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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.11.1901
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- 1901-11-02
- Erscheinungsdatum
- 02.11.1901
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- Deutsch
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8898 Nichtamtlicher Teil. .Hß 256, 2. November 1901. — bisher k. 1 81i>Z8t,. m. ?kts. Op. 6. 2uüuebt, tisk. Op. 7. Der boob. s. 1 ^ 20 — Op. 10. 6sriuLLSii-Ns.rseb 1. ?Üs. 1 50 — Op. 13. li-übliuASAruss. Ns.rso5 1. ?kt«. 1 ^ 50 — Op. 20. Nsriso-Os-votts 1. kkts. 1 50 lll>,ks, ^., Op. 41. irisäs s,uk clsr ^1m, k. 2. 1 — Op. 60. Osutsobs li^vävvsür. ^ls^rsob 1. 2. 60 H. — Op. 6. Gratis ll^uiisii. Oonosrl-kollig. 1. 2. 80 Lobuspk, 15., Op. 25. ^Ibumblslt 1. 2. 80 H. — Op. 26. 8srr u. Osiaütb. OonosrtlÄ-licllsr 1. 2. 1 40 <H. — Op. 27. Ltsirisebs liLnäler 1. 2. 60 6 ^ *li. Nichtamtlicher Teil» Zum Gedächtnis des Begründers der deutschen Reisehandbücher. Zu Karl Baedekers 100. Geburtstag am 3. November. Gewiß hat keine andere Erfindung jemals eine so große Umwälzung des Verkehrs zur Folge gehabt, wie diejenige des englischen Schlossers George Stephenson; aber kaum waren in Deutschland ein paar Schienen des heutigen vielmaschigen Eisenbahnnetzes gelegt, als der stets sich verjüngende Mentor des modernen Europareisenden seinen Geburtstag begehen konnte. Es könnte also scheinen, als ob sein Begründer gar nicht das Bedürfnis abgewartet hätte, sondern seiner Zeit voraus einem zukünftigen, von ihm geahnten entgegen- gekommeu wäre. Mag nun auch die »Lücke« in der Litteratur im ersten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts noch nicht so klaffend gewesen sein, wie sie heute ohne »Baedeker« wäre, so hat sich das Bedürfnis nach Reiseführern doch schon früher gezeigt. Dem frommen Sinne unserer Vorfahren gemäß beschränkten sich größere Reisen angesichts der Schwierigkeiten und Unsicher sicherheiten allerdings auf Wallfahrten, und diesen sind denn auch die ersten Vorfahren unserer »Baedeker« gewidmet. Ich weiß nicht, ob die Beschreibung seiner Reise, die der Mainzer Domdechant Breydenbach nach Jerusalem unter nommen hat, den Zweck hatte, zum Gebrauch des Reisenden zu dienen, insofern er daraus die bestehenden Verhältnisse kennen lernen konnte, oder ob das mit prächtigen Holzschnitten ausgestattete, 1486 wahrscheinlich von Schösser gedruckte Buch nur ein Lese- und Bilderbuch war. Jedenfalls hat es eine große Verbreitung erlangt, denn bis 1488 waren auch eine holländische und eine lateinische Uebersetzung erschienen. Wenn dieses Werk aber vielleicht kein Reisehandbuch in unserem Sinne gewesen ist, so war das erste gedruckte derartige Werk sicher das oftmals aufgelegte Wallfahrtsbuch des Mönches Hermannus Künig von Vach. Dieses Büchlein, das vor zwei Jahren von Heitz in Strahlung in seinen »Drucken und Holzschnitten des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts« faksimiliert worden ist, beschreibt auf das genaueste den Weg von der deutschen Grenze durch die Schweiz nach dem im Mittelalter so beliebten spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela und giebt dem Pilger allerlei für die damalige Zeit praktische Fingerzeige und Ratschläge. Wahrscheinlich ist dieser erste Vorläufer Baedekers bald nach 1495 zum ersten Male nach einer viel älteren schriftlichen Vorlage in Straß burg gedruckt worden. Beschränkte sich dieses Vs-ckemeoum im eigentlichen Sinne auf eine einzelne, wenn auch bedeutende Route, so haben wir in den 1702 in Ulm von einem Rektor Rud. Roth des dortigen Gymnasiums herausgegebenen Nsmombilis, Uurox^s ein umfassendes, 600 Seiten starkes, mit Karten versehenes modernes Reisehandbuch, das die »denkwürdigsten Sachen^ welche ein Raysender in den sürnehmsten Städten, Schlössern und Oertern Europas heutiges Tages zu observiren und in Acht zu nehmen hat« beschrieb. Die Anordnung des Stoffes war lexikalisch, die Städte in alphabetischer Reihenfolge auf geführt, aber in einem Anhang war auch ein »richtiger Weg weiser durch Deutschland wie auch andere angräntzende Länder« zu finden. Der unmittelbare Vorgänger Baedekers und auch sein Vorbild war aber der Sohn eines der bedeutendsten Verlags buchhändler Englands, John Murray der Jüngere, der sich durch seine »üsuäboolrs kor trs-vellers« jenseits des Kanals einen berühmten Namen gemacht hat. Aber der junge Deutsche sollte ihn bald überflügeln, wenngleich er stets anerkannt hat, daß jener sein Vorbild gewesen ist. Als 1842 Baedekers »Handbuch für Reisende durch Deutschland und den Öster reichischen Kaiserstaat« erschien, hob er selbst in der Vorrede die Brauchbarkeit der »Murrays« rühmend hervor. Aber, sagt er dann weiter, »beim Fortschreiten der Arbeit zeigte sich immer mehr und mehr, daß nur der Rahmen des englischen Vorbildes beibehalten werden konnte. Die Volks- und Länder anschauung ist von der des Engländers durchaus verschieden. Vieles diesem Bekannte mußte dem Engländer weitläufig er zählt werden. Geschichtliche Andeutungen, diesem wertlos, dem Deutschen dagegen anregend, mußten für diesen ein- gefügt werden. Endlich pflegt der Engländer auch wohl anders zu reisen als der Deutsche. So ist aus der anfangs beabsichtigten Uebersetzung ein durchaus neues Buch ge worden.« Karl Baedeker entstammte einer alten Buchhändlerfamilie, deren Ahn, Diederich Baedeker, ein geborener Bremer, 1716 als Buchdrucker in Bielefeld starb. Sein Urenkel Gottschalk Diederich gründete 1798 in Essen die noch bestehende, heute mit Buchdruckerei, Schriftgießerei verbundene Verlags- und Sortimentsbuchhandlung, und dessen ältester, am 3. November 1801 zu Essen geborener Sohn ist der Begründer des Ver lagszweigs geworden, der seinen Namen zu einem Gattungs begriff gemacht hat. In Heidelberg, wo er 1817 eintras, erlernte er den Buchhandel und hörte nach Ablauf seiner Lehrzeit an der dortigen Universität Geschichte und Philosophie. Nach Ab solvierung seiner Militärzeit in Wetzlar 1822 kam er für zwei Jahre in das Geschäft Georg Andreas Reimers in Berlin, in dessen Familie er verkehrte und wo er mit be deutenden Männern, wie Niebuhr, Schleiermacher u. a., zu sammenkam. Nach einem zweijährigen Aufenthalt zu Hause eröffnete er im Juni 1827 zu Koblenz eine Buchhandlung. Hier erschien im folgenden Jahre in Fr. Röhling's Ver lag ein Reisehandbuch: »Rheinreise von Mainz bis Köln, Handbuch für Schnellreisende«, das einen Professor I. A. Klein zum Verfasser hatte. Dieses Büchlein ging später in
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