Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.10.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-10-12
- Erscheinungsdatum
- 12.10.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19081012
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190810127
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19081012
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1908
- Monat1908-10
- Tag1908-10-12
- Monat1908-10
- Jahr1908
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
^ 238, 12. Oktober 1808. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 11165 Vorteil gegenüber seiner Rivalin Berlin, das bis jetzt noch unter dem Pfltchtexemplarzwange steht. Ernstlich müsse man eine ungünstige Einwirkung der Pflichtexemplare auf Leipzigs gegen wärtige Stellung im Buchhandel und Buchgewerbe befürchten, die zu gefährden und zu erschüttern durch Maßnahmen, die nicht ein mal zum Ziele führen dürften, man ernstlich Bedenken tragen muß. Referent bittet schließlich die Kammer namens des Gesetz gebungsausschusses um Absendung der Eingabe, die in dem An träge gipfelt: Aus genauer Kenntnis der Verhältnisse und Stimmungen heraus bitten wir daher die Königliche Staatsregierung, sie möge zusehen, daß das allgemeine Wohl nicht einen Schaden dadurch erleide, daß um einer verhältnismäßig kleinen Sache und Summe willen ein bedeutsamer Teil des sächsischen Nationalvermögens gefährdet wird. Die Handelskammer gab diesemWunsche ihres Aus schusses Folge. Portugal. Ursprungsangaben auf Einfuhrwaren. — Die Einfuhr von ausländischen Waren, die mit der Aufschrift oder dem Warenzeichen einer portugiesischen Firma versehen sind, ist verboten, wenn die Waren nicht daneben die Angabe des Her stellungslandes tragen. Die portugiesische Zollbehörde stützt sich dabet auf folgende Bestimmungen: 1. Vorbemerkungen zum Zolltarif vom 17. Juni 1892, Artikel 10 (Deutsches Handelsarchiv 1892 I S. 803): Es ist verboten, aus ländische Waren mit Fabrik- oder Warenzeichen einzuführen, die den Bestimmungen der bestehenden Gesetze und Verträge zu widerlaufen. 2. Gesetz, betreffend den Schutz des gewerblichen Eigentums, vom 21. Mai 1896: Artikel 200. Die im Ausland oder in Portugal hergestellten Waren können den Namen oder das Warenzeichen eines portu giesischen oder fremden Kaufmanns tragen, jedoch muß die Bezeichnung des Landes, in dem sie hergestellt sind, klar er sichtlich sein. Ferner muß durch eine authentische Urkunde nachgewiesen werden, daß der Name oder das Warenzeichen mit Genehmigung des betreffenden Kaufmanns angebracht ist. Artikel 202. Gegenstände, die im Auslande hergestellt sind und eine Bezeichnung tragen, die den Anschein erweckt, als seien sie im Jnlande hergestellt, sind von den Zollämtern mit Be schlag zu belegen. Im Postpaketoerkehr ist es übrigens nicht statthaft, einen Teil der Sendung auszultefern, während der andere zurückgesandt oder mit Beschlag belegt wird. In Artikel 282 der Postdienstordnung vom 14. Juni 1902 ist bestimmt, daß die Abfertigung nur mit Bezug auf ein ganzes Packstück erfolgen kann. Die Abfertigung lediglich eines Teiles davon ist also verboten. In der Praxis wird auch eine Sendung, die aus mehreren, von einem Absender an einen und denselben Empfänger gerichteten Packstücken besteht, als ein Packstück im Sinne der vorstehenden Ausführungen an gesehen. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Lissabon.) (Aus den im Reichsamt des Innern zusammen gestellten -Nachrichten für Handel u. Industrie-.) Ein wieder aufgefundener Rembrandt. (Vgl. Nr. 204 d. Bl.) — Aus Berlin wird uns geschrieben: (Red.) Die Gesellschaft für Kunst und Literatur, Berlins. 9, Eichhornstraße 5. die erst von ganz kurzer Zeit die kunstliebende Welt durch die Wiederauffindung des jahrzehntelang verschollenen Madonnenbildes von Raffael aus der Galerie des Kardinals Fesch überraschte, bringt heute eine Überraschung von nicht geringerer Bedeutung. Unter den verloren gegangenen Bildern Rembrandts wurde auch das Gemälde -Der Apostel Philippus tauft den Kämmerer der Königin Candace« von der Kunstwissenschaft ge führt, das als Werk Rembrandts durch die Radierung be kannt war, die ein Zeitgenosse Rembrandts, der Radierer Jan Joris van Vliet, nach dem Originalgemälde geschaffen hatte. In früheren Zeiten sah man als das Original ein Gemälde im Museum zu Oldenburg an, das allerdings ein Spiegelbild der durch die Radierung bekannten Darstellung gibt, die handelnden Figuren alle linkshändig erscheinen läßt und wichtige Details, die die Radierung zeigt, nicht aufweist. Man ist, auch ohne daß das Original aufgefunden wäre, schon seit Börsenblatt für den Deutschen Buchhandrl. 7b. Jahrgang. längerer Zeit von der Meinung zurückgekommen, in dem Olden burger Bilde ein Original Rembrandts zu erblicken, und mit anderen bekannten ausländischen Rembrandtkennern sieht auch Wilhelm Bode, unser bedeutendster deutscher Rembrandtkenner in dem Olden- burger Gemälde nur eine Kopie eines verloren gegangenen Bildes Rembrandts, d. h. eines Bildes, das bis heute als verloren galt, das aber nunmehr durch die Gesellschaft für Kunst und Literatur in Berlin wieder aufgefunden worden ist im Besitz einer kunst sinnigen Familie, deren Kunstschätze der Öffentlichkeit nicht zu gänglich waren, die es aber bereits seit länger als fünfzig Jahren als ihr kostbarstes Kleinod bewahrt und die sich nun, wie es die Notwendigkeit von Erbteilungen und ähnlichem manchmal mit sich bringt, davon trennen muß. So wird denn der wiedergefundene Schatz demnächst neben andern Perlen der Kunst aus dem gleichen Besitz in den Räumen der Gesellschaft der Öffentlichkeit gezeigt und der Auktion der Gesellschaft am 11. und 12. November angefügt werden. Von anderen Werken aus gleichem Besitz sei noch besonders erwähnt eins der vorzüglichsten Werke von der Hand des Palma Vechio und ein kostbares kleines Porträt von Tizians Hand, das auch bis vor ganz kurzem zu den unbekannten Werken des Meisters gehörte, in den neuesten Schriften über den großen Venezianer aber bereits als eine Perle seiner Kunst er wähnt wird. Die Entstehung der bulgarischen Literatur. — Es trifft sich eigentümlich, daß fast genau ein Jahrhundert vor der Zeit, die die Erhebung Bulgariens zum Königreich erlebte, auch daS erste gedruckte Werk in bulgarischer Sprache erschienen und damit eine bulgarische Literatur eröffnet worden ist. Während des ganzen Mittelalters und noch durch das ganze achtzehnte Jahr hundert waren das Kirchenslawische und das Griechische die ein zigen Sprachen, die der geringen und wesentlich auf kirchliche Werke beschränkten geistigen Produktion Bulgariens zum Organ dienten. Allerdings schrieb schon um das Jahr 1762 der Mönch Paisti ein Werk: »Geschichte des slavisch-bulgarischen Volkes, der bulgarischen Zaren und Heiligen- in der bulgarischen Volkssprache; aber dieses Werk, das in zahlreichen Exemplaren unter den Bulgaren verbreitet war und den nationalen Geist in ihnen wach erhielt, war zuerst nur Handschrift geblieben und wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gedruckt. Der erste Schriftsteller, der es wagte, ein Buch in neubulgarischer Sprache drucken zu lassen, war der Prälat Sophroni, Bischof von Vratsa, der im Jahre 1806 zu Rymnik in der Walachei ein »Kyriakodromon oder Sonntagsbuch, d. i. Anweisung für alle Evangelien, die während des ganzen Jahres gelesen werden, mit der Übersetzung und der Moral für die großen Feste und die Feste der Heiligen, mit erbaulichen Predigten, aus dem Altslawischen und der sehr tiefen griechischen Sprache in Volks-Bulgarisch übersetzt, um vom einfachen Volke verstanden zu werden- mit Erlaubnis des Metro politans der Walachei Dositheus und »der Unterstützung der Bischöfe und frommer Christen- in der Druckerei des Bistums erscheinen ließ. Sophroni, der durch diese Tat als der eigentliche Begründer der bulgarischen Literatur angesehen werden muß, war 1739 zu Kotel im südlichen Bulgarien geboren; er hieß ursprünglich Stolko und nahm den Namen Sophroni erst an, als er in den Dienst der Kirche getreten war. Er eignete sich eine verhältnismäßig gute Bildung, namentlich Kenntnisse in der griechischen Sprache an und wurde, nachdem er sich ziemlich jung verheiratet hatte, 1762 zum Priester geweiht. In dieser Stellung hatte er von den Paschas wie von seinen Amtsbrüdern, die wegen seiner höheren Bildung auf ihn eifersüchtig waren, viel Ungemach zu erdulden, weshalb er sehr froh war, als er nach einigen Jahren auf Be treiben seiner Anhänger unerwartet zum Nachfolger des gerade verstorbenen Bischofs von Vratsa ernannt wurde. Sophroni be gann sofort, zu seinen Gläubigen nicht mehr in griechischer, sondern in national-bulgarischer Sprache zu predigen. Die Gegend zwischen Sofia und der Donau, in der Vratsa gelegen, ist, war damals den schwersten Angriffen durch die Türken ausgesetzt, die die Städte verwüsteten und das Land ver heerten; Sophroni hatte daher nicht nur die größte Mühe, sich und seine Familie zu ernähren, sondern er sah auch häufig sein Leben bedroht und mußte sich vor den Nachstellungen der Türken ver bergen; einmal wurde er sogar drei Jahre in Widdin gefangen ge- 1458
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder