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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.02.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-02-24
- Erscheinungsdatum
- 24.02.1906
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- Deutsch
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46, 24. Februar 1906. Nichtamtlicher Teil. 2087 kabinette in den letzten Zügen lägen, und nun ist, erst 40 Jahre später das letzte verschwunden. Bei dem jetzigen billigen Preis der Zeitungen und Zeitschriften ist es jedem möglich, sich die gewünschte Lektüre ins Haus kommen zu lassen, statt sie in einem Lesekabinett aufzusuchen. Andere be nutzen die Cafös als Lesekabinett; aber wenn das Publikum meint, die dort aufliegenden Blätter gratis lesen zu können, so bezahlt es sie schließlich doch mit den Getränken recht teuer. VII. Der Erfolg eines Dexikons. Einen in den Annalen des Buchhandels wohl einzig dastehenden Erfolg hat der Verlag von Larousse in Paris mit seinem neuen kleinen Lexikon zu verzeichnen. Es wurden davon nämlich bis jetzt in 5 Auflagen nahezu 5 Millionen Exemplare abgesetzt. Bekanntlich hatte Larousse zuerst jene monumentale Enzyklopädie herausgegeben, die weit umfangreicher ist als unsre deutschen Konversations-Lexika und sich eher mit der Enzyklopädie von Ersch und Gruber vergleichen läßt. Da eine neue Auflage dieses teuren Werks ausgeschlossen war, so gab der Verlag einen Houveau I-arous8s i1Iu8tr6 in 7 Bänden (Groß-Quart) heraus, der immerhin noch 250 Frcs kostete. Ferner veröffentlichte er für den Handgebrauch ein kleines Lexikon, das, wie bemerkt, jetzt in 5. Auflage vorliegt: Lstit I-urou88s ilastre. Houvsau äiotionnairs sno^- olopsäigus, pablis 8ou8 la äirsotion äs Olauäs ^.ags. 5800 grsvurss. — 130 tsblsaur. — 120 esrtes. Lsris 1906, lübrairis b,arou88s. VIII, 1664 Seiten 8°. In Ganzleinen gebunden: 5 Frcs., in biegsamem Ledereinband: 7 Frcs. 50 Cts. Der stattliche Band enthält 3 Teile: 1. den Wortschatz der französischen Sprache mit zahlreichen Beispielen, der Aussprache bei allen Wörtern, die einige Schwierigkeit be reiten, grammatischen und etymologischen Erklärungen usw. (Seite 1—1066); 2. lateinische und andere fremdsprachige Zitate und Redewendungen (S. 1067—1098; dieser Teil auf rotem Papier, um die Grenze zwischen den beiden Haupteilen sofort erkennen zu lassen); 3. Geschichte und Geographie (Seite 1099—1664). Ob diese Dreiteilung ein Vorzug ist, möchte mir doch zweifelhaft scheinen. Im ganzen enthält das Werk einen natürlich sehr gedrängten Auszug des Houvssu biLrouMs illustrs, von dessen Redaktion es auch bearbeitet ist. Durchweg sind die neuesten Daten verwertet; doch wird man, wie bei allen derartigen Werken, bei einzelnen Stichworten, namentlich ausländischen, kleine Jrrtümer oder schon etwas veraltete Angaben finden. Ein solches Lexikon, das alle Gebiete des menschlichen Wissens umfaßt, kann eben nicht alle Wünsche erfüllen. Die Bilder sind zwar klein, aber durchweg deutlich. Im ganzen muß man dem Werk hohe Anerkennung zollen, und der Absatz von fast 5 Millionen Exemplaren wäre ohne einen ge diegenen Inhalt wohl auch nicht oenkbar. Erleichtert wurde dieser Erfolg durch den verhältnismäßig sehr billigen Preis bei guter Ausstattung. Der Druck ist sehr sauber, das Papier dünn, aber zäh und solid, der Einband in hellrotem Leinen mit eingedrucktem geschmackvollen Bild (Vergrößerung der Larousseschen Verlagsvignette: ein Mädchen, das den Samen des Löwenzahns fortbläst). Der Verlag hat für den Vertrieb dieses volkstümlichen Lexikons eine sehr eifrige Tätigkeit entfaltet. So hat er z. B. in vornehmen Zeitschriften, wie der »Illrwtration«, die aller dings einen ganz einzigartigen, kaufkräftigen Leserkreis haben, ganzseitige Inserate veröffentlicht, von denen jedes 1000 bis 2000 Frcs. gekostet hat. Es ist dies eine kostspielige Reklame, die den Sortimentern jedenfalls in hohem Maße zu gute komint, obschon der Verlag, wie durchweg alle großen Pariser Verleger, auch direkt an das Publikum liefert, und zwar im allgemeinen franko ohne Portoaufschlag gegen Franko-Einsendung des Betrags. (Das Lexikon wird in Frankreich nach allen Orten mit eigner Bahnstation franko versandt; für andre Orte und für das Ausland ist dagegen 1 Fr. Porto zu bezahlen). Von der neuen Auflage sind in den letzten drei Monaten über 80 000 Exemplare abgesetzt worden. VIII. Das teuerste Werk des modernen Buchhandels. Die Verleger Bernonx, Cumin et Masson in Lyon, die sich speziell mit dem Vertrieb kostbarer illustrierter Ausgaben be fassen, verlegen auch eine Prachtausgabe der Werke Victor Hugos in 43 Quartbänden mit 2500 Kupferstichen. Die Preise dieser rtzäition nationale« waren früher je nach dem Papier l290 bis 4300 Frcs. für ein Exemplar, doch ist der Preis neuerdings auf 750 bis 2500 ermäßigt worden, obschon nur noch wenige Exemplare der verschiedenen Ausgaben vorrätig sind. Von dieser Nationalausgabe ist auch ein einziges Exemplar auf großem kaiserlich japanischen Papier gedruckt worden, das nicht weniger als 100 000 Frcs. kostet. Die 43 Bände sind in kostbaren Ledereinbänden von Charles Meunier enthalten, die allein 40 000 Frcs. gekostet haben. Jeder Band enthält außer den Abbildungen der andern Ausgaben auf Pergament, Atlas und verschiedenfarbigen Papieren eine Original-Zeichnung eines der Künstler, die die Ausgabe illustriert haben. Dieses Pracht-Exemplar wird wohl nicht so leicht einen Liebhaber finden, wenn nicht ein mal ein Millionär oder eine Millionärin in Amerika darauf verfällt, sich ein Werk anzuschaffen, von dem der Verleger mit Stolz verkündet, daß nie ein Werk im Buchhandel diesen Preis erreicht hat. Derselbe Verlag hat auch von der illustrierten Molitzre-Ausgabe in 32 Quart-Lieferungen ein besonders kostbares Exemplar zum Preise von 50000 Frcs. Herstellen lassen. Kleine Mitteilungen. *D. Vom Reichsgericht. (Nachdruck verboten.) Das Li zentiatengedicht des Simplicissimus. (Vgl. Börsenblatt 1905, Nr. 114, 125, 142, 148 (Urteil), 150.) — Das am 22. d. M. verkündete Urteil des Reichsgerichts gegen die Redakteure des Simplicissimus Linnekogel und Thoma, die vom Landgericht Stuttgart am 26. Juni v. I. wegen des bekannten Lizeutiaten- gedichts verurteilt worden sind (vgl. 1905 Nr. 142, 148), lautete auf Verwerfung der von den Angeklagten eingelegten Revision. Die erhobenen Rügen wurden sämtlich für unbegründet erklärt. Durch das Gedicht in Verbindung mit dem Bild habe nicht bloß der Lizentiat Lohn getroffen werden sollen. Dieser sei vielmehr als die Verkörperung seines Standes anzusehen. Deshalb sei der Strafantrag ausreichend. Eine strafbare Beleidigung müsse als vorliegend erachtet werden, da die Grenzen, die auch der Satire gezogen seien, überschritten worden seien. Thüringische Verlagsanstalt, G. m. b. H. in Leipzig. — In das Handelsregister ist heute eingetragen worden: auf Blatt 12796 die Firma Thüringische Verlags- Anstalt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Leipzig (Lindenstraßc 20). Der Gesellschaftsvertrag ist am 17. Januar 1906 abgeschlossen worden. Gegenstand des Unternehmens ist der Verlag und Vertrieb von Büchern und Zeitschriften aller Art, insbesondere der Erwerb und Fortbetrieb des unter der Firma Thüringische Verlags-Anstalt Hans Buhmann in Leipzig betriebenen Handelsgeschäfts. Das Stammkapital beträgt 59 000 Die Gesellschaft wird, wenn nur ein Geschäfts führer bestellt ist, durch diesen beziehentlich seinen Vertreter ver treten. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer beziehentlich deren Stell vertreter oder durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen vertreten. Zum Geschäftsführer ist bestellt der Buchhändler Friedrich Richard König in Leipzig. Aus dem Gesellschafts vertrage wird folgendes bekannt gemacht: Die Gesellschafterin 276*
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