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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.01.1905
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- 1905-01-24
- Erscheinungsdatum
- 24.01.1905
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- Deutsch
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776 Nichtamtlicher Teil. IS, 24. Januar 1S05. Nichtamtlicher Teil. Die photomerhsnischen Druckverfahren. Vortrag im Deutschen Buchgewerbehause zu Leipzig. (Vgl. 1904 Nr. 285, 272, 276, 284, 2S2 d. Bl.) Die zweite Serie der in diesem Winter vom Deutschen Buchgewerbeverein in Leipzig veranstalteten Vorträge er- öffnete Herr Siegfried Weber mit einer anschaulichen Besprechung der modernen Reproduktionsverfahren, von denen er als wichtigste! die Zinkätzung und die Autotypie, den Dreifarbendruck, Lichtdruck und die Heliogravüre hervorhob. Im Gegensatz zum Holzschnitt, der sowohl eine große manuelle Geschicklichkeit und viel Zeit und Mühe erfordert, ermöglichen die heutigen Reproduktionsverfahren eine billigere und schnellere Anfertigung des Druckstocks. Das einfachste photomechanische Verfahren, die Strichätzung, ist an Stelle des Faksimile- oder Linienholzschnittes älterer Schule ge treten und hat diesen Linienholzschnitt völlig verdrängt. Die Strichätzung gibt nur reine Licht- und Schattenpartien wieder, aber keine Halbtöne. Wie alle photomechanischen Verfahren, besteht sie aus zwei Arbeitsteilen! 1. aus der photographischen Übertragung der wieder zugebenden Zeichnung auf die Metallplatte, die in den Druckstock umgewandelt werden sollst 2. aus der mechanischen Tieflegung derjenigen Partien der Metallplatte, die nicht mitdrucken sollen auf dem Weg der Auflösung dieser Metallteile durch Chemikalien, d. h. der Tiefätzung. Die Ätzkunst selbst kannte man schon im Mittelalter und benutzte sie zur Dekoration von Waffen und andern metallnen Gegenständen, indem man z B. auf einen blanken Harnisch mit pechhaltigen Farben Ornamente zeich nete, die den darunter liegenden Grund vor der Zerstörung schützten. Wenn man dann durch Benetzen mit Salpeter säure die freiliegenden Metallteile rauh fressen oder tief ätzen ließ, so blieben die Ornamente in der ursprünglichen Ober flächenhöhe liegen. Zur Herstellung von Druckstöcken hat ein Deutscher, namens Eberhardt, im Jahre 1822 bereits das gleiche Verfahren angewendet, und bis heute beruht die Herstellung der Buchdruckplatten in Zink, Kupfer oder Messing auf dem gleichen Prinzip. Bei allen modernen Verfahren verwendet man nun die Photographie zur Übertragung der Zeichnung auf Metall und macht sich bei der Zinkätzung die besondere Eigenschaft des Ammonium- bichromats zunutze, daß dieses in seinem gewöhnlichen Zustand wasserlöslich, bei Belichtung aber wasserunlöslich wird. Zur Herstellung einer Strichätzung wird vom Ori ginal, z. B. einer Federzeichnung, ein gewöhnliches Negativ hergestellt, das die schwarzen Federstriche glasklar und licht durchlässig, den weißen Papierton gedeckt und lichtundurch lässig zeigt. Dieses Negativ wird auf eine mit Ammonium- bichromat und Eiweiß lichtempfindlich gemachte Zink platte kopiert. Beim Kopieren (Belichten) wird die Schicht unter den lichtdurchlässigen Stellen des Negativs im Wasser unlöslich; unter den lichtundurchlässigen bleibt sie im Wasser löslich. Wird eine solche Kopie mit fetter Farbe eingewalzt und in Wasser gelegt, so lößt sich alles Unbelichtete mit der Farbe los, und nur die Zeichnung in Fettfarbe bleibt auf der Platte stehen und wird beim hierauf folgenden Tiefätzen mit Salpetersäure nicht angegriffen. (Der Herr Vortragende veranschaulichte hierauf an mehreren Platten die technischen Einzelheiten und die verschiedenen Stadien des Ätzverfahrens.) Nach der Ätzung wird die Zink platte auf einen Holzfuß in Schrifthöhe aufgeklotzt und ist zum Druck fertig. Das zweite und wichtigere Verfahren, die Autotypie, bietet die Möglichkeit, Druckplatten auch von solchen Vor lagen herzustellen, die nicht allein schwarze und weiße, sondern auch Übergangs- oder Halbiöne enthalten, wie sie jede Photographie in reicher Nuancierung anfweist. Sie ist eine deutsche Erfindung von G. Meisenbach, der zuerst im Jahre 1882 mit brauchbaren Resultaten hervortrat. Man findet bei der Betrachtung eines autotypisch wieder gegebenen Bildes, daß es in den Hellern Partien aus mehr oder weniger feinen Punkten besteht, die in den höchsten Lichtern die Feinheit einer Nadelspitze haben. Nach den Mitteltönen (grau und dunkelgrau) zu verstärken sie sich und schließen sich in den Tiefen zu nahezu gedeckten schwarzen Flächen, in denen nur noch kleine weiße Punkte offen bleiben. Die Zerlegung in diese teils größern, teils kleinern Punkte erfolgt mittels des Rasters, der aus zwei zusammengekitteten Glasplatten besteht Jede der beiden Platten ist mit einer diagonalen Liniatur versehen, und beide sind so übereinander gelegt, daß sich die Linien in dem Durch schnitt kreuzen und Vierecke bilden. Je nach Anzahl der Linien, die auf der Platte gezogen sind, unterscheiden wir feine, mittlere und grobe Raster; der feine Raster enthält ca. 80 Linien auf 1 ein Breite, d. h. 80x80 — 6400 Vierecke, grobe Raster haben auf gleichem Raum nur 30 oder 40 Linien. Nach Anzahl der Linien bezeichnet man die Raster als 80er, 60 er, 40 er, 30 er usw. Da die Herstellung eines Rasters, der durchaus fehlerfrei sein und dessen Liniatur aufs peinlichste stimmen muß, sehr mühselig ist, so ist auch sein Preis sehr hoch. So bezahlt man für Raster Preise von 200 Mark aufwärts bis 2000 Mark und mehr; er ge hört zu den wertvollsten Stücken einer autotytischen Ein richtung. (Indem Redner hierzu ausführliche Erklärungen der optischen Einwirkung der Lichtstrahlen auf den Raster und der damit in Verbindung stehenden Zerlegung der Töne in winzige Licht- und Schattenflächen bezw. -Linien gibt, unterstützt er gleichzeitig seine sachlichen Ausführungen durch Vorführung von Lichtbildern, die die Wiedergabe autotypisch hergcsteliter Illustrationen deutlich veranschaulichen.) Das Ätzen der kopierten Platte geschieht mittels Eisenchlorid, und zwar partienweise durch das >Eindecken» der verschiedenen Töne mit Fettfarben und partielle Ätzen, um die Kontraste zu erhöhen. Hieran schließt Redner den Dreifarbendruck. Als eigentlicher Urheber des Prinzips, mit drei Grund farben mehrfarbige Drucke herzustellen, ist der Frankfurter Jakob Christoph Le Blonds anzusehen, der auf sein Ver fahren 1740 ein Patent erhielt. Er druckte von nur drei Kupfer- oder Stahlplatten farbige Stiche. Nach seinem Tode kam diese Technik aus der Übung und wurde von der im Aufblühen begriffenen Lithographie völlig verdrängt. Erst in neuerer Zeit, vor etwa fünfzehn Jahren, hat der Berliner Chromolithograph Emil Ulrich Le Blonds' Prinzip wieder ausgenommen, um mit Hilfe der Photographie den modernen Dreifarbendruck zu schaffen. An der Ausarbeitung dieses Verfahrens haben die Professoren Vogel und Eder tätigen Anteil genommen. Das Verfahren beruht darauf, von einem farbigen Original eine Gelb-, Rot- und Blaudruckplatte her zustellen, die in diesen Farben zusammengedruckt, wieder das farbige Bild ergeben. Mittels der Photographie werden diese Farben für jede Platte herausgezogen. Bei der Blau platte werden alle Blaustrahlen verhindert, auf die photo graphische Platte einzuwirken, und man macht deshalb die Platte für alle andern Strahlen (gelb, rot) stark em pfindlich, was man als Sensibilisieren bezeichnet. Da aber die blauen Strahlen hierbei, wenn auch nur
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