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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.10.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-10-12
- Erscheinungsdatum
- 12.10.1908
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- Deutsch
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11166 Börsenblatt f. v. Ms-Hn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 238, 12 Oktober 1908. halten und mußte von dort aus seine priesterlichcn Obliegenheiten erfüllen. Da er unter diesen Umständen daran verzweifelte, sein Leben friedlich >in der Diözese Vratsa beschließen zu können, suchte er im Jahre 1803 eine Zuflucht in der Walachei — dem heutigen Rumänien — die damals unter dem Schutze Rußlands und der Regierung des Fürsten Konstantin Dpsilanti sich eines verhältnis mäßig ruhigen Zustands erfreute. Der Metropolitan des Landes nahm ihn freundlich auf und bot ihm eine Wohnung in seinem Schlosse zur weiteren Ausübung seines geistlichen Amtes an. Während dieses Aufenthaltes in Bukarest war Sophroni nicht müßig; er schrieb seine Memoiren, die in ihrer Naivetät einen überaus anschaulichen Einblick in die Sitten der damals noch in völliger Barbarei lebenden Balkanvölker geben, sowie mehrere Proklamationen an das bulgarische Volk, von denen eine, in der er die Bulgaren aufforderte, die gegen die Türken kämpfeyden Russen freundlich auszunehmen, für seine Denkweise besonders charakteristisch ist. Das letzte Schriftstück von seiner Hand stammt aus dem Jahre 1815; es ist ein von ihm Unterzeichneter Brief fünf hervorragen der Bulgaren an einen Landsmann, der den Russen während des Feldzuges wichtige Dienste geleistet hatte. Von dieser Zeit an fehlt jede Spur Sophronis; man weiß weder, wann er gestorben, noch wo er begraben ist, und die bulgarischen Patrioten haben keine Stätte, wo sie dem Begründer ihrer Literatur ihre Ver ehrung darbringen könnten. Was das erwähnte, 1806 von ihm herausgegebene Erbauungs buch betrifft, so ist dieses kein Ortginalwerk, sondern eine Über setzung aus dem Kirchenslawischen und Griechischen. Einen Ver leger für dieses Buch zu finden, wäre damals unmöglich gewesen, und da Sophroni auch nicht die Mittel besaß, es auf eigene Kosten drucken zu lassen, so wandte er sich in einem noch erhaltenen Briese an eine Kolonie reicher bulgarischer Kaufleute in Rumänien, dre er um des Heiles ihrer Seelen willen beschwor, dem wichtigen Werk ihren Beistand zu geben. Seine Bitte fand Gehör, und so konnte denn das Buch alsbald erscheinen, ohne daß wohl einer der um die Herausgabe Verdienten ahnte, daß es den ersten Baustein einer neuen Literatur bilden werde. Der Erfolg des Buches übertraf bei weitem die Erwartungen, und noch heute heißt das Buch, das jedem Gläubigen Bulgariens zur Lektüre dient, ein »Sophroni« K. Schneider. Ein berühmter Sammler. Eine der eigenartigsten, ja rührendsten Erscheinungen unler den berühmten Sammlern des 19. Jahrhunderts war sicherlich der französische Violinist Charles Sauvageot, der, obwohl von Hause aus völlig vermögenslos und auch als Violinspieler an der Pariser Großen Oper keineswegs mit glänzenden Einkünften ausgestattet, doch als Sammler von Kunstwerken und Büchern einen der geachtetsten Namen in seinem Heimatlande erringen und diesem eine Sammlung hinterlassen konnte, die zu den ersten ihrer Zeit gehörte. Sauvageot, der im Jahre 1781 in Paris geboren war, ver mochte dies vor allem dadurch, daß er neben seiner künstlerischen Tätigkeit noch viele Jahre ein kleines Amt bei der Zollverwaltung bekleidete, dessen Einkünfte er ausschließlich seiner Sammelneigung zugute kommen ließ; außerdem war er dadurch begünstigt, daß sein vor allem den Büchern und Kunstwerken des Mittelalters und der Renaissance zugewandter Geschmack während der Revo lution und Kaiserzeit, wo die Erzeugnisse jener Zeit aus Kirchen und Schlössern zahlreich auf den Markt kamen, verhältnismäßig leicht Befriedigung finden und für wenige Francs Schätze erwerben konnte, die heute hundertfach teurer bezahlt werden. Sein Exlibris als Vorbild zu seinem »Oousin kons- gedient hat. Im Jahre 1856 vermachte er seine Kunstsammlungen dem Staate, wofür er zum Ehrenkonservator am Louvre und Ritter Werke der Kleinkunst, die im Louvre lange als »Nusöe 8s.uvo.8sot« vereinigt waren, bestand aus 1421 Stück; trotzdem nagte es namentlich in den letzten Jahren an seinem Herzen, daß er bei den so sehr gestiegenen Preisen alter Kunstwerke als Käufer und Steigerer sich fast regelmäßig von stärkeren Geldkräften aus dem Felde schlagen lassen mußte. Sauvageot starb am 30. März 1860; seine Büchersammlung, die freilich seinen Kunstschätzen an Wert nicht gleich kam, wurde vom 3. bis 15. Dezember jenes Jahres durch Portier versteigert. Sie bestand aus 1691 Stück, darunter zahlreiche Seltenheiten und Unica; unter den Handschriften befanden sich mehrere Stunden bücher mit Miniaturen, ein Taschenkalender von 1381, Statuten des Goldenen Vließes von 1471, das Inventar einer Pfändung bei Rembrandt von 1656; auch besaß er zahlreiche Stiche und Ansichten von Paris und anderen französischen Städten, darunter etwa 600 von Israel Silvestre. K. Schneider. * Rousseau-Denkmal. — In Ermenonville, wo Jean Jacques Rousseau am 2. Juli 1778 gestorben ist, soll am 18. Oktober ein aus öffentlichen Sammlungen hervorgegangencS Rousseau-Denkmal enthüllt werden. Es stammt von dem französi schen Bildhauer H Gröber, der den berühmten Mann auf einem Felsen in Gedanken versunken dargestellt hat. Hinter ihm eine Fcauengestalt, ,1a. Verits äs la Ns.ture', die das Werk des großen Philosophen versinnlicht. Auf dem Sockel liest man die Worte: ,Vits.w impenäsre vero" (von Juoenal). Der Enthüllungs feier werden Arbeitsminister Viviani und Unterstaatssekretär Dujardin-Beaumetz, beiwohnen. Neuseeland. Zolltarifgcsetz nebst Zolltarif. — Das neuseeländische Zolltarifgesetz nebst Zolltarif ist in dem soeben ausgegebenen Septemberhefte des Deutschen Handelsarchios mit geteilt. Sonderabdrucke können von der Königlichen Hofbuch handlung E. S. Mittler L Sohn, Berlin, Kochstraße 68/71, zum Preise von 1 bezogen werden. (Aus den im Reichsamt des Innern zusammen gestellten »Nachrichten für Handel und Industrie-.) * Reue Bücher, «ataloge re. für Buchhändler: AA^oIox^uvä s äs^atur o kor. vr. ^rieärieb 8eblleiäer in Naiv?.) 8". 64 8. 1232 Nrn. lieben Libliotbek io llerlin. XX V. ^s-br^. 10. üskt, Oktober 1908. 8". 8. 429—481. I^eiprix, Otto Uarrasso^vitL. k'rensäorkk in Lerlin. 8". 32 8. 549 kirn. 8ort.-k'irwa . . .) 16". 20 8. Ns-rtinus Hjjbokk iw Laax. 8". 33 8. 461 Nrn. Antiquitäten. 8". 68 8. 2098 u. 127 dlrn. Verbteißorunx L. 8ts.ukk L Oie. in Löln. äs.4 XXII. OesebLktsjabr 1907/08. Verl3.883.n8ts.lt vorw.
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