237 10 Oktober 1908. Fertige Bücher. — Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f d. Dtschn. Buchhandel. 11107 Interessenten: Schauspieler Sänger Regisseure Dramaturgen Theater-,Varistv-,Kabarett-Leiter Theaterkomitees Schriftsteller Vühnentechniker Theaterfreunde Theaterfirmen Konservatorien Dramatische musikalische literarische Gesellschaften Literarhistoriker Aesthetiker usw usw. Das zweite Heft Deutschen Theater-Zeitschrift (Herausgeber: Gustav May und Karl Ludwig Schröder) steht den verehrl Sortimentern zur Feststellung der Kontinuation in mäßiger Anzahl in Kommission zur Verfügung - Probenummern gern gratis Preis pro Quartal M. 3.— ; Einzelnummer 30 Pf. — Rabatt 33>/a"/>>. Hervorragendstes Jnsertionsorgan für alle Erscheinungen, die sich an Theaterkreise wenden. Bestellzettel anbei. Deutscher Theater-Verlag, Berlin >1. 65. Kommissionär: Carl Fr. Fleischer in Leipzig. veklag von kgon fleische« § es. in verün ü! y Nur hier angezeigt. Demnächst erscheint rechtzeitig zur Aufsührung in Berlin und München: Oer Sckwarre Kavalier. - Olympia. Zwei Dramen Oeinrick Lilienfein Preis ord. geh. 3.— ord.; geb. ^ 4.— In den beiden vorliegenden Dramen hat sich Lilienfein aus dem Gebiet bäuerlicher und bürgerlicher Trauerspiele zum erstenmal in das des geschichtlichen Dramas begeben. Das erste der beiden Dramen, ,.Der Schwarze Kavalier", wäre recht eigentlich als kulturgeschichtliches Drama zu bezeichnen. Es sind keine ..geschichtlichen Persönlichkelten", die uns darin ent gegentreten. aber es ist der Geist jener wilden Zeit des großen Krieges selbst, der Geist des Simplizius Simplizissimus, der daraus aufsteigt. Die geflüchteten Bauern, das verwilderte Kriegsvolk, die handfesten Pfarrer, die furchtlos bei ihren Ge meinden ausharren, sie alle der Rache eines verzweifelten Mannes verfallen, dem sie in brutalem Undank sein Teuerstes ver nichtet haben, sie alle von dem ..Schwarzen Kavalier", der Pest, zum tödlichen Reigen aufpefordert. Es ist ein Bild, das uns an Holbein und Rethel denken läßt. Und mit Recht hat der Dichter dieses Drama ein „Deutsches Spiel" genannt. — Auch die „Olympias" stellt äußerste Leidenschaft auf ihrem Vernichtungsweg dar. Aber wir sind in einer ganz anderen, einer griechischen Welt. Herrschte dort die vielfach gebrochene Linie, so hier die große, weitgeschwungene. Fühlen wir uns dort an die zeichnende, so hier an die plastische Kunst erinnert. Die „Olympias", das Hohe Lied von der Mutter Alexanders des Großen, die ihren verstorbenen Sohn vergottet sieht in des Dionysos Gestalt und ihm Hekatomben von Menschen opfert, ist aus demselben Geist geboren wie jene übergewaltigen Marmorfriese, die uns modernen Menschen ein ganz anderes Augenmaß als das uns gewohnte vorauszusetzen scheinen. Es ist dabei bemerkenswert und sür den Dichter sehr bezeichnend, daß er auch durch die Haupt- und Staats-Aktionen, die er uns vorführt, gerade den rein menschlichen Gehalt seines Stoffes vertieft. — Lilienfein hat mit dem „Schwarzen Kavalier" und der „OlympiaS" das deutsche geschichtliche Drama um zwei Werke von großem Stil und von tiefer, dauernder dramatischer Wirksamkeit bereichert. Gleichzeitig empfehlen wir: Ideale der ceulelr eine boshafte Aulturfahrt. von Heinrich Liiientein - Preis ord. geh. 3.—; geb. 4.—. - Das Buch hat in der einschlägigen Presse die weitgehendste Beachtung gefunden. Augenblicklich nur noch bar. Wir bitten zu verlangen! — Zettel anbei! Berlin, im Oktober lY08. kgon fleizAel 8 ko. 14b3*