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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.05.1906
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- 1906-05-05
- Erscheinungsdatum
- 05.05.1906
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- Deutsch
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103, 5. Mai 1S06. Nichtamtlicher Teil. 4503 Verlag beschloß, nachdem Verhandlungen mit dem k'orlsSL- bnrean sich zerschlagen hatten, einer dessen Inhaber, Justizrat Frederik Hegel (in Firma Gyldendal), selbst zu wagen Bricka begann 1887 mit l04 Mitarbeitern und förderte mit großer Regelmäßigkeit jährlich einen Band von 8 Heften zu je 5 Bogen. Aus den veranschlagten 12 sind 19 Bände geworden, was wenig besagen will, wenn man bedenkt, daß die »Allgemeine deutsche Biographie« statt 20 schließlich 45 Bände stark wurde. Im ganzen sind 9793 Biographien gebracht, von durchschnittlich l'/g Seite, von 238 Verfassern, wovon 39 feste Stützen gewesen sind, indem jeder über 100 Seiten lieferte, einer sogar 624, Pastor vr. xbil. H F Rördam. Zu den fleißigsten Mitarbeitern zählen die Historiker Professor vr. I A. Fridericia und Edv. Holm, Professor vr. wsä. Jul. Petersen und der Geschichtschreiber des Buchhandels, der Handwerke und Innungen und der Industrie Däne marks, Professor Camillus Nyrop. Die Herstellung des Werkes hat gegen 200 000 Kronen gekostet; davon entfällt die eine Hälfte ungefähr auf Druck und Papier, die andre auf Honorare an Mitarbeiter und Redakteur. Erstere erhielten 5 Kronen für die Seite (gr. 8".), letzterer etwa 1800 Kronen jährlich. Die Auflage betrug 2500 Exemplare; davon sind erst reichlich 1000 in Sub skription zum Ladenpreise von 151 Kronen abgesetzt; eine neue Subskription ist jetzt eröffnet. Nach des Verlegers, des alten Hegels Wunsch hätte das Werk auch die ganze norwegische Personalgeschichte ent halten sollen; aber Bricka erklärte, das übersteige seine Kräfte, und man einigte sich über den Zeitraum der staat lichen Zusammengehörigkeit (1537—1814) als Grenzen. Für Norwegen sind M. Birkeland und Huitfeldt-Kaas, Vorsteher des norwegischen Reichsarchivs, und die Professoren Daa, Dngvar Nielsen und Gustav Storm die Hauptmitarbeiter gewesen. Mußte hier der Verleger nachgeben, so in einem andern Punkt der Herausgeber. Bricka wünschte den historisch allein richtigen Grundsatz, nur Verstorbene aufzunehmen, den das englische »Dictionary ok national bioArapb^« und auch das deutsche Werk befolgt haben, festzuhalteu. Aber der Verleger erklärte, die einzige Möglichkeit, ein solches Werk abzusetzen, sei durch die Aufnahme auch lebender Zeitgenossen gegeben, eine Forderung, die sich zwingend aus der Kleinheit des Landes und der geringen Anzahl der als Käufer in Betracht Kommenden ergab. Natürlich trug das, wie vorauszuseheu, dem Redakteur wie den stets voll unter zeichnenden Verfassern der Artikel manche Unannehmlichkeiten ein. Im Gegensatz nämlich zu dem englischen Unternehmen, das wesentlich nur Tatsachen und Daten bringt, legte Bricka auf anziehende Darstellung durch Charakteristik und Urteile Gewicht; so hat er nicht selten zwei oder drei Ver fasser denselben Mann nach den verschiedenen Gebieten seines Wirkens behandeln lassen. Die Hauptschwierigkeit, die Frage, wer der Aufnahme würdig sein, konnte hier nicht wie für die »Rational Lioxrapb^r (das großartige Werk eines privaten Verlegers, George M. Smith, von 1885— 1900 in 63 Bänden herausgegeben von Siduey Lee und Lesley Stephen, wozu 1901 drei Ergänzungsbände traten) durch die Entscheidung der öffentlichen Meinung gelöst werden. Einerseits gab es in Dänemark eine so geeignete wissenschaftliche Zeitschrift für alle Kreise, wie »^.tbsnaenm« (worin die Listen der im nächsten Band aufzunehmenden Personen halbjährlich veröffentlicht und das Publikum auf gefordert wurde, Wünsche vorzubringen) nicht; anderseits war eine derartige Öffentlichkeit, da auch lebende Personen aus genommen werden sollten, hier nicht am Platz. Darum stellte Bricka selbst Listen zusammen als vertrauliche Rund schreiben an sämtliche Mitarbeiter. Man mag tadeln daß die Anzahl von Berühmtheiten von Periode zn Periode zunimmt, daß die Ungleichheit ver stärkt wird durch die ungleich gearteten Erinnerungsmittel, die den verschiedenen Berufsklassen zu Gebote stehen, wie sie ein Schriftsteller, ein Beamter, der Nachwelt infolge seiner schriftlichen Tätigkeit in höherm Maße hinterläßt, als z. B. der Kaufmann. Das sind indes allgemeine, einem jeden Werk dieser Art anhaftende Schwächen. Streng unparteiisch, vermied Bricka es, daß jemand seinen Vorgesetzten schilderte, und daß der Biograph eines noch Lebenden selbst wieder von diesem behandelt wurde. Genauigkeit und Zuverlässigkeit war seine stete Sorge; er prüfte selbst alle Angaben nach, und fast jedem Artikel sind Literaturhinweise auf ausführ lichere Darstellungen beigegeben. Seine Verdienste ehrte die philosophische Fakultät der Universität Kopenhagen, indem sie ihn 1894 zum Ehrendoktor ernannte. Ihm selbst hat Professor I. Steenstrup in seinem Lebenswerk ein Denk mal gesetzt durch eine im Schlußheft gegebene Bio graphie, die zu einer Entstehungsgeschichte des Unter nehmens auf dem Hintergründe dänischer Geschichtsforschung erweitert ist. »Größer wohl, aber besser als dies«, sagt vr. Aage Friis in einer Besprechung, »ist kein personalhistorisches Nachschlagewerk, und z. B. aus Deutschland hört man ein stimmig erklären, wie hoch ,Danslc bioSraüsk Doxilcon' über der ,Allgemeinen deutschen Biographie' steht in festem Plan, in praktischer und harmonischer Ausarbeitung.« Die Vorzüge des Werks gegenüber dem, freilich weit größern deutschen, das Rochus v. Liliencrou herausgab, sind besonders die genaue lexikalische Anordnung in einem Alphabet, überall stehen die Artikel an rechter Stelle, während das deutsche solche, die nicht rechtzeitig abgeliefert waren, oft später einfügt, ferner eine größere Gleichmäßigkeit im Umfang der einzelnen Bei träge. Das auch hier festgesetzte Höchstmaß von 16 Seiten (z. B. für Thorvaldsen und Oehlenschläger) ist nirgends über schritten, während im deutschen Unternehmen z. B. »Goethe« auf 52 Seiten anschwoll und Bismarck in einem der Er gänzungsbände gar über 100 Seiten eiunimmt. Am Schluß steht ein Verzeichnis sämtlicher Mitarbeiter; ein andres enthält Berichtigungen und die Todesfälle unter den Biographierten, die nach Drucklegung ihres Lebens abrisses eingetreten sind. Dagegen fehlen Listen über die in jedem Band enthaltenen Artikel. Da solche z. B. für die Angehörigen jedes Standes hohes Interesse haben können, möchte Referent empfehlen, sie in einem Registerheft nachzutragen. Die Männer des Buchhandels sind genügend berück sichtigt, und man liest mit Vergnügen C. Nyrops Bio graphien z B. von Johan Snell, Hans Aalborg, Joachim Moltke, Sören Gyldendal, Jacob Deichmann, Schubothe, und von neuern wie Fred. Hegel, C. B. Lorck, A. F. Höst, O. B Wroblewski, G. E. C. Gad, G. u. PH. G. Philipsen, H. H. I. Lynge. Männer wie Hagerup und Ursin, denen allgemeinere Bedeutung doch kaum abzusprechen ist, hätten wohl auch ein paar Zeilen verdient. G. Bargum. Kleine Mitteilungen. "Briefmarkenausstellung in London. — Unter dem Patronat des Prinzen von Wales wird vom 23. Mai bis 1. Juni d. I. in London eine große internationale Briefmarkcnausstellung stattfinden, die von außerordentlichem Interesse sein wird, da auch sämtliche General-Postmasters ihre Unterstützung in Aussicht gestellt haben. »Lablisüers Oircular« macht darauf aufmerksam, daß jeder Philatelist, ob Sammler oder Händler, sich den wichtigen offiziellen Ausstellungskatalog verschaffen solle, der von großer Bedeutung sei. Er stelle — für England wenigstens — zweifellos die beste jemals geleistete derartige Arbeit vor. Ein Komitee erster englischer Philatelisten sei mit seiner Herstellung betraut worden. Der'Ehrensekretär der Ivtsrnational kdilatslio Lrüibitiov, 589'
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