1686 Fertige Bücher. 37, 14. Februar 1906. PkrlaBllWMimii von Alphons M in Leipzig. Für die bevorstehende Konfirmationszeit empfehle Ihrer gefälligen Verwendung: vierzig HoliMtiialiotls- Zeugnisse Mit Randzeichnungen von Oskar Pletsch Herausgegeben und mit Bibelsprüchen und Liederoersen versehen von von der Frenck, Konfistorialrat und Superintendent. I. und II. Sammlung. Ausgabe -4 — mit kürzerem Formular Ausgabe 8 mit längerem Formular nach sächsischer Vorschrift. Preis ü 1 50 H ord., 1 ^ 15 no. bar. Freiexemplare, auch von beiden Sammlungen und Ausgaben gemischt, gegen bar 7/6. Von diesen sehr beliebten und seit Jahren an vielen Orten eingeführten Scheinen, die durch ihre künstlerische Ausstattung sich aus zeichnen. wird die I. Sammlung, Ausgabe L in 5. Austage und die II Sammlung, Ausgabe ^ in 3. Anstage in ca. 8 Tagen erscheinen. Von den zahlreichen günstigen Beurteilungen sei hier nur die folgende angeführt: „Rezensent hat 25 Jahre konfirmiert und viel Konfirmationsscheine gebraucht, rechnet aber diese mit zu den besten und schönsten, die zu so billigem Preise zu haben sind." (Christi. Bücherschatz.) Hochachtungsvoll Leipzig, den l2. Februar 1906. Asphons Mrr. Nach den eingegangenen Bestellungen haben wir soeben versandt: Novitäten: lH Bernhard Kellermann: Ingeborg Roman. Geh. M. 4.—, geb. M. 5.—, Liebhaberbd. M. 6.—. Bernhard Kellermann gehört seit seinem Erstling „fester und Li" zu den Hoffnungen des deutschen Romans; sein soeben erschienenes Buch „Ingeborg" wird die Stellung, die der junge Dichter sich geschaffen hat, befestigen. „Ingeborg" ist ein Roman über die Liebe; keine objektive Erzählung, sondern der lyrische Ausbruch einer leidenschaftlichen und für die Schönheit entzündeten Natur Man kann den Ton in seinem Buch fast dithyrambisch nennen; seine Haltung ist die des ewigen Lobgesanges: die Liebe eifert nicht, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie sucht nicht das Ihre, sie rechnet das Böse nicht zu. Seine Welt ist nicht sozial bedingt, sondern fast märchenhaft frei: ein Wald, ein Schloß, ein Fürst, ein Künstler, und über allen Ingeborg, die schönste der Frauen, und über allen die Liebe als wundersame elementarische Gewalt. Charlotte Knoeckel: Kinder der Gaffe Roman. Geh. M. 4.—, geb. M- 5.— Umschlag und Einband von E. N. Weiß Mit diesem Buche, als einem Erstling, stellt sich ein junges Talent vor, auf das man berechtigt ist große Hoffnungen zu sehen. Charlotte Knoeckel geht einen eigenen, geraden Weg. Im Gegensatz zu der übertriebenen himmelblauen Seelenhaftig- keit vieler heutigen Frauenliteratur hat sie mit naiver Ehrlich keit die durchaus nicht veraltete Methode des Naturalismus angewendet. Sie hat sich das Stück Leben, das sie schildern will, mit eigenen Augen angesehen, ganz in der Gewissen haftigkeit Zolas. Ihrer Ehrlichkeit entspricht die Kraft ihres Talents. Der Roman spielt in einer kleinen pfälzischen Stadt und schildert das Leben von kleinen Handwerkern und die Geschicke junger, zu einem frühen Tode bestimmter Menschenkinder. Tod, Liebe, Arbeit, Sünde, die einfachsten Elemente menschlicher Verwirrungen sind der Gegenstand ihrer Schilderung. Die Verfasserin geht in ihrem Stoff nicht unter, sondern sieht ihn mit der Klarheit und einigem Humor eines auf das Anschauliche gerichteten Talents an.