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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.05.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-05-17
- Erscheinungsdatum
- 17.05.1906
- Sprache
- Deutsch
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-ss 113, 17. Mai 1906. Nichtamtlicher Teil. 4367 Die Berliner Druckereien richten sich immer mehr auf den Kata log- und Prospektdruck ein; sie haben ihre Betriebe technisch so vervoll kommnet, daß sie in dieser Hinsicht wohl im Deutschen Reiche an der Spitze stehen. Die meisten maßgebenden Firmen haben durch Einrichtung eigner photochemigraphischer Anstalten und durch Heranziehung tüchtiger Künstler in bezug auf geschmackvolle und zweckentsprechende Ausstattung bemerkenswerte Fortschritte ge macht. Von verschiedenen Seiten wird über die Inanspruchnahme langer Kredite seitens vieler Auftraggeber und über die schleppende Zahlungsweise geklagt. Die Lage des Arbeitsmarktes gestaltete sich, entsprechend der guten Beschäftigung der Betriebe, ebenfalls günstig; die Ziffern der arbeitsuchenden Kräfte zeigten eine sinkende Tendenz. In den letzten Monaten des Berichtsjahrs, die wie stets durch die Weihnachtsarbeiten günstig beeinflußt waren, wurden alle an gemeldeten Beschäftigungslosen durch den Arbeitsnachweis unter gebracht. Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern ge stalten sich aber immer schwieriger. Die Ansprüche des Hilfs personals auf Lohnaufbesserung machten sich im Berichtsjahre stark bemerkbar, so daß vielfach der Versuch unternommen wurde, das Hilfspersonal durch Einführung von Spczialrotationsmaschinen und selbsttätigen Bogenanlegern zu ersetzen. Während die Setzer sich mit der Einführung von Setzmaschinen abgefunden haben, stellte das Hilfspersonal die Forderung, daß jeder Anlege- apparat durch einen Anleger bedient werden solle, was den Nutzen der neuen Apparate für den Besitzer in einen Verlust ver wandelte. Dieses Verlangen führte in einer großen Druckerei zu einer Arbeitseinstellung, die allerdings zu ungunsten des Hilfs personals endete. Um derartigen Vorkommnissen in Zukunft zu begegnen und auch, um für die bevorstehenden Tarifverhandlungen gerüstet zu sein, schloß sich die Mehrheit der namhaften Druckereien, die bisher teils dem Bunde der Berliner Buchdruckereibesitzer, teils der Freien Vereinigung angehört hatten, zu einem Zweigverein des Deutschen Buchdruckervereins zusammen. Es wird gehofft, daß diese neue Vereinigung bemüht sein werde, auch Preisunter bietungen bei öffentlichen Ausschreibungen zu verhindern, wie sie mehrfach vorgekommen sind, so besonders bei den umfangreichen Volkszählungsarbeiten. Die Zahl der im Berliner Buchdruckerei gewerbe beschäftigten Arbeiter betrug am Schluß des Jahres 1904: 19 269, „ „ „ 1905:20 448. In der chemigraphischen Branche war es infolge der vom Bund der chemigraphischen Anstalten Deutschlands ge schlossenen Preiskonvention möglich, den bisherigen ununter brochenen Rückgang der Preise aufzuhalten. Die Preis- konvcntion hat sich auch sonst im großen und ganzen gut be währt. Man kann die Lage der chemigraphischen Anstalten im Jahre 1905 zufriedenstellend nennen, und wenn ein eigentlicher Fortschritt nicht zu verzeichnen war, so lag dies an der ausländischen, besonders österreichischen Konkurrenz. Die Liefe ranten für geschliffene Zink- und Kupfcrplatten haben einen Ring gebildet und ein Ätzplattenverkaufskontor einge richtet, sodaß sie in der Lage waren, recht ansehnliche Aufschläge aus die Materialpreise zu machen. Auch die Preise der Chemikalien stiegen, wenngleich in beschränktem Maße. Da auch die Arbeiterschaft neuerdings wieder Forderungen aufzustellen beginnt, die auf Lohnerhöhung Hinzielen, sind die Aussichten der chemigraphischen Branche für das Jahr 1906 nicht als günstig zu bezeichnen. Schriftgießerei und Messinglinienfabrikation. Das Geschäft wies gegenüber dem Vorjahre eine Besserung auf. Der Gesamtumsatz hob sich, da die allgemein günstige Lage der deutschen Industrie auf das Druckerei- und Schriftgießerei- gewerbe fördernd wirkte. Auch der Absatz nach dem Auslande nahm zu. Man war bestrebt, das Ausland noch vor Inkrafttreten der neuen Handels verträge möglichst reichlich zu den niedriger» Zollsätzen zu versehen. Aber die Hoffnung, daß Rußland nach Beendigung des russisch japanischen Kriegs wieder aufnahmefähig sein werde, verwirk lichte sich nicht. Die inner» Wirren machten ein Geschäft dorthin unmöglich. Davon abgesehen, wird Rußland, bisher ein Haupt abnehmer der deutschen Schriftgießereierzeugnisse, infolge der enormen Zollerhöhung, die mit dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs sich ergibt, dem deutschen Absatz nahezu verschlossen sein. Um so bedauerlicher war es, daß die inner» Verhältnisse des russischen Reiches unsre Exporteure hinderten, noch vor Inkrafttreten des neuen Zolltarifs den russischen Markt kräftig zu bearbeiten. Die Preissteigerung der für die Brauche in Betracht kommenden Rohmaterialien hielt im Berichtsjahre an, und es besteht keine Aussicht auf ein Nachlassen dieser Aufwärtsbewegung. Dem Geschäftsnutzen drohte damit eine bedeutende Schmälerung. Um den Ausfall wenigstens einigermaßen zu ersetzen, sah man sich trotz der starken Konkurrenz gezwungen, die Preise einzelner Erzeugnisse zu erhöhen. Die schon im vorjährigen Bericht erwähnte Vereinigung der Schriftgießereibesitzer Deutsch lands hat weiter ihrem Ziele, das Gewerbe zu heben, zu gestrebt, und wenn dieses Ziel auch noch nicht ganz erreicht werden konnte, so war es doch möglich, über den Verkauf einzelnexErzeug- nissc eine Verständigung zu erzielen. Es gelang ihr auch, eine Einigung über die sogenannte Normalschriftlinie zwischen ihr und dem Deutschen Buchdruckerverein herbeizuführcn, sodaß für das Buchdruckgewerbe fortan unveränderliche Normen für Schriftkegel, Schrifthöhe und Schriftlinie bestehen. Auch die Mcssinglinienfabrikation zeigt im Vergleich zu dem Vorjahre eine Besserung im Absatz, wenn auch der Nutzen durch die Steigerung der Kupfernotierungen sehr beeinträchtigt wurde. Eine Verständigung über die Erhöhung der Verkaufs preise ließ sich bisher nicht ermöglichen. Inwieweit die Preis steigerung der für die Branche in Betracht kommenden Roh materialien Blei, Antimon, Zinn und Kupfer das Geschäft be einflußt hat, lassen folgende Ziffern erkennen: Es notierten in London: im Januar l905 Ende Dezember 1905 Blei . . . . ^ 13'/. 17'/s Antimon . . . „ 40 62 Zinn . . . . „ 132 165 Kupfer . . . „ 68 „ 79°/, Kleine Mitteilungen. Versteigerung von Stichen, Radierungen, Auto graphen u. a. m. im Hotel Drouot zu Paris. — Die Stich auktionen im Hotet Drouot sind gegenwärtig im vollsten Gange, und wenn sie bis Ende Mai oder Juni derart anhalten, so darf sich niemand, namentlich nicht der Stichliebhaber, beklagen. Am 5.—10. März 1906 fand unter der Leitung von Lair- Dubrcuil und Bing im Hotel Drouot zu Paris die Versteigerung der Sammlung des Herrn Garis statt, die über 170 000 Frcs. ein brachte. Diese Sammlung zeichnete sich namentlich durch zahl reiche japanische und chinesische Kunstgegenstände von hohem Werte aus, worunter auch einige hübsche japanische Stiche waren. So erreichte ein Fächerblatt, eine Reproduktion des Umzugs des Löwenfestes (»OortäAS äs la ksts äu lion») von Kiitsu, nach einem unbekanntem Künstler, 500 Frcs. Eine Sammlung von 121 Stichen der Künstler Harunobu, Utamaro, Schuntscho, Dcichi, Hiroshighs usw. ging für 385 Frcs weg. Das von der kaiser lichen japanischen Aussiellungskommission (1900) herausgegebcne Werk »Uistoiro äs I'art äu lapon-, das von allen Kunstliebhabern eifrig gesucht wird, kam auf 350 Frcs. Am 24. März wurde sodann unter der Leitung von Chevallier und Danlos die Sammlung des Herrn I. L. versteigert, die sich meistens aus alten Stichen zusammcnsetzte und über 86 000 Frcs. einbrachte. Die Stiche gehörten meistens dem 18. Jahrhundert an und erreichten recht ansehnliche Preise. So wurde der farbige Stich -Iws äsux baissrs- von Debucourt, vom Kunst händler Danlos mit 3930 Frcs. gekauft. Für einen farbigen Stich desselben Künstlers »Lrowsnaäs äs 1a »allsris äa Ualais- Uoz-al- zahlte Herr Gosselin 2400 Frcs. — .Ists äs kllorg-, ein Stich von Bannet, nach einem gleichnamigen Bilde Bouchers, das seine Tochter, Madame Dehays darstellte und als Pastellimitation ausgeführt war, brachte 1910 Frcs. Um einen bessern Ilberblick zu gestatten, möchten wir vorerst die Genrebilder ^allgemeine Sujets usw.) erwähnen, die 1000 und mehr Frcs. erreichten: Die 4 Gegenstücke »Ls mativ, Is miäi, 1s soir, la nuit» von de Ghendt, nach Boucher, wurden von Herrn Kunsthändler Danlos für 1210 Frcs. gekauft (Exemplar mit exrsuvss avant toutss Isttreo). Derselbe Käufer erwarb für 619'
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