^ 114, 18. Mai 1906. Fertige Bücher. 5013 .4 /. /. ^ 7 1 /p / ( // 7L >> / von //^r/rs ^077 6^6^ ^4 0 ^ ^^5 Ein von einem Arzt geschriebenes Buch unterlag gestern der Prüfung der zweiten Strafkammer des Landgerichts II. da gegen den Verfasser Or. Hans Fischer und den Verleger CurtWigand die Anklage wegen Verbreitung einer unzüchtigen Schrift erhoben worden war. Es handelt sich um das Buch „Ärztliches — Allzu ärztliches", das Herr Or. Fischer unter dem Pseudonym Hans v. d. Wörnitz hat erscheinen lassen. Das Buch enthält eine Reihe Skizzen aus dem ärztlichen Sprechzimmer, durch die der Verfasser, wie er versicherte, an der Hand erlebter Tatsachen Auswüchse des ärztlichen Standes geißeln und zeigen wollte, daß, wenn Leute von verbrecherischer Gesinnung das ideale und verant wortungsvolle Amt des Arztes ausüben, es ihnen möglich ist, die größten Verbrechen ungestraft zu begehen. Eine dieser Skizzen unter dem Titel „Der falsche Myrtenkranz" hatte bei dem StaatSanwalt Anstoß erregt. Er beantragte je 300 Mk. Geldstrafe ev. je 60 Tage Gefängnis. — Der Angeklagte vr. Fischer verwahrte sich entschieden dagegen, daß es ihm aus die Erregung von Lüsternheit an gekommen sei, und Angeklagter Wigand wies aus die künstlerische Ausstattung und die Berbreitungsart des Buches hin, um zu be weisen, daß man das Buch unmöglich als ein Werk ansehen könne, das zur Schmutzliteratur zu rechnen wäre. R.-A. vr. Karl Lieb knecht bestritt, daß die Schrift objektiv unzüchtig und geeignet sei, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl zu verletzen. Der Verfasser habe sehr ernste Zwecke verfolgt und die Form der Novelle gewählt, weil er auf diesem Wege am besten wirken konnte. Das Thema sei so entsetzlich ernst, daß bei dem Verfasser sexuelle Nebengedanken gar nicht auskommen konnten: er habe mit dem Buche moralisierend und nicht demoralisierend wirken wollen. — Der Gerichtshof schloß sich diesen Aussühruugen an und erkannte auf Freisprechung der beiden Angeklagten. -rrc-- A — //ch 2 Lsslellen 81s sokort? in Koininllssion sin reiolr und vornsbm illustriertes „IkürinZen" ^ pracklslbum verlasst von 32 8sit. stark. Nit äsntsLÜsoa, sngliseüsin n. franrösisoüsna lext in wirkungsvollem, künstlsrisobsm llmseklag. Neins Osrugsbsdiogungsn garantieren Ibnsn gossen Verdienst! loü liefere jede ^.vxabi In Loinrnission unter der Bedingung monatliolrsr Verkaufsanzeige! (nickt ^.brecbnung I) rum kreise von 60 ktennig pro Exemplar und sekreibs Ibnsn für jedes innerbalb 30 Nage naoü Orbalt als vertrankt angereigts Exemplar noob 20 kksuoig gut, so dass Urnen dieses bsrvorragsnd absatrfäüigs Werk kostet! NLurlksiiO 0 2, 9. nur 40 ?kenniz (Vsrlangxettsl liegt bei.) ^U8l 8etliel6x XurlstliKOäluiiA. Börsenblatt sllr den Deutschen Buchhandel. 73. Jahrgang. 656