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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.05.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-05-26
- Erscheinungsdatum
- 26.05.1906
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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120, 26. Mai 1906. Nichtamtlicher Teil. 5271 unsre Besten und Größten in Literatur und Kunst befinden sich darunter, und wer sich etwas eingehender mit dem Inhalt der Gartenlaube der letzten 22 Jahre befaßt hat, der weiß, was er von dem ebenso billigen wie faden scheinigen Vergleich zu halten hat, den hin und wieder jugendliche Kritiker zu ziehen belieben, wenn sie minder wertige Belletristik mit »Gartenlaube-Lektüre« bezeichnen. Solche Leute kennen eben die Gartenlaube nicht, haben nie hineingesehen und beten nach, was andre schlecht unter richtete Leute sagen. Im März 1888 erwarben die Gebrüder Kröner den Hermann Schönleinschen Verlag mit dem »Buch für Alle«, der »Chronik der Zeit«, »Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens« rc., und am 1. Januar 1889 den Cottaschen Verlag, dessen alleiniger Inhaber Adolf Kröner heute ist. Wie er diesem hochangesehenen alten Geschäft zu neuem Glanz verholfen hat, ist uns allen gegenwärtig Unter den vielen neuen Autoren von Ruf und Bedeutung, die er geworben, sehen wir in ragender Größe Otto von Bismarck, wahrlich ebenbürtig den Goethe und Schiller, die den Ruhm des Hauses begründeten! Hauptsächlich dem persönlichen Einfluß Adolf Kröners ist es zu danken, daß der Alt reichskanzler sich dazu entschloß, dem deutschen Volk in seinen »Gedanken und Erinnerungen« ein so kostbares Vermächtnis zu hinterlassen. — Mit dem Cotta'schen Verlag ging auch die alte angesehene »Allgemeine Zeitung« in den Besitz der Gebrüder Kröner über, und ihr Ausbau zu einem großen modernen Organ lag Adolf Kröner sehr am Herzen und absorbierte jahrelang einen beträchtlichen Teil seiner gewaltigen Arbeitskraft. Im Jahre 1895 wurde das Unternehmen an die neugegründete Firma »Allgemeine Zeitung G. m. b. H.« in München abgetreten, die es noch weiterführt. Ein Ruhmes titel des Blattes und seiner damaligen Besitzer wird es ewig bleiben, daß es mit wenigen andern treu zu des Altreichs kanzlers Fahne hielt, als der größte Teil der Presse sich von ihm abgewendet hatte oder ihm doch kühl gegenüberstand. Die mustergültigen schönen Neuausgaben von Goethes und Schillers Werken, über die es nur eine Stimme der An erkennung gibt, entstanden durch die persönliche Initiative Adolf Kröners. Wertvollen Zuwachs erhielt die Cottasche Buchhandlung durch die aus dem Verlag von F. u. P. Lehmann übernommenen Werke Hermann Sudermanns. ferner durch den Ankauf des Verlags von A. G. Liebeskind in Leipzig (1898) mit den hervorragenden Autoren Rudolf Baumbach, Heinrich Seidel, Hans Hoffmann, Anna Ritter und vielen andern, sowie später des Verlags von Adolf Kröners altem Freunde Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung) (1901), der ebenfalls viele hervorragende Namen, darunter in erster Linie Paul Heyse und Gottfried Keller, brachte. Lange Jahre war Adolf Kröner Vorsitzender des Auf sichtsrats der unter seiner Führung gegründeten Union Deutsche Verlagsgesellschaft, zu der die Firmen Gebrüder Kröner, Hermann Schönleins Nachfolger und W. Spemann im Jahre 1889 verschmolzen wurden. In der Oberleitung dieser Firma, der Cottaschen Buchhandlung und von Ernst Keils Nachfolger in Leipzig stand Adolf Kröner an der Spitze eines mächtigen buchgewerblichen Betriebs, in dem über 800 Angestellte und Arbeiter beschäftigt waren, er, der sein Geschäft mit einem Setzer und einem jugendlichen Packer begonnen hatte. Wie Adolf Kröner neben seiner rastlosen Tätigkeit für die eignen Geschäfte noch Zeit fand, dem Gemeinwohl unsers Standes seine wertvolle Arbeit und seinen klugen Rat zu widmen, ist allbekannt. Zweimal, in den Jahren 1882—88 und 1889—92, war er erster Vorsteher des Börsenvereins, nachdem er vorher lange Jahre in andern Vorstandsstellen und in den Ausschüssen seine eminente Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hatte. Seinem scharfen Blick für das Nützliche und Erreichbare, seiner hin reißenden Beredsamkeit und wohl nicht zum wenigsten dem Zauber seiner kraft- und temperamentvollen Persönlichkeit gelang es, innerhalb unsers buchhändlerischen Berufslebens und nach außen in den Beziehungen zum Bücher kaufenden Publikum Zustände herbeizuführen, um deren Erreichung viele Jahrzehnte lang vor ihm die Besten seines Standes vergeblich gekämpft hatten. Nehmen doch die Klagen über Schleuderei einen breiten Raum ein in der Geschichte des deutschen Buchhandels im neunzehnten Jahrhundert von Be ginn an bis gegen Ende der achtziger Jahre, und alle Versuche zu einer wirksamen Besserung waren mißglückt, mußten mißglücken, so lange der Börsenverein an seinem Prinzip festhielt, sich nicht durch Anwendung von Zwangsmaßregeln gegen seine Mitglieder in diese Verhältnisse einzumischen. Der Vorkämpfer für die Aufgabe dieses Prinzips war Adolf Kröner, er war die treibende Kraft in den bedeutsamen Ver sammlungen zu Weimar 1878 und Frankfurt a. M. 1887, und im Verein mit manch anderm trefflichen Manne schuf er die heutige Organisation des Börsenvereins und der mit ihm im Kartellverhältnis stehenden Orts- und Kreisvereine, deren segensreiche Wirksamkeit klar zutage liegt. Seinen Nachfolgern im Amt überließ er in dem so reorganisierten Börsenverein einen festgefügten Bau, an dem alle Angriffe erfolglos abprallen und der den Stützpunkt bildet für die Weiterentwicklung unsrer Institutionen. Nicht vergessen werden darf bei dieser Gelegenheit der hervorragende Anteil, den Adolf Kröner an dem Zustande kommen unsers deutschen Buchhändlerhauses nahm, dessen Grundsteinlegung und Einweihung in die Zeit seiner Vor steherschaft fiel. Die Stadt Leipzig erhob ihn für seine Verdienste zum Ehrenbürger. Sein Landesherr ernannte ihn zum Kommerzienrat, später zum Geheimen Kommerzien rat und zeichnete ihn im vorigen Jahre durch Verleihung des Ehrenkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone aus, mit dem der persönliche Adel verbunden ist. Auch von andern Fürsten, so insbesondere vom König von Sachsen, dem König von Rumänien, dem Herzog von Sachsen-Coburg- Gotha, wurden ihm hohe Ordensauszeichnungen verliehen. Kröners tüchtige Söhne Alfred und Robert haben sich ebenfalls dem Buchhandel zugewandt. Elfterer war lange Jahre Teilhaber von Ernst Keils Nachfolger und später der Cotta'schen Buchhandlung, bis er 1898 den Verlag von Arnold Bergsträßer in Darmstadt und 1903 den von Emil Strauß in Bonn übernahm, die er mit schönstem Erfolge unter seinem Namen in Stuttgart weiterfllhrt. Robert Kröner steht seinem Vater im Cotta'schen Geschäft zur Seite. In kurzen Zügen habe ich versucht, ein langes, reiches und bedeutsames Leben vor uns aufzurollen. Ich schließe mit dem Wunsche, in den gewiß alle Buchhändler freudig einstimmen: daß uns Adolf von Kröner noch lange Jahre in ungeschwächter Kraft erhalten bleiben möge als ein leuchtendes Vorbild schönen Gemeinsinns und beruflicher Größe! W. Leverenz-Berlin. Die Arbeitsverhältniffe im deutschen Buchbindergewerbe. Der gegenwärtige Ausstand der Buchbinder, über den an dieser Stelle bereits mehrfach kurz berichtet wurde (vergl. Nr. 109, 112, 115, 116 d. Bl.), hat seinen tatsächlichen Aus gang von der Berliner Maifeier genommen. Dort haben die Gehilfen im Namen der Gewerkschaft die Freigabe des 1. Mai gefordert, und der Verband der Berliner Buchbindereibesitzer hat diese abgelehnt. Als trotzdem zum größten Teil gefeiert wurde, wurden diejenigen ausgesperrt, die nicht gearbeitet 688'
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