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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.03.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-03-23
- Erscheinungsdatum
- 23.03.1905
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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68, 23. März 1905. Nichtamtlicher Teü 2827 Nichtamtlicher Teil Hamburg - Nltonaer Buchhändler - Verein. Jahresbericht über das Vereinsjahr 1901/05, erstattet in der 45.Ordentlichen Hauptversammlung am 1. März 1905. (Auszugsweise mitgeteilt.) Geehrte Herren Kollegen. Als wir vor einem Jahr an dieser Stelle der Haupt versammlung Bericht zu geben hatten, blickten wir zurück auf eine Reihe von Kämpfen, die das Gefüge des gesamten deutschen Buchhandels und seiner einzelnen Glieder arg auf die Probe stellten; aber unser fester Bau hat den Sturm bestanden, und mit dem Gefühl des sichern Geborgenseins vereinigen wir uns mehr und mehr unter seinem Dache. Das verflossene Bereinsjahr, das 45. seit der Gründung unsers Hamburg-AItonaer Buchhändler-Vereins, hat vor allem zwei hervorragende Ereignisse im deutschen Buchhandel zu verzeichnen. Die kontradiktorischen Verhandlungen am 11. und 12. April 1904 im Reichsamt des Innern zu Berlin und die Verhandlungen der 22er Kommission am 30. Mai im Buchhändlerhauss zu Leipzig. Durch die Berichte unsers Kollegen, Herrn Seippel, der die Ehre hatte, an beiden Verhandlungen teilzunehmen, sowie durch die stenographischen Berichte sind Sie alle zur Genüge über den Verlaus dieser Verhandlungen orientiert. Zu einem endgültigen Abschluß führten sie allerdings noch nicht; aber sie trugen viel bei zur Klärung der Sachlage zwischen den großen Bibliotheken und dem Buchhandel, so daß eine Basis geschaffen wurde, auf der der Börsenvereins- Vorstand mit den Bibliothekaren weiter verhandeln konnte. . . . Es sei heute daran erinnert, daß die vorjährige Haupt versammlung des Kreises Norden den Vorstand beauftragt und ermächtigt hat, die zu erwartenden Vorschläge des Börsenvereins nach eignem Ermessen für das ganze Gebiet des Kreises Norden anzunehmen Die Zahl unserer Mitglieder hat sich erfreulicherweise um 8 vermehrt, so daß wir jetzt 42, darunter 1 Ehrenmit glied, zu verzeichnen haben. Durch den Tod verloren wir am 3. März 1904, am Tage nach unserer letzten Haupt versammlung, unser Ehrenmitglied Gustav Ad. Laeisz. Die vielen Ehrenämter, die er sowohl im Kreise Norden wie im Hamburg - Altonaer Buchhändler-Verein während seiner 40 jährigen Mitgliedschaft verwaltet hatte, sind ein Beweis für die große Anerkennung, die die Kollegen seiner Umsicht und seiner rastlosen Tätigkeit zollten. Wir werden unseres Laeisz allezeit in Dankbarkeit und in Treue gedenken. . . . Besondere Ehrungen erfuhren zwei unsrer Mitglieder. Unser Ehrenmitglied Herr Carl Gaßmann empfing vom Vorstand des Börsenvereins ein ehrendes Schreiben, in dem der Vorstand seine Anerkennung aussprach für die hervor ragende Tätigkeit, die Herr Gaßmann im Lauf eines halben Jahrhunderts dem Buchhandel gewidmet habe. Die zweite Ehrung erfuhr Herr Hermann Seippel, indem der Buch händler-Verband für das Königreich Sachsen ihn bei Gelegenheit der fünfundzwanzigsten Hauptversammlung zum Ehrenmitglied machte. Wir freuen uns dieser von außen kommenden Anerkennungen und sind stolz darauf, solche Männer die unsrigen nennen zu dürfen Im Verkehr mit Wiederverkäufern in Hamburg-Altona, der sich nach der vertraulichen Liste regelt, ist keine Klage zu führen gewesen; dagegen erfuhren wir leider nach wie vor von den Schleudereien einer Firma, die dem Hamburg- Altonaer Buchhändler-Verein und dem Kreise Norden nicht angehört. Selbstredend wird der Vorstand auch ferner dieser Schädigung des Buchhandels ein wachsames Auge schenken. In höchst bedauerlicher Weise mehren sich die Fälle, daß Nichtbuchhändler und Vereine, die mit dem Buch handel nichts zu tun haben, ohne Skrupel dem Buchhandel zugeführt werden, sobald sie nur unter irgend einem Vorwand den Wunsch dazu äußern. Unser wiederholtes Anerbieten, daß wir zu jeder Auskunft bereit sind, fand nur selten Beachtung. Gleichgültigkeit gegen die Interessen des Buchhandels oder Angst um den Ausfall eines Verdienstes führten uns Elemente zu, die nie für buchhändlerische Interessen etwas übrig haben werden und die dem regulären Buchhandel den Verdienst schmälern. Unser amtliches Adreßbuch führt alle diese sogenannten Buchhändler auf, und dementsprechend erhalten sie auch Offerten und Prospekte wie jede andre Handlung. Möchte doch darin bald energisch Wandel geschaffen werden. Die Jugendschriftenfrage und der Jugendschriften- Ausschuß hatte sich vor Weihnachten mit einer Buchhand lung, die speziell sozialdemokratischer Richtung ist, in Verbindung gesetzt und sie zu einer Jugendschriften- Ausstellung veranlaßt. Zur Motivierung dieser Ausstellung durch die betreffende Firma bediente sich der Jugendschriften- Ausschuß einer irreleitenden öffentlichen Erklärung bezüglich des übrigen Buchhandels. Der Vorstand war es dem Hamburger Buchhandel schuldig, dagegen Stellung zu nehmen, und wandte sich darauf mit einer Eingabe an die hiesige Oberschulbehörde, diese ersuchend, den Jugendschriften-Aus- schuß zur Berichtigung seiner schädigenden Behauptungen zu veranlassen und vor allem den Lehrern die Besorgung von Büchern an die Kinder und deren Eltern, wie auch die Empfehlung einzelner Geschäfte und dergleichen zu unter sagen. Gleichzeitig unterbreitete der Vorstand der Oberschul behörde die Klage eines Vorortsbuchhändlers über zweierlei Preise und über die Schädigung der Geschäfte durch die in den staatlichen Schulen von Lehrern gesammelten Bücher aufträge. Der Bescheid der Oberschulbehörde steht noch aus; doch dürfen wir hoffen, daß unsre Eingabe in eingehendster Weise geprüft und die nicht unbilligen Wünsche der Buch händler Gehör finden werden Verschiedene Anfragen betreffs höheren Rabatts seitens einiger Behörden veranlaßtc Ihren Vorstand, sich persönlich mit dem Vorstand des hiesigen Revisionsbureaus in Ver bindung zu setzen. Wir hoffen, daß unsre darauf eingereichte Eingabe bei der Finanzdeputation Würdigung finden wird. Der Volksbund zum Kampf gegen den Schmutz in Wort und Bild hat inzwischen feste Gestalt gewonnen. Von unfern Mitgliedern haben sich in hervorragender Weise die Herren Pape und Seippel darum verdient gemacht. Schärfere Gesetze würden wohl kaum Erfolg haben; wohl aber sollten Buchhandel und Publikum mehr und mehr Justiz üben. Der Achtuhr-Ladenschluß fand in unserm Hamburg- Altonaer Buchhändler-Verein nur geteilte Zustimmung. Allerdings schließen viele Kollegen im Sommer ihr Geschäft um 8 Uhr; aber das arbeitsreiche Wintersemester gestattet in Hamburg solchen frühen Geschäftsschluß nicht, da hier der allgemeine Geschäftsverkehr spät beginnt und dementsprechend auch später aufhört. Auf Veranlassung des Verbands-Vorstandes beschloß der Hamburg-Altonaer Buchhändler-Verein der Jnvalidenkasse des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verbandes bis auf weiteres einen Jahresbeitrag von 100 zu über weisen. Zu unserer Freude haben wir inzwischen manche Nachfolger gefunden, und wir hoffen, daß der Verband feinen Aufgaben bald wieder in der früheren Weise gerecht werden kann. 374'
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