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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1905
- Sprache
- Deutsch
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9460 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. ^ 245, 20. Oktober 1905. sind außerordentlich gut charakterisiert. Großartig ist die Kontrast szene: Der Realismus unsrer Tage hat nichts Gleichartiges auch nur annähernd geschaffen wie das in der Waldhütte herrschende Leben. Auch die fernern Szenen dieses Dramas gehören zu den größten Leistungen des Realismus; die Objektivierung eines Kampfs, der im Innern eines Menschen vor sich geht, ist in ihnen genial zum Ausdruck gebracht. Das Jahr 1829 war für Raimund insofern tragisch zu nennen, als in ihm seine Freunde und die Vertreter und Ver treterinnen seiner Kunst auf der Bühne entweder Wien verließen oder vom Tod hinweggerafft wurden. Das Josephstädtische Theater wurde aufgelöst, und Raimund begab sich für mehrere Jahre auf Reisen. Erst das Jahr 1834 brachte wieder ein neues Werk von ihm: -Drei Bilder aus dem Leben eines Verschwenders« (nicht, wie es fälschlich benannt wird, »Der Verschwender»), in dem er sich sowohl als Bühnendichter als auch als Dramatiker auf der Höhe seiner Kunst zeigte. In diesem Märchcndrama ist alles ver- Psychologie erkennen und ist eine ernste Mahnung an des Dichters leichtlebige Zeitgenossen. Trotz der großen Erfolge, die Raimund erzielt hatte, ließ ihn sein Ehrgeiz keine zufriedene Stunde erleben. Um jene Zeit ging dazu noch in Nestroy ein neuer Vühnenstern auf, Pikanterien und Zoten fanden auf der Bühne wieder ihren Eingang, und selbst Raimunds Werke wurden parodiert. Dies alles machte dem Dichter das Leben unerträglich; am 28. August griff er zur Pistole, und sieben Tage darauf starb er an den Folgen dieser Tat. Seine Werke fielen bald der Vergessenheit anheim, kommen aber jetzt, nachdem manche Tages größe verschwunden ist, wieder zur verdienten Geltung. Sie er reichen nicht in jeder Beziehung das Ideal eines Volksstücks, kommen ihm aber in Form und Inhalt sehr nahe. Herrn Professor vr. Köster wurde für seine mit Humor ge würzten und von einer fein pointierten Rezitation aus dem -Ver schwender« unterbrochenen Ausführungen durch lebhaften und an haltenden Beifall gedankt. Korczewski. Die Bibliothek Wcinholds in Kalifornien. (Vergl. Börsenbl. Nr. 196 u. 207.) — Die feierliche Eröffnung der hinterlassen und von einem Sohne des Zuckerkönigs Spreckels in San Francisco für die kalifornische Staatsunioersität zu B erkeley angekauft worden ist, hat nunmehr stattgefunden. Professor Mc.Naught feierte die Höhe, die Literatur und Wissenschaft in Deutschland erreicht hätten, und wies darauf hin, daß das Beste, was die amerikanische Zivilisation aufweise, germanischen Ur sprungs sei. Ausstellungspreis. — Der Firma F. A. Lattmann in Goslar wurde auf der Nordwestdeutschen Gastwirtsgewerblichen und Nahrungsmittel-Ausstellung in Hannover die goldene Medaille für ihre Spielkartenerzeugnisse verliehen. Das Schicksal englischer Zeitschriften. — Der Nsrours äs Lranos äußert sich wie folgt über einige Veränderungen in den englischen Zeitschriften: In England sind die literarischen Zeitschriften und -Na^inss- viel zahlreicher als in Frank reich. Sie gedeihen dort besser und haben einen längern Bestand. Aber auch bei den zähesten nimmt auf die Dauer die Beliebtheit ab, und die Leser ziehen die moderneren Publikationen vor. Die alten Verlagshäuser haben es aufgegeben, gegen die großen Zeitschriftenfirmen, wie Newnes, Cassell, Pearson, Harmsworth usw., anzukämpfen, die gegenwärtig sich sowohl der Tagesblätter als der Wochen- und Monatsschriften bemächtigen. Io verschwindet von Zeit zu Zeit irgendeine Zeitschrift, die früher in großem Ansehen stand. Diesmal ist es Longman's Magazine, das mit dem Oktoberheft sein Erscheinen ein stellt. Vor mehr als fünfzig Jahren war es von der Firma Longman gegründet worden, die seit 1734 be steht; die meisten berühmten Schriftsteller waren Mitarbeiter Magazine, das mit der Novembernummer eine Umwandlung erfährt. Es setzt seinen Bezugspreis auf die Hälfte herab, wird in größerer Schrift und nicht mehr zweispaltig gedruckt. Jetzt sind gerade 46 Jahre seit dem Erscheinen der ersten Nummer verflossen (November 1859). Zwei Monate nach jenem Datum hatte Thackeray mit dem Verlag Smith El der die erste Nummer des Cornhill Magazine herausgegeben, das nock heute besteht. taloA No. 342 von 6sin rieb Lsrlsr in I71m. 8". 16 8. 453 Nrn. Lisi. ^8°.^ 16 434^Nrn.^O' o 0" I^p^us 8o^k" 195—218.^0"^' pistLclrsr in TüdinASn. 8". 8. 269—300. 884 Nrn. 8oliöning;b in Nünstsr i. 8". 65 8. 1804 Nrn. Verlags-Verzeichnis von Theo. Stroefer's Kunstverlag in Nürnberg. 8°. 24 S. kaA68 121 L 132. (äu 28 aoüt 1905). ^ ^ littsrairs st artistigue intsrnationals (Insxs, UruxeUss, ^v- 19-24 86pt^wbr6 1905). Oowpt« rsväu. ^ li.68<> (Sprechsaal.) Bedenkliche Bücherbestellungen aus Sao Paula (Brasilien). <Vergl. Börsenbl. Nr. 239.) Infolge meiner im Börsenblatt vom 13. Oktober unter obiger Überschrift veröffentlichten Einsendung haben sich inzwischen außer den schon bekannten drei Fällen weitere zehn Firmen gemeldet, die mit ähnlichen Bestellungen des Vorstandes der Deutschen Schule — (Lbeola ^IIsw«) — Rua dos Andradas Nr. 26, Sao Paulo, Vrazil, bedacht worden sind. Damit ist wohl die schwin delhafte und betrügerische Absicht dieser Bestellungen erwiesen. Damit meine beabsichtigte Eingabe an die zuständige deutsche Stelle nicht verzögert wirb, bitte ich um umgehende Einsendung etwa noch vorhandenen Materials. Auch möchte ich den Wunsch aussprechen, daß in ähnlichen Fällen an dieser Stelle derartige Vorkommnisse von den beteiligten Firmen regelmäßig zur Anzeige gebracht würden. Bremen, den 18. Oktober 1905. G. A. v. Halem, Export- und Verlagsbuchhandlung. Nachschrift der Redaktion. — Auch der Redaktion des Bbl. wurden noch vier derartige schwindelhafte Bestellungen zu gestellt, die wir dem Herrn Einsender als Material übermitteln werden.
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