl und Ernst Prochaska, den jetzigen Trägern der Firma! — Friede seiner Asche! 6—. (Sprechsaal.) Unverlangte Zusendung unzüchtiger Bücher. Eine Firma Herm. Hartleb in Preßburg sandte mir unterm 1. Mai d. I.: 1 Geschichten von der Rute 2.25, 1 Rombach, Sie soll deine Herrin sein ^ 2.25, 1 Gothe, Sally 1.50, denkbar gemeinstem und schlüpfrigstem Inhalt. Die Sendung war nicht verlangt; trotzdem gibt die Firma an -Auf Verlangen vom 5./4. 06«, wahrscheinlich um meinen Kommissionär zur An nahme zu veranlassen. Wie schützt man sich gegen derartige Zusendungen? Schweinfurt. Ernst Stoer.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder