Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.02.1906
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1906-02-03
- Erscheinungsdatum
- 03.02.1906
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19060203
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190602030
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19060203
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1906
- Monat1906-02
- Tag1906-02-03
- Monat1906-02
- Jahr1906
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
1278 Nichtamtlicher Teil 28, 3. Februar 1906. Der Herr Vorsteher geht hierauf zu Punkt 1 der Tagesordnung, dem Jahresbericht über das Jahr 1905, über. (Abgedruckt in Nr. 25 d. Bl. vom 31. Januar.) Der Jahresbericht liegt den Mitgliedern im Druck vor. Die Verlesung wurde von der darüber befragten Versammlung nicht verlangt. Bevor der Herr Vorsteher nunmehr die einzelnen Punkte des Jahresberichts mit der Hauptversammlung durchging, gedachte er der Verstorbenen des Vorjahrs und widmete im besondern dem hochbetagt abgeschiedenen Geschichtschreiber des Vereins, Herrn Generalkonsul Karl Lorck, und dem lang jährigen verdienten Direktor der Buchhändler-Lehranstalt, Herrn vr. Willem Smitt, Worte dankbarer Anerkennung. Auf seine Aufforderung ehrte die Versammlung das An denken der Abgeschiedenen durch Erheben von den Sitzen. Weiter schlug der Herr Vorsteher vor, die Beratung der Punkte 5 und 8 der Tagesordnung mit der des Jahres berichts zu verbinden. Hierauf rief er die einzelnen Punkte des Jahresberichts auf und befragte bei jedem einzelnen die Versammlung um ihre Genehmigung. Zum Kapitel »Lehranstalt« bemerkte der Vorsitzende des Lehranstalts-Ausschusses, Herr Hirsch feld: Alle wüßten, daß es die Aufgabe der Lehranstalt sei, den jungen Buchhändlern neben der gleich zeitigen praktischen Ausübung des Berufs eine tüchtige Weiterbildung und Festigung ihrer aus der Schule mil gebrachten Kenntnisse mit besonderer Richtung auf den er wählten Beruf zu geben und sie zu tüchtigen Buchhändlern vorzubereiten; alle wüßten auch, daß diese Lehrlingsschule gut geleitet sei und mit Erfolg arbeite. Diesen Bemühungen und Erfolgen habe auch der Vorstand des Börsenvereins seine Anerkennung nicht versagt und in seiner vor kurzem gehaltenen Gesamtsitzung der Bitte des Leipziger Vereins vorstands um Gewährung einer Beihilfe vom Börsenverein seinerseits gern entsprochen, indem er zunächst für das laufende Jahr einen Beitrag des Börsenvereins von 1000 zugesagt und denselben Jahresbeitrag auch für weitere vier Jahre in Aussicht gestellt habe. Dem Börsenvereins - Vorstande sei man hierfür zu großem Dank verpflichtet. Es sei bekannt, daß eine Reorganisation der Lehranstalt im Werke sei. Die Versammlung mit allen Einzelheiten dieser Neu - Organisierung bekannt zu machen, würde hier zu weit führen. Den Vereinsmitgliedern würden etwa in der zweiten Hälfte des März die neuen Lehrpläne zugehen. Nur einen wichtigen Punkt wolle er hier nicht unerwähnt lassen. Es sei nämlich beschlossen worden, künftig der Schule insofern einen öffentlichen Charakter zu geben, als auch Lehrlinge von außerordentlichen Mitgliedern und auch Hospitanten (Volontäre, junge Gehilfen) sie sollen be suchen können. Nach Z 29 der Satzungen sei das bisher nicht gestattet, und daher stelle auf Antrag des Schul-Ausschusses der Vcreinsvorstand den Antrag auf entsprechende Änderung dieses Paragraphen. Diese Ausdehnung der Leistungen der Lehranstalt auf berufliche Kreise außerhalb Leipzigs sei auch von wesentlichem Einfluß auf den vorerwähnten Beschluß des Börsenvereins-Vorstandes gewesen. Im Verlauf des weitern Aufrufs von Teilen des Jahresberichts kam der Herr Vorsteher bei Besprechung der dort vor geschlagenen Erweiterung des Ausschusses für die Lehr anstalt mit längerer Amtsdauer seiner Mitglieder auf den selben Gegenstand zurück. Er betonte, daß ein heute erfolgender Beschluß der Hauptversammlung diese in keiner Weise binde. Es handle sich zunächst nur darum, ent sprechend der Vorschrift des §34 der Satzungen einen be sondern Ausschuß zu wählen, dem die Vorberatung des Antrags anzuvertrauen sei. Dieser werde dann bis 15. Dezember d. I. dem Vorstande Bericht erstatten. Die Hauptversammlung habe völlig freie Hand, seinerzeit über Annahme oder Ablehnung der Ausschußanträge zu befinden. Diese Punkte des Jahresberichts und damit zugleich auch der auf der Tagesordnung stehende Antrag des Vor stands auf Satzungsänderung fanden Genehmigung. Des gleichen alle übrigen. Zur Angelegenheit der Tarifbewegung unter den Markt helfern, über die sich der Jahresbericht ausführlich verbreitet, verlas der Herr Vorsteher einen Brief vom 6. Dezember 1905 an den Verein Leipziger Kommissionäre, in dem diese zur Bildung eines Kartells aufgefordert werden. Der Herr Vorsteher knüpfte daran die Bemerkung, daß der Vorstand seine vermittelnde Tätigkeit mit der Markthelfer- Vertretung habe einstellen müssen; wenige Tage darauf hätten auch die Prinzipale im Tarifausschuß der Weiterführung ihres Amtes entsagt, das durch das Verhalten der Markt- Helfer gegenstandslos geworden sei. Aus der Versammlung wurde zu dieser Angelegenheit nicht das Wort verlangt. Der letzte Punkt des Jahresberichts betrifft die Bewegung unter den Buchhandlungsgehilfen, die eine Verbesserung der Gehaltsverhältnisse und gleichzeitig eine Beschränkung und einheitliche Regelung der Arbeitszeit anstreben. Der Herr Vorsteher bemerkte dazu, daß sich in letzter Zeit ein Teil der Gehilfen dem Vorstande vertrauensvoll genähert hätte. Die Möglichkeit, zu annehmbaren Verein barungen und damit zu einer Wiederherstellung friedlicher Verhältnisse und gegenseitigen Vertrauens zu gelangen, sei somit nicht völlig ausgeschlossen. Die Angelegenheit liege also zurzeit, abgesehen von der bedauerlichen Haltung mehr facher Gehilfenversammlungen, nicht allzu hoffnungslos. Im Anschluß an diese Vorkommnisse unter den An gestellten des Leipziger Buchhandels wurde Punkt 8 der Tagesordnung (der Antrag Einhorn und Genossen) vor weg behandelt. Herr Richard Einhorn begründete den Antrag wie folgt: »Zur Begründung des Ihnen durch die Tagesordnung bekannten Antrags, der nicht nur von Mitgliedern des Ver eins Leipziger Kommissionäre, sondern, wie ich mit beson derer Genugtuung betonen möchte, auch von andern Mit gliedern des Vereins der Buchhändler unterzeichnet ist, bedarf es nur weniger Worte. Sie alle wissen, daß ungeachtet des mit unsrer Markthelferschaft getroffenen Abkommens, des Ihnen bekannten Lohntarifs, die Markthelferschaft, oder wenigstens ein Teil derselben, absolut nicht zur Ruhe ge langen kann. Weitere Lohnstreitigkeiten erscheinen daher nicht ausgeschlossen. Ungleich unfern großen Verlegern, sind wir Kommissionäre nun nicht in der Lage einen eventuell uns aufgezwungenen Kampf aufzunehmen, wenn wir nicht min destens die Sicherheit haben, daß wenigstens der Bestand unsers engern Kundenkreises in solchem Fall vor unlauterer Konkurrenz geschützt bleibt. Der Wortlaut unsrer Satzungen, Z 7, Absatz 1, Ziffer 6 lautet ja jetzt schon: »Die Ausschließung aus dem Verein erfolgt, wenn ein Mitglied Handlungen begangen hat, die mit der Ehre eines Kaufmanns unvereinbar sind«, und jeder vornehm denkende Geschäftsmann wird das im allgemeinen für genügend erachten. Lediglich einer etwa weniger loyal denkenden Konkurrenz gegenüber möchten wir dies nochmals ausdrücklich bestätigt haben. Unser Antrag: Die Hauptversammlung wolle zur Auslegung des tz 7, Absatz 1, Ziffer 6 der Satzungen die folgende Erklärung abgeben: Wer während eines Ausstandes von Angestellten
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder