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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.03.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-03-05
- Erscheinungsdatum
- 05.03.1906
- Sprache
- Deutsch
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2384 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 53, 5 März 1906. auffallende Schönheit männlicher Vögel, Insekten und anderer Tiere im Vergleich mit ihren nichtschdnen Weibchen zu erklären, hat Darwin angenommen, daß von den Weibchen die schönsten Männchen zur Paarung ausgewählt werden. Dieser Ansicht gegenüber wird auseinandergesetzt, daß wir den Tieren nach ihren sonstigen psychischen Eigenschaften ästhetischen Geschmack nicht zu schreiben dürfen. Sic könnten wohl verschiedene Farben, Formen und Bewegungen genau unterscheiden, seien aber nicht fähig, das darin erscheinende Gesetzmäßige, worauf gerade die Schönheit beruhe, wahrzunehmen. * Allgemeine Photographische Ausstellung. — Aus Berlin wird uns geschrieben: Die für die Allgemeine Photo graphische Ausstellung Berlin 1906 im Abgeordnetenhaus äußerst zahlreich eingelaufenen Anmeldungen zeigen, daß dieses große Unternehmen einen internationalen Charakter tragen wird. Bon den Vereins-Kollektivausstellungen sei erwähnt, daß der rühmlich bekannte Wiener Camera-Klub mit auserlesenen Stücken vertreten sein wird. Ferner haben ihre Beteiligung angemeldet: Photographischer Club Frankfurt a. M., Moskauer Kunst-Photo graphie - Gesellschaft, Wiener Amateur - Photographen - Club, Amateur-Photographen-Verein Duisburg, Photo-Club Budapest, Photographischer Amateur-Club in Cassel, Club Deutscher Amateur- Photographen in Prag, Gesellschaft von Freunden der Photo graphie in Jena. Die Prager Sternwarte wird ihre neuen Mond aufnahmen schicken. Von neuern Anmeldungen der Industrie seien erwähnt: Vereinigte Fabriken photographischer Papiere (Dresden), Kunstanstalt Albert Frisch (Berlin), Emil Wünsche (Reick), Or. Lüttke L Arndt (Wandsbek), Unger L Hoffmann (Dresden), Leipziger Buchbinderei Act.-Ges., Carl Ernst <L Co. (Berlin), Richard Jahr (Dresden). — Da verschiedene Staats institute und Industrielle über ihren Raumbedarf bis Ende Februar noch nicht schlüssig werden konnten, so hat der Ausschuß als letzten Anmeldetermin für alle Gruppen den 31. März fest gesetzt. Prospekte sind zu beziehen durch das »Sekretariat der Allgemeinen Photographischen Ausstellung zu Berlin 1906», Berlin ^V., Bamberger Straße 41. Grosso- und Kommissionshaus deutscher Buch- und Zeitschriftenhändler E. G. m. b. H. in Leipzig. — Das Königliche Amtsgericht Leipzig, Abteilung 116, gibt unter dem 28. Februar 1906 folgendes bekannt: Auf Blatt 46 des Genossenschaftsregisters, betr. das Grosso und Kommissionshaus deutscher Buch- und Zeitschriftenhändler eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Leipzig, ist heute eingetragen worden: Das Statut ist abgeändert. Abschrift des Beschlusses Blatt 35 der Registerakten. * Neue Bücher, Kataloge re. für Buchhändler. kilsderlandsolis Libiiox;ra.pbis. lasst van visuw vsrsobsvsn Losksv, Laartsn, sv2. Vsrürisbaar in den Loekbavdsl van (. . . 8ort.- 6a. . . .) IliiAavs van tl. VV. Listüokk ts Usidsn. Ilo. 2. 28. 6sbruar 1906. 8°. 8. 9—16. 2s,retrkz-, Otto, Der srsts llöiosr ^svsarproross. Lin LsitraA rar llölusr Ossebiobts und Inkanabelknnäs. Nit sinsr 8aoü- biläunß des OialvAus supsr libsrtat« eeolssiastioa 1477 (Ver- ökkentliobuvFsn der 8tadtbibliotüsk in llöln Lsibekt 6). 8°. 124 8. Löin 1906, Verlag dsr N. OuNont ^obaubsr^- sobsn Luebbandlunx. llbsoretisobs und praktisobo Nasik. — 159. LaAsr-llatalvß dsr d. d. Ilsoksnbaasr'sollvll 6uoü- u. tlntiguariats- llandiung 0. 8onns^vald in llübivAsn. 8". 32 8. 1437 dlrn. * Bußtag in Sachsen. — Auf den Bußtag in Sachsen (Mittwoch den 14. März) sei für den Verkehr mit Leipzig wiederholt aufmerksam gemacht. Pers oualnachrichten. Moritz Heyne ff. — Das Berliner Tageblatt meldet den am 1. März in Göttingen im 68. Lebensjahre erfolgten Tod des berühmten Germanisten an der Universität Göttingen Professor Moritz Heyne. Mit ihm verliert die deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft einen ihrer Meister und im besondern das Grimmsche Wörterbuch einen seiner verdienstvollsten und eifrigsten Förderer. Auf die mannigfaltigsten Gebiete seiner Wissenschaft er streckte sich Moritz Heynes Tätigkeit; des Ulfilas Bibelübersetzung, der -Beowulf», -Heliand- und eine beträchtliche Reihe kleiner altdeutscher Literaturwerke verdanken ihm vorzügliche kritische Ausgaben; die altdeutsche Grammatik und Lautlehre hat er durch wichtige For schungen bereichert; über altdeutsche Kultur hat er vor allem in seinen -Büchern deutscher Hausaltertümer- neues Licht verbreitet. Neben diesen Forschungen liefen seit 1867 ständig die Studien und Arbeiten für das von den Brüdern Grimm begründete -Deutsche Wörterbuch- her. Die von Heyne hierfür bearbeiteten Buchstaben 6, l, d, 6, N, 6 und der Anfang des 8 zeigen in der Gesamtheit ihrer einzelnen Beiträge die Fülle des Wissens und die Gediegenheit der philologischen Arbeit Moritz Heynes im hellsten Licht. Als Seitenstück zu diesem monumentalen deutschen Wörter buch entstand Moritz Heynes eignes -Deutsches Wörterbuch-, das in drei Bänden den deutschen Sprachschatz gesammelt und erläutert hat und den Namen seines Verfassers weit über die Fachkreise hinaus trug. Moritz Heynes Leben hat sich zu seinem wertvollsten Teile in Göttingen abgespielt, dessen Universität er seit 1883 an gehörte. Vorher war er ein Jahr in Halle und sieben Jahre lang in Basel als Professor der deutschen Sprache und Literatur tätig. Geboren war Heyne am 8. Juni 1837 zu Weißenfels an der Saale, und in die akademische Laufbahn eingctreten ist er 1864 in Halle. (Sprechsaal.) Seminarpreis oder Ladenpreis? (Vgl. Nr. 39 d. Bl.) Bor etwa 6 Jahren bestellte ich bei einem deutschen katho lischen Verleger eine Partie Lehrbücher, an denen ich über 60^ Verlust hatte durch Veralten, weil die betreffenden Besteller die Bücher seinerzeit nicht nahmen mit der Begründung, sie bekämen das Buch anderwärts billiger. Ich ließ damals die Angelegenheit auf sich beruhen. In diesem Monat wurde ein neues Verlagswerk desselben Verlegers bei mir zum Seminarpreis verlangt, wie es eben durch eine Liste angeboten werde. Der Bestellzettel kam zurück mit dem Vermerk: »Scminarpreis gibt es nicht». Dieser kurze Vermerk hatte sich mir wiederholt in ähnlicher Fassung als sophistische Wendung erwiesen; ich hatte also wieder einmal das Vergnügen, meinen Kunden über die Sache auszu holen und erfuhr durch einen andern Herrn, daß der Herr Autor die Seminarpreisliste zirkulieren lasse. Wenn sich bei nicht-theologischen Lehrmitteln die Ausnahme angebote in der Häufigkeit und Skrupellosigkeit zeigten, dann würden — ich bin fest überzeugt — die Ortsvereine es zu er reichen wissen, daß diese Gepflogenheiten nur unter Einhaltung ganz bestimmter Bedingungen geschähen, um die Wirkungen, die ganz die gleichen sind wie bei irgend einer schwung haften Schleuderei, möglichst fernzuhalten. Ist es nicht im höchsten Grade ärgerlich, wenn ich auf eine katholische Zeitschrift, die fast 20 ^ im Jahre kostet, mir 22 Abonnenten zusammengetrommelt habe und beinahe in einer Woche vier davon verliere, nur aus dem Grunde, weil der Ver leger, ohne mir vorher irgendwelche Mitteilung zu machen, sie meinen Seminarkunden plötzlich um 20 Prozent billiger anbietet? Wenn ich im erwähnten neuern Falle mit einer Partie herein gefallen wäre — Freunde des Autors, der auch mein Kunde ist, ermunterten mich sehr, für das vortreffliche Buch zu arbeiten —, an wen hätte ich mich halten können? Meine Gesundheit erlaubt mir nicht mehr, mich in Privat schreiben für die Klärung entschieden ungeschäftsmäßiger Mißstände zu opfern; aber ich habe im letzten Sommer außerordentlich interessantes Material verbrannt, das mir die 1903 veröffentlichten Betrachtungen über den katholischen Büchervertrieb einbrachte. Und dieses Material hat mir die feste Überzeugung gebracht, daß die Herren Verleger es in den meisten Fällen in der Hand hätten, die Autoren vom Verlangen nach Vorzugsbedingungen abzubringen. Die Herren Autoren lassen sich belehren. Ein angesehener Ver fasser schrieb mir im Herbst 1903: »Es ist unbegreiflich, daß solche Dinge einem erst klar werden, wenn sie von einem Fachmann öffentlich ausgesprochen sind.« Freiburg i. B. Jos. Waibel.
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