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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.05.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-05-18
- Erscheinungsdatum
- 18.05.1906
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- Deutsch
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^ 114, 18. Mai 1906. Nichtamtlicher Teil. 5007 Bücher leicht zugänglich machen. Wer aber einmal gute Bücher hat, verlangt mehr; man wünscht sie dann als Eigentum zu besitzen und fängt an, sich eine Bibliothek zu begründen. Jede Methode, die die Leute veranlaßt, über Bücher im intelligentem Sinne selbst nur nachzudenken, muß den ganzen Handel günstig beeinflussen. Der llirvss Look Olub will nun nicht nur neuere Werke mit durch bringen helfen sondern besonders auch das Interesse auf verdienstvolle ältere Werke lenken, die die Verleger in zwischen schon aufgegeben haben. Es schadet nichts, wenn einige Verleger bei dem Unternehmen etwas aufgerüttelt werden; sie leben nur zu sehr in gemächlichen Tradi tionen fort, die dem zwanzigsten Jahrhundert nicht mehr angemessen sind. Ist es nicht charakteristisch, um den Verlagsbuchhandel und den Journalismus zu ver gleichen, daß diejenigen leitenden englischen Verlagshäuser, welche ihren Namen tragende Monatszeitschriften herausgeben, nichts aus ihnen machen können, während anderseits die journalistisch geleiteten Zeitschriften florieren? Da das Magazine näher dem Buche als der Zeitschrift steht, so muß etwas in der Methode der Verleger nicht in Ordnung sein, und wenn sie sich dadurch zunächst auch selbst schädigen, so mögen sie doch größern Verlust noch den Autoren zufügen, deren Bücher sie auf den Markt bringen. Auch die Sortimenter scheinen über den Einfall des l-inss Look 6tub in ihr Gebiet erschreckt zu sein, sie werden aber immer über Konkurrenz nervös, in der Regel meist ohne jeden Grund, wenngleich sie sich auch manchmal, wie andre Leute, neuen Verhältnissen anzupassen haben mögen. Die Buchhändler machten zum Beispiel einen charakteristischen großen Fehler, als sie es seinerzeit ab lehnten, sich an dem ihnen offerierten Verkauf der Luo^- olopseäiL Lritaonio-; zu beteiligen, die von der Times übernommen wurde und bekanntlich einen viel größern Absatz fand, als ihr ursprünglicher Verleger es sich je träumen ließ, und den alle die großen Verleger in London für unmöglich erklärten. Sie verloren eine gute Kommission und zwangen die Times, eine eigne Vertriebsmethode zu organisieren. »Je mehr Interesse für Bücher hervorgerufen wird, um so mehr wird das Publikum verlangen, und es wird die Werke kaufen, wo die gebotenen Erleichterungen ihm das ermöglichen. Der üüinss Look Olub kann im Ver hältnis zu dem großen Publikum, das eigentlich Bücher kaufen sollte, nur einem kleinen Kreise dienen, immerhin, seine Operationen werden das Publikum zum Lesen erziehen und dadurch auch überall den Buchhändlern zu gute kommen, wenn diese ihre Gelegenheit wahrzunehmen wissen. Die Erfahrung lehrt, daß in allen diesen Fällen das größere Angebot auch größere Nachfrage hervorruft. In Deutschland erhöhte der Erfolg des Meyerschen Konver sations-Lexikons die Nachfrage nach dem Brockhaus bedeutend. Ebenso gab der Verkauf der Loo^olopasäis. Lritsouiea eine neue Gelegenheit zum Absatz von Chambers' Encyclo- paedia. Die Buchhändler glauben einen besondern Grund zur Klage zu haben. Anlaß bieten ihnen die ölet book- Frage und der Rabatt Der Durchschnitts-Bücherkäufer ist oft über die Preise verwundert, die ihm berechnet werden. Auf dem Bahnhof hat er bei Smith für den 6 Schilling- Roman den vollen Preis zu zahlen; in den meisten Buch handlungen erhält er denselben Band für.4/6 sl>. Ein anderes Buch, das, soweit die Herstellungskosten in Betracht kommen, von andern Werken durchaus nicht ver schieden ist, wird für so und so viel ,nsO und ohne jeden Rabatt verkauft. Vor dem Jahre 1900 — der Einführung des blst-Stzstems — waren die Preise bei den Buchhänd lern noch viel weniger feststehend. »Die Buchhändler fürchten nun, daß der llüink-s Book Olub ihre Handelsvorschriften umgehen will und seinen Abonnenten vst-Bücher, die so gut wie neu sind, mit einem Rabatt als antiquarisch verkaufen will; sie wünschen deshalb, daß die Verleger eine gewisse Zeit festsetzen, vor der ust booüs nicht antiquarisch verkauft werden dürfen. So weit die Abonnenten in Frage kommen, hat der llümoz Look Olub nun keine Veranlassung, die,Look8sllsr8' ^88oo>utiou' zu fragen, welche Preise er für seine anti quarischen Bücher berechnen darf. Man kann kein Datum festsetzen, wenn ein uot-Bnch soweit benutzt ist, um nicht mehr als neu gelten zu können; das kommt auf die Um stände an. Ein Werk mag nach einem Monat auf den halben Preis zurückzusetzen sein, ein andres nach einem halben Jahre. Als Sortimentsbuchhandlung wird der iüiuo8 Look Olub natürlich die Handelsregeln anerkennen, und wenn man Nachweisen kann, daß die Times ein neues nst-Buch mit einem Rabatt verkauft hat, wird man schnell genug davon zu hören bekommen. »Anderseits erscheint das ganze System chaotisch und unverständlich, soweit die Interessen des Publikums in Frage kommen; es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Times sich als machtvoll genug erweisen wird, um hier eine Abänderung zu erzwingen. In allen diesen An gelegenheiten müssen die Interessen des Publikums vor herrschen, nicht diejenigen von Handelsverbindungen oder die überkommenen Traditionen einiger selbst zufriedener Verlagsbuchhändler. Verleger und Buch händler haben nur den Verkehr zwischen den Autoren und dem Publikum zu vermitteln, und wenn sie klug sind, werden sie energisch jede Methode unterstützen, die die von ihnen vertriebene Ware vor ein größeres Publikum bringt. Jeder Versuch aber, sich einem Plan entgegenzu stellen, der den Interessen der Autoren und des Publi kums in gleichem Maße dient, muß bei dem freien Wett bewerb heutzutage mißlingen. Es ist nur noch eine andre Partei, die in dieser Diskussion eingeschlossen ist, das sind die andern Leihbibliotheken. Wenn sie durch den neuen Konkurrenten in London leiden, so ist das ihre eigne Schuld; es ist nicht einzusehen, weshalb nicht für alle Platz sein sollte. Tatsache ist, daß die Methode des llüiE Look Olub auch den Betrieb der andern Biblio theken schon günstig beeinflußte; die größte hat neue Tätigkeit entfaltet, und eine andre ist prompt dem Bei spiel des llümos Look Olub gefolgt und hat die entstellen den Etiketten auf den Deckeln fortgelassen.« — Der Hauptzweck des llüiuse Look Olub besteht, wie ge sagt, darin, für die Times selbst Reklame zu machen. Die Leitung glaubt das anscheinend am besten tun zu können, indem sie sich als Anwalt für das bücherlesende Publikum aufspielt und vorgibt, dessen Interesse wahrzunehmen. Die Reklame, die die Times anzuwenden beliebt, ist aber wenig mit dem Ernst, der Wahrheitsliebe und der Klugheit in 'Einklang zu bringen, die die Zeitung für sich in Anspruch nimmt. In den Annoncen heißt es unter anderm, daß die Times der Meinung ist, daß die Bücher immer zu einem zu hohen Preise verkauft worden sind; wenn sie mehr im Ver hältnis mit den Preisen einer Zeitung ständen, würden sie auch eine entsprechend große Verbreitung finden. Im Ver lauf zweier Tage gibt die Times für 6 ä (das ist der Preis für zwei Nummern) in ihren Spalten soviel Information wie irgend eine wichtige Biographie, die 21 8b. kostet. Die Kosten für Papier, Druck und Einband eines solchen Werkes betragen etwa 1 8b. 6 ä, der enorme Preisunterschied verteilt sich auf den Gewinn des Verlegers, des Autors, des Detail- 654'
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