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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.03.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-03-04
- Erscheinungsdatum
- 04.03.1905
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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53, 4. März 1905. Nichtamtruyer 4.eu. 2179 Nichtamtl Deutscher Vnchgewerlieverein. Geschäftsbericht über das Jahr 1904, der 17. Hauptversammlung des Deutschen Buchgewerbevereins in Leipzig am Sonntag den 26. Februar 1905 I. Vorsteher vr. Ludwig Volkmann. Das verflossene Jahr 1904 stand für uns nach außen hin wesentlich unter dem Zeichen zweier größerer Veran staltungen: Der Ausstellung in St. Louis und der Photo graphie-Ausstellung im Buchgewerbehause. Doch wurden darüber die laufenden Aufgaben und vor allem der stetige innere und äußere Ausbau unsers Vereins keineswegs ver nachlässigt. Entsprechend der vermehrten Tätigkeit weist auch die Registrande der Geschäftsstelle erhöhte Ziffern gegenüber dem Vorjahre auf, nämlich 4059 Eingänge <788 mehr als 1903) und 6180 Ausgänge <271 mehr als 1903). Wiederum hatten wir in diesem Jahre den Verlust unsers hohen Protektors zu betrauern; am 15. Oktober ver schied zu Pillnitz Seine Majestät König Georg von Sachsen, der in treuer Wahrung der Traditionen Seines Hauses dem Buchgewerbe warmes Interesse entgegenbrachte und dieses auch durch den Besuch unsers Hauses deutlich zu erkennen gegeben hat. Wie das deutsche Volk in ihm einen der letzten großen Streiter für Deutschlands Einheit betrauert, so wird insbesondere das deutsche Buchgewerbe sein Andenken als das eines wahren Schirmherrn in Ehren halten. — Wir hegen das Vertrauen, daß auch Seine Majestät König Friedrich August, welcher inzwischen auf unsere Bitte auch Seinerseits das Protektorat über unseren Verein huldvoll übernommen hat, uns die gleichen Gesinnungen bezeigen wird. Die Mitgliederzahl unsers Vereins betrug Ende 1903 863, davon sind teils durch Tod, teils durch Austritt in Wegfall gekommen 46, neu ausgenommen wurden dagegen im Laufe des Jahres 1904 170 Mitglieder, so daß der Mit gliederstand am 31. Dezember 1904 987 betrug. Inzwischen sind wiederum 25 Mitglieder beigetreten, so daß unser lang gehegter Wunsch, die Zahl 1000 zu überschreiten, endlich in Erfüllung gegangen ist. Möchte das zweite Tausend nicht abermals eine Arbeit von zwanzig Jahren erfordern. — Unter den Verstorbenen betrauern ivir eine Reihe hoch angesehener Männer aus den Kreisen des Buchgewerbes und der Buchkunst, dabei manchen warmen Freund und Förderer unsrer Bestrebungen; ich nenne nur Theodor Steingräber in Firma Steingräbers Verlag, Leipzig; Franz T. Kirchheim in Firma Franz Kirchheim, Verlagsbuchhandlung, Mainz; Kaiserlichen Rat Jg. Burkart in Firma W. Burkart, Buch druckerei, Brünn; O. Bruno Bürger in Firma Bruno Bürger L Ottilie, Leipzig; Kommerzienrat G. Emil Mayer in Firma G. Franz'sche Hofbuchdruckerei, München; Professor Anton Dietrich, Leipzig; Kommerzienrat C. Diinnhaupt in Firma C. Diinnhaupt, Hofbuchdruckerei, Dessau; Adolph von Marcks in Firma A. F. Marcks, St. Petersburg; Carl Müller-Grote in Firma G. Groteffche Verlagsbuchhandlung, Berlin; Heinrich Hermann in Firma Bernhard Hermann, Leipzig. Das Gedächtnis unsers verewigten Protektors und aller unsrer dahingegangeneu Mitglieder bitte ich Sie durch Er heben zu ehren. — icher Teil. Über die allgemeine Finanzlage wird der Herr I. Schatz meister berichten. Hier sei nur hervorgehoben, daß wir gemäß den Be stimmungen der Anleihe zur Erbauung des Buchgewerbe hauses zum erstenmal an die Rückzahlung dieser An leihe Herangehen mußten, was uns dadurch erleichtert, ja eigentlich erst ermöglicht wurde, daß zwei unsrer Mitglieder, Herr Kommerzienrat Georg W. Büxenstein-Berlin und ein Ungenannter, in hilfsbereiter Opferwilligkeit Anteil scheine zu sehr billigem Preise zum Rückkauf zur Verfügung stellten, wofür ihnen unser herzlichster Dank gebührt. Auch für die nächsten Jahre ist uns von andern Seiten die gleiche freundliche Hilfe in Aussicht gestellt, und hoffentlich finden sich auch weiterhin solche edelmütige Freiwillige, denn die Verpflichtung der Rückzahlung wäre unter andern Verhältnissen überaus drückend, ja geradezu lähmend für uns. — Eine wertvolle Hilfe gewährte uns sodann wiederum das königlich sächsische Ministerium des Innern, indem es uns außer dem laufenden Beitrag eine außer ordentliche Zuwendung von 1000 bewilligte. Wir sprechen dafür unfern ergebensten Dank auch hier aus und hoffen, daß uns das Wohlwollen der sächsischen Regierung auch ferner bewahrt bleiben möge. Die Reichsregierung zu einem greifbaren Aüsdruck ihres uns oft so freundlich versicherten Interesses für unsre Arbeit zu bewegen, ist uns leider noch nicht gelungen; doch werden wir dis Versuche in dieser Richtung wiederholen müssen, wenn wir wirklich in dem von uns erstrebten Umfange im ganzen deutschen Sprachgebiet erfolgreich tätig sein wollen. Unsre Mittel sind und bleiben vorläufig leider viel zu bescheiden, um uns volle Entfaltung der Kräfte zu gönnen — Was ins besondre das Archiv anbelangt, so hat dieses eine höhere Zuwendung aus Vereinsmitteln erfordert als wir erwarteten, die in erster Linie durch das Anzeigenerträgnis veranlaßt wurde, welches einen erheblichen Minderertrag gegenüber dem Voranschlag aufweist. Unsre Vereinszeitschrift ist ein unabhängiges selbständiges Fachblatt, das ohne Rücksicht auf geschäftliche oder persönliche Interessen nur das Wohl und die Förderung des gesamten Buchgewerbes erstrebt. Dies muß auch hier einmal klar und deutlich ausgesprochen werden. Leider findet aber diese Haltung des Archivs für Buchgewerbe bei einem Teil der Interessenten nicht die entsprechende Würdigung, obwohl ein unabhängiges Fach blatt schon seit Jahren von den Angehörigen des Buch gewerbes sehnlichst gewünscht wird und nur ein solches wirklich den Interessen des deutschen Buchgewerbes dienen kann. Der Minderertrag an Anzeigengebühren ist auf diese Unabhängigkeit zurückzuführen; denn mehrere Inserenten sahen von einer weiteren Benutzung des Anzeigenteils ab, weil ihrem Verlangen, das Archiv möge gleichzeitig im Textteil ihre Erzeugnisse in günstigem Sinne beurteilen, nicht entsprochen wurde. Erst zu Anfang dieses Jahres mußte ein größerer Anzeigenauftrag von einer süddeutschen Maschinenfabrik abgelehut werden, weil mit ihm die Be dingung verknüpft war, das Archiv müsse in jedem Hefte im redaktionellen Teil eine von der betreffenden Firma gelieferte Notiz bringen. Für ein solches Vorgehen ist die Vereinszeitschrtft des Deutschen Buchgewerbevereins aber nicht zu haben, da sie zuni Wohle des deutschen Buchge werbes und seiner Angehörigen für Aufträge ihre Selbst ständigkeit und Unabhängigkeit unter keinen Umständen opfert. Wir hoffen, mit dieser Auffassung allmählich mehr und inehr durchzudringen, wie sich ja die Tätigkeit des Archivs im Interesse unsers Vereins und seiner Mitglieder überhaupt dauernd auf das beste bewährt. —
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