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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.05.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-05-26
- Erscheinungsdatum
- 26.05.1900
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- Deutsch
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-iS 120, 26. Mai 1900. Nichtamtlicher Teil. 4081 Kleine Mitteilungen. Vom Reichstage. Die veränderte -Isx Heinze». — In der 200. Sitzung des deutschen Reichstags am 22. d. M. wurde nach Einigung der Parteien als Antrag Hompesch und Genossen ein Jnitiativ-Antrag eingebracht, der die den Buch- und Kunst handel sowie die Presse berührenden Paragraphen 184a und 184b zum Teil ganz in Wegfall bringt, zum Teil sehr erheblich mildert. Dieser Antrag wurde sofort in erster, zweiter und dritter Lesung beraten und auch angenommen. Die Aenderungen des Strafgesetzbuchs lauten in denjenigen Paragraphen, die den Buch- und Kunsthandel sowie die Presse berühren, nach den jetzigen Beschlüssen des Reichstags wie folgt, wonach wir unsere Angabe in Nr. 119 d. Bl. berichtigen: 8 184. Mit Gefängnis bis zu Einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird be straft, wer 1. unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen feil hält, verkauft, verteilt, an Orten, welche dem Publikum zu gänglich sind, ausstellt oder anschlägt oder sonst verbreitet, sie zum Zwecke der Verbreitung herstellt oder zu demselben Zwecke vorrätig hält, ankündigt oder anpreist; 2. unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen einer Person unter sechzehn Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet; 3. Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauche bestimmt sind, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder solche Gegenstände dem Publikum ankündigt oder anpreist; 4. öffentliche Ankündigungen erläßt, welche dazu bestimmt sind, unzüchtigen Verkehr herbeizuführen. Neben der Gefängnisstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt werden. 8 184 a. Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark wird bestraft, wer Schriften, Abbildungen oder Darstellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Scham gefühl gröblich verletzen, einer Person unter sechzehn Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet. 8 184b. Mit Geldstrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten wird bestraft, wer aus Gerichtsverhand lungen, für welche wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oefsent- lichkeit ausgeschlossen war, oder aus den diesen Verhandlungen zu Grunde liegenden amtlichen Schriftstücken öffentlich Mittei lungen macht, welche geeignet sind, Aergernis zu erregen. Post. — Das Formular zur internationalen Postpaket-Adresse (auf blauem Papier) ist dahin abgeändert worden, daß sich der Vordruck zum Niederschreiben etwaiger Wert- und Nachnahme beträge mehr als bisher von den sonstigen Angaben abhebt. Die vorhandenen Formulare älterer Art können ausgebraucht werden. Post. — Die Postverwaltung der Vereinigten Staaten von Amerika läßt neuerdings Kisten mit festgenageltem oder auf geschraubtem Deckel als Postpakete wieder zu. Dagegen bleiben Pakete mit zugenähter oder zugeklebter Umhüllung, sowie alle versiegelten Sendungen auch weiter von der Beförderung als Post pakete nach den Vereinigten Staaten ausgeschlossen. Verlegerischer Mißerfolg. — Der Verlag der -Jugend- giebt bekannt, daß die -Jugend- bisher einige Hunderttausende von Mark mehr gekostet hat, als sie eingetragen hat. Versteigerung von Bildern. — In Rudolf Lepkes Kunstauktionshaus in Berlin werden in den Tagen vom 29. bis 31. d. M. hervorragende Bildersammlungen versteigert werden. Am ersten Auktionstage kommen 117 Oelgemälde bekannter neuerer Meister, wie Amberg, C. Becker, Andreas Achenbach, Kaulbach, Güterbock, Franz von Lenbach, Ad. v. Menzel, Fr. Piglhein, CH. Hoguet, E. Pape, I. Schräder u. a., unter den Hammer. Am 30. Mai kommt eine Sammlung von Aquarellen und Zeichnungen erster neuerer Meister zum Verkauf, am letzten Tage Oelbilder, Oelstudien, Aquarelle, Zeichnungen, Kupferstiche re. aus den Nach lässen der Professoren Julius Schräder und Hermann Weiß, Berlin. Goethebund. -Usx Heinze-. — Auf den Abend des 22. d. M. hatte der Goethebund Berlin eine Volksversammlung behufs Stellungnahme gegen die damals noch drohende Annahme der unveränderten »I-sx Heinze» durch den Reichstag einberufen. Der Einladung waren etwa 6000 Personen gefolgt, die den ungeheuren Raum des Cirkus Renz bis auf den letzten Platz füllten. Sudcr- mann, Mommsen, v. Liszt, Dernburg, v. Wolzogen, sowie die Reichstagsabgeordneten Schräder, Müller-Meiningen und Heine waren anwesend. Die Redner wiesen darauf hin, daß die als Protest geplante Versammlung durch die Entscheidung des Reichs tages von demselben Tage sich zu einer Siegesfeier gestaltet habe, sie schilderten nochmals die nunmehr abgewendeten Folgen der Reichstagsbeschlüsse zweiter Lesung zu diesem Gesetzentwurf und forderten zu weiterem Kampfe gegen die Einschränkungen der Freiheit der Kunst auf. Schließlich wurde eine Resolution ange nommen, die den Kämpfern im Reichstage dankt und die Er wartung ausspricht, daß die aus den verschiedensten Heereslagern stammenden Bundesgenossen in Volk und Parlament auch künftig zu einmütiger Gegenwehr beisammenstehen werden. Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. — Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, die am 19. und 20. d. M. ihre dreißigste Hauptversammlung in Heidelberg abgehalten hat, hat nach dem vom Generalsekretär Lews (Berlin) erstatteten Jahresbericht einen Mitgliederbestand von vielen Körper schaften und 3432 persönlichen Mitgliedern. Die Thätigkeit der Gesellschaft erstreckte sich besonders auf Gründung und Unter stützung von Volksbibliotheken, von denen im Jahre 1899 352 neu errichtet wurden, ferner auf die Förderung des öffentlichen Vor tragswesens, von Hochschulkursen, Volksunterhaltungsabendsn und anderen Fortbildungseinrichtungen. Das Vermögen beläuft sich auf 386000 Deutscher Buchgewerbeverein. — Das deutsche Buch gewerbehaus in Leipzig war am letzten Sonntag den 20. d. M. von 2486 Personen besucht, die alle mit lebhaftem Interesse die Ausstellungen besichtigten. Die großen Räume mit der Jahres- Ausstellung bieten viel Sehenswertes, zumal das Lesen und Ein sehen der Bücher gestattet ist. Eine große Anzahl Besucher be kundete auch ganz besonderes Interesse an den im Buchgewerbe museum in demselben Hause ausgestellten alten und neuen Drucken, unter denen die von Gutenberg gedruckte Pergamentbibel den ersten Platz einnimmt. Seit einigen Tagen sind in dem Ecksaale des Buchgewerbemuseums auch künstlerische Entwürfe zu Buch decken und Vorsatzpapieren von Werken des Bibliographischen Instituts ausgestellt, die vor kurzem Gegenstand einer von diesem Hause ausgeschriebenen Preisbewerbung waren. Der Besuch der Ausstellungen ist vollständig frei. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler: ^.vatomis. Lb^siolvAis. ObirurAis. UgrmatoloZis. 6^näboioAis. U^Zisns. ks^obiatris. XsuroloZis. IVsrtvolis Bsrioäioa ra billiASn Ursissu. Vutiquariats-LataloA 17 von Laut ^.liobs in Orssäsn-ölassrvitr. 8". 22 8. 550 kirn. VsrlaAs-OataloZ äsr Bitsrarisobsn Anstalt, Rnttsn & livsnivA, in Uranbkurt a/Ll. Ickai 1900. 8°. 41 8. Libbo^rapbis nnä Inttsrarisobs Obroniir äor 8obvsir. Bassi, 6snk, Uzwn, KsorA L Oo. XXX. äabrgavA, 1900, Xr. 3 u. 4, Nur? n. ^pril. §r. 8". 8p. 33—48. XXVIII. Lunst-^.netion von 8. Lsnäs in IVisu. — XataloK von Oslgsmäläsn, 8tuäisn nnä Asiobvnngsn, spsoisll dlaturauknabmsn von Wien nnä IIwAsbnvA nnä anäsrs V/srbs von L.nton Ulavaksb, ksrnsr von OslAswäläsn anäsror bsäsntsnäor moäsrnsr Nsistsr ans IVisnsr Urivatbssitr. 8". 38 8. 200 Xrn. Vsr- stoigornnA äsn 28. n. 29. Nai 1900 in IVion änrob 8. Lsnäs. ^.utoArapbsn: Hürstsn, Usläbsrrsn, 8taatsmännsr, karlawsntarisr, Oslsbrts, Diobtsr, Nusibsr sie. BaAgr-Vorrsiobnis Hr. 322 von Bist L Brandes in UsixriA. 8". 54 8. 1070 d!rn. Mittheilungen über cmpsehlenswerthe Werke auf den Gebieten der Litteratur- und Kulturgeschichte, Geschichte, Reisen und Marine. Politische, sociale und juristische Schriften. Romane, Novellen, Gedichte und Dramen. Verkehrswesen u. s. w., welche im Verlage von Friedrich Luckhardt in Berlin und Leipzig erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen sind. 8°. 64 S. Luckhardt's Unterrichts-Bibliothek. Eine Sammlung amtlich empfohlener Lehrbücher und anderer höchst interessanter neuer Werke für das Verkehrswesen (Post, Telegraphie, Fernsprech wesen, Eisenbahn rc.). Verlag von Friedrich Luckhardt, Buchhandlung für Verkehrswesen in Berlin und Leipzig. 8°. 32 S. koppslausr, Ur. bloritr, (Bnobbänälsr), Bis jüäisobs Iraäition. Usibsnko1z;s äsr jüäisobsn Usbrsr unä IVsissn vom Urbsginn äsr jüäisobsn Usbrs bis 1650 äsr Zs^v. 2sitrsobnunA rusannnsn- Asstöllt. 8". VI, 46 8. Lsrlin 1900, N. Uopxslausr. 543»
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