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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.05.1900
- Strukturtyp
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- 1900-05-25
- Erscheinungsdatum
- 25.05.1900
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- Deutsch
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4022 Nichtamtlicher Teil. 119, 25. Mai 1900. und der Hilfseinrichtungen, zur Hinzunahme weiterer Unter nehmungen und zur Beteiligung an anderen Unternehmungen, insbesondere Vcrlagsuntcrnehmungen und Druckereien, einschließlich technischer Reproduktionsanstalten berechtigt. Das Stammkapital beträgt 10000000 Zur Zeichnung der Firma seitens der Stellvertreter des Ge schäftsführers ist die Unterschrift zweier Stellvertreter erforderlich, insofern nicht dem einen oder anderen Stellvertreter etwa bei der Bestellung die Befugnis beigelegt ist, die Firma auch nur in Ge meinschaft mit einem Prokuristen zu zeichnen. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft werden von dem Geschäftsführer durch einmalige Einrückung in den Deutschen Reichs-Anzeiger unter Beifügung der Firma erlassen. Geschäftsführer ist der Verlagsbuchhändler August Scherl in Berlin. Stellvertreter des Geschäftsführers sind: der Verlagsbuchhändler Gottfried Spemann in Berlin und der Buchdruckereibesitzer Gustav Hempel in Berlin. Ferner ist in das Handelsregister des Kgl. Amtsgerichts I (Abtlg. ö) zu Berlin folgendes eingetragen worden: Jlr. 518. August Scherl Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dem Adolph Hertling, Kaufmann in Berlin, dem Moritz Tochtermann, Kaufmann in Berlin, und dem Josef Windeck Kaufmann in Berlin, ist Prokura erteilt mit der Maßgabe, daß je zwei gemeinschaftlich die Firma zu zeichnen befugt stein sollen. Berliner Morgenpost G. m. b. H. — Das Königliche Amtsgericht I (Abtlg. 122) in Berlin gab folgenden Handels- registcreintrag bekannt: Am 19. Mai 1800. Nr. 527. »Berliner Morgenpost» Gesellschaft mit be schränkter Haftung. Sitz: Berlin. Gegenstand des Unternehmens ist: der Verlag der -Berliner Morgcnpost» einschließlich der technischen Herstellung dieser Zeitung, und jede anderwcite Ausnutzung der Druckerei und der Hilfs einrichtungen, einschließlich des Speditionsapparats. Das Stamm kapital beträgt 1250000 -E. Geschäftsführer sind: Hans Ullstein, Rechtsanwalt in Berlin, Louis Ullstein, Verlagsbuchhändler in Berlin, Ur. jur. Franz Ullstein, Verlagsbuchhändler in Berlin. Die Gesellschaft ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Gesellschaftsvertrag ist am 28. April 1900 festgestellt. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so ist jeder einzelne Geschäftsführer berechtigt, die Firma der Gesellschaft zu zeichnen. Sind Stellvertreter des oder der Geschäftsführer bestellt, so ist zur Zeichnung der Firma seitens der Stellvertreter die Unter schrift zweier Stellvertreter erforderlich, insofern dem Stellvertreter nicht etwa bei der Bestellung die Befugnis beigelcgt ist, die Firma auch nur in Gemeinschaft mit einem Prokuristen zu zeichnen. Außerdem wird bekannt gemacht, daß die Gesellschafterin Firma Ullstein L Co. in die Gesellschaft eingebracht hat: 1. den Verlag der -Berliner Morgenpost- und das Verlags recht an dieser Zeitung zu einem Geldwert von 800000 2. sämtliche vorhandenen Maschinen, Utensilien und Einrich tungen, die der -Berliner Morgenpost- und der Zeitungs druckerei dienen, die stehenden Rotationsdruckmaschinen, ein schließlich der Elektromotoren, die für den Zeitungssatz vor handenen Schriften, eine bei König L Bauer bestellte Zwillings-Rotationsdruckmaschine, die vorhandenen Ein richtungen und Utensilien für die Stereotypie und Falzerei der Zeitungen, die Dampfkessel, die Mobilien und Utensilien in den Filialen, alles zusammen zu einem Geldwert von 250000 Von dem Gesamtwert dieser Sacheinlagen ist der Betrag von 625000 auf ihre Stammeinlage angerechnet. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen unter Beifügung der Firma durch einmalige Einrückung in den Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. Volkshochschulkurse. — In seinem Bericht über Volkshoch schulkurse in der 30. Hauptversammlung der -Gesellschaft für Ver breitung von Volksbildung-, die am 19. und 20. d. M. in Heidel berg getagt hat, führte Herr Professor W. Rein (nach Mit teilungen in der Beilage der Allgemeinen Zeitung) etwa fol gendes aus: Die Kraft einer Nation ruhe in ihrer geistigen und mate riellen Kultur. Welchem dieser beiden Gebiete der Vorrang gebühre, sei eine strittige Frage. Die Vererbung geistiger und materieller Güter sei ungleich; die ersteren ließen sich nur durch eigene Arbeit in Besitz nehmen. Natürliche und künstliche Schranken verhinderten die gleichmäßige Verteilung der geistigen Güter. Redner unterscheide drei Bildungsschichten, denen die öffentlichen allgemeinen Bildungsanstnlten (Volksschule, Realschule, höhere Lehranstalt) entsprächen. Auf der höheren und mittleren Stufe bestehe ein lückenloser Bildungsgang bis zum Eintritt in den Beruf, auf der unteren Stufe leider nicht. Hier gelte es, zu ergänzen und auszubauen. Dem werde von gewisser Seite, an geblich im Interesse des Arbeiters selbst, in Wirklichkeit aber wohl aus egoistischen Gründen widersprochen und statt einer Er weiterung der Bildung des Arbeiterstandes eine Rückschraubung derselben empfohlen. Eine solche sei aber unmöglich. Die wirt schaftlichen Verhältnisse, die allgemeine Wehrpflicht, das allgemeine Wahlrecht verlangten gebieterisch eine Erweiterung derselben. Der Protestantismus könne auch aus kirchlichen Rücksichten einer künst lichen Zurückhaltung der Bildung niemals zustimmen. Was hätten nun Gesellschaft, Staat und Kirche für die Fortbildung der arbeitenden Klassen gcthan? Die allgemeine obligatorische Fortbildungsschule sei in Preußen noch ein frommer Wunsch. Auch die Kirche habe nur in bescheidenem Umfange an der sittlichen Bildung der Jugend zu arbeiten vermocht. Etwas mehr sei seitens der Gesellschaft durch frei willige Bildungseinrichtungen geschehen. In diese Arbeit seien neuerdings auch die Universitäten eingetrcten. Vorangegangen seien die englischen Hochschulen, die ihre Isolierung im Volksleben stärker gefühlt hätten als die deutschen Institute. Der dort zuerst gemachte Versuch, vorwiegend die Arbeiter zu belehren, habe dahin geführt, immer mehr an die mittleren Klassen sich zu wenden. Von 1000 Teilnehmern an den englischen Hochschulkursen seien nur etwa 70 Fabrikarbeiter. In Deutschland sei der umgekehrte Weg eingeschlagen worden; man habe sich zuerst an die früheren Aka demiker, dann an die Volksschullehrer und schließlich an die arbeitenden Klassen gewandt. Die Universitäten Marburg, Greifs wald, Kiel, Jena, Göttingen, Berlin, Breslau und Heidelberg seien in die Arbeit eingetreten. Sei dieses Vorgehen der Universitäten zu billigen? Auf gabe der deutschen Universitäten sei die wissenschaftliche Forschung und die Lehre. Letztere bedürfe einer weiteren Ausdehnung auf die im praktischen Leben stehenden Volkskreise. Die Uni versität trete damit in lebhaftere Beziehung zum Leben, auch ergebe sich eine vorzügliche Gelegenheit zur pädagogischen Schulung der jüngeren Dozenten. Unzutreffend sei der Ein wand, daß die Hochschulkurse Halbbildung verbreiteten. Sie schulten die Denkkraft und riesen damit geistige und sittliche Kräfte wach. Neben einer Reihe von Universitäten seien die Humboldt-Akademie in Berlin und viele Volksbildungsvereine in dieser Richtung thätig. Es sei nötig, das Arbeitsgebiet zwischen diesen Organen sachgemäß zu begrenzen. Die geringe Beteiligung der Arbeiterschaft an den Kursen habe sowohl wirtschaftliche als politische Gründe (lange Arbeitszeit, unzureichende Löhnung, das durch die Führer genährte Mißtrauen). Trotzdem werde die Be» wegung, die nicht künstlich hervorgcrufen sei, weitergehen, und es sei eine Pflicht der Universitäten, daran mit ganzer Kraft teil zunehmen. Auf diesen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgten noch einige ergänzende Ausführungen des Stadtrats vr. Flesch (Frankfurt a. M.), die sich besonders gegen den aka demischen Betrieb der Kurse richteten und vielmehr eine Organi sation auf breitester, volkstümlicher Basis empfahlen, damit wieder die weitesten Kreise sich als ein Ganzes fühlen lernten. Diesen Vorschlag präzisierte schließlich noch Professor Or. Fuchs (Frei burg) dahin, daß im weiteren Verlaufe der Bewegung die Hoch schulen sich darauf beschränken könnten, die große Zahl von Lehrern, insbesondere Volksschullehrern, vorzubilden, die übrigen Kurse aber anderen Kräften überlassen könnten, und daß zu den die Kurse veranstaltenden Körperschaften die Arbeiterschaft hinzu gezogen werden müsse. Schulreform und Mädchenschule. — Der Verein -Frauen wohl- in Berlin hat dem preußischen Kultusministerium eine Eingabe überreicht mit der nachfolgenden Resolution, die in der Vereinsversammlung am 10. d. M. angenommen worden war: -Der Verein -Fraucnwohl» Berlin begrüßt mit besonderer Freude die Berufung einer Konferenz zum Zwecke der Reform des höheren Schulwesens in Preußen. Er hofft, daß die Arbeiten der Konferenz ein kräftiger Anstoß werden möchten zur einheit lichen Ausgestaltung der deutschen Schule auf nationaler Grund lage und zu ihrer Erfüllung mit modernen Bildungselementen. Er erwartet aber auch von der preußischen Regierung, daß sie die Arbeit der Schulreform nicht auf die höhere Knabenschule beschränken, sondern auch die höhere Mädchenschule in ihren Kreis ziehen werde, und sieht nach wie vor in der Schaffung von Mädchcnrealschulen, bezw. der Zulassung der Mädchen zu den höheren Knabenschulen, eine der wichtigsten Aufgaben des Staates und der Gemeinde.»
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