780 t Künftig erscheinende Bücher. 217, 17. September 1904. Verlag von Greiner H Pfeiffer in Ltuttgart. In leister Auflage erscheint nächstens: iiviegsbviefe aus üen Jahren 1870—71. Von I)an3 von I^re^lel^nian, weil. General der Infanterie. b. Auflage. Gr. 8". Z gcb. b Neueste Orteile. — ^ Augsburger Postzeitung, 1904, 27. Juli. In kürzester Zeit haben die Briefe vier Auflagen erlebt, aber auch ein großes Aufsehen erregt und starken Wider spruch erfahren. ... Die Briefe sind meist hochinteressant, voll Natürlichkeit und Unmittelbarkeit; blitzartig beleuchten sie die jeweilige Situation in Feindesland und bei den Eigenen. Eine bedeutende, geistvolle Persönlichkeit spricht aus ihnen. So liest sich die Kriegsgeschichte viel interessanter, wahrer, packender. Die Wartburg 1904, 22. Juli. Diese Kriegsbriefe seien den Lesern der Wartburg aufs wärmste empfohlen. Zwar die Öffentlichkeit hat sie ver schieden ausgenommen. Denn die Herausgeberin, Lily Braun, die Tochter des Verfassers der Briefe, ist erklärte Sozial demokratin, Frau eines sozialdemokratischen Schriftstellers und Politikers, und steht auch religiös auf dem Boden einer anderen Weltanschauung als der unsrigen; zudem werfen die Briefe da und dort einen Schatten auf die offizielle Gold bronze, mit der man den Krieg von 1870 mehr und mehr überzieht. Aber der eine Umstand hat mit der Würdigung der Briefe gar nichts zu tun und der andere könnte sie eher empfehlen. Denn die unentwegte Heldenoerehrung ist kein Zeichen von Stärke. Der Krieg von 1870 kann es vertragen, daß man der Wahrheit die Ehre gibt und die Schwächen, Fehler und Leidenschaften eingesteht, die die großen Taten begleitet haben. Doch die Briefe sind beileibe keine Skandal chronik. Nur erwähnen sie, was der Tag mit sich gebracht hat, was dem Verfasser erwähnenswert erschienen ist und deshalb auch manches, das nicht schön gewesen. Aber in der Hauptsache kommt das Riesenwerk von 1870 glänzend ans Licht. Besonderen Genuß bereitet die Person des Verfassers. Kretschman war nach diesen Stimmungsbildern ein glänzend befähigter und energischer Offizier, eine lautere selbstlose Natur, fest und trotzig im Willen, warm fühlend im Herzen, stark und demütig vor Gott, protestantisch im Denken, reich gebildet an Gemüt und Geist. Schics. Volks zrilung, 1904, 26. Juli. Interessantere Briese aus dem französischen Kriege sind seit langer Zeit nicht veröffentlicht worden. Ihr Ver fasser, ein geistvoller und kenntnisreicher Mann, dabei ein guter Beobachter, hat ihn als Major im Generalstabe des 3. Korps bei der Armee des Prinzen Friedrich Karl mitgemacht und berichtet hier feiner Frau Tag um Tag seine Erlebnisse ... Frankfurter Zeitung, 1904, 26. Juni. ... In der Tat sind diese Briefe, ganz abgesehen von der persönlichen Anteilnahme, die sie für ihren Verfasser erwecken, ein wichtiges Dokument zur Geschichte des deutsch-französischen Krieges, auf das zurückzugreifen niemand unter lassen darf, dem es darum zu tun ist, ein klares, durch Rctouchen unentstclltes Bild jener Zeit zu erhalten. . . . Der Preis der neuen,Auflage ist in anbetracht der schönen Ausstattung niedrig genug, um die Anschaffung auch weniger Bemittelten empfehlen zu dürfen. Ethische Kultur, 1904, 1. August. Es war eine mutige Tat, eine Tat, wie man sie von der Tochter Hans von Kretschmans erwarten durfte, die Herausgabe dieser Blätter. Mutig, weil sie wußte und wissen mußte, daß die Veröffentlichung dieser Briefe blitzartig in die behagliche Ruhmesatmosphäre, in die inan die Helden des großen Krieges einzuwickeln gewöhnt ist, einschlagen und Wirbel aufftören würde, die auch das Andenken ihres Vaters vorübergehend trüben könnten. Mutig auch vor allem, weil sie keineswegs sicher sein konnte, in der neugewählten Umgebung das feinere pspchologische Verständnis für das Geworden sein und die knorrige Eigenart ihres hochgestellten Vaters zu finden, das peinliche Mißverständnisse unmöglich macht. Aber sie hat gewußt, daß die Wahrheit immer heilsam ist, gleichviel ob man patriotische oder unpatriotische Märchen zerstört. Dir Friedcuswarte, 1904, Nr. 6. . . . Diejenigen unserer Leser, die sich dieses monumentale Werk noch nicht «„geschafft haben, sollten es nicht versäumen, zu tun. Wir haben wenig Ähnliches in unserer Literatur aufzuweisen.