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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.10.1908
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- 1908-10-12
- Erscheinungsdatum
- 12.10.1908
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- Deutsch
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Nichtamtlicher Teil. 238. 12. Oktober 1908. die Photolithographlc. Mittels dieser gelang es. die stark verblaßten Zeichnungen des Originals in voller Schärfe fest zuhalten. sowohl die Randzeichnungen mit den später hinzu gefügten Monogrammen, als auch den Druck mit seinen großen Initialen, die sich unter Übermalungen verbergen, in allen Zufälligkeiten der Färbung wiederzugeben. Die einfache Druckseite mit den roten und schwarzen Buchstaben, den rosafarbenen Linien, sowie dem Schmutzton hat schon vier Platten erfordert. Mit den Zeichnungen usw. wurden bis zu elf Platten für den Druck der einzelnen Seite ver wendet. Besonderes Gewicht wurde auf die Herstellung eines den Charakter des Originals wahrenden Papiers gelegt. Das Werk umfaßt 324 Photolithographien im Format von 27.8x19 cm Bildgröße. Der Einband, genau nach Dürerscher Vorlage gearbeitet, ist ein Kunstwerk für sich. Preis des gebundenen Exemplars KOÜ Über die Geschichte dieses unvergleichlichen Denkmals entnehmen wir dem Geleitwort folgendes: Der unter dem Titel »Gebetbuch Kaiser Maximilians I.» bekannte Pergament druck wird teils in der K. Hof- und Staatsbibliothek in München, teils in der Munizipalbibliothek in Besangon aufbewahrt. Die Münchener Bibliothek besitzt das mit den Randzeichnungen von Aibrecht Dürer und Lukas Cranach geschmückte Fragment, während die zu Besanyon befindlichen Bruchstücke mit Randzeichnungen von Albrecht Altdorfer (?), Hans Baldung. Jörg Breu, Hans Burgkmair und Hans Dürer geschmückt sind. Leider sind nicht alle Zeichnungen erhalten, da einzelne Bogen aus dem Fragment zu Besan^on verloren gingen, doch läßt sich wenigstens ihr Text aus den nicht illustrierten Exemplaren ergänzen, die sich im Lritisb dlussnm, in der Wiener Hofbibliothkk, der Vatie»oa und bei Sir Thomas Brooke in Armitage Bridge lHuddersfield) befinden. Auf den künstlerischen Werl des Münchener Teils lenkte öffentlich bereits Joachim von Sandrart die Aufmerksamkeit. Indessen machten erst die Strixnerschen Lithographien, die 1808 unter dem Titel »Albrecht Dürers Christlich-Mythologische Handzeichnungen», erschienen, die Dürerschen Handzeichnungen allgemein bekannt. Sie sind seitdem wiederholt, zum Teil mit Eindruck der Gebete, veröffentlicht worden. Die beste dieser Wiedergaben, die Georg Hirth 1883 mit Hilfe der Photo graphie veranstaltete, schließt die Cranachschen Zeichnungen ein, die zuerst im Jahre 1818 publiziert wurden, enthält aber nicht den umrahmten Text. Alle Ausgaben lassen in bezug auf Vollständigkeit sowie Treue der Vervielfältigung mehr oder weniger zu wünschen übrig. Keine gibt den ganzen Druck; der Pergamentton und die rosafarbenen Linien si d überall unberücksichtigt, wichtige Einzelheiten fehlen. Es ist besonders bezeichnend, daß die kleinen Schnörkel, die Dürer zwischen und unter den Zeilen anzu bringen liebte, überall unbeachtet blieben. Das in Besanyon aufbewahrte Bruchstück kam im Jahre 1879 ans Licht. Seine Zugehörigkeit zum Münchener Gebetbuche wurde von Adolf Bayersdorfer erkannt und später von Chmelarz in einem Aussätze, der 1885 im kunsthistorischen Jahrbuch des Allerhöchsten Kaiserhauses zu Wien erschien, des näheren erörtert. Die diesem Aussatze beigegebenen Abbildungen befriedigen wenig; sie geben nicht die Farben wieder und lassen wichtige und umfangreiche Zeichnungen Burgkmairs, Baidungs, Jörg Breus und Hans Dürers vermissen. Seitdem ist der Besangoner Teil nicht mehr vervielfältigt worden. Noch Chmelarz hat die traditionelle Ansicht vertreten, daß dieses illustrierte Exemplar des Gebetbuches ausschließlich sür den persönlichen Gebrauch des Kaisers Maximilian be stimmt war. Dementsprechend nahm er an, daß die nicht mit Randzeichnungcn versehenen Pergamentdrucke gewisser maßen nur Vorstufen für die Herstellung des Andachtsbuches gebildet haben. Dieser Ausfassung ist nun Karl Giehlow in seinen Untersuchungen entgegengetreten, die im genannten Jahrbuch 1899 veröffentlicht wurden. Auf Grund von Schlüffen, die sich auf die erhaltenen Archivalien stützen, wird darin der Nachweis geführt, daß Maximilian l. die Absicht hatte, ein besonderes Gebetbuch für den von seinem Vater gegründeten und von ihm selbst durch eine Laien brüderschaft erweiterten St. Georgsorden zu schaffen, dessen Ausbreitung ihm im Zusammenhang mit seinem Feldzugs plane gegen die Türken sein ganzes Leben lang am Herzen lag. Um die Zeit der Annahme des Kaisertitels beauftragte Maximilian den Augsburger Buchdrucker Johannes Schöns- berger d. B. mit dem Druck des Gebetbuches, von dem eine Folioausgabe aus Pergament und eine Ausgabe in Quart auf Papier hergestellt werden sollte. »Gebeetbuechl, ain ordinarij, das ander extraordinarij- lautet eine bezügliche Eintragung in einem seiner Gedenkbücher. Der Text wurde vom Kaiser zum Teil seinem eigenen, von ihm selbst zu- sammenaestellten Gebetbuche entnommen, das sich noch in Wien befindet. Indessen, der Druck des Buches verzögerte sich, und zwar lag die Ursache der Verzögerung einmal in der Auswahl neu aufzunehmender Gebete, vor allem aber in der Beigabe eines Kalenders, den der Kaiser zunächst dem Papste zur Geneh migung vorlegen mußte, um die Sanktion für die Aufnahme verschiedener seiner Ahnen zu erhalten, die zwar selig ge sprochen, aber noch nicht kanonisiert waren. Mit dieser päpstlichen Sanktion scheint cs Schwierigkeiten gehabt zu haben. Als sie schließlich erteilt wurde, war Maximilian bereits gestorben, und der Plan der weit ausblickenden Gebet buchpublikation geriet in Vergessenheit. Die Gebetbuchdrucke blieben somit unvollendet, obwohl sie in ihrem Druck vermerk das Datum blvXIIII ' III Kalsnäas ckauuarii tragen. Die neugewonnene Kenntnis von der Zweckbestimmung des Gebetbuchs führt zu dem Schluß, daß die Randzeich nungen, die bisher als das Ein und Alles des ganzen Werkes betrachtet wurden, Vorlagen für den Holzschneider waren. In Randleisten geschnitten, sollten sie den gedruckten Text verzieren helfen, wie dies die Umrahmungen in den französischen -I-irresÄ'lrcurss» besorgen. Bei der Aussührung seiner literarischen Pläne war der Kaiser stets auf die Mit wirkung des Bildes bedacht. Selbst das »Gebeetbuechl ordinarij», von dem sich noch ein Druck erhalten hat, läßt Raum für anzubringende Holzschnitte frei. So konnte die Prachtausgabe für die gefürsteten Mitglieder der Georgs bruderschaft nicht des Bilderschmucks entbehren. Als der Druck des Textes mit Ausnahme des Kalenders und einiger Gebete vollendet war. wurde in Maximilians Auftrag ein Exemplar in losen Bogen sür die bedeutendsten Holzschnitt zeichner jener Zeit bestimmt, während der Kaiserliche Rat Konrad Peutinger den jetzt in der Vaticana befindlichen Druck, offenbar zur Kontrolle, erhielt. Das Gebetbuch bekam zunächst Albrecht Dürer zugewiesen, der damals im Verein mit seinem Bruder Hans eifrig an den Entwürfen für den Riesenholzschnitt der »Ehrenpforte, arbeitete. Je doch nötigte bald die sich steigernde Inanspruch nahme ihrer Kräfte für dieses Werk dazu, die anderen Künstler für die weitere Ausschmückung des Gebetbuches heranzuziehen. Der von Maximilian in solchen Fällen stets geübten Praxis entsprechend, mußten die fertig in Farben ausgeführten Zeichnungen dem Kaiser zur Begutachtung ihres Gedankeninhalles vorgelegt werden. Denn sie sind keineswegs reine Schöpfungen künstlerischer Phantasie, sondern enthalten oft tiefsinnig ausgeklügelte Ideogramme, die den hieroglyphischen Studien des Kaisers und seiner Humanisten entlehnt sind. Im Jahre 1515 wurde Jörg Breu mitten in seiner Arbeit unterbrochen, wie der unfertige Zustand
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