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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.07.1896
- Strukturtyp
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- 1896-07-27
- Erscheinungsdatum
- 27.07.1896
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- Deutsch
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4496 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 172, 27. Juli 1896. der deutschen Sprache zu heben, wurde von seiten des obersten Schulrats der vorstehende Beschluß gefaßt. Auffällig ist es, daß unter allen fremdländischen Blättern, die in Japan erscheinen, und es sind deren nicht weniger als 30, allein das offizielle Regierungsblatt, die -Japan Mail--, gegen den Schulrat austritt und diesem in einem Leitartikel klar zu machen sucht, daß nicht die deutsche, sondern die französische Sprache die wichtigere und weitaus verbreitetere sei. Der -Japan Mail» sollte es doch bekannt sein, daß die französische Sprache in ganz Ostasien von kaum einigen Tausend Menschen gesprochen wird, während sich die deutsche mindestens einer fünfmal so großen Verbreitung erfreut. Jeden falls hat der japanische Schulrat durch seine Verordnung bewiese», daß er mit den wirklichen Verhältnissen vollständig vertraut ist. Auch die russische Sprache wird seit einigen Jahren in einer Reihe von Privatschulen gelehrt. Die ersten Herausgeber von Shakespeares Werken. — Ein Denkmal für die ersten Herausgeber von Shakespeares Werke» ist in diesen Tagen auf dem alten stillen Friedhose der Kirche St. Mary the Virgin im Bezirk Aldermanbury der Londoner City enthüllt worden. Diese Herausgeber waren, wie der -Köln. Ztg.- geschrieben wird, John Heminge und Henry Coudell, ihres Zeichens Schauspieler und Shakespeares Teilhaber am Globctheater im Stadtbezirk Southwark südlich der Themse. Sie blieben nach des großen Dichters frühem Tode 1616 im Besitze der Handschriften seiner Werke und fühlten sich, wie sie im Vorwort der ersten Folio ausgabe (die unter dem einfachen Titel Nr. >ViIIiam 8kaksspsars's Oowsäiss, Uistoriss auä NraZsäiss im Jahre 1623 erschien), er klären, gedrungen, ihrem Hingeschiedenen Freunde ein bleibendes Andenken zu sichern. -Wir haben seine Werke nur gesammelt — schrieben die treuen Männer, die durch die Veröffentlichung den eigenen wertvollen Besitz aus der Hand gaben —, um den Toten zu ehren . . . ohne eigenen Nutzen oder Ruhm zu suchen, nur um das Andenken eines so nahen Freundes und Genossen, wie unser Shakespeare war, rege zu halten.» Das Denkmal ist ein Piedestal von rotem Granit, das eine nach der Büste in Stratford on Avon modellierte Bronzebüste des Dichters von Professor C. I. Allen in Liverpool trägt. Darunter liegt ein ausgeschlagener Band von weißem Granit mit dem Titel der ersten Folioausgabe und auf der gegcnüberstehenden Seite mit einem Auszug aus der Vorrede. Diese Darstellung des ersten Bandes dient als Denkmal für die beiden Herausgeber, denn kein Bildnis der beiden Freunde ist auf die Nachwelt gekommen. Darunter aber auf dem Piedestal erscheint die Inschrift: -Zum Andenken an John Heminge und Henry Coudell, die Schauspielgcnosscn und Freunde Shakespeares. Sie lebten viele Jahre in dieser Pfarre und sind hier begraben. Ihrer selbstlosen Zuneigung verdankt die Welt alles, was Shakespeare heißt. Sie allein sammelten seine Werke, ohne Rücksicht auf eigenen Verlust, und schenkten sie der Welt, ohne Hoffnung auf Gewinn. Sie ernteten damit den Dank der Menschheit». Ueber diesen Anspruch kann kein Zweifel obwalten, denn der ganze schriftliche Nachlaß Shakespeares ist samt den Handschriften seiner Dramen verloren gegangen, und es ist keinerlei bestimmter Anhaltspunkt für die Annahme vor handen, daß er selbst daran gedacht hat, seine Werke im Druck erscheinen zu lassen. Abgesehen von persönlichem Verlust an Eigen tumsrecht war es für die beiden Männer eine Riesenarbeit, aus den Bühnenrollen und Souffleurabschriften die Stücke druckgerecht zusammenzustellen. Von dem Lebenslaufe Heminges und Coudells ist nur wenig bekannt; auf der rückseitigen Tafel des Piedestals wird erwähnt, daß der Erstgenannte 42 Jahre in der Pfarre St. Mary the Virgin lebte, daß er in der Kirche getraut wurde und daß von seinen 14 Kindern 13 dort getauft, vier begraben und eins getraut wurde. Er selbst starb im Jahre 1630. Henry Coudell lebte über 30 Jahre in der Pfarre, und von seinen neun Kindern wurden acht dort getauft, und sechs liegen, wie er selbst und seine Gattin, da begraben. Das Denkmal hat ein Herr Charles Clement Walker, der auch für gemeinnützige Zwecke manche großmütige Schenkungen gemacht hat, errichten lassen. Es wurde in Gegen wart des Lord Mayor enthüllt, und Sir Henry Irving, der erste lebende Shakespearcdarstcller Englands und der amerikanische Bot schafter Bayard hielten kurze Ansprachen. Das Vermächtnis Edmond de Goncourts. — Der am 17. Juli verstorbene französische Schriftsteller Edmond de Goncourt (vergl. Nr. 166) hegte, wie man weiß, gemeinschaftlich mit seinem Bruder Jules die fixe Idee, eine zweite oppositionelle Akademie einzusetzen, die seinen Namen tragen und Talente ehren sollte, die von der offiziellen ^vaäewis trauyg,i8s verkannt worden wären. Nichts war ihm daher schmerzlicher, als wenn ein Schriftsteller, den er für -seine» Akademie auscrsehen hatte, sich um einen Sitz in der -anderen- bewarb. Diese »Charakterlosigkeit- Lotis hatte ihm wahren Gram verursacht, und der bloße Gedanke, daß Daudet sich doch noch entschließen könnte, die ihm dargebotene Kandidatur anzunehmen, soll dem alten Herrn manche schlaflose Nacht bereitet haben. Trotzdem hat er einst Alphonse und Loon Daudet, Vater und Sohn, zu Testamentsvollstreckern eingesetzt. Das nunmehr eröffnete Testament beschäftigt sich in der That hauptsächlich mit der Gründung jener Gegenakademie, die zehn Mitglieder zählen soll. Nur acht sind im Testament noch genannt, weil Goncourt zwei Namen, eben Pierre Loti, der bereits Akademiker ist, und Emile Zola, der sich hartnäckig um einen Sitz un'er den vierzig Unsterblichen bemüht, gestrichen hat. So bleiben noch Alphonse Daudet, HuyS- mans, Octave Mirbeau, die beiden Brüder Rosny, Hennique, Paul Margueritte und Gustave Geffroy. Nach der Absicht des Erblassers soll jeder der Akademiker eine Jahrespension von 6000 Frcs. er halten, um frei seiner Kunst leben zu können Die einzige Ver pflichtung, die er ihnen auferlegt, ist, daß sie jedes Jahr im Dezember eine litterarische Arbeit, die sie für die beste halten, durch einen Preis von 5000 Frcs. auszeichnen sollen. So hat Edmond de Goncourt im voraus über einen Jahresbetrag von 65 000 Frcs. verfügt; allein es ist nicht sicher, daß der Verkauf seiner Villa in Auteuil mit den Kunstsammlungen, die sie enthält, das erforderliche Kapital liefern wird. Man glaubt, er und gefällige Geschäfts freunde hätten den Wert der Sammlungen weit überschätzt. Möglicherweise wird der Erlös aus dem Verkaufe der Kunstschütze annähernd 1400000 Francs ausmachen, während die Legate der Stiftung mehr als zwei Millionen erfordern. Dadurch würde eine Reduktion der Renten der Akademiker notwendig werden. Aus diesen und anderen Gründen glaubt man in der Pariser Schrist- stellerwelt nicht recht an das Zustandekommen der -Akademie Goncourt». Auch hätten sich die acht Mitglieder, die von Gon court ernannt worden sind, schon untereinander verfeindet. Das Leichenbegängnis Edmond de Goncourts gestaltete sich zu einer erhebenden, den dahingeschiedenen Schriftsteller vollauf würdigenden Feier. Auf dem Friedhose Montmartre, wo die Beisetzung statt fand, hielt Zola einen bewegten Nachruf, worin er das bahn brechende Wirken der Brüder Goncourt seierte. Sprechsaal. Ladenpreis — Nettobarpreis. (Vergl. Nr. 124.) Folgender Briefwechsel wird uns in Ergänzung der Einsendung in Nr. 124 dieses Blattes zum Abdruck zugesandt: -Herrn Rud. Schuster, Hier. -Unter d. 6. Juli 1896 verlangten wir von Ihnen 1 Jll. Kunstausstellungs-Katalog, den Sie uns mit 2 ^ netto bar berechneten; was soll denn der Ord.-Preis sein? In der Kunstausstellung wird der betreffende Katalog mit 2 ^ dem Publikum an- geboten. Ersuchen um gef. Nachricht, ob diese Berechnung auf einem Irrtum beruht. Hochachtungsvoll Calvary L Co.» -Der Kunst-Ausstellungs-Katalog hat nur einen Bar-Netto preis von 2 ./<!. Rabatt w.rd auf Kunst-Ausstellungs- Kataloge schon seit Jahren nicht mehr bewilligt. B., 11. Juli 1896. R. S.
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