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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.06.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-06-14
- Erscheinungsdatum
- 14.06.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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essanten Plakette in Original - Algraphie. Fidus lieferte ori ginelle und reizvolle Umschläge zu den »Liedern aus der Jugendzeit« von H, Hermann, im Heinrichshofenschen Verlage in Magdeburg erschienen, und zu den »Hohen Liedern« von Franz Evers (Schuster L Löffler in Berlin). Kurt Stoeving in Berlin scheint uns dagegen bei seinem Titel zu den Kompositionen für Violine und Pianoforte von Paul Stoeving in der Schlichtheit etwas zu weit zu gehen. Walter Leistikow aber leistet darin und in Nonchalance noch viel Bedeutenderes in seiner »Karte zur fünften Ausstellung der Gesellschaft der Aquarellisten«. Wenn man auf genaue Abwägungen verzichtet, so kann man diese bedeutsame Ausstellung in zwei Abteilungen zer legen, ähnlich wie dies Direktor P. Jessen in seinem Hand weiser bereits gethan hat. Man wird dann rechts von der Mitte die Vergangenheit, links die Gegenwart finden. In der elfteren Hälfte mutet uns das innige Vertiefen der Künstler in ihre Aufgaben an Wohl mancher Kunst freund wird vielleicht den Wunsch hegen, es möchten die jetzigen Zustände der Hast und des Effekts ver schwinden und jene Zeiten wieder heraufsteigen, da Menzel, Hosemann, Richter, Scheuren, Schwind u a. ihre von intimen Reizen erfüllten Werke schufen. Dieser Wunsch wird aber wohl nie in Erfüllung gehen. Stellt doch die Gegenwart ganz andere Anforderungen an die Künstler, müssen doch diese der Schnelllebigkeit im Zeitalter des Dampfes und der Elektrizität ihre Opfer bringen. Heute soll alles schnell ge schehen: man arbeitet, man ißt schnell, fast möchte man sagen, man schläft auch schnell, man schläft wenigstens kürzere Zeit, nachdem Arbeit und Genuß einen Teil der Nacht dem beruhigenden Schlafe abgerungen haben. Der Verleger produziert viel, das meiste in Zeitschriften. Aber auch die Bücher sollen schnell auf den Markt geworfen werden, damit die Konkurrenz nicht zuvorkommt. Daher können dem Künstler nicht mehr lange Fristen zur Her stellung der Illustrationen gegeben werden. Der Künstler arbeitet auch oft schnell, indem er der eigenen Not ge horcht, nicht dem fremden Triebe. Die weit entwickelten Reproduktionstechniken leisten diesem Scheuchen der Muse Vorschub, sie verallgemeinern die Gewohnheit der Hast und Eile. Was früher in Monaten der Stichel des emsigen Tylographen schuf, das ätzt heute eine Säure binnen wenigen Stunden in Zink und Kupfer. Was man früher mühsam mit mehr als einem Dutzend lithographischen Uebereinander- drucken erzielte, das bringt heute der Dreifarbendruck im Hochdruck auf der Schnellpresse, ja auf der Rotationsmaschine zuwege. Die erhöhte Produktion in allen Industrien erfordert verstärkte Reklame zur Erzielung des erforderlichen größeren Absatzes. Auch der Buchumschlag darf heute nicht nur den Titel des Werkes in klaren, deutlichen Lettern gut lesbar tragen, nein, er muß auch im Schaufenster auf Entfernung wirken, um die Augen des Publikums auf sich zu lenken. Effekt erzielen ist vielfach die Parole, daher kommen Aus schreitungen ins Gebiet des Unschönen nicht selten vor. Das liegt in den Zeitoerhältnissen. Ein Glück ist es zu nennen, daß Künstler und Publikum an der Radierung wieder Ge schmack gewinnen. Paul Hennig. Kleine Mitteilungen. Bücherversteigerungen in London. — Unter den Bücher verkäufen, die in letzter Zeit in London stattfanden, nahm die Auktion der Bibliothek des verstorbenen Sir Henry Hope Edroardes einen hervorragenden Platz ein. Ein Exemplar von -8aveti Uisrovzmu Lxposikio in 8znnbolum ^.postolorum- wurde vom Buchhändler Pickering mit 7200 bezahlt. Es ist das erste in Oxford gedruckte Werk, von dem nur noch 9 Exemplare bekannt sind. Auch die übrigen Bücher dieser Sammlung erzielten sehr hohe Preise. In einer anderen Auktion wurde ein -Gebetbuch der heiligen Jungfrau-, Manuskript des 15. Jahrhunderts, mit Miniaturen auf Velin geschmückt, für die Summe von 6700 ^ zugeschlagen. Ein Exemplar der -Orovioa äsl Don kiockriAo», erste Ausgabe des berühmten Ritterromans, der von P. Corval am Anfang des 15. Jahrhunderts verfaßt wurde, fand in Herrn Quaritch für 4000 ^ einen Käufer. Samson L Wallin in Stockholm. — Wie aus einer An zeige in dieser Nummer des Börsenblattes (S. 4811) hervorgeht, hat ein Konsortium das feste Lager und die Kontinuationen, so wie das Geschäftslokal der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Firma Samson L Wallin in Stockholm (siehe Nr. 131 des Bbl.) übernommen und unter der Firma: -Aktiebolaget Nordiska Bor- Handeln- ein neues Geschäft begründet. Die Verwaltung liegt in den Händen der Herren H. Geber, K. O. Bonnier und O. Hirsch. Das Weitere ist aus der Anzeige der neuen Firma in dieser Nummer zu ersehen. Großherzog Karl Alexander von Weimar und Goethe. — Anschließend an die Notiz in Nr. 132 des Börsen blattes, -Erinnerungen Großherzog Karl Alexanders an Goethe-, sei hier noch ein kleiner Beilrag wicdergegeben, der zeigt, welch hohes Interesse der verstorbene Großherzog bis an sein Lebens ende allen Goethe-Erscheinungen entgegenbrachte. Es ist ein Schreiben, das der Großherzog, den man den letzten Bekannten Goethes nennen konnte, an Frau von Vignau am 20. Dezember 1900, also kurz vor seinem Hinscheiden (f 5. Januar) richtete; es bezieht sich auf die 1899 im Buchhandel (Verlag von E. S. Mittler L Sohn in Berlin) erschienenen beiden Goethe-Reden, die Or. W. Bode zusammengestellt hat. Es lautet: -Eine für das Leben eines jeden Menschen bedeutende Persönlichkeit zu beleuchten und zu erklären, kann als ein gewagtes Unternehmen gelten. Ein gelungenes muß ich das Ur. Bodes nennen, von welchem das mir von Ihnen gütigst geliehene Buch: -Meine Religion, mein politischer Glaube- in Ihre Hände zurückkehrt. Mit steigendem Interesse habe ich es gelesen, mit Bewunderung beendigt. Diese ihm auszudrücken — ihm, dem Verfasser —, behalte ich mir vor, sobald ich sein neuestes Werk über: »Goethes Lebenskunst- gelesen haben werde. Selten habe ich ein Werk in Händen gehabt, das mich so gefesselt wie das beigefügte Buch. Sie haben mir mit demselben wohlgethan-. -Saldo-, Verein jüngerer Buchhändler in Hannover. — Am 15. Mai feierte der -Saldo- sem 27. Stiftungsfest, diesmal in neuer Form als großen Festball in den Sälen der -Börse-. Eine zahlreiche Festversammlung belebte von 9 Uhr an die festlich geschmückten Räume, woselbst nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Kollegen Bürdeke, ein wohldurchdachtes Programm sich abwickelte, das in seinen Darbietungen den reichsten Beisall erntete. Der vom Kollegen Bürdeke verfaßte und vom Kollegen Jakusch vorgetragene Prolog fand die ihm gebührende reiche An erkennung. Eine angenehme Unterbrechung des Tanzes und der schnell aufeinanderfolgenden Gesangs- und Klaviervorträge ge währte die reichbesetzte Theetafel zur mitternächtlichen Stunde, worauf der Glanzpunkt des Festes, das Theaterstück folgte. Mosers -Moritz Schnörche- wurde so packend ausgeführt, daß die dadurch hervorgerufene Fröhlichkeit keine Grenzen mehr kannte. Von den zahlreich erschienenen Gästen sei nur des Brudervereins -Robinson- aus Braunschweig gedacht, der auch dieses Jahr durch sechs Kollegen vertreten war. — Am Himmelfahrtstage vereinigte sich bereits vormittags wieder eine ansehnliche Tafel runde im Vereinslokale zum Frühschoppen, an den sich ein Spaziergang durch die Stadt anschloß, geleitet von Herrn Karl Georg (Herausgeber des bekannten Schlagwort-Katalogs), der eine mit viel Humor gewürzte Erklärung der Sehens würdigkeiten gab. Nach gemeinsamer Mittagstafel fand nach mittags ein Spaziergang mit Damen durch die im Frühlingsgrün prangende Eilenriede nach dem Kurhause statt, woselbst man bis zum späten Abend noch einmal unter unerwartet zahlreicher Be teiligung dem Tanze huldigte. Die am Sonntag den 19. Mai noch veranstaltete Nachfeier bewies zur Genüge, wie zufrieden man mit dem vergangenen Feste gewesen war. Der -Saldo- hat wieder gezeigt, daß er in seinen Veranstaltungen stets das Rechte trifft. ll. Personalnachrichten. Gestorben: am 9. Juni in Danzig der Provinzialkonservator für West preußen, Adolf Bötticher, der durch seine Werke über -Olympia- und über die -Akropolis von Athen- in weiten Kreisen bekannt geworden ist. Bötticher ging 1872 auf Adlers Empfehlung als Kommissar für die bautechnischen Arbeiten zu den Ausgrabungen nach Olympia.
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