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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.09.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-09-29
- Erscheinungsdatum
- 29.09.1903
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- Deutsch
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.N 226, 29. September 1903. Nichtamtlicher Teil. 7561 Welche Rolle die Honorare der Professoren in deren Einkünften spielen, geht aus einer interessanten, im Jahre 1895 erschienenen Schrift von Professor vr. Georg Runze »Die akademische Laufbahn und ihre ökonomische Regelung« hervor. Dort wird über die Honorare folgendes gesagt: »Vergegenwärtigen wir uns die horrende Tatsache, daß in den Einnahmeziffern der amtlich berufenen, ver eidigten, mit amtlichen Pflichten betrauten Universitäts lehrer Unterschiede obwalten, wie sie keine andre amtliche Pflichtensphäre auch nur annähernd aufzuweisen hat, Unterschiede, die sich nach dem Verhältnis der Addition und Subtraktion kaum ausdrücken lassen, da sie sich nicht auf Differenzen von Hunderten oder Tausenden von Mark belaufen, sondern einem geringen Vielfachen vom Hundert auf der einen Seite, Zehntausende, ja in einzelnen Fällen Hunderttausende auf der andern Seite gegenüber stehen, so daß die jährliche Einnahme des einen, wenn sie ideell auf die des andern erhöht werden soll, nicht mit 10 oder mit 100, sondern mit 1000 multipliziert werden müßte.« Wenn auch die Honorare nicht allen Universitätslehrern gleichmäßig zufließen, so ist doch eine ganz bedeutende Stei gerung im Durchschnitt zweifellos. Über Neben-Einkünfte, z. B. der Berliner Pro fessoren, ergibt der preußische Staatshaushalts-Etat für 1869 und 1871 nichts, für 1900 u. a. bezüglich der Ordinariate folgende Posten: 1 Ordinarius als Vortragender Rat im Kultus- Ministerium ^ 900 1 Ordinarius als Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats „ 1 800 6 Ordinarien als dirigierende Ärzte der Charite „ 6 750 10 Ordinarien als Mitglieder der wissenschaft lichen Deputation für das Medizinalwesen je „ 1 200 1 Ordinarius als Direktor des Seminars für orientalische Sprachen „ 4 500 1 Ordinarius als Direktor der Sternwarte „ 4 500 Derselbe als Mitglied der Normal-Aichungs- Kommission „ 1 500 1 Ordinarius als Direktor des Meteorologischen Instituts „ 4 500 1 Ordinarius als Direktor des Geodätischen Instituts 4 500 1 Ordinarius als Abteilungs-Direktor der Königlichen Museen „ 1 800 1 Ordinarius als Mitglied des Königlich statisti schen Bureaus „ 1 200 40 Ordinarien als ordentliche Mitglieder der Akademie der Wissenschaften je „ 900 Davon außerdem 10 außerordentliche Ge hälter von ^ 600 bis „ 4 500 3 davon als ständige Sekretäre je „ 1 800 An »Gebühren« erhalten ferner: 1 Dekan der theologischen Fakultät „ 1 750 1 „ „ juristischen „ „ 6 230 1 „ „ medizinischen „ „13 215 1 „ „ philosophischen „ „11 205 1 Rektor „ 26 690 Die Wohnungsgeld-Zuschüsse für Lehrer und Be amte der Universität Berlin betrugen nach demselben Etat für 1900 190 860 Wir mißgönnen dem Stande der Gelehrten keineswegs die Verbesserung seiner Lebenslage, ziehen aber aus den vor stehenden Nachweisen den Schluß: Wenn ein preußischer Professor vor dreißig Jahren für Bücher 1000 ^ ausgab, so ist er heute sehr wohl in der !age, 1300 und mehr für den gleichen Zweck aus- Börienblatt für den deutschen Buchhandel. 70. Jahrgang zugeben. Er hat nicht nötig, einen ganzen nützlichen und ehrenwerten Stand zu verdammen, um über sechstausend Leichen hinweg ein paar Prozente Rabatt auf produktive Ausgaben für sich zu erzielen. Dasselbe gilt ohne weiteres für die sächsischen und andern deutschen Professoren. Paul Hennig. Die Blüte des Heidelberger Buchhandels im ersten Jahrzehnt der Neubrgründung der Hochschule. Von I. H. Eckardt. (Fortsetzung aus Nr. 222 d. Bl.) II. Mau muß die Briefe lesen, die Perthes dem jungen Freunde nach Heidel berg schreibt, wie er ihm mit Rat und Tat zur Seite steht, wie er sich seiner Erfolge freut, wie er berichtet über seine Familie, über Vorgänge im Geschäft; — für den Absender, wie für den Empfänger ist es ein schönes Zeugnis, wenn es heißt: »Es ist nicht nöthig, daß ich, daß Besser, daß Caroline Ihnen nun noch schrieben und sagten, wie sehr Sie uns fehlen, wie sehr Sie zu uns gehören! Sie kennen uns und haben uns gefunden! Ich hatte mich aber nun noch außer des inneren Bandes, was uns knüpfte im täglichen Umgang, sehr an Sie gewöhnt, und Sie fehlen mir für tausend Mit theilungen, für tausend Fragen. Dies kommt nicht wieder und thut mir weh!- »Jch schrieb Ihnen gern noch vieles, aber ich kann nicht! Behalten Sie lieb Ihren treuen Freund Fr. Perthes. - Der Ton wahrer Freundschaft und Teilnahme erklingt in allen Briefen, die Perthes an Zimmer richtet. Nachdem Zimmer in Frankfurt mit Mohr das Nähere verabredet hatte, begab er sich nach Heidelberg, ordnete seine Angelegenheiten mit dem damaligen Prorektor Wedekind und mietete einen Laden mit einer kleinen Wohnung. Mohr sandte ihm ein kleines Sortimentslager, und Anfang August wird Zimmer dann das Geschäft unter der Firma: »Akademische Buchhandlung von Mohr L Zimmer- eröffnet haben. Gleichzeitig mit seiner Handlung hatte die altbekannte Handlung von Schwan L Götz in Mannheim die Konzession für eine Filialbuchhandlung in Heidelberg erhalten, so daß 1805 drei Buchhandlungen in Heidelberg bestanden, außer den beiden noch die Handlung der Gebrüder Psähler. Die Neugründung von Zimmer blühte rasch empor, die neuen Professoren: Creuzer, Daub, Heise, Martin, Schwarz usw. unterstützten den jungen Anfänger, und Zimmer stand bald zu ihnen im innigsten Freundschaftsverhältnis. Bald konnte er an Perthes befriedigende Nach richten senden, denn dieser schrieb ihm unter dem 10. und 31. Juli: »Über die guten Aussichten, die Sie in Heidelberg antrasen, haben wir uns herzlich gefreut. Ich hoffe, es soll Alles gut gehen! Schreiben Sie mir doch, ob ich etwas bei irgend Jemand für Sie thun soll. — Sie wissen, wir sprachen darüber. An Professor Thibaut habe ich Sie angelegentlichst empfohlen. Nach Leipzig ist Ordre gegeben worden, Ihnen das Verlangte mit Fuhre zu senden. Die Kataloge werden Sie erhalten haben.- und am 31sten. -Sie können glauben, daß mir Ihre Zufriedenheit mit Heidelberg sehr lieb ist.» In dem Briefe warnt er dann allerdings den Freund, zu opti mistisch zu sein und nicht zu sehr dem ausblühenden Leben an der Hochschule, dem er skeptisch gegenübersteht, zu trauen: »Sie sind enthusiastisch und sind treu-!, ruft er Zimmer zu, -Beides setzt Sie der Gefahr aus, einseitig oder vielmehr einfältig zu sein.» Am 22. September schreibt Perthes nochmals; er fürchtete damals wohl, daß der Krieg Napoleons gegen Österreich Baden in Mitleidenschaft ziehen und zum Schauplatz des Kampfes machen könnte. Sofort schreibt er, erfüllt von Sorge um den jungen Freund: -Armer Freund! Sie werden jetzt in großen Sorgen sein über die Dinge, die da kommen sollen. Gott stehe Ihnen bei und gebe Ihnen Muth, alles zu ertragen. Wir denken oft an Sie. Ihr ganzes Gebäude kann jetzt wieder zu Grunde gehen! Aber wer giebt uns eine größere Sicherheit. Noch sieht es um uns herum confus genug aus — das Publikum weiß nicht, was geschehen wird, und ich glaube, das benachbarte Cabinet weiß es noch weniger. Ich bin voll Muth! es komme, was da wolle. Das Persönliche kann übel genug sein — aber Glück oder Unglück den Deutschen, es wird eine neue Geburt entstehen! Freund! lassen Sie uns stehen und wirken! Jeder suche in seinem Kreise deutschen Sinn zu verbreiten, Liebe fürs Vaterland zu erwecken. - Das Kriegsgewitter zog an Baden vorbei, Heidelberg erfreute sich in den nächsten Jahren, während überall Kämpfe waren, des tiefsten Friedens, und dieser Umstand hat nicht wenig zur Blüte der Hochschule und zum Aufblühen der Mohr L Zimmer'schen Buchhandlung beigetragen. 1005
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