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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.07.1884
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- 1884-07-07
- Erscheinungsdatum
- 07.07.1884
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- Deutsch
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^ 156, 7. Juli. Nichtamtlicher Theil. 3139 „Goldener Hochzeitsmorgen" und der „Wasserfall" des Tyroler Quintetts, alle Nummern mit lebhafter Anerkennung begrüßt. Und nun gelangte die große historisch-kritisch-politisch-panto mimische Historie, Schiller's „Bürgschaft", eine urkomische Pantomime, unter Herrn A. Meindls (Bonz L Co.) trefflicher Leitung einstudirt und von zwei Damen und zwanzig Herren darge stellt, zur Aufführung. Was tolle Laune ersinnen kann, war hier ge boten: ein classischcr Text, der Stoff ans dem Alterthum, die Costüme aus dem 18. Jahrhundert, das Unterste zu oberst, abstracte Begriffe (Sonne, Stunden, Augst, Sorge) pcrsouificirt, dazu eine höchst komische Orchestcrbegleitung „mit nachempfundener Benutzung bereits vorhandener Melodien" — hier erreichte der jubelnde Beifall seinen Höhepunkt, und wie die Darstellung, so eilt nun auch der Referent dem Schluffe zu. Nach einer Einlage des Hofsängers Hartmann (das Fräulein an der Himmelsthür) sang Herr Gmelin (Weise's Hofbuch handlung) zwei Lieder von Schubert: „Am Meer" und „Un geduld"; das Orchester spielte noch einen Walzer und ein Potpourri, und zwischen beiden ließ sich noch einmal das Tyroler Quintett mit Fittig's „Heut kömmt mei Bua" hören. Damit war der officielle Theil des Abends erschöpft, eines Abends, der, dessen sind wir gewiß, sich nicht so leicht aus dem Gedächtniß der Theilnehmer verwischen lassen wird: eine Stimme vollkommenster Befriedigung, ein Urtheil wärmster Anerkennung machte sich geltend, und in ihnen werden das Vergnügungs- comits und die mitwirkenden Künstler ihren schönsten Lohn ge funden haben. Nach officiellem Schluß des Abends blieben natürlich noch viele Anwesende bis tief in die Nacht hinein sitzen; gingen doch die letzten erst nach 3 Uhr in der Frühe heim. Für diese seßhaften Leute sorgten das Tyroler Quintett, die Herren P. Hartmann und vor allem der treffliche Adolf Grimminger und endlich ein verehrter College aus?, der das Pfeifen bis zur Vir tuosität versteht, für die schönste und anregendste Unterhaltung. So ward aus Abend und Morgen der dritte (letzte) Tag. Nach der Abrechnung fanden sich die Collegen in außerordentlich erfreulicher Anzahl am Dienstag Vormittag im Hotel Textor wiederum zum Frühschoppen zusammen, bei welchem Herr Petters- Heidelberg, der Abends zuvor schon dem Vergnügungsausschuß für alle Anwesenden in begeisterter Rede die Anerkennung ausgesprochen hatte, in der ihm eigenen humoristischen Weise einen bei der Abrechnung liegen gebliebenen herrenlosen Stahl- ' federhalter zu Gunsten des Allgemeinen Unterstützungsvereins für Buchhändler re. (Berlin) verauctionirte und damit das reiche Ergebniß von 102 M. 29 Pf. erzielte. Am Abend desselben Tages ereignete sich dann das nie Dage wesene, daß sich zum Tanz auf der Silberburg eine Gesellschaft zusammenfand, die wenigstens beim Cotillon 80 Paare zählte. Bisher war dieser zweite (bezw. dritte) Abend noch stets ver unglückt und erst in dieser Messe, über welcher überhaupt ein glücklicher Stern strahlte, gelang es, auch dieses Problem zu lösen und die Anwesenden bis zum Schluß um Mitternacht an den Tanz zu fesseln. Um die Tanzordnung machten sich die Herren C. Hünersdorf (I. Weise's Hofbuchhandlung) und A. Prechter (Wildt'sche Buchhandlug) verdient. Während diese Zeilen in die Presse gehen, wird zum bleibenden Gedächtniß — wenigstens für die in den Lustspielen Mitwirkeuden — ein Anerkennungsdiplom des Vergnügungs ausschusses zur Vertheilung gelangen, das, ein typographisches Meisterwerk der hiesigen Greiner schcn Hofbuchdruckerei, specieller Erwähnung werth ist. Dieses Diplom ist in sieben Farben — gold, roth, schwarz, blau, grün, grau und chamois — in Original- Schwabacher Schrift gedruckt; die Ausgangszeilen sind mit passenden Einfassungen ausgefüllt, und das Ganze ist mit einer breiten Renaissanceleiste umrahmt. Was ein gediegener künstlerisch durchgebildeter Geschmack, was eine auf der Höhe der Zeit stehende Druckerei vermag, wird hier gezeigt, und auch an dieser Stelle mag Herr A. Pfeiffer, der Besitzer der Druckerei und Mitglied des Verguügungsausschusses, gebeten werden, diese herrliche Kunstleistung zur nächstjährigen Ostermesse in Leipzig zur Aus stellung zu bringen. Der Text des Diploms aber lautet in der Sprache des 17. Jahrhunderts wie folgt: Willigen Dienst zuvor und vil Heils! Wir nachbenempten Commissary einer ersamen Genossen schaft der Buchfürcr im südlichen Deutschland thund kund aller menglich, das wir samenthafft und cinhelligklich mit guttem vorbehabtem Rate und rechtem Wissen um unserer Genossen schafft besseren Nutzes und Notdurfft willen der crbarn und edeln Junkfrawen (bezw. dem ersamen und festen Herrn) (folgt der Name.) disen Briefs gefertigt haben zum Gezeugnus künstlerischen Beystands aufs unserer Schawbüne mit Bitt uns ire Gnad und Fründschafft fürohin verdienen zu lassen. Geben zu Stutgart am 16 Tag Juny des Jars da man zalt tusend achthundert achtzig und vier. Des zu warer Urkund von wegen der Genossenschafft: (Folgen die Unterschriften des Vcrgnügungsausschusses.) Die Tage der Meßfreuden liegen hinter uns, und die Theil nehmer haben sich wieder ihren Berufsgeschästen zugeweudct. Mögen diese Zeilen ihnen die verlebten frohen Stunden noch einmal recht lebhaft in's Gedächtniß zurückrufen, mögen sie für alle die süddeutschen Collegen, welche bisher überhaupt nicht oder wenigstens diesmal nicht bei uns waren, ein Mahn ruf sein, die schöne Neckarstadt zu besuchen! Alle, Alle sollen herzlich willkommen sein! Und in dem stärker werdenden Besuch wird der Vergnügungsausschuß einen Sporn sehen, immer Besseres, immer Vollkommeneres zu bieten, damit die süddeutsche Messe im schönen Junimonat wieder einen Mittelpunkt für alle Collegen von fern und nah biete. So Gott will, im nächsten Jahr wieder! Misrellen. Internationale Literarconvention. — Man schreibt aus Bern vom 28. v. M.: Der schweizerische Bundesrath hat au die Staatsregierungen eine Einladung zur Bctheiligung an der am 9. d. abzuhaltenden diplomatischen Conferenz gerichtet, welche die Feststellung allgemeiner Grundsätze für die internationale Conven tion zum Schutze des Urheberrechts an Werken der Literatur und Kunst zu ihrer Aufgabe machen wird. <7e-rk-akbkatt /«r ILbkr'ot/reLswese-r. ösrausgsgebsn vou Or. 0. Hartwig unä Or. K. Loüulr. I. llabrg. 7. llskt. lluli 1884. Inbalt: Dis Osntralisatioo clor Katalogs cksutsobsr Oiblio- tlislcon. — lOanL Onckwig ll'sutsl, Kslcrolog von R. Kseblcs. — Ksupsrsisobs Oruslcs äsr k. Libliotbslc in Lsrlin. Von III. Ltsinsobusicksr. — ksrsonalvsrneisliviLS cksntLsbor Libliotbslcon. (Kortsstrmng.) — Osbersioüt clor Osistnngen äss Oa/srisobsn Ltaatss t'itr öllsntliobs Oibliotbslcsn. — Uittbsiluvgsn aus und übsr Libliotüslcsn. — Rsosnsionsn u. ^nrsigsn. — Vsrmii-ebto Uotirsn. — Ksno Krssbsinungsn aal cloin Osdists clss LibliotbslcLWöSöns. — ^ntiguarissüs Katalogs. — Osrsonalllaoüriolitsn.
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