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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.11.1896
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1896-11-27
- Erscheinungsdatum
- 27.11.1896
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- Deutsch
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8062 Nichtamtlicher Teil. 276. 27. November 1896. dieses Gesetz wurden bezichtigt der Musikalienhändler Alexander Richard Rühle in Berlin und zwei Genossen, der Musikalienhändler Paul Fischer und der Lithograph Paris dort; doch wurden alle drei am 3. Juli 1896 vom Landgericht Berlin l freigesprochen. Es handelte sich um den Nachdruck eines Walzers, der nach dem Gutachten der Sachverständigen sich an die Melodie des alten Sludentenliedes -Zu Laulerdach had' i' mein' Strumpf vcrlor'n-, sowie an eine andere Komposition, den -Holzschuhtanz-, stark an lehnte. Das Gericht erachtete die Identität der Melodteen für er wiesen und stellte auch auf Grund weiterer Sachverständigen-Gut- achlen fest, daß der Walzer in der musikalischen Welt schon bekannt sei. — Gegen das freisprechende Urteil legte der ver meintlich Geschädigte, der als Nebenkläger zugelassene Or. Bo 8- worlh in Leipzig, Revision ein, die jedoch, da sie lediglich Thal, sächliches reproduzierte, vom Reichsgericht am 24. d. M. ver- worsen wurde. Schutzverein gegen unlauteren Wettbewerb. — In München wird die Bildung eines Schutzoereins gegen unlauteren Wettbewerb vorbereitet. Die konstituierende Versammlung wird in etwa 14 Tagen staufinden können. Die Statuten sollen die ausgesprochene Tendenz haben, vorbeugend, mahnend und er zieherisch zu wirken und nur im Notfälle gerichtliche Schritte her- beizuführen. Es soll u. a. auch vorgesehen sein, daß die Mitglied schaft nicht an den Wohnsitz in München gebunden ist, sondern daß auch auswärtige Geschäftsleute beitrelen können. Bücheroerkehr München-Leipzig. — Das Bayerische Transport-Kontor Schenker L Lo. in München, Sonnenstr. 19, zeigte in diesen Tagen an, daß es außer dem schon seit einigen Jahren verkehrenden direkten Sonnabend-Bücherwagen nun auch an jedem Dienstag einen Bücherwagen von München nach Leipzig abseitigen werde, dessen Inhalt am Donnerstag den Leipziger Em- plängern zugestellt wird. Der erste Dicnslagswagen sollte am 24. d. M. von München abgchen. Es begeht somit jetzt rn jeder Woche eine zweimalige Äbsertigung eines Bücherwagens aus München nach Leipzig. Aus Japan. — Der Allgemeinen Zeitung wird aus Kyoto in Japan berichtet, daß dort, m der allen Landeshauptstadt, am 1. April des nächsten Jahres die zweite japanische Un>- versrtät eröffnet werden soll. Sie wird anfänglich nach einander die drei Fakultäten Ko-Ka (für Technik), Ho-Ka (für Jura) und J-Äa (für Medizin), Ipäter nach und nach die drei anderen Faku.- tären Rl-Ka fttir Naturwissenschaften), No-Ka (für Land- und Forstwissenschaft) und Bun-Ka (für Litteralur) erhalten. Der neue UnierrichlsmiNisler Marguis Schigeakt Halschisuka wird vom Reichs tag die nötigen Mittel für das erste Lehrjahr fordern. Der vorige Reichstag halte alle Mittel zur Vorbereitung der Errichtung bewilligt. Von der Universität Leipzig. — Ueber ein, der Oeffentlich- keit bisher wenig bekannt gewesenes Bedürfnis der Universität Leipzig nach Zuwendung von Stiftungen entnehmen wir dem Leipziger Tageblatt folgendes: -Unsere Universität gilt im Volksmund als reich, und sie ist es auch, insofern ihr Besitz auf 14 bis 1b Millionen Mark geschätzt wird. Die Verwaltung dieses Vermögens ist seil 1833 fast ganz in die Hände der Regierung übergegangen, die Er trägnisse davon werden zum laufenden Unterhalt der Universität verwendet und bilden da nur einen Teil der alljährlich nötigen Summe. Für das laufende Jahr 1896 sind die eigenen Einnahmen der Universuät mit 435152^ angesetzl; das Gesamterfordernis be trägt aber 2051220 so daß der Staat 1616068 >6 zuzuschießen hat. Dazu ist aber noch für 1896/97, außer dem Unioersitätsneubau, ein außerordentlicher Etat von 900000 ^ bewilligt worden. Vom Reichtum der Universität steht den akademischen Behörden, wie Herr Geh. Hofrat Piofesfor vr. Windisch in feinem in den letzten Tagen rm Druck erschienenen und an die Angehörigen der Univer sität zur Verteilung gelangten Rekioralsbericht hervorhebt, abge sehen von der AlbrechtSstifrung, die von einem Leipziger Professor herrührt, nicht allzu viel für die unmittelbare Förderung der Wissenschaft und ihrer Vertreter zur Verfügung. Es sind vorwiegend Stipendien für Studenten, die viel Segensreiches bewirken. Er wünscht sind, wie Professor vr. Windisch weiter heroorhebt, Stiftungen, deren Erträgnisse den Organen unserer Universität in bestimmter Richtung zu freier Verfügung ständen: dem Rektor oder dem Senate oder den Fakultäten zur Unterstützung von kärglich oder gar nicht besoldeten Professoren uns Dozenten, der Universitäts bibliothek zu einem Fonds für außerordentliche Anschaffungen, der Gesellschaft der Wissenschaften, um wissenschaftliche Unterneh mungen zu sörderu, speziell den Druck umfassender Arbeiten zu ermöglichen.- Zur Beendigung des Lithographenstrciks in Ber lin. — Der Abschluß des Lithographenstreiks in Berlin erfolgte in einer Versammlung der Streikenden vom 24. November. Namens der Unterhandlungskommisston berichtete Lithograph Schultz über die getroffenen Vereinbarungen und gab unumwunden zu, daß sie eine völlige Niederlage der Streikenden bedeuten. Angesichts der Wankelmütigkeit in den eigenen Reihen und der sonstigen ungün stigen Umstände wäre es frivol und unverantwortlich gewesen, den Streik fortzusetzen. Der Verlauf desselben könne der ganzen Gewerkschaftsbewegung zur Lehre dienen; ec habe deutlich gezeigt, daß durch einen Streik gegenüber einer geschlossenen Koalition der Unternehmer nichts zu erzielen und eine Besserung der Arbeits verhältnisse einzig auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen sei. Folgende Resolution fand einhellige Annahme: »In Erwägung, daß die von so hoher Begeisterung getragene Lohnbewegung der Lithographen und Steindrucker Berlins durch die zunehmende Ver räterei hiesiger und auswärtiger Auch-Kollegen, sowie durch die fortwährenden polizeilichen Sistierungen und sonstigen behördlichen Maßnahmen gegen die Streikenden aussichtslos geworden ist, er klärt die Versammlung den Ausstand für beendet. Sie spricht allen denen, die die Ausständigen in ihrem harten Kampfe moralisch und materiell unterstützt haben, ihren herzlichsten Dank aus- Sie ge lobt, auch fernerhin treu zur Organisation zu stehen, und giebt den klassenbewußten Arbeitern der ganzen Welt die Versicherung, daß das Gros der Berufskollegen ehrenvoll bis zuletzt ausgehaltcn hat. Endlich protestiert die Versammlung ganz entschieden gegen die Verlängerung der Arbeitszeit der Liihographen, wie gegen die Nichtbezahlung der Feiertage und behält sich vor, bei nächster Ge legenheit gegen diese Verschlechterung der bisherigen Arbeitsbedin gungen vorzugehen.- Krebs, Verein jüngerer Buchhändler zu Berlin. — Der Abend des 31. Oktober d. I. führte in dem Saale des Vereins hauses die lustige Schar der -Krebse- aus Anlaß einer besonderen Gelegenheit zusammen Der Einladung des Vorstandes waren die Mitglieder des Vereins um so freudiger in großer Anzahl gefolgt, als es galt, den -Allen Herren-, zu deren Ehren diese Versamm lung veranstaltet war, zu zeigen, daß, obgleich diese auch nur selten an de» regelmäßigen Sitzungen teilnehmen, das alte kollegiale Zusammenhalten und -stehen nicht erloschen war und auch nie mals erlöschen würde, daß die -Alten-, die wacker an dem Aufbau des Vereins nach außen und innen gearbeitet hatten und noch ar beiten, stets eine nicht geringe xises äs rs^istcruss für die -Jungen- bildcn, daß ein Nacheisern und Weitcrverfolgen ihrer Initia tiven und Ziele bei letzteren m üppigem Wachstum stehe. Nach einer Einführungsrede des Vorsitzenden, Herrn Rübner, der verschiedene, von Mitgliedern verfaßte Begrüßungs- und Tafellieder folgten, hielt das schöne, harmonische Fest, das durch gesangliche und deklamatorische Solovorrräge von Mitgliedern und Gästen angenehm gewürzt wurde, die Teilnehmer bis zum frühen Morgen beisammen, worauf man sich mit einem herzlichen -vivat ssgusue- und einem -Auf Wiedersehn zum StiflungSfestl- trennte. Nicht vergessen sei hier das aus den 1. November d. I. gefallene fünfundzwanzigjäyrige Jubiläum des verdienten Mitgliedes Albert Dressel, das zum allgemeinen Erstaunen und zur besonderen Freude aller vom Vorsitzenden um 12 Uhr proklamiert wurde. Ein vom Verein gestiftetes Stammseidel in Form einer mit Buch einbänden versehenen Säule wurde dem Jubilar überreicht, worauf ein prächtiges Lied auf die 2bjährige buchhändlerische Thärigkeit des letzteren gesungen wurde. Herr Dressel dankte, nach dem er die allgemeine Graturationscour entgegengenommen hatte, mit bewegten Worten für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit und Ehrung. Für den Verlauf des 39. Stiftungsfestes, das am 8. November die auserlesene Gesellschaft der Gönner, Freunde und Mitglieder des Vereins in dem festlich dekorierten großen Saal des oben an geführten Etablissements versammelte, leistete der Vorstand als Arrangeur die beste Gewähr für ein schönes Gelingen. Seiner Thätigkeit sei hier noch ganz besondeis lobend gedacht. Kein Miß« klang störte die festliche Stimmung, ohne Zögern rollte sich das Programm des Abends ab. Nachdem man sich gegen 3 Uhr zu Tische begeben hatte, herrschte bald an den langen, festlich geschmückten Tafeln die lustigste Stimmung; die Weingeister sprühten, Scherzen und Lachen tönte herüber und hinüber, ein anmutiger Kranz schöner Damen bildete die Zierde und den Anziehungspunkt des Festes, ein herrlicher «mbarias äs bsautsl In liebenswürdigster Weise hatten sich ver schiedene Vertreterinnen des schönen Geschlechtes dem allgemeinen Wohle zur Verfügung gestellt: die Damen Fräulein Selma Klinge, Fräulein Elisabeth Zenker und Fräulein Alice Keßler, die während des Schmauses mit prächtiger, wohlgeschulter Stimme klassische Stücke und kleinere ansprechende Lieder zu Gehör brachten. Ihnen sei hier ganz besonderes Lob und herzlicher Dank gewidmet.
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