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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.05.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-05-16
- Erscheinungsdatum
- 16.05.1906
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- Deutsch
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112, 16. Mai 1906. Nichtamtlicher Teil. 4919 leger erfolgt, indes sind beachtenswerte praktische Ergebnisse von der Vereinigung noch nicht erzielt worden. Die Verlags- und Sortimentsbuchhandlungen wissen schaftlicher Spezialzweige waren im ganzen mit dem Ge schäftsgänge zufrieden. Besonders reichhaltig war die kriegs wissenschaftliche Literatur vertreten, was auf den russisch- japanischen Krieg und den Aufstand in Südwestafrika zuriick- zuführen ist. Der Absatz nach Rußland, das sonst ein guter Abnehmer für deutsche Literatur ist, verringerte sich merklich infolge der dortigen politischen Zustände, nicht zum wenigsten auch wegen der postalischen Störungen in den letzten Monaten, andrerseits fanden Werke nach Rußland Ein gang, die früher dort nicht zugelassen worden wären. Die Beziehungerl zu einer Reihe russischer Staatsinstitute, die ehedem große Abnehmer gewesen waren, sind auch jetzt gleich Null Bemerkenswert ist der wachsende Import englischer Bücher. Über die Entwicklung der Geschäfte auf der Bestell anstalt der Korporation der Berliner Buchhändler im ab gelaufenen Geschäftsjahr (1. Oktober 1904 bis 30. September 1905) entnehmen wir deren Jahresbericht folgende Zahlen, die zugleich im großen und ganzen ein Bild der Ent wicklung des buchhändlerischen Geschäfts in Berlin geben dürften: 1. Die Paketausfuhr am hiesigen Platze betrug: a) von hiesigen Firmen aufgegebenes Gewicht . 887 478 KZ b) von auswärts eingetroffenes Gewicht . . . 364 070 in Summe 1 251 548 üg Im Vorjahre 1 185 110 Ir-- Zunahme 66 438 kg 2. Das Inkasso der von hiesigen Firmen aufgegebenen sowie von auswärts eingetroffenen Barpakete betrug 1 385 172 Im Vorjahre 1 305 775 Zunahme 79 397 3. Die Versendungen der Bestellanstalt nach Leipzig an deren dortigen Kommissionär erreichten die Höhe von 208 158 lex (gegen das Vorjahr mehr 1480 Ir^) Hiervon entfallen auf Eilgutsendungen 1072 irx. 4. Durch den Leipziger Kommissionär trafen hier ein 119 585 lr^ (gegen das Vorjahr mehr 3542 leg). 5. Im direkten Verkehr gingen hier ein: o.) An Neuigkeiten und Fortsetzungen seitens aus wärtiger Verleger an hiesige Sortimenter. . 190 790 Irx (gegen das Vorjahr mehr 10 696 lr^) b)An Remittenden seitens auswärtiger Sorti menter an hiesige Verleger 173 280 Irx (gegen das Vorjahr mehr 13 041 k§) in Summe 364 070 kx mithin eine Zunahme gegen das Vorjahr um 23 737 lcz. Aus diesen Zusammenstellungen ergibt sich, daß auf der Bestellanstalt insgesamt 1579 291 l-g gegen 1507 831 lex im Vorjahre, also im Durchschnitt — bei 300 Arbeitstagen — täglich 5264 lrA mit einem täglichen Dnrchschnittsinkasso von 4859 ^ zu bewältigen waren. Musikalienhandel. Nach wie vor ist ein Aufschwung in der Berliner Ver lagstätigkeit auf musikalischem Gebiet zu verzeichnen. Be sonders wird der Berliner Verlag populärer Musik immer mehr maßgebend für ganz Deutschland. Der Sortiments-Musikalienhandel hat sich gegen das Vorjahr in bezug auf den Absatz gehoben. Die Kauflust des musikliebenden Publikums vergrößert sich ständig in dem Maße, wie die in früherer Zeit beliebte Benutzung von Musikalien-Leihinstituten abnimmt. Die Bezugsbedingungen erfuhren keine wesentliche Änderung; eine von dem Verein der Berliner Musikalien händler durchgesührte mäßige Verringerung des Rabatts beim Verkauf an das Publikum war von günstigem Einfluß auf den Betrieb des Sortimentshandels. Was den Import vom Auslande anbelantzt, so ist Frankreich an die erste Stelle getreten. Kompositionen der jüngern russischen Schule werden stärker begehrt. Der Be darf an englischer und amerikanischer Musik blieb auf bis heriger Höhe, während der Bedarf an italienischer Musik zurückging. Mitteilungen aus Rußland. Von W. Henckel. (Vgl. Nr. 40. 71 d. Bl.) I. Zur Reform des russischen Volksunterrichts. Es braucht hier wohl kaum erwähnt zu werden, daß Volksaufklärung und Volksschulwesen auf Produktion und Konsum von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften den größten Einfluß ausiiben und daß Reformen auf dem Gebiete des Volksunterrichts für den russischen Buchhandel von unermeßlicher Bedeutung sein müssen. Wenn wir daher über ein kürzlich veröffentlichtes Projekt, die Um gestaltung des russischen Volksschulwesens betreffend, berichten, so bedarf das wohl keiner Rechtfertigung. Das russische Ministerium der Volksaufklärung hat unlängst den Entwurf eines neuen Gesetzes für die Reorganisation des Volksunterrichts vollendet, von dessen Inhalt folgendes mitge teilt wirtn Alle Kinder, Knaben und Mädchen, sollen im Alter von acht bis zwölf Jahren in organisierten Elementarschulen unterrichtet werden. Die Ausführung dieser Maßregel wird nicht durch Vermittlung der Regierungsbehörden auf bureaukratischem Wege, sondern durch freiwillige, aktive Betätigung der lokalen Bevölkerung stattfinden; die Rolle des Ministeriums der Volks aufklärung soll sich nach dem Entwürfe lediglich darauf be schränken, den Wünschen der lokalen Bevölkerung nach Unterricht und Jugendbildung entgegenzukommen. Um dieses Ziel zu er reichen, will die Staatsregierung das ganze Lehrpersonal sowohl in den neu zu errichtenden als auch in den schon vorhandenen Volksschulen besolden. Alle übrigen für den Volksunterricht not wendigen Ausgaben sollen von der lokalen Bevölkerung auf gebracht werden. Mit dieser Volksschulreform soll in den zentralen Landes- teilcn begonnen und allmählich bis zur Peripherie fortgefahren werden. Die Frist zu ihrer Verwirklichung ist auf zehn Jahre bemessen. Mit der Einführung des allgemeinen Volksunterrichts überall gleichzeitig zu beginnen, ist, sowohl wegen des Nichtvor handenseins der dazu notwendigen finanziellen Mittel und Lehr kräfte, als auch deshalb nicht möglich, weil das Grundprinzip dieser Reform nicht der Zwang, sondern das freiwillige Verlangen der Bevölkerung nach Unterricht und Bildung sein soll. Da aber dieses Verlangen sich nicht spontan und gleichzeitig in allen ent legenen Winkeln des weiten Reichs und in allen Bevölkerungs schichten offenbaren wird, so kann auch die Einführung dieser Reform nicht überall gleichzeitig stattfinden. Daß dieses geplante Volksschulgesetz eine zeitgemäße und notwendige Maßregel ist, braucht wohl nicht erst bewiesen zu werden; höchstens könnte man fragen, weshalb es nicht schon längst promulgiert und eingeführt worden sei. Jetzt erscheint es als eine unabweisbare logische Folgerung der großen historischen Umwälzung, die das russische Reich gegenwärtig durchmacht. Jedermann muß zugeben, daß Rußland, dem jetzt eine neue Regierungsform gegeben werden soll, im bisherigen Zustand der Unbildung nicht länger verharren darf. Das Mißverhältnis zwischen dieser neuen Form und dem bisherigen Kulturzustande des Volks würde verhängnisvolle Folgen haben; die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit liefern dafür einen nicht mißzuoer- stehenden Beweis. Wenn Rußland in bezug auf den Volksunterricht das gleiche Niveau erreichen will, auf dem sich die westeuropäischen Staaten befinden, so muß es die Zahl seiner Volksschulen mindestens ver dreifachen und den Aufwand für den Volksunterricht, der jetzt etwa 50 Millionen Rubel beträgt, versechsfachen. Es ist daher erklärlich, daß die Frist von zehn Jahren, die zur Verwirklichung des allgemeinen Volksunterrichts verlangt wird, durchaus nicht ^ zu lang bemessen ist. Während dieses Zeitraums wird eine sehr 643*
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