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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.06.1904
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1904-06-10
- Erscheinungsdatum
- 10.06.1904
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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^ 132, 10. Juni 1904. Nichtamtlicher Teil. 5051 .Meine Mitteilungen. Aus dem Deutschen Reichstag. — Der Deutsche Reichs tag beschäftigte sich am Dienstag den 7. und Mittwoch den 8. Juni mit der zweiten Lesung des Entwurfs eines Gesetzes, be treffend Änderung des Münzgesetzes, der von der IX. Kommission vorberaten worden ist. Referent war der Abgeordnete Erzberger (Zentrum). Die Vorlage, die ein anderes Mischungsverhältnis für die Fünfzigpfennigstücke, nämlich 750 Teile Silber und 250 Teile Kupfer anstatt 900 bezw. 100 vorschlägt und außerdem dem Bundesrat die Befugnis erteilt, die zur Aufrechterhaltung eines ^geregelten Geldun^laufs^ erforderlichen^ polizeilichen Vor- von Dreimarkstücken besprach und sehr eindringlich vor dessen Annahme warnte. Der Abgeordnete vr. Arendt von der Reichs- ^arträ legte sich dagegen in längerer Rede für die geliebten Tai er an, ebenso die ganze Novelle zum Münzgesetz. — Alsdann wandte sich das Haus der zweiten Lesung der Vorlage, betreffend die Kaufmannsgerichte, zu. ganze ^enge, bei weitem mehr als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Unter ihnen spielen Feuer, Feuchtigkeit, schlechte und dumpfe Luft, Staub usw. eine bedeutende Rolle. Gegen diese das Buch zu schützen, ist eine Pflicht eines jeden Bibliothekars, Antiquars, Bibliophilen wie Vuchbesitzers überhaupt, und, so lange es sich um leblose Feinde handelt, auch meistens eine leichte Auf- lich aus dem Jnsektenreiche. Die Bücherinsekten sind schon seit langer Zeit das Schmerzens kind so mancher Bibliothek, so manchen Antiquariates, und schon immer wird aus Mittel und Wege gesonnen, diesen so ganz im Stillen arbeitenden Verderbern erfolgreich zu Leibe rücken zu können. In diesem Blatte ist schon mehrfach auf die Vücher- insekten vermiesen. In der Nummer 154 des Jahrgangs 1901 und der Nummer 208 des Jahrgangs 1902 haben wir ein Preis ausschreiben des Verbandes französischer Bibliothekare erwähnt, anläßlich des im Jahre 1900 in Paris stattgefundenen Viblio- thekarkongresses^ Danach waren^ drei Preise gestiftet. Einer in langen, in denen die Insekten, die Büchern und Manuskripten schädlich sind, wissenschaftlich beschrieben und nach Gattung und Spezies eingereiht und in denen kräftige Mittel zur Abwehr an gegeben werden. Den Algier-Preis erhielt seinerzeit der Direktor der Chemisch-agronomischen Versuchsanstalt in Görz, Herr Johann Bolle. Direktor Bolle hat die Insekten, die den Einbänden schäd lich sind, eingehend untersucht und empfiehlt u. a. als Mittel gegen sie Schwefelkohlenstoff. Er hat auch eine Vorrichtung ge baut, die jede Feuersgefahr bei Verwendung des Schwefelkohlen stoffs ausschließt. Man hat, wie versichert ivird, bei Verwendung dieses Stoffes nicht zu befürchten, daß die Farben der Einbände, Bilder usw. geschädigt werden. — Der kleinere Pellechet-Preis wurde dem Professor am Lyceum in Rennes, Herrn vi. Constantin Hulbert zuerkannt, während der größere Pellechet-Preis damals nicht verliehen werden konnte. Herr Hulbert beschrieb 77 Sorten bücherfeindlicher Tierchen, deren gefährlichstes der Bücherwurm .^nodiuw paviesum ist. Cr ist gelb, grau oder braun, sein Körper ist ei- oder walzenförmig, er ist sehr gefräßig und vermehrt sich rasch. Eine ^andere Gattung, ktinu8 drunn6U8, zählt in Europa Buchhändler-Correspondenz nach »I^a kövue« in Paris mitteilte, erhielt den großen Pellechet-Preis von 1000 ^ nun auch der Em pfänger des Algier-Preises, Herr Johann Bolle in Görz. »Papier-Zeitung« in Berlin kürzlich folgendermaßen: »1899 wurde über eine Konferenz deutscher Archivare in Dresden berichtet, auf der sich eine ganze Reihe von Bibliothekaren für die Behandlung der Bücher mit Zaponlack entschied. (Bgl. Börsenblatt 1900, Nr. 10 20 Teilen Azeton übergossen und in verschlossenem Gefäße unter öfterem Umrühren mehrere Tage stehen gelassen, bis das Ganze zu einer klaren, dicken Masse gelöst ist. Sodann durch mochenlanges Absetzen völlig geklärt. Der nach dieser Vorschrift hergestellte Lack dient zum verziehen der durch Alter, Wurmfraß oder Feuchtigkeit gefährdeten Bücher oder Urkunden, indem man die Papiere mit dem Lack bepinselt oder überspritzt oder auch einzelne Blätter darin eintaucht. Auf der eingangs erwähnten Konferenz wurden derart behandelte Papiere vorgezeigt, bei denen der Druck an Klarheit zugenommcn hatte. Schriftzüge ließen sich nicht mehr verwischen, während gleichwohl die so vor bereiteten Papiere mit Bleistift und Tinte beschrieben sowie mit Farben bemalt werden können. Filtrierpapier konnte, nachdem es mit Zapon überzogen war, in Wasser nicht nur geschüttelt, sondern selbst gekocht und jahrelang in Wasser aufbewahrt werden. Zeitungen, die auf sehr viel Holzschliff enthaltendes Papier gedruckt sind, werden durch Zaponüberzug vor dem Zer fallen und Brüchigwerden bewahrt. Die zaponisierten Schriftstücke sind nicht nur gegen Feuchtigkeit, sondern auch gegen schädliche Gase gesichert. Gegen die Würmer und Insekten, die das Papier und den Einband alter Bücher verderben, empfiehlt sich gute Lüftung der Räume und Schränke, öfteres Ausklopfen und — wenn dies nichts nützt — vielleicht auch Bestreuen mit Insekten pulver.« Auf dieselbe Anfrage ging der Papierzeitung noch die fol gende Mitteilung zu: »Für wertvolle alte Manuskripte und Bücher bleibt nichts anderes übrig als chemische Räucherung. Das einfachste und billigste Verfahren ist die Erzeugung von Ozon ohne Apparat. An zwei sonnigen Plätzen stellt man flache Schalen mit Terpentinöl aus, das mit Zitronenöl vermischt sein kann. An zwei dunklen Orten des Vibliothekszimmers dagegen stellt man je eine Schale mit Schwefelsäure und mit verdünntem Aetzammoniak gefüllt aus. Durch Mischung der Dämpfe entsteht stark ozonhaltige Luft im Zimmer, die überall hineindringt, die Insekten tötet und ihre Sekrete ungefährlich macht. Am andern Tag hat man nur nötig, die Tür zu öffnen, wodurch das Ozon wieder in Sauerstoff zurückgeführt wird. Ein solches Bibliothek zimmer zeichnet sich durch seine besonders reine Luft aus. Die Ferienzeit würde sich am besten zur Räucherung eignen, weil dann das erzeugte Ozon vollständig verbraucht werden könnte. C. Fleck«. Rabattbeanspruchung. — Die »Zeitschrift für Deutsch lands Buchdrucker« schreibt in ihrer neuesten Nummer: Ein kurioser Beschluß des Deutschen Gastwirts-Verbandes wird jetzt von dessen Geschäftsführendem Ausschüsse in Berlin den Zeitungsverlegern zu wissen getan. Der 30. Deutsche Gastwirtstag zu Bromberg hat nämlich beschlossen, an die Verleger von Tages zeitungen sowie auch von illustrierten Zeitschriften mit der Bitte heranzutreten, den Mitgliedern des Deutschen Gastwirtsverbandes auf den üblichen Abonnementspreis einen entsprechenden Rabatt einzuräumen, und »entsprechend« finden die Herren 50, mindestens aber 33'» Prozent. Diese Bitte wird dann in einem zwei Quart seiten (Schreibmaschinenschrift) langen Schreiben in einer Weise begründet, die dem Beschlüsse »angemessen« ist. Wie eine wirt schaftliche Vereinigung, die doch der Deutsche Gastwirts-Verband wohl sein will, auf einen solchen Beschluß kommen kann, das be greift man schlechterdings nicht. Da aber der Geschäftsführende Ausschuß »unter keinen Umständen das bisherige gute Einverneh men zwischen der Presse und dem Gastwirtsstande' beeinträchtigen möchte-, so wollen wir dazu nichts weiter sagen. Was die Zei tungsverleger zu tun haben, das wissen sie schon von selber; jedenfalls werden sie als Angehörige wirtschaftlicher Bereinigungen nun nicht auf die Gegenbitte zukommen, ihnen und ihren Ange stellten 50 Prozent oder mindestens 33'/g Prozent Rabatt auf Speisen und Getränke zu gewähren. Königliche Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. — Aus einem Bericht, den die Akademie für den Zeitraum von Ostern 1902 bis dahin 1904 soeben veröffentlicht hat, sei folgendes mitgeteilt: Zur Ver- rößerung des Lehrkörpers wurden berufen: Buchbinder ans Dannhorn aus Seußen in Bayern und der Buchgewerbe- eichner Friedrich Wilhelm Kleukens von der Steglitzer Werkstatt; ür Steinzeichnergehilfen wurde eine Abendklasse eingerichtet, deren Führung dem Buchgewerbezeichner Kleukens übertragen wurde; zur Leitung einer für Steinzeichnergehilfen neu ein gerichteten Naturstudienklasse wurde der Leipziger Illustrator 668"
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