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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.01.1905
- Strukturtyp
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- Band
- 1905-01-14
- Erscheinungsdatum
- 14.01.1905
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- Deutsch
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4S8 Nichtamtlicher Teil. ./V 11. 14. Januar 1905. gezeichneten Psalterdrucken an, die 1457 und 1459 aus der Offizin von Fust und Schösser hervorgingen. Diese Werke sind auch für die Datierung des Druckes maßgebend gewesen. Wenigstens schließt Wallau die Herstellung zwischen den ge nannten Psaltern, weil die im Kanon oorkommende Initiale k eine Verletzung des Druckstocks zeigt, die an den beiden Abdrucken von 1457 nicht, wohl aber an sämtlichen Ab drucken der Psalterien von 1459 und !499 erscheint Daß er vor dem Psalter von 1459 hergestellt sei, schließt Wallau aus dem Umstand, daß der Kanon sechsmal eine Initiale ll enthält, die kurz vor der Fertigstellung des Psalters von 1459 ausrangiert wurde, vermutlich weil sie verunglückte. Auch noch andre Anzeichen sprechen für die obengenannte Datierung. Schon viel ist darüber geschrieben worden, auf welche Weise der mehrfarbige Druck in diesen trefflichen Werken der Typographie hergestellt worden sei Schon in der Mainzer Festschrift zum letzten Gutenbergfest (1900) hat Wallau eine Studie über die farbigen Initialen der Psalterdrucke ver öffentlicht. Er hat dort die Theorie aufgestellt, daß diese Initialen zugleich mit dem schwarzen Textdruck einer Seite gedruckt worden seien, und er findet die Richtigkeit seiner Theorie in dem Kanon bekräftigt. Die Initialbuchstaben selbst sind in ornamentale Ver zierungen eingebettet, die bei blauen Buchstaben rot und bei roten blau ausgeführt sind. Wallau denkt sich nun in dem metallenen Druckstock der Gesamtinitiale eine Vertiefung, die genau dem Initialbuchstaben entspricht; in diese Vertiefung von 2—3 mm paßt genau der für sich angefertigte ebenso hohe Buchstabe. Wenn man diesen also rot einfärbte, die Verzierungen auf dem Druckstock aber blau, darauf den roten Buchstaben in die nutenartige Vertiefung einließ, und dann das Ganze in die mit Schwarz gefärbte Seite eirfftellte, so konnte man den »Dreifarbendruck- durch einmaliges Durch führen durch die Presse Herstellen. Nur auf diese Weise glaubt Wallau das genaue Passen (Regifterhalten) der Ini tialen mit dem Schwarzdruck erklären zu können Es sind aber nicht allein die Initialen, die in dem Kanon mit dem Haupttext verschleime Farben ausweisen, sondern auch der durchlaufende Text ist teilweise rot; manchmal dehnt sich der Rotdruck Uber mehrere Zeilen aus Nach der Theorie Wallaus mußten also auch diese heraus genommen und besonders eingcfärbt werden, d. h. also, jede Form mußte nach jedem Druck aufgeschlossen, auseinander genommen und wieder geschlossen werden, — nicht nur ein außerordentlich schwieriges und langwieriges Verfahren, sondern auch für das Vorkommen von Fehlern eine ständige Quelle. Kein Zweifel ist von vornherein, daß nicht alle Initialen in dem vorliegenden Exemplar des Kanons auf diese Weise gedruckt worden sind Auch Wallau gibt zu — es ist auch auf den ersten Blick zu sehen —, daß die Initiale 11 aus Blatt 6» auf andre Weise dahin gekommen ist. Nicht allein ist die rote Verzierung teilweise auf den Typenschwarzdruck gekommen, sondern auch der blaue Buchstabe ist in die rote Verzierung hineingelangt. Wenn die Reproduktion genau ist, was ich voraussetze, so kann also noch nicht einmal der Buchstabe mit seiner zugehörigen Form gedruckt worden sein, sondern zuerst ist die rote Verzierung und dann der blaue Buchstabe, jedes für sich, auf das Pergament aufgetragen worden. Desgleichen zeigt die blaue Initiale k des Blattes Ivb, wenn sie genau nach dem Original wiedergegeben ist, die Unmöglichkeit des gleichzeitigen Drucks des Buchstabens mit dem Ornament, da beide Formen an einer Stelle etwas übereinander kommen, jedenfalls aber einander so nahe stehen, daß die Farben bei gleichzeitigem Druck hätten ineinander laufen müssen. Zweifellos übereinandergedruckt ist auch die rote Verzierung der Initiale 0 auf Blatt 12b und der schwarzen Type b Unverständlich ist, daß Wallau -das absolut genaue, nie schwankende Passen des Rot und Schwarz des Textes- be sonders hervorheben kann; denn in Wirklichkeit ist in dem Kanon dieses genaue Passen trotz des sehr sorgfältigen Druckes garnicht durchgängig vorhanden, wie wir gleich sehen werden Das hätte einem scharfen Beobachter wie Wallau doch nicht entgehen dürfen; aber es scheint in der Tat, daß eine einmal vorgefaßte Ansicht blind macht auch gegenüber handgreiflichen Beweisen für das Gegenteil. Das allersonderbarste ist aber an der Wallauschen Ver öffentlichung, daß er sich für die Richtigkeit seiner Druck theorie auf einen Fall beruft, der sie am allersichersten um wirst. Er sagt; »Bemerkenswert ist im ganzen die große Sorgfalt, mit der die andersfarbigen Typen in den ein geschwärzten Satz eingefügt wurden. Verwechslungen der rypen oder Verwischen der Farbe findet sich bei den oft sehr verwickelten Seiten der Psalterdrucke höchst selten. Auch die 24 Seiten unsers Canons sind mit einer Ausnahme in diesem Punkt tadellos gelungen Diesen drastischen Beleg für das Druckverfahren zeigt die Tafel III. Es ist beinahe drollig zu nennen, denn die am leichtesten zu druckende Seile des ganzen Canons war sicher diese 1 >> — ihre einzige Rubrik .Symbolus' aber wurde umgedreht eingestellt und ein ge diegener »Makulaturdruck- war die Folge.« Der Tatbestand ist hier folgender Das Blatt zeigt eine Seite Satz mit der kleinen Psaltertype, an der aber unten anderthalb Zeilen fehlen Oben in der dritten und vierten Zeile fehlt eine Initiale C, für die Raum gelassen ist; in der dritten Zeile steht das rot gedruckte Wort -Symbolus- auf dem Kopf! Wie kann nun dieser Tatbestand die Theorie Wallaus stützen? Wenn auf der Seite rot und schwarz zusammengedruckt worden wären, so dürften doch die andert halb Zeilen nicht fehlen, die vermutlich rot zu drucken waren, ganz sicher aber mußte die Initiale C in ihrer ganzen Farbenpracht dort stehen. So ist doch nur die einzige An nahme möglich, daß zuerst das rote Wort Symbolus in den fertig vorliegenden schwarzen Text hineingedruckt wurde, und zwar mit der Hand. Dann sah der Drucker, daß er ein Ver sehen begangen und das Wort verkehrt eingedruckt hatte. Das Blatt war also nicht mehr zu verwerten, und des halb druckte er die Initiale und die fehlenden Zeilen nicht mehr ein. Es ist hiermit zweifellos erwiesen, daß Wallaus Theorie wenigstens nicht für alle Fälle stichhaltig ist; denn hier liegt eine Seite vor, aus der Rot und Schwarz sicher nicht zusammen- gedruckt worden ist. Es ist auch nicht zu verkennen, daß auf Blatt 5 a die rot gedruckten Worte der ersten Zeile -Ivkia aotiouem- nicht Linie halten mit dem Schwarzdruck, sondern von links nach rechts abfallen. Da aber der sonstige Rot- druck zu dem Schwarz dieser Seite völlig paßt, so kann der gesamte Rotdruck nicht gleichzeitig in der Presse gedruckt sein, weil ja in diesem Fall aller Rotüruck von links nach rechts abwärts gehen müßte. Man kann deshalb nur an Hand druck denken. Eine Eigentümlichkeit will ich aber hier nicht unerwähnt lassen. Bei manchen der Initialen sind die unter oder über ihnen stehenden schwarzen Buchstaben abgefeilt, weil sonst ihre schwarzen Konturen in das Rot oder Blau der Initial- Verzierung gekommen wären. Das macht den Eindruck, als wenn beim Schwarzdruck die Initiale in dem Satz gestanden hätte. Daß das trotzdem nicht der Fall war, beweist die Seite 12k. Dort ist ein unter der roten Verzierung der blauen Initiale v stehendes b oben abgeschliffen, und dennoch ragt der Stumpf eine Kleinigkeit in das Rot hinein. Obschon also für die Initialen durch Verstümmelung der
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